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Meine Ziele mit Erling!


Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 33/2021 vom 18.08.2021

BUNDESLIGA

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Der BVB-Trainer und sein Torjäger: Rose (l.) weiß, dass er auf Haalands Treffer angewiesen ist, wenn er mit Dortmund Titel gewinnen will

SPORT BILD: Herr Rose, trotz der zähen Vorbereitung mit urlaubsbedingt fehlenden, verletzten und corona-erkrankten Spielern ist der Pflichtspielstart geglückt. Wie viel von Ihrer Idee steckt schon im BVB- Spiel, und wann werden es 100 Prozent sein?

MARCO ROSE (44): Wir wussten ja, was uns erwartet. Vieles von dem, was wir als Trainerteam einfordern, haben wir phasenweise schon auf dem Platz gesehen – obwohl etliche Spieler noch nicht lange bei uns sind. Jetzt geht es darum, diese Dinge konstanter und konsequenter auf den Rasen zu bringen. Daran arbeiten wir. Ich sehe uns auf einem guten Weg.

Spüren Sie, dass die Chance auf die Meisterschaft in Ihrem ersten BVB-Jahr wohl am größten ist?

Wenn wir über einen großen Titel wie die Meisterschaft sprechen, lässt sich die Aussicht auf Erfolg nicht ein Jahr im Voraus beziffern. Um Meister zu werden, müssten wir Außergewöhnliches leisten und über ...

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... 34 Spieltage liefern. Und Letzteres muss unser Ziel sein. Darauf wollen wir unser Mindset einstellen: Wir müssen bereit sein zu kratzen, zu beißen, an den eigenen Ketten zu ziehen und gleichzeitig guten Fußball zu spielen. Wir streben immer nach dem maximal Möglichen.

Ich wüsste aber nicht, warum die Chance auf die Meisterschaft in dieser Saison am größten sein sollte …

Weil Erling Haaland nur noch ein Jahr beim BVB spielt und der Kader des FC Bayern so dünn ist wie seit Jahren nicht mehr!

Das sehe ich nicht so. Ich denke nur im Hier und Jetzt, und ich beschäftige mich ehrlich gesagt auch nicht ständig mit dem Kader anderer Vereine. Wir haben schon auch unsere eigenen Themen. Wenn ich Stand heute auf unsere Abwehr mit vielen verletzten Spielern blicke, dann ist das zumindest jetzt noch ein bisschen dünn. Wir hoffen einfach, dass Spieler wie Mats, Emre, Thomas und Rapha schnell zurückkommen.

Sie haben gerade das Mindset angesprochen: Wie wollen Sie das Meister-Gen bei Ihren Spielern im Bewusstsein verankern?

Große Ziele schaffen Motivation. Und Motivation ist einer der wichtigsten Faktoren für Erfolg. Die darf nicht nur vorhanden sein, wenn es gerade sowieso gut läuft. Die muss bei jedem Spieler in jedem Training da sein, jeder sollte bereit sein, mehr zu machen als andere. Das ist der Nährboden für außergewöhnlichen Erfolg.

Den Vorwurf der fehlenden Mentalität musste sich der BVB in den vergangenen Jahren mehrfach gefallen lassen. Werden Sie Meister, wenn die Mentalität stimmt?

Wir müssen nicht ständig von der Meisterschaft reden, auch wenn Sie das sicher gern hätten. Dadurch bekämen wir keinen einzigen Punkt zusätzlich. Vielmehr geht es darum, die Sinne zu schärfen, sich auf alle Unwägbarkeiten, Widerstände, Rückschläge einzustellen – und dann als Team so stabil zusammenzustehen, dass du gestärkt daraus hervorgehst. Dann hast du die Chance, etwas Großes zu erreichen.

Ihr Kapitän Marco Reus sagt: „Wir haben den Kader, um Deutscher Meister zu werden.“ Hat er recht?

Noch mal: Es gehört mehr dazu, als über die Schale zu sprechen. Natürlich sind wir bei Borussia Dortmund, um Titel zu gewinnen. Ich freue mich über jeden Spieler, der diesen Anspruch auch formuliert. Dafür müssen wir jeden Tag leben, jeden Tag ans Limit gehen, jeden Tag daran arbeiten, uns als Team zu entwickeln. Im Laufe der Saison werde ich das Gespür dafür entwickeln, wo wir in dieser Hinsicht stehen, und dann weiß ich, ob wir bereit sind.

Einer, der immer alles gibt, ist Erling Haaland. Wie wichtig ist er für Ihren Plan, und was erwarten Sie von ihm?

