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Metal: Hellsinger


Play5 - epaper ⋅ Ausgabe 8/2020 vom 01.07.2020

Einen Ego-Shooter mit einem Rhythmus-Spiel kreuzen? Aus dieser ausgefallen Idee haben die Entwickler von The Outsiders ein eigenes Spiel entwickelt! Wir haben mal reingeschaut.


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Bildquelle: Play5, Ausgabe 8/2020

In Metal: Hellsinger ballert ihr euch durch dämonische Heerscharen, müsst dabei allerdings Taktgefühl beweisen. Eine höllisch gute Mischung?


SHOOTER Beat Aim, AUDICA, Pistol Whip - das sind die prominentesten Ergebnisse, wenn man auf Steam nach dem Stichwort Rhythmus-Shooter sucht. Diese Namen sagen euch rein gar nichts? Nun, das könnte daran liegen, dass zwei der drei Titel exