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Mentale Schleife


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mein Yoga & Soul - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 11.03.2022

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Bildquelle: mein Yoga & Soul, Ausgabe 9/2022

Eine Möglichkeit, dem Sog nicht zu erliegen,

besteht darin, sich dessen bewusst zu sein und sich bewusst dafür zu entscheiden, nicht in diese Schleife zu geraten.

Beschäftigen wir uns also mit diesem Problem. Wenn es sich um eine Reaktion handelt, bedeutet dies, dass sie eine Folge von etwas ist, das sie ausgelöst hat. Was war der Auslöser dieser Primärerfahrung, der Sie zu einer Reihe von Sekundärerfahrungen geführt hat?

Wenn wir reagieren, tun wir dies nicht aufgrund von Fakten, sondern aufgrund von Interpretationen, Urteilen und Vorurteilen, von denen einige kulturell in uns verankert sind. Wie überzeugend diese Gedanken auch sein mögen, sie werden dadurch nicht wahr.

Wie viele Ihrer Leiden beruhen auf Gedanken, auf dem, was Sie über andere oder sich selbst denken?

Manche Gedanken beruhen auf Furcht, Angst, Sorge oder Unsicherheit. Diese lösen im Körper einen biologischen Flucht- oder Kampfreflex, ...

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... vielleicht auch eine Ruhigstellung aus, wie z. B. ein Unterdrücken, Verdrehen oder Unbehagen. Diese wiederum stimulieren weitere ängstliche, zwanghafte oder furchtsame Gedanken. Das ist eine endlose Schleife.

Stellen Sie sich vor, Sie haben Angst vor einer Verabredung, vor einer Reise, vor einem Abgabetermin für einen Job, oder etwas anderem. Sie kommt daher, weil Sie die Zukunft vorwegnehmen. Dies löst Angst aus, sowohl in Ihren Gedanken als auch in Ihrem Körper, und kann sogar zu einem starken körperlichen Ausdruck, einer Somatisierung, führen.

Aus der Neurowissenschaft wissen wir, dass eine Emotion im Durchschnitt eineinhalb Minuten anhält. Wie ist es also möglich, dass sich eine so kurze Emotion in einen inneren Sturm verwandelt, in dem wir feststecken und orientierungslos werden?

Die Antwort ist eindeutig: Es sind die Gedanken! Wir haben immer wieder Gedanken, die Emotionen auslösen, die wiederum weitere Gedanken auslösen. Je öfter dies geschieht, desto mehr wird es zur Gewohnheit. Neurologisch gesehen, schaffen die Nervenverbindungen diesen Wirbel, den wir gemeinhin als Angst bezeichnen. Wenn diese Angewohnheit vorhanden ist, sind unsere Gedanken aktionsbereit, auch wenn scheinbar nichts Schlimmes vor sich geht: Wir suchen nach etwas, worüber wir uns Sorgen machen können.

LASSEN SIE SICH NICHT VON DER SCHLEIFE EIN- WICKELN!

Diese Gefahr besteht, weil wir immer noch von der negativen Sichtweise des Überlebensmechanismus, der uns vor Jahren anerzogen wurde, beeinflusst werden. Das war sehr nützlich, um mit all den physischen Bedrohungen umzugehen, denen wir ausgesetzt waren und die uns zur Wachsamkeit zwangen. Andernfalls wären wir ausgerottet worden und hätten unsere Gene nicht weitergeben können. Doch nach all den Jahren ist diese Sichtweise immer noch in uns. Wir konzentrieren uns auf das, was schief gehen könnte und rechnen viel häufiger mit dem Schlimmsten als mit dem Guten.

Wir leben in einer Kultur, in der Angst ihren Ursprung hat. Einige von uns haben nützliche Überlebensstrategien und kommen durch geeignete Techniken wie Meditation aus dieser Schleife heraus. Andere bleiben ständig darin gefangen.

Meditation des Klangs der Stille

Um sich der geistigen Realität bewusst zu werden, wird dazu geraten, die Meditation über den Klang der Stille zu praktizieren oder auf Sanskrit Nada Yoga. Nada bedeutet in Sanskrit “Klang”.

Wir neigen dazu, uns in unseren Geschichten zu verfangen. Wir überlegen zu oft, was wir hätten sagen oder tun sollen, denken an den Schaden, den wir verursacht haben oder der uns zugefügt wurde, können das Unvergessliche und das Schmerzliche nicht hinter uns lassen, und fürchten uns vor dem was andere von uns dachten oder was sie sagen werden. Diese Angewohnheit ist allen Menschen gemeinsam.

