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Mensch und Umwelt


Heimwerker Praxis - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 16.08.2019

Jeder kann einen Beitrag zum Umweltschutz leisten! Und zwar ohne dabei gravierenden Verzicht zu üben. Häufi g reicht es aus, sich einfach gründlich zu informieren und die richtigen Produkte zu verwenden. Gerade Selbermacher sind hier klar im Vorteil, da sie selber entscheiden, mit welchen Materialien und Produkten sie arbeiten.


Umweltschutz selbst gemacht

Artikelbild für den Artikel "Mensch und Umwelt" aus der Ausgabe 5/2019 von Heimwerker Praxis. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Heimwerker Praxis, Ausgabe 5/2019

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... Klimawandel in vollem Gange ist. Vieles von dem, was wir jetzt erleben, haben Experten bereits vor Jahren vorausgesagt. Geändert hat sich wenig. Viele Umweltprojekte sind gescheitert, Klimaziele aufgegeben. Doch immer mehr Menschen sind der Überzeugung, dass dringend etwas getan werden muss. Nur was? Vonseiten der Politik ist hier wenig zu erwarten. Und auch wir – geben wir es zu – sind kaum bereit, unser Leben einschneidend zu verändern.

Doch einen ersten Schritt zu tun, kann einfach sein. Und er muss auch gar keinen Verzicht oder andere Einschränkungen bedeuten. Im Gegenteil, wer im privaten Umfeld anfängt, auf umweltgerechte Produkte zu achten, tut in erster Linie sich selber einen Gefallen. Gerade als Heimwerker, der in Haus und Garten vieles selber macht, kommt der Umweltschutz in erster Linie der eigenen Familie und sich selbst zugute. Das fängt damit an, für die eigenen Projekte umweltfreundliche, schadstofffreie Produkte zu verwenden. Schließlich steht man selber im Staub oder hat die Nase über dem Farbeimer. Dazu kommt, dass man meistens in seinen selbst gebauten Möbeln, in der selbst renovierten Wohnung oder im mit den eigenen Händen angelegten Garten lebt. Hier schadstofffreie, umweltfreundliche Materialien verwendet zu haben und eine saubere, gesunde Umgebung zu genießen, ist gut für die eigene Gesundheit und Lebensqualität. Wer sich bei der Auswahl und Verarbeitung von Produkten mit Aspekten wie Gesundheit, Umweltschutz und Nachhaltigkeit beschäftigt, lernt auch vieles über das Material, mit dem er arbeitet. Oft sammelt man neues Wissen, erweitert seinen Horizont und entwickelt einen neuen Bezug zu den Materialien, die man verwendet. Jeder Blick auf das eigene Werk bekommt dadurch eine neue Dimension: Das Wissen, wo die Produkte herkommen, wie sie entstanden sind, was an ihnen besonders ist, wie wertvoll sie sind. Im Zeitalter des Turbokonsums ist das eine Qualität, die immer mehr Menschen schätzen und die das Leben bereichert. Wertschätzen statt wegwerfen ist das Motto. Auch bei Werkzeugen und sonstigen Arbeitsmitteln lohnt es sich, genauer hinzugucken. Der Spruch „billig gekauft ist zweimal gekauft“ ist nicht nur unter dem fi nanziellen Aspekt relevant, sondern auch unter den Aspekten Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Denn das billige Produkt, das man schnell ersetzt, weil es kaputtgegangen ist oder den Aufgaben, die man damit erledigen will, nicht gewachsen ist, wurde auch produziert, wozu Ressourcen verbraucht wurden, wurde in vielen Fällen um die halbe Welt transportiert und belastet als Müll noch weiter die Umwelt. Da lohnt es in mehrfacher Hinsicht, bei der Anschaffung von Werkzeugen und Maschinen genau zu prüfen, ob sie die Anforderungen für den vorgesehenen Einsatzzweck erfüllen und ob es noch Reserven für künftige, vielleicht anspruchsvollere Projekte gibt.

