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Mensch und Technik beim Bremer Baumdienst


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TASPO BAUMZEITUNG - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 10.06.2022
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Bildquelle: TASPO BAUMZEITUNG, Ausgabe 3/2022

// Der große Stolz von Maximilian Salzer: sein Mercedes Unimog, liebevoll ?Biest? getauft. //

Der Bremer Baumdienst besteht bereits seit 1999 und bietet Dienstleistungen rund um Bäume an: Baumpflege, Baumfällungen und Baumgutachten, in Bremen und auch in ganz Niedersachsen. Nach dem unerwarteten Tod seines Vaters im September 2016 übernahm Maximilian Salzer den Betrieb in Oyten.Sein Motto: Mensch – Produkt – Profit. Der Mensch steht dabei an erster Stelle.Der mittlerweile28-jährige Fachagrarwirt steckte damals noch mitten im Arboristikstudium. „Ich musste mich zwischen Uni und Betrieb entscheiden. Ich habe den Betrieb gewählt“, erinnert sich Salzer. Obwohl ins kalte Wasser gewor- fen, konnte er sein Unternehmen vergrößern: „Als ich den Betrieb übernommen habe, hatten wir etwa 15 Mitarbeiter. Jetzt sind wir über 50.“ Besonders am Anfang war die Betriebsführung eine Herausforderung für ihn: „Ohne die Unterstützung durch meine Mutter, Wiebke Salzer, und mein Team wäre das alles nicht möglich ...

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... gewesen. Beiden bin ich sehr dankbar!“

Wachstum durch soziale Medien

Die vielen neuen Mitarbeiter fand er hauptsächlich durch soziale Medien: „Die haben uns wahnsinnig geholfen“, so Salzer. „Wenn wir das mit Stellenanzeigen gemacht hätten, hätte man dieses Wachstum nicht erreichen können.“ Ein Vorteil der sozialen Medien liegt laut Salzer im geringeren Streuverlust. „Wir haben auch schon Anzeigen in der Tagespresse geschaltet – darüber hatten wir jedoch kaum Bewerber, und die waren meistens nicht einmal qualifiziert“, führt Salzer aus. „Bei Social Media ist der Vorteil, dass man genau seine Zielgruppe ansprechen kann.“ Man könne zielgerichtet filtern, welchen Personenkreis man in welcher Region anspreche. Der Erfolg zeigt sich in Zahlen: „Wir haben jede Woche etwa 15 Bewerber und drei bis fünf Praktikanten, von denen viele ausgebildete Garten- und Landschaftsbauer sind.“

Gute Mitarbeiter halten

Durch diese Erfahrungen hat Maximilian Salzer ein anderes Bild des Fachkräftemangels: „Klar, gute Mitarbeiter sind schwer zu bekommen, keine Frage,“ so Salzer. „Aber auf der anderen Seite konnten wir extrem schnell wachsen. Die guten Leute gibt es also.“

Außerdem schafft er sich seine Fachkräfte auch selbst – jährlich schickt er vier bis fünf seiner Mitarbeiter in die Ausbildung zum Fachagrarwirt oder European Treeworker. Diese guten Leute muss man dann allerdings auch halten können. Maximilian Salzer schafft dies durch „radikale Kommunikation“ – alle Probleme werden direkt angesprochen und angegangen. Zusammen mit der guten Stimmung im Unternehmen konnte er erreichen, dass in den vergangenen fünf Jahren nicht ein einziger Mitarbeiter gekündigt hat.

Blick in die Zukunft

Für die Zukunft hat Maximilian Salzer einen klaren Ausblick: „Das Ziel ist, noch größer zu werden. Wir wollen auch bald einen neuen Standort eröffnen. Was mir wichtig ist, ist die Bildung und Ausbildung der Mitarbeiter zu fördern. Langfristig ist mein Ziel, ein kompaktes Unternehmen zu schaffen, wo die Mitarbeiter sich wohlfühlen, man Spaß an der Arbeit hat – aber auch einen großen Maschinenpark und viel technisches Know-how.“

Millionen für Technik vom Feinsten

Maximilian Salzer hat in den vergangenen Jahren nicht nur viele Mitarbeiter eingestellt, sondern auch technisch kräftig aufgestockt. Seitdem er das Unternehmen übernommen hat, hat er bereits vier Millionen Euro in seinen Maschinenpark investiert. Schon die reine Aufzählung an Maschinen, die ihm jetzt zur Verfügung stehen, ist beeindruckend: sieben Lkw-Hubsteiger, drei Bagger, fünf Sprinter, acht Fuso Canter, acht Holzhäcksler, ein großer und ein kleiner Radlader, zwei große Mähraupen, ein Mercedes Benz Arocs und eine Raupenarbeitsbühne sowie elf diverse Pkw gehören zu seiner Sammlung, genau wie drei Elektro-Smarts, die er auch zu Werbezwecken einsetzt (s. Foto nächste Seite).

HILFE IM AHRTAL

Hilfe für die Menschen in den vom Hochwasser 2021 betroffenen Regionen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz lag Maximilian Salzer am Herzen. „Deutlich erschreckender als in den Medien“, schildert er seine Erlebnisse.Es sei ein sehr emotionaler Einsatz gewesen. Das Unternehmen war direkt in Ahrweiler tätig und half in Gebieten, die völlig zerstört worden waren. Fünf Mitarbeiter waren eine Woche im Einsatz.Die Hilfe ging danach noch weiter.

Doch damit nicht genug: Das eigentliche Herz des Maschinenparks und Salzers größter Stolz sind zwei Maschinen, die sogar eigene Namen erhalten haben: der Merlo Fällkran „Schnappi“ und der Mercedes Benz Unimog „Biest“ (siehe Kasten unten).

