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„Meine Jungs waren die Ideengeber für die Schule der magisch en Tiere”


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Leben & erziehen - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 29.09.2022
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Bildquelle: Leben & erziehen, Ausgabe 10/2022

Leben & erziehen: Liebe Frau Auer, Tausende Kids warten mit Spannung auf den zweiten Kinofilm mit Ida, Benni, Jo & Co. Wie nah sind die Verfilmungen an dem, was sich bei der Erschaffung der Figuren in Ihrem Kopf abgespielt hat?

Margit Auer: Dieses Mal war es besonders knifflig: Die Schauspieler sind nämlich deutlich älter geworden, daran musste man die Handlung anpassen. Es ist ein echter Teenie-Film! Aber keine Sorge: Die Welt der magischen Tiere, der Kosmos, bleibt so, wie wir ihn kennen. Der Film ist genauso witzig, spannend und warmherzig wie die Bücher.

Inwiefern hatten Sie Mitspracherecht beim Drehbuch – und welche Schulnoten geben Sie den ersten beiden Filmen?

So was ist Verhandlungs- und Vertrauenssache. Da Film Nummer eins einfach nur großartig geworden ist, habe ich mich bei Film Nummer zwei nicht mehr groß eingemischt. Aber natürlich haben wir viel über die Figuren, ihre Sprache und ...

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... ihre Motivation gesprochen. Dass sich die Charaktere treu bleiben, ist mir sehr wichtig. Beiden Filmen gebe ich eine Eins mit Stern. Auch wegen der animierten Tiere, die wieder der Hammer geworden sind. Ich sag nur: Pinguin Juri mit Goldkettchen und Sonnenbrille!

Sie werden gern mit der Autorin der weltberühmten Harry-Potter-Geschichten verglichen. Ist Joanne K. Rowling eine Art Vorbild für Sie?

Es ist mir eine große Ehre, mit Joanne K. Rowling auch nur in einem Atemzug genannt zu werden. Und ein bisschen stimmt es ja auch: Es gibt wenige Reihen, bei denen der nächste Band mit so viel Ungeduld erwartet wird. Ich bin selbst immer ganz nervös. Ich bewundere Joanne K. Rowling sehr, ihre unendliche Fantasie und ihre bildreiche Sprache. Ich finde, sie hätte längst den Literaturnobelpreis verdient.

Als Kind wollten Sie Postbotin werden. Was hat Sie an diesem Beruf fasziniert – und warum kam es dann doch anders?

Als ich ein Kind war, hatten wir einen sehr netten Postboten. Er fuhr mit seinem gelben Fahrrad durch die Gegend und war immer für einen Schwatz zu haben. So wollte ich auch mein Geld verdienen! Dass es anders kam, liegt unter anderem daran, dass die Postboten von heute mit großen Fahrzeugen rückwärts durch enge Gassen fahren müssen. Heiliger Bimbam!

Vor Ihrem Durchbruch als Autorin haben Sie als Journalistin gearbeitet – und es gab immer wieder Absagen von Verlagen. Wie haben Sie es geschafft, die Hoffnung nicht aufzugeben, dass der große Erfolg eines Tages kommt?

Ach, der ganz große Erfolg musste es gar nicht sein. Der kleine hätte mir auch genügt. Dass es anders kam, ist umso schöner. Mein Ziel war es immer, vom Schreiben leben zu können. Es gab und gibt so viel Schrott auf dem Markt, dass ich es einfach nicht glauben wollte, dass ich da nicht mitspielen darf. Nicht aufzugeben, zahlt sich oft aus!

Wie sieht ein klassischer Arbeitstag bei Ihnen aus, schreiben Sie tatsächlich am liebsten in der Uni-Bibliothek?

Den ruhigen Arbeitsplatz in der Bibliothek liebe ich sehr. Das Handy liegt im Schließfach, und ich kann voll in meine Geschichte eintauchen. Für mich gibt es nichts Schöneres! Wenn ich bei der ersten Rohfassung fünf Seiten am Tag schaffe, bin ich happy. Danach folgen noch etliche Durchgänge. Manchmal feile ich an den Dialogen, manchmal achte ich nur auf die Übergänge, manchmal nehme ich einen einzigen Charakter in den Blick. Drei Monate brauche ich für ein Buch. Aber ich schreibe mit Rückenwind: weil sich so viele Leserinnen und Leser auf den nächsten Band freuen!

Wie alt waren Ihre drei Jungs, als Ihnen die allererste Idee für „Die Schule der magischen Tiere“ kam – und inwiefern haben Ihre Söhne Sie inspiriert?

Sie waren große Ideengeber. Als ich mit der Reihe begann, waren sie im Grundschulalter. Und ich habe als Mutter gemerkt, wie wichtig diese Zeit für die Entwicklung der Kinder ist. Sie sind stark gefordert, müssen Entscheidungen treffen, Konflikte alleine lösen. Das kann ganz schön knifflig sein! So kam ich auf die Idee, den Kindern ein magisches Tier an die Seite zu stellen. Das Tier ist Freund, Gefährte und Coach.

Haben Sie selbst viel vorgelesen?

Na klar. „Pettersson und Findus“ rauf und runter. Den „Räuber Hotzenplotz“. Vieles von Astrid Lindgren. Aber auch Sachbücher wie „Der Untergang der Titanic“ oder „Die Straße im Mittelalter“. Jeder hatte andere Vorlieben. Einer blätterte bevorzugt in Kochbüchern und lernte die Flaggen sämtlicher Länder auswendig.