Wer in Haus und Garten konsequent auf eine Akkufamilie setzt, kommt mit wenigen Akkus aus und schont damit die Umwelt, da nicht jedes Gerät einen eigenen Akku benötigt. Ein, zwei Akkus reichen für viele Geräte und Anwendungen


Dazu kommt, dass hochwertige Werkzeuge und Maschinen in vielen Fällen präziser sind und damit Ausschuss verringern, die Arbeit erleichtern und dem Anwender eine höhere Bediensicherheit bieten. So schützen hochwertige Werkzeuge auch vor Unfällen. Und manchmal kann es auch ein Gewinn sein, sich zurückzubesinnen und wieder auf Handwerkzeuge zurückzugreifen. Auch hier gibt es viel zu lernen, Fähigkeiten zu entwickeln und sich intensiver mit seinem Material zu beschäftigen – und letztendlich mehr Spaß am Hobby zu haben. Etwas zu machen, bei dem nicht höchste Effi zienz zählt, kann Luxus und eine wunderbare Abwechslung zum Arbeitsalltag sein.

Mal wieder zu Handwerkzeug greifen. Übt die eigenen Fähigkeiten und vermeidet Kunststoffe, Isolierungen, Elektronikbauteile …


Ein weiterer Aspekt, der sich aus der Verbindung von Heimwerken und Umweltschutz ergibt, ist, dass man selber umweltfreundlicher Technologien installieren kann. Zur Nutzung von Regenwasser im Garten ist es nur nötig, eine Regentonne aufzustellen und das Fallrohr vom Dach umzuleiten. Auch Solarenergie lässt sich leicht nutzen. Die Installation einer Photovoltaikanlage überlässt man sicher eher Profi s, doch Solarthermie zur Warmwassergewinnung ist keine Weltraumtechnik. Eine entsprechende Anlage, etwa zum Heizen eines Pools, kann man durchaus als Heimwerker installieren.

Und auch bei der Gestaltung von Balkon und Garten kann man verstärkt Umweltaspekte einfl ießen lassen. Die Verwendung torffreier Blumenerde schützt die Moore, Kompost und Gründüngung ersetzt Chemie, ein Stück wilde Wiese im Garten oder ein Insektenhotel an einer abgelegenen Stelle geben der Artenvielfalt neue Chancen. Eine dem Klimawandel angepasste Bepfl anzung spart Wasser, und dass man Holz im Garten auch natürlich schützen kann, hat sich bereits weitgehend herumgesprochen.

Man muss es nur wissen: Die meisten Blumenerden enthalten einen hohen Anteil Torf. Durch den Abbau von Torf werden Moore und damit die Lebensräume von unzähligen Pfl anzen und Tieren zerstört. Und Moore speichern doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder weltweit. Wird der Torf darin abgebaut, entweicht der zuvor gebundene Kohlenstoff als klimaschädigendes Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre. Daher tragen torffreie Erden aktiv zum Klimaschutz bei


Inwieweit sie hier vielleicht eine aufwendigere Verarbeitung oder einen höheren Preis in Kauf nehmen, ist letztendlich Ihre Entscheidung. Wir glauben, dass jeder Schritt in Richtung Umweltschutz und Nachhaltigkeit, und sei er noch so klein, ein richtiger und ein wichtiger Schritt ist. Zum einen, weil viele kleine Schritte zusammen auch einen großen Schritt ergeben, und zum anderen, weil auf einen Schritt meist auch ein zweiter folgt.

In unserer neuen Rubrik „Mensch und Umwelt“ wollen wir Ihnen hier und in den kommenden Ausgaben Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie als Heimwerker einen Beitrag für Mensch und Umwelt leisten können.

Dr. Martin Mertens

Regenwasser nutzen: Eine Regentonne fürs Blumengießen ist wirklich leicht zu installieren. Das spart Trinkwasser und freut die Pfl anzen, die das weiche Regenwasser zu schätzen wissen