Nicht nur die reine Menge an Maschinen beim Bremer Baumdienst ist überraschend, sondern auch die Modernität des Fuhrparks: „Unsere älteste Maschine ist drei Jahre alt“, so Salzer, „Wir tauschen alles regelmäßig aus, damit sind wir immer technisch auf dem neuesten Stand. Das ist auch nötig, wir haben hier fast alles im täglichen Einsatz. Unsere Häcksler beispielsweise sind da nach drei Jahren einfach durch.“

Neue Maschinen für neue Aufträge

Der moderne Maschinenpark bietet neben dem Offensichtlichen auch noch weitere Vorteile: „Meinen Mitarbeitern macht das Arbeiten mit den Geräten viel Spaß, besser geht es nicht. Außerdem ist ein einheitlich gefärbter, moderner Fuhrpark auch super für das Employer Branding“, erklärt Salzer.

Beim Kauf neuer Maschinen könne man auch mal ein Risiko eingehen, wie Salzer am Beispiel seines Fällkrans „Schnappi“ erklärt: „Ein eigener Fällkran war immer ein Wunsch meines verstorbenen Vaters.

Die Aufträge für ‚Schnappi‘ waren eigentlich noch gar nicht da, als ich den gekauft habe. Ich hatte aber im Gefühl, dass das mehr wird.“ Mittlerweile wird „Schnappi“ auch gut ausgelastet. Zwei mögliche Neuanschaffungen hat Salzer auch schon fest im Blick: „Wir planen momentan, uns einen zweiten Mercedes Arocs und einen größeren Trommelhacker zuzulegen.“

Unersetzlich: geschultes Personal

Selbst die beste Maschine kann jedoch nicht immer ein Ersatz für geschultes Personal sein: „Die Maschine wird den Menschen nie ersetzen. Es gibt einfach Bäume, die man nur klettern kann“, erklärt Henk Bodmann, Landschaftsarchitekt beim Bremer Baumdienst, „aber die Maschine macht es einfacher.“ Kürzlich hat das Unternehmen anhand eines neuen Kunden ein weiteres Aufgabenfeld für sich entdecken können:

Die Deutsche Bahn lässt einige ihrer Strecken in Norddeutschland vom Bremer Baumdienst pflegen. Dafür hat der Betrieb auch wieder technisch kräftig nachgerüstet und hofft, in Zukunft noch weitere Streckenteile der Bahn zur Pflege zu bekommen. //

GROßE AUFMERKSAMKEIT DANK „SCHNAPPI“ UND „BIEST“

Ohne „Schnappi“ und „Biest“ geht beim Bremer Baumdienst so gut wie nichts.

Nahezu täglich sind die beiden in der Baumpflege in Norddeutschland – im Dreieck Bremen, Hamburg und Hannover – im Einsatz.

Herr Salzer, verraten Sie uns doch mal, wer sich hinter Ihren Lieblingen verbirgt?

„Bei unserem Schnappi handelt es sich um einen Baumfällkran von Merlo.

Damit sind wir in der Lage, Bäume effizient, mit hoher Sicherheit und schonend für Umfeld und Baumpfleger abzutragen. Mit einer Hubhöhe von bis zu 26 Metern und einer Hubkraft von bis zu vier Tonnen können wir auch Großbäume mit erheblicher Zeitersparnis fällen. Die bis zu 70 Zentimeter starken abgesägten Kronen- und Stammteile werden kontrolliert abgelegt. So werden Schäden am Umfeld vermieden und aufwendiges Aufräumen von zu Bruch gegangenen Kronenteilen wird verhindert. Durch die kompakte Bauform können wir uns mithilfe von verschiedenen Lenkungsarten auch unter engen Verhältnissen bewegen.

Durch die effektive Arbeitsweise benötigen wir für Fällungen weniger Personal und sind auch deutlich schneller als mit der motormanuellen Technik. Fällungen dieser Art werden deutlich günstiger. Für die Arbeit benötigen wir lediglich einen geschulten Maschinisten. Niemand muss in den Baum klettern oder befindet sich anderweitig im Gefahrenbereich, was die Arbeit auch deutlich sicherer macht.“

Was steckt hinter dem Namen „Biest“? Das klingt ja etwas gefährlich. „Nein, gefährlich ist unser Biest nicht. Der Spitzname bezieht sich eher auf seine Kraft. Mit diesem Mercedes Benz Unimog U43 habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt -Unimogs fand ich schon immer richtig gut. Er ist für unsere täglichen Ansprüche sehr gut geeignet und vielfältig einsetzbar. So hat er etwa im Sommer einen Wassertank für Gießeinsätze, kann aber gleichzeitig auch als Zugmaschine für Bagger genutzt werden. Wir sind viel im Gelände unterwegs, abseits von befestigten Straßen. Ein Unimog ist hierfür perfekt geeignet, weil er geländegängig ist und trotz aller Aufbauten durch eine stabile Fahrweise überzeugt.“

Wie kam es zu der Namensgebung? „Wir wollen unser Unternehmen modern aufstellen. Da kam die Idee, den außergewöhnlicheren Maschinen Spitznamen zu geben. Es ist eine ziemlich einfache Methode, um eine hohe Aufmerksamkeit zu erzielen. Kunden oder auch Passanten merken sich diese markanten Namen ziemlich schnell. Einige sprechen uns sogar gezielt darauf an und wollen Schnappi oder Biest auf ihrem Hof sehen.“ //

– ms –