Erling ist extrem wichtig. Als ich Anfang des Jahres in die Gespräche mit dem BVB gegangen bin, ging es natürlich auch um ihn und seine Perspektive. Als Trainer möchtest du mit den besten Spielern zusammenarbeiten und sie weiterentwickeln. Aber: Erling funktioniert nicht alleine. In den ersten beiden Pflichtspielen hat er von hervorragenden Assists seiner Kollegen profitiert und selbst Tore aufgelegt. Es macht einfach Spaß, mit Erling zu arbeiten!

„Natürlich sind wir bei Borussia Dortmund, um Titel zu gewinnen“

Wo können Sie Haaland noch besser machen?

Erling möchte aus einem Eigenantrieb heraus mit seinem rechten Fuß noch stärker werden, er will sein Kopfballspiel verbessern. Erling ist extrem ehrgeizig.

Diesen Ehrgeiz in die richtigen Bahnen zu lenken ist auch ein Thema, an dem wir gemeinsam arbeiten. Man merkt einfach, dass er hart an sich arbeitet, um ein kompletter Spieler zu werden.

Hasan Salihamidzic verriet zuletzt, dass sich der FC Bayern mit ihm b eschäftigt. Haben Sie Angst, dass Haaland nach München wechselt?

Jeder europäische Spitzenklub wäre ja fast schon blöd, wenn er Erlings Entwicklung nicht genau verfolgen würde. Alles andere würde mich auch wundern, das ist ja schließlich ihr Job. Erling muss am Ende auch selbst entscheiden, wo er seine Zukunft sieht. Wir sind jedenfalls froh, dass er aktuell bei uns spielt – und wer weiß, möglicherweise auch noch mehr als nur eine Saison, wenn wir hier eine außergewöhnliche Geschichte schreiben.

Es gibt ja keinen Automatismus.

Ich bin da sehr entspannt.

Warum haben Sie Hoffnung, dass Haaland seine Ausstiegsklausel im kommenden Sommer nicht ziehen wird?

In diesem Sommer gab’s die Diskussion doch auch schon, und Erling ist nach wie vor hier. Er hat ja noch einen langfristigen Vertrag bei uns. Nur weil in der Öffentlichkeit permanent davon geredet wird, dass er den BVB im nächsten Sommer verlässt, muss das ja nicht zwangsläufig auch so sein.

Wer ist besser: Haaland oder Lewandowski?

Robert ist Weltfußballer und hat gerade den legendären Torrekord von Gerd Müller geknackt. Das ist schon ei- ne Hausnummer. Erling ist noch etliche Jahre jünger, ich traue ihm eine enorme Entwicklung zu. Aber es macht keinen Sinn, Menschen – und das schließt Spieler natürlich mit ein – miteinander zu vergleichen. Was ich bei beiden Spielern spüre: Persönliche Rekorde bedeuten ihnen zwar etwas, aber der Erfolg mit der Mannschaft steht für sie über allem. Das sind zwei herausragende Fußballer, die mir sehr gefallen.

„Kloppo ist ein Freund von mir. Die Vergleiche mit ihm stören mich nicht“

Lothar Matthäus hat in SPORT BILD gesagt, dass der BVB-Kader in der Breite besser ist als der des FC Bayern. Stimmen Sie ihm zu?

Ich möchte nicht den Kader von Bayern München bewerten. Ich muss mich um unseren Kader kümmern und schauen, ob wir optimal aufgestellt sind. Sind alle Spieler fit, fühlen wir uns sehr wohl mit unserem Kader. Wir haben mit Papa (Antonios Papadopoulos; d. Red.) einen U23-Spieler im Pokal in der Startelf gehabt, weil mit Mats Hummels, Dan-Axel Zagadou, Emre Can und Soumaïla Coulibaly gleich vier Innenverteidiger fehlen. Und er hat es sehr ordentlich gemacht.

Also stimmt es, dass Sie mit Marcel Halstenberg von RB Leipzig gerne noch einen weiteren Verteidiger hätten?

Ich kommentiere keine Gerüchte. Nico Schulz macht seine Sache bislang sehr gut, Raphaël Guerreiro kommt hoffentlich schnell zurück. Rechts ist es mit Felix Passlack und Thomas Meunier ähnlich. Also wären wir, wenn alle gesund sind, auf diesen Positionen erst mal doppelt und gut besetzt. Aber wir merken natürlich: Wenn einer ausfällt, wird es eng. Und mal ganz nebenbei: Die Meldungen in Bezug auf den BVB, Marcel Halstenberg habe sich verpokert, sind mal echt Quatsch.

Was muss der perfekte Spieler für Sie können?

Wenn ich mir einen perfekten Spieler backen könnte, dann wäre er zunächst einmal ein herausragender Teamplayer, dazu unglaublich aggressiv und intensiv, ohne dabei zu überpacen. Er hätte einen perfekten ersten Kontakt, wäre kopfballstark, torgefährlich und schnell. Es geht im Fußball heute viel über Physis und Dynamik. Trotzdem freue ich mich über jeden geilen Kicker, und davon haben wir hier einige. Der eine oder andere von ihnen spürt gerade, dass er neben seiner fußballerischen Klasse tatsächlich aggressiv und intensiv sein kann – und dass ihm diese Eigenschaften sogar guttun und dass das Spaß machen kann.

