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MENTALE: FITNESS


Spa Inside - epaper ⋅ Ausgabe 1/2020 vom 08.01.2020

„Mens sana in corpore sano“ – die Lateiner bringen es auf den Punkt: Ein gesunder Geist wohnt in einem gesunden Körper. Dann sind wir in Balance, geht es uns gut, sind wir fit – körperlich und im Kopf.


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Foto: 123RF, Evgeny Atamanenko

Gewichte täglich im Fitnessstudio stemmen und der Welt und sich durch Muckis beweisen, dass alles perfekt sei: Diese Zeiten sind schon lange vorbei. Stattdessen liegt der Fokus mehr und mehr auf mentaler Wellness und dem ganzheitlichen Wohlfühlen, um den stetig wachsenden Anforderungen des Alltags gerecht zu werden.
Eine Förderung der mentalen Fitness ist bereits in jungen ...

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... Jahren wichtig. Sie spielt aber vor allem auch mit zunehmendem Alter eine große Rolle. Denn wenn der Mensch älter wird, fällt es doch dem einen oder anderen schwer, zu erkennen und sich einzugestehen: ein ganzes Leben lang gleich leistungsfähig zu sein, das geht nicht. Und: Je älter wir werden, desto mehr Regeneration brauchen wir auch, weiß Diana Sicher-Fritsch, Expertin für mentale Fitness und Leiterin des Gesundheits-Zentrums im MentalSpa-Resort Fritsch am Berg (Interview Seite 70). Wer sich nicht eingestehen will, dass Körper und Geist Ruhephasen brauchen, und – im Gegenteil – noch mehr aufdreht, der kann schnell an seine Grenzen kommen – bis hin zum Burnout. Damit es gar nicht erst soweit kommt, gibt es verschiedene Methoden und Trainingstechniken, die jeder erlernen kann, so Diana Sicher-Fritsch. Sie bietet in Ihrem Hotel, das sie mit ihrem Mann in Österreich oberhalb des Bodensees führt, neben klassischen Wellnessprogrammen auch ein spezielles Gesundheitsprogramm für mentale Fitness: „Zu uns kommen ruhesuchende Erwachsene, die sich in erster Linie erholen und genießen möchten. Manche Menschen können das ganz von allein. Manche brauchen professionelle Unterstützung. Beide finden bei uns, was sie suchen. Oft kommt es gerade bei Paaren vor, dass einer das reine Wellness-Angebot genießt und der andere das Mental- oder Gesundheitsprogramm in Anspruch nimmt.“

Messbare Entspannung

Sicherlich kann jeder für sich schauen, wie er sich körperlich und geistig fit hält. Doch durch den Leistungsdruck der Gesellschaft, merkt so mancher erst (zu) spät, dass er aus der Balance ist. Dann stehen Angebote wie die im MentalSpa des Resorts Fritsch am Berg auf dem Plan.
Diana Sicher-Fritsch: „Unsere Programme haben folgende Ziele: Messbar entspannter zu werden, besser schlafen zu können, weniger Stress zu haben und Burnout zu vermeiden.“ Dabei war ihr wichtig, dass der Gast anhand von messbaren Methoden sieht, was zu tun ist.
Ein großes Thema sei zum Beispiel gesunder Schlaf. „Durch spezielle Geräte schließen wir Atemaussetzer aus, wir analysieren die nächtliche Regeneration, schauen, wo wir den Stress am Tag minimieren können, passen das Schlafverhalten individuell an, fördern die Herz-Regeneration und eliminieren sogenannte Schlaf- Störer.“
Und wer gut schläft, der hat schon einen Grundstock geschaffen für ein entspanntes und leichteres Leben – bis ins hohe Alter.

Mentale Fitness Was ist das genau?

Bei der mentalen Fitness geht es um das Zusammenspiel unterschiedlicher Funktionen, die unser Gehirn tagtäglich leistet. Die drei Stützpfeiler bilden dabei die Intelligenz, das Gedächtnis und die Kreativität. Die Förderung dieser drei geistigen Eigenschaften spielt eine große Rolle für mentale Stärke und führt letztendlich zu einem rundum erfüllten und glücklichen Leben.

NACHGEFRAGT
bei Diana Sicher-Fritsch


„Wer körperlich, emotional und mental stärker ist, ist auch belastbarer.“


Warum ist die mentale Fitness so wichtig?
Können Sie sich einen Computer ohne Software vorstellen? Ich nicht! Sicher würden ein paar Lämpchen leuchten, aber es würde wenig passieren. Der Geist und die Emotionen „beleben“ schließlich den Menschen.
Bis vor Kurzem stand stets das körperliche und emotionale Wohlbefinden im Vordergrund. Für einen guten Ausgleich und ein erfülltes Leben benötigen wir aber eben auch die geistige Fitness.