Inzwischen sind Ihre Kinder schon alle aus dem Haus, oder?

Fast. Da sie ständig auf Besuch kommen, ist das aber nicht weiter schlimm. Mein Mann muss nur noch lernen, nicht immer so große Portionen zu kochen …

Meine Zwillinge und ich sind vor allem Fan von Ida und Rabbat. Wenn Sie sich festlegen müssten: Welches Schüler-Tier-Pärchen ist Ihre Lieblingskombi?

Ich mag sie alle. Natürlich liebe auch ich Ida und Rabbat, aber genauso mag ich Helene und Karajan. Und ich brauche alle für meine Story, für Konflikte und Spannung. Wenn alle lieb und nett wären wie Anna-Lena, wären die Bücher langweilig. Aber ich achte sehr darauf, niemanden in die Pfanne zu hauen. Schwarz und Weiß gibt es bei mir nicht (außer vielleicht beim Käse Makkaroni, dem fiesen TV-Moderator aus Band 5). Helene wächst einem ans Herz, obwohl sie alle herumkommandiert. Aber sie weiß, was sie will. Sie wird später mal eine prima Chefin!

Was würden Sie Ihren Kater Lorenzo gern mal fragen – und gibt es auch mit ihm magische Momente?

Wenn ich mittwochabends vom Sport nach Hause komme, erwartet er mich an der Straßenecke und begleitet mich zur Haustür. Das ist wahnsinnig süß. Fragen würde ich ihn gerne, woher die Schramme an seiner Nase kommt. Vielleicht will ich das aber auch gar nicht so genau wissen …

Viele befürchten, dass es keine neuen Bücher mehr gibt, wenn alle Kinder aus der Klasse von Miss Cornfield mit Tieren versorgt sind. Stimmt das?

So ist es geplant. Ich glaube, man spürt als Schriftstellerin genau, wann es genug ist und wann man auf hören muss. Fragen Sie mich in fünf Jahren noch mal!

Beantworten Sie Ihre Fanpost?

Leider kann ich das nicht mehr bewältigen, zum Glück kümmert sich mein Verlag darum und verschickt zum Beispiel Autogramme.

Gibt es Ausnahmen?

Ja, wenn besonders persönliche Briefe kommen, landen sie bei mir. Erst kürzlich schrieb mir ein Mädchen aus der Herzklinik. Sie wartet auf ein Spenderherz und träumt von einem magischen Tier. Selbstverständlich bekommt sie eine persönliche Antwort. Auch Post von Mary Cornfield landete schon auf meinem Schreibtisch. Eine Lehrerin in London, die deutsche Schüler unterrichtet, heißt genau wie meine Hauptfigur. Sie war ganz aus dem Häuschen, als ein Schüler ihr das Buch unter die Nase hielt!

Wie hat die Pandemie Ihren Job verändert, hat Ihnen der Trubel gefehlt?

Bei den Filmpremieren war es doof. Die Säle waren nur zu 25 Prozent gefüllt, und ich durfte keine Kinder treffen.

Nichts für Kita-Kids: Ida & Co. sind jetzt Teenies

Viele Kids lassen sich „Die Schule der magischen Tiere“ schon im Vorschulalter vorlesen – und das geht mit dem Inhalt der Bücher auch wunderbar. Im zweiten Kinofilm „Voller Löcher“ (Start: 29. September, 103 Minuten) aber sind die Schüler bzw. Schauspieler gealtert, deshalb wurde die Geschichte angepasst. Trotz „FSK 0“ empfehlen wir den Film erst für Kinder ab acht Jahren.

Umso mehr genieße ich es, wenn ich jetzt wieder Lesungen machen kann. Die Begegnungen mit den Fans sind die reinste Kraftquelle – auch wenn ich hinterher von oben bis unten durchgeschwitzt bin.

Ihr Mann ist ebenfalls Autor. Helfen Sie sich gegenseitig mit Ideen für Ihre Bücher aus?

Am Anfang haben wir uns gegenseitig unsere Handlungsstränge erzählt, inzwischen schreibt jeder für sich. Ich bin nämlich viel zu streng, und Richard ist viel zu großzügig: Er findet alles super, was ich schreibe. Das hilft mir nicht wirklich weiter. Wenn ich mal einen Tipp brauche, dann reden wir schon. Er hat zum Beispiel Helenes vornehmem Kater seinen Namen gegeben: Karajan, pardon, von Karajan. Ein Volltreffer! Umgekehrt ist es genauso. Richard schreibt Krimis. Wenn er für den Mörder ein gutes Motiv braucht, dann suchen wir gemeinsam nach einem dunklen Fleck in der Vergangenheit.

Außer Ihren eigenen Werken: Welche drei Bücher sollte jedes Kind unbedingt gelesen haben?

„Kannawoniwasein!“ von Martin Muser (ein abenteuerlicher Roadtrip mit Finn und Jola – wie „Tschick“, aber für jüngere Leser), „abends um 10“ von Kate de Goldi (schön und traurig zugleich), „Sommersprossen auf den Knien“ von Maria Parr (ein Buch voller Witz und Wärme).

DAS INTERVIEW FÜHRTE CLAUDIA WEINGÄRTNER