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Meldungen


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2010 vom 26.11.2010

Endoprothesenregister

Weil künstliche Gelenke an Hüfte, Knie oder Schulter zu häufig ersetzt werden müssen, fordern orthopädische Fachgesellschaften, ein verpflichtendes Endoprothesenregister einzurichten. Dieses soll sowohl die Daten aller eingebauten und gewechselten Gelenke als auch die klinischen Daten der Operierten erfassen. Damit sollen nicht nur die Patientensicherheit verbessert und die Tragdauer der Implantate auf 15 bis 20 Jahre erhöht, sondern auch Kosten gespart werden. Allein im Jahr 2008 kamen auf rund 327.000 neu eingesetzte Hüftund Kniegelenke 60.000 Wechseloperationen. Dafür kommen verschiedene Ursachen infrage: fehlerhafte Produkte, zu frühe Belastung durch den Patienten, fehlende OP-Erfahrung in nicht spezialisierten Kliniken.

Rauchen schadet den Zähnen

Einen Warnhinweis „Rauchen führt zu Zahnverlust“ auf Zigarettenschachteln fordert die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV). „Raucher haben nicht nur mehr Zahnbelag und verfärbte Zähne, sie bekommen auch häufiger Parodontitis und haben damit ein überdurchschnittlich hohes Risiko, Zähne zu verlieren“, sagt der KZBV-Vorsitzende Dr. Jürgen Fedderwitz.

Ratgeber Demenz

Der Ratgeber „Wenn das Gedächtnis nachlässt“ informiert über das Krankheitsbild Demenz und gibt Angehörigen Tipps zur Gestaltung des Betreuungsalltags. Er steht auf den Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums kostenlos zum Download bereit: www.bmg.bund.de → Pflege → Publikationen

Überwachung von Arzneimitteln

Die Arzneimittelüberwachung wird verbessert. Nach einem vom Europaparlament angenommenen Gesetz können Patienten zukünftig den nationalen Behörden Nebenwirkungen direkt mitteilen. Neue Medikamente, die noch weiterer Überwachung bedürfen, werden mit einem schwarzen Symbol versehen. Eine entsprechende Datenbank namensEudravigilance mit allen Informationen zur Arzneimittelsicherheit wird derzeit aufgebaut.

Aids | Zweifelhafte HIV-Selbsttests

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Wer sich nicht traut, wegen eines HIV-Tests zum Hausarzt oder zum Gesundheitsamt zu gehen, den lockt das Internet mit scheinbar günstigen Heimtests. Die Anbieter versprechen, mit wenigen Schritten in wenigen Minuten ein zuverlässiges Ergebnis zu liefern. Doch von derartigen Tests sollte man tunlichst die Finger lassen. Nicht nur dass das Medizinprodukte gesetz die Abgabe der Selbsttests an Privatpersonen seit dem Jahr 2010 verbietet. Ein großes Problem ist die fehlende Beratung, vor allem wenn der Test ein falsch positives Ergebnis liefert. Davor schützt auch eine vermeintliche Testsicherheit von 99,85 Prozent nicht: Unter diesen Voraussetzungen sind bei 100.000 Tests nämlich stolze 150 falsch positive Resultate zu erwarten. Sicherheit gerantiert im Übrigen auch ein negatives Ergebnis nicht: Zum einen kann es beim Heimtest zu Anwendungsfehlern gekommen sein, zum anderen dauert es nach einer Infektion mehrere Wochen, bis ausreichend Antikörper im Blut vorhanden sind.

Medikamente | Vorsicht Sturzgefahr

Wer als älterer Mensch häufig stürzt, sollte zusammen mit seinem Arzt prüfen, ob die Stürze mit den eingenommenen Medikamenten zusammenhängen könnten. Denn die Einnahme bestimmter Arzneien hat sich als Risikofaktor für Stürze erwiesen. Darunter sind Antidepressiva, Diazepine und Neuroleptika. Diese Mittel beeinflussen das Zusammenspiel von Nerven und Muskeln, das wichtig ist, um Stürze zu verhindern. Auch Kombinationen verschiedener Wirkstoffe, die sich in ihrer Wirkung beeinflussen, erhöhen das Sturzrisiko. Als Faustformel gilt: Mehr als vier verschiedene verordnete Medikamente können problematisch sein.

Karpaltunnelsyndrom | Schiene, Spritze oder Skalpell

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Wird der durch den Karpaltunnel, einer Engstelle auf der Innenseite des Handgelenks, laufende Nerv eingeengt, kann dies nicht nur zu Taubheitsgefühlen und Kribbeln in der Hand führen, sondern auch zu Schwierigkeiten, die Hand zu bewegen und zuzufassen. Bei nur leicht ausgeprägten Beschwerden reicht es aus, nachts eine Schiene zu tragen, um die Hand ruhigzustellen. Bei stärkeren Problemen können Kortisonabkömmlinge in den betroffenen Bereich gespritzt werden, um die Entzündung zu unterdrücken. Unklar ist laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen aber der langfristige Effekt. Bei starken Schmerzen und Muskelschwund wird der Karpaltunnel operativ erweitert.

Reha | Mitsprache bei der Wahl der Klinik

Wenn Rentenversicherung oder Krankenkasse eine beantragte Reha-Maßnahme bewilligen, wählen sie die passende Klinik üblicherweise gleich mit aus – entweder weil sie diese selber betreiben oder entsprechende Verträge bestehen. In gewissen Grenzen jedoch hat der Patient ein Recht auf Mitsprache bei der Klinikauswahl. Darauf weist die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (www.upd-online.de) hin. Die Rentenversicherung habe auch die berechtigten Wünsche des Versicherten zu berücksichtigen: persönliche Lebenssituation, Alter, Geschlecht, Familie, religiöse und weltanschauliche Bedürfnisse. Ist der Versicherte mit der Auswahl der Einrichtung nicht einverstanden, kann er Widerspruch einlegen.


Foto: sxc/davidallaq

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