Können Sie sich einen Computer ohne Software vorstellen? Ich nicht! Sicher würden ein paar Lämpchen leuchten, aber es würde wenig passieren. Der Geist und die Emotionen „beleben“ schließlich den Menschen. Bis vor Kurzem stand stets das körperliche und emotionale Wohlbefinden im Vordergrund. Für einen guten Ausgleich und ein erfülltes Leben benötigen wir aber eben auch die geistige Fitness.
Absolut. Über den Hautleitwert können wir die Aktivität unseres Sympathikus und Parasympathikus messen. Die beiden sind Teile des vegetativen Nervensystems und sorgen für die Produktion von Hormonen und Botenstoffen. Eine hohe symphytische Aktivität sorgt zum Beispiel dafür, dass Adrenalin erzeugt wird. Das macht uns leistungsfähig.
Der Parasympathikus ist hingegen für die Entspannung zuständig. Er wird auch als „Ruhenerv“ bezeichnet und sorgt beispielsweise auch für eine Verlangsamung des Pulses und wirkt entspannend auf die Herztätigkeit.
Wie bei einem Muskel wird über diese Werte die mentale Belastbarkeit und Entspannungsfähigkeit messbar und damit leicht trainierbar. Wer seinen Sympathikus kaum mehr aktivieren kann, agiert wie jemand, der einen geschwächten Oberschenkelmuskel hat: Er wird nicht mehr adäquat agieren können. Wer wenig Einfluss auf seinen Parasympathikus hat, kann sich nur schwer entspannen. Well

Gibt es Menschen, die eher „gefährdet“ sind, sich zu überfordern?
Menschen mit sehr hohem Selbstanspruch sind gefährdeter, zu viel von sich selbst zu fordern. Das lässt sich mit einem Handy-Akku vergleichen: Wer nicht genug auflädt, hat später zu wenig Energie. Und: Jeder hat seine Leistungsgrenzen. Bei manchen entsteht Stress durch das Spannungsfeld: Belastung und Belastbarkeit. Wer mit Belastungen besser umgehen kann durch Abgrenz- oder Trenntechniken oder durch eine veränderte Sichtweise, kann diese leichter tragen. Wer körperlich, emotional und mental stärker ist, ist auch belastbarer.
Wer zu viel „im Außen“ lebt ist gefährdeter, sich selbst zu vergessen oder nicht hinzuhören. Die Ablenkung, die unser Zeitalter mit sich bringt, ist verlockend groß, um nicht auf sich selbst hören zu müssen. „Geh du vor, sagt die Seele zum Körper, weil: Mir werden sie nicht glauben“, sagt ein Sprichwort.

Der Stress nimmt mit den Jahren eher zu. Aber gibt es nicht die sogenannte Altersweisheit?
Die gibt es, wenn ich Erkenntnisse zulasse. Erstens: Ich kann nicht mein ganzes Leben lang gleich leistungsfähig sein. Zweites: Je älter ich werde, desto mehr Regeneration brauche ich. Hier wird Regeneration oft mit „Nichts tun“ verwechselt. Regenerieren bedeutet, wieder leistungsfähig zu werden. Das Herz zum Beispiel erfährt bei der „Respiratorischen Sinus-Arrhythmie“ die optimale Regeneration. Die Respiratorische Arrhythmie beschreibt die atemsynchrone Schwankung der Herzfrequenz. Bei Einatmung erhöht sich die Frequenz, bei Ausatmung sinkt sie wieder. Wenn Atmung und Herzschlag im Einklang sind, regneriert der Körper. Was esoterisch anmutet, ist ein ganz normaler Ablauf im Körper, der mit Biofeedback-Gerät gemessen und dessen Rhythmus eben auch trainiert werden kann.

Was war der Anlass, ein Programm für mentale Fitness zu entwickeln und in Ihrem Hotel anzubieten?
In meiner früheren Arbeit in der Logistikbranche habe ich erlebt, wie viele meiner Arbeitskollegen ein Burnout hatten. Das war mit ein Anlass, beruflich neue Wege zu gehen. Heute – als Lebensberaterin – arbeite ich mit Menschen an ihrer Lebensstilveränderung. Als Mental-Coach habe ich die Techniken zur Hand, um dies umsetzen zu können. Und als Unternehmensberaterin kann ich im Bereich Kommunikation und Zeitmanagement den Menschen Tipps geben.
Bei der Konzeptionierung des Programms war mir wichtig, dass die angewandten Methoden wissenschaftlich nachweisbar sind.

Sie nennen sich auch „Expertin für leichtes Leben“ – warum?
Ich weiß, wie sich gute Rahmenbedingungen schaffen lassen, in denen jemand glücklich, gelassen und gesund leben kann. Mit meinen Kunden erarbeite ich ihre alltagstauglichen Rahmenbedingungen, die sie zu einem „leichteren Leben“ führen. Und das ist oftmals nicht so schwer, wie viele denken.

Was bieten Sie Ihren Gästen?
Zum einen sind wir ein Well- nesshotel mit tollen Behandlungen im Spa, viel Genuss und aktiven Freizeitangeboten. Wir bieten aber auch Unterstützung, um positive Veränderungen im Leben zu initiieren und wieder mehr Leichtigkeit und Lebensfreude zu spüren. Und wir bieten Begleitung für ein Leben mit weniger Stress und dessen Symptomen, einem besseren Schlaf, mehr Entspannung und zur Vermeidung eines Burnouts mit alltagstauglichen Techniken.