Konzentrieren Sie sich zunächst für einen Moment auf Ihre Atmung. Machen Sie sich bewusst, wie sie sich anfühlt und lassen Sie sie einfach fließen. Beobachten Sie den natürlichen Fluss und Rhythmus sowie die Empfindungen des Körpers nach der Entspannung.

Sobald Sie mit diesem Erleben verbunden sind und diese Form der Aufmerksamkeit auf den Körper richten, konzentrieren Sie sich bitte auf das Hören. Hören Sie auf die Geräusche um sich herum. Tief in dieser Geräuschkulisse hören Sie einen kontinuierlichen hochfrequenten Ton, der ohne Anfang und ohne Ende ist. Versuchen Sie, diesen Klang wahrzunehmen und Ihre Aufmerksamkeit darauf zu richten. Vermeiden Sie es, die Erfahrung zu bewerten oder darüber zu theoretisieren, was dieser Klang sein könnte. Hören Sie einfach zu. Nutzen Sie Ihren Gehörsinn, um diese zarte Vibration wahrzunehmen.

Der innere Klang dient also als Fokus. Benutzen Sie diesen Klang als Anker, um sich mit dem Augenblick zu verbinden und erlauben Sie ihm, Ihr ganzes Bewusstsein zu erfüllen.

Wenn Sie sich dieses inneren Klangs voll bewusst sind, können Sie sich von allem anderen lösen. Körperempfindungen, Umgebungsgeräusche und Gedanken rücken in den Hintergrund. Der Fokus des Interesses und der Aufmerksamkeit wird vollständig durch den inneren Klang ausgefüllt, wodurch die Ruhe aufrechterhalten wird. Der innere Klang hilft Ihnen, Ihre Aufmerksamkeit zu beherrschen, indem er sie zentriert, stabilisiert und fest in der Gegenwart verankert.

Sie können so lange in dieser Meditation bleiben, wie Sie möchten und sie beenden, wenn es für Sie angenehm ist.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie ruhig und konzentriert sind, können Sie in dieser Praxis weitergehen. Lassen Sie den Klang in den Hintergrund treten. Er wird eine Art Leinwand, auf die alle auftauchenden Ereignisse projiziert werden – mental, emotional, physisch oder klanglich.

Lassen Sie die Empfindungen fließen, von Körperempfindungen über Stimmungsschwankungen bis hin zum Fluss der Gedanken. Erlauben Sie Ihrem Herzen alles zuzulassen und ruhen Sie in diesem vollen Bewusstsein. Beobachten Sie die Strömung der Ereignisse, lassen Sie sie los und erkennen Sie die Substanzlosigkeit.

Befreien Sie sich von Ihren Eigenschaften, Ihren Erinnerungen, Ihrem Gemütszustand, Ihren Gedanken, Ihren körperlichen Beschwerden und Ihren Wünschen. Nehmen Sie wahr, wie die Bindung an Erfahrungen Spannung erzeugt und Sie dazu verleitet, zu glauben, dass Sie dieses in ein Korsett gezwängte Wesen sind, das im Strom der Stimmungen gefangen ist.

Versuchen Sie, die Gedanken als einen unaufhörlichen Strom des Geistes ohne jegliche Bewertung oder Zuordnung zu betrachten.

Bleiben Sie ein paar Augenblicke in dieser Übung. Wenn Sie bereit sind, atmen Sie tief ein.

Führen Sie die Handflächen vor der Brust zusammen, wobei die Finger nach oben zeigen und die Arme waagerecht und parallel zum Boden liegen. Sie befinden sich dann in Añjali Mudra. Halten Sie den Rücken senkrecht und die Brust offen, um die letzte Anrufung auszuführen.

Letzte Anrufung

Wählen Sie Ihr letztes Mantra. Beenden Sie die Praxis mit einer Verbeugung, ohne den Brustkorb zusammenfallen zu lassen, indem Sie nur Ihre Stirn zu den Fingern bringen. So ehren Sie die Bedeutung Ihrer letzten Anrufung und halten den Gedanken (sankalpa), den Sie für Ihre Übung festgelegt haben, in Ihrem Tag präsent.

Besinnung

„Die erste grosse Tugend bei der Suche nach dem spirituellen Weg ist der Mut.“

von Paulo Coelho