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Meldungen


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 12/2012 vom 30.11.2012

In Kürze

Sulfatfreie Shampoos?

Mit „frei von Sulfaten“ werben derzeit Kosmetikhersteller wie L’Oreal und Schwarzkopf & Henkel für Shampoos, die speziell für coloriertes Haar angeboten werden. Aber was steckt dahinter? Diese Shampoos sind frei von Sulfatverbindungen wie „Sodium Laureth Sulfate“. Wir kritisieren diese waschaktive Substanz schon lange, weil sie auf PEG/PEG-Derivaten basieren. Diese Stoffe können die Haut durchlässiger für FremdStoffe machen. Als Ersatz für Sulfate werden nun waschaktive Substanzen wie Zuckertenside verwendet. Das ist löblich – und würde von Verbrauchern auch deutlich besser verstanden werden als die Auslobung „frei von Sulfaten“.

Strickhilfe via Internet

Strickmode ist auch diesen Winter angesagt. Aber warum kaufen, wenn man’s auch selber machen kann? Egal ob warme Strümpfe, Mützen oder Schals: Anleitungen und Muster gibt es im Internet etwa auf der Seite www.nadelspiel. com. Wie was geht, ist dort auch in zahlreichen Videos für Anfänger erklärt.

Hast du’s schon kapiert?

„Have you cottoned on yet“ bedeutet frei übersetzt „Hast du’s schon kapiert?“. Das witzige Wortspiel ist das Motto einer aktuellen Kampagne für Bio-Baumwolle. Sie soll den Absatz von Klamotten und Co. aus Bio-Baumwolle (engl. Organic Cotton) ankurbeln. Die Argumente der Kampagne für die Öko-Faser sind: 1. Gib den Bauern die Kontrolle, nicht den Gen-Tech-Firmen. 2. Eliminiere gefährliche Pestizide, 3. Unterstütze die Bauern, ihre Familien zu ernähren. 4. Schütze kostbares Wasser. 5. Bekämpfe den Klimawandel. Anbieter von Textilien aus Öko-Fasern fi ndet man unter www.global-standard. org → Public Database und als „Country“ „Germany“ auswählen. Mehr zur Kampagne unter www.cottonedon.org

Gütesiegel: Fair Trade Ecocert

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Wer vergibt es: Die Kontrollorganisation Ecocert, die auch europäische Naturkosmetik labelt.Was bedeutet es: Fair Trade Ecocert ist ein Nachhaltigkeitssiegel, das sowohl Kosmetika, Textilien als auch Lebensmittel tragen können. Das Label garantiert einen Mindestpreis für die Erzeuger, die Vorfinanzierung der Produktion, einen festgelegten Mindestlohn für die Arbeiter und die Einhaltung der Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) wie etwa das Verbot von Kinderarbeit. Ergänzt werden diese Standards um Auflagen zum Umweltschutz. So darf die Verpackung des fertigen Produkts nicht aus umweltschädlichem PVC hergestellt sein. Bei Kosmetikprodukten setzt das Label voraus, dass sie die hohen Standards des Ecocert-Siegels für Naturkosmetik erfüllen.Bewertung: Das Siegel erfüllt die vier grundlegenden Anforderungen fairen Handels. Problematisch ist allerdings, dass auch Produkte das Label tragen dürfen, deren Anteil an fair gehandelten Rohstoffen geringer ist als 50 Prozent.

Umweltschonende Methode zur Jeansherstellung

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Textilwissenschaftler der Universität Innsbruck haben eine alternative Methode zur Behandlung von Jeanshosen entwickelt. Die Hersteller benutzen dafür bislang meistens Chemikalien wie Chlorbleichlauge und Kaliumpermanganat. Oder die gesundheitsschädliche Sandstrahltechnik, die die tödliche Lungenkrankheit Silikose verursachen kann. Den Used-Look soll nun eine Paste mit Natronlauge erzeugen. „Weil die Paste während der nachfolgenden Enzymwäsche vollständig neutralisiert wird, entstehen im Gegensatz zu üblichen Bleichvorgängen keine umweltschädlichen Stoffe“, sagt Christian Schimper, der die Methode gemeinsam mit dem Leiter des Instituts für Textilchemie und Textilphysik, Professor Thomas Bechtold, erfunden hat. Mit der Markteinführung will Schimper das umweltfreundliche Verfahren daher auch mit dem GOTS-Standard zertifizieren lassen.

Unfug des Jahres Ab zur Nachhilfe!

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Wer glaubt, dass überzeugte „Ökos“ keinen Blödsinn verzapfen können, den belehrt die Firma Taoasis eines Besseren: Seit 2005 beduftet der Bio-Aromahersteller Klassenräume in Deutschland. So stehen aktuell in mehreren Klassen einer Detmolder Schule Duftsäulen, die die Komposition „Dufte Schule“ versprühen. Das soll laut Taoasis die Aufmerksamkeit und die Konzentration der Schüler verbessern. Klar ist aber zunächst mal: Gerade in Räumen versprühte Düfte sind für viele Menschen nicht etwa konzentrationsfördernd – sondern ein Problem. Sie können Übelkeit, Kopfschmerzen und Atemwegsreizungen auslösen – und vor allem Allergien. Das Umweltbundesamt warnte deshalb schon 2004 vor der allgemeinen Beduftung öffentlicher Räume.
Dass es mit Konzentration und Disziplin in deutschen Schulen nicht immer zum Besten steht, stimmt hingegen. Aber wenn es tatsächlich so einfach wäre, Kinder mittels Düften in allzeit lernfreudige und aufmerksame Schüler zu verwandeln, dann müssten sämtliche Bildungsund Erziehungsexperten auf dieser Welt umgehend ihren Arbeitsplatz räumen.
Tun sie aber nicht. Und wohl aus gutem Grund! Da hilft es auch nicht weiter, dass Taoasis mitteilt, ihr Dufte-Schule-Projekt, das allein von 2005 bis 2009 in 30 Klassenräumen mit 800 Schülern lief, sei die „größte Aromatherapiestudie der Welt“! Warum sich ausgerechnet Bio-Hersteller Taoasis (frei übersetzt „Leben im Einklang mit der Natur“) für ein derart unsinniges und vor allem gesundheitlich bedenkliches Projekt hergibt, wissen wir nicht. Aber eines steht fest: Dafür vergeben wir eine glatte „Sechs“ – und empfehlen dringend Nachhilfe!


Foto: svort/Fotolia.com

Foto: TAOASIS GmbH

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