Diana Sicher-Fritsch , leitet das MentalSpa im Hotel Fritsch am Berg und ist u. a. Mental-Coach, Expertin für Burnout-Prävention und Stress-Prophylaxe und psychologische Beraterin.


Wie erkenne ich, ob ein Mental- Fitness-Programm seriös ist?
Bei uns in Österreich ist klar geregelt, wer beraten darf. Psychotherapeuten und Psychiater arbeiten mit Kranken, die Lebensberater mit gesunden Menschen. In Deutschland und der Schweiz ist das leider nicht so klar geregelt.

Sie haben das OASE-Gesundheitsmodell entwickelt. Was steckt dahinter?
Das OASE-Gesundheitsmodell ermöglicht Gästen, schon in wenigen Tagen das Spannungsfeld zwischen Belastung und Belastbarkeit zu verringen. Das O in OASE steht für Organisation und Struktur. Hier geht es um das Erlernen eines Zeitmanagements, welches mehr Raum für mich lässt, sowie um eine klare Kommunikation. Das A steht für Achtsamkeit. Wenn ich lerne, wieder auf mich und meine Bedürfnisse zu hören, laufe ich nicht ständig Gefahr, mich zu überlasten. Dabei spielen Ernährung, Bewegung und Wohlbefinden eine Rolle.
S bedeutet Stärke. Nicht nur die Muskulatur, sondern auch der Wille oder das Herz-Kreislauf- System müssen stark sein, um die Alltagsbelastungen aushalten zu können. Dabei wird die Steigerung der Belastbarkeit im emotionalen, geistigen und körperlichen Bereich trainiert.
Und schließlich das E, was für Entspannung und Regeneration steht. Erst wenn das Gehirn „grünes Licht“ von allen Vitalfunktionen erhält, werden sich unser Körper und unser Geist wirklich entspannen und eben auch einen tiefen Schlaf finden.

Welche Techniken wenden Sie an?
Die Techniken kommen aus den Bereichen Mental-Coaching, Lebensberatung, aus der psychologischen Beratung, der Unternehmensberatung, dem medizinischen Biofeedback-Training, Systemischer Familienarbeit und Burnout- Prävention. Unsere Ziele sind, messbar entspannter zu sein, besser schlafen zu können, weniger Stress zu haben und ein Burnout zu vermeiden.

Das MentalSpa-Resort Fritsch am Berg liegt idyllisch im österreichischen Lochau mit Blick auf den Bodensee. Unter der Leitung von Diana Sicher-Fritsch etablierte sich das familiengeführte Vier-Sterne-Haus mit seinem MentalSpa zu einem viel beachteten Ort der Regeneration. www.fritschamberg.at

Tipps: für den Alltag

1Übung: Gegen den akuten Stress

Im Stress leidet die Vernetzung der Gehirnhälften und wir können Lösungen nicht mehr so gut finden.
Das zeigt sich zum Beispiel bei Blackouts oder fehlender Konzentration. Mit folgender Übung gibt man dem Gehirn wieder Entwarnung und verbessert die Vernetzung. Dabei wird die Pulsfrequenz gesenkt:
v Augen schließen, um nicht abgelenkt zu werden.
v Durch die Nase tief in den Bauch einatmen.
v Durch den leicht geöffneten Mund ganz langsam und bewusst ausatmen.

Im Akutfall mindestens 5 Minuten so atmen.
Präventiv dreimal täglich angewendet, stärkt diese Übung zusätzlich die Belastbarkeit des Herzens.

2Übung – Den Überblick be-wahren und Konzentration fördern

Die einen geraten in Stress, weil sie den Überblick verlieren, die anderen, weil sie sich nicht lange konzentrieren können. Diese Übungen helfen:

Den Überblick bewahren können
Suchen Sie im Internet oder in Zeitungen nach Irrgärten. Ein Irrgarten hat einen Eingang und einen Ausgang. Den Weg vom Eingang zum Ausgang muss man suchen. Dabei schaut man abwechselnd auf den Weg und dann wieder auf das „große Ganze“.

Sich konzentrieren lernen
Suchen Sie im Internet nach Labyrinthen. Im Unterschied zum Irrgarten haben Sie nur einen Eingang und einen festgelegten Weg, auf dem Sie bleiben müssen. Er führt Sie ins Zentrum und auf demselben Weg wieder zurück. In alten Gärten findet man oft diese meditativen Wege, bei denen man „dabeibleiben“ muss.

3Übung: Für mehr Achtsamkeit

Gerade beim Essverhalten ist Achtsamkeit wichtig. Sie zeigt uns, wenn wir auf uns hören, ob wir hungrig sind oder Langeweile kompensieren möchten, was wir wirklich essen wollen und wann wir satt sind.
v Essen Sie eine Frucht (zum Beispiel Mandarine, Trauben, usw.) und kauen Sie sie ganz langsam.
v Wo nehmen Sie welchen Geschmack wahr? (Zungenspitze, Seiten, oben, unten …)
v Wie intensiv ist der Geschmack an den verschiedenen Stellen?
v Wann haben Sie genug gegessen?