Mit Gregor Kobel ist ein neuer Keeper gekommen. Wie viele Punkte muss ein guter Torwart pro Saison festhalten?

Um große Ziele zu erreichen, ist ein herausragender Torwart enorm wichtig. Gregor hat unglaubliches Potenzial. Wir wissen, dass wir mit unseren drei Torhütern hervorragend besetzt sind. Um etwas Großes zu erreichen, musst du wissen, wo du noch ein paar Prozentpunkte herauskitzeln und den Konkurrenzkampf intensiver gestalten kannst – das ist uns allen beim BVB wichtig.

„Erling muss am Ende selbst entscheiden, wo er seine Zukunft sieht“

Merken Sie, dass es Ihren Vorgesetzten um Hans-Joachim Watzke wichtig ist, wieder ein Zusammengehörigkeitsgefühl wie einst unter Meistertrainer Jürgen Klopp zu entwickeln?

Jeder weiß, wie großartig die Zeit mit Kloppo hier war – aber dass das inzwischen auch eine Weile her ist. Wenn es darum geht, etwas zu erreichen, dann funktioniert das nur gemeinsam. Erfolg funktioniert nur als Team – und da gehören in Dortmund die Gelbe Wand, der Signal Iduna Park sowie das gesamte Umfeld mit seiner Wucht und Emotionalität dazu. Dieses Gefühl und diese unglaubliche Energie des Vereins für uns alle nutzbar zu machen ist sicher auch ein Teil meiner Aufgabe. Aber noch einmal: Das Wir ist mir extrem wichtig. Dazu gehören Spieler, Trainer, Staff, Mitarbeiter und Fans – alle, die diesen Klub ausmachen.

Stören Sie die Vergleiche mit Klopp?

Nein, die Kloppo-Vergleiche stören mich nicht, weil das ein reines Medienthema ist, das es intern überhaupt nicht gibt und auf das mich auch Fans noch nie angesprochen haben. Kloppo ist ein Freund von mir, eine herausragende Persönlichkeit und ein überragender Trainer, der schon Großes erreicht hat. Er hat die Bundesliga gewonnen, die Premier League, die Champions League.

Was haben Sie beide gemeinsam?

Wir tragen beide gerne Bart.

Watzke hat verraten, dass Klopp ihm geraten hat, Sie zu holen. Was hat Klopp Ihnen über den BVB erzählt?

Im Zuge meiner Entscheidung habe ich mit Kloppo nicht über den BVB geredet. Aber er hat mir vor ein paar Tagen erst geschrieben, dass ich mich gut um seine „Ex“ kümmern soll. Und ich weiß ja, wie sehr er diesen Klub liebt. Es geht hier aber nicht um Kloppo oder um mich, sondern um Borussia Dortmund. Wir wollen für den Verein etwas erreichen. Und die Jungs setzen schon viel um von dem, was ich sehen will. Ich habe das Gefühl, dass wir explodieren können und diese Mannschaft dann für Begeisterung sorgen kann.

In Gladbach hat Ihr Abgang für viel Wut und Enttäuschung gesorgt. Nicht nur bei den Fans! Manager Max Eberl hat über Sie gesagt: „Die Identifikation, die Marco am Anfang gepredigt hat, hat er in dem Maße am Ende nicht mehr gelebt.“ Das ist ein harter Vorwurf!

Ist es nicht. Und so habe ich es auch überhaupt nicht verstanden. Zwischen Max und mich passt kein Blatt Papier! Identifikation bedeutet für mich: Wie gehe ich mit meinen Leuten um mich herum in der täglichen Zusammenarbeit um? Wie gehe ich auf sie, auf Mitarbeiter, auf Fans zu? Ich habe mich vom ersten bis zum letzten Tag mit meiner Aufgabe in Gladbach, mit meinen Spielern, mit dem Staff und allen Leuten im Verein zu 100 Prozent identifiziert. Und genauso tue ich das jetzt in Dortmund.

Zum Schluss bitten wir Sie noch, einen Satz zum abgestürzten Ruhr-Rivalen fortzuführen: Schalke wird diese Saison …

… hoffentlich aufsteigen! Und das wäre gut, damit es nächstes Jahr wieder Derbys gibt!

Rose empfing SPORT BILD-Reporter Westerschulze (r.) zum Interview auf dem Trainingsgelände im Bezirk Brackel. 45 Minuten lang sprach er über seine Pläne und Ziele mit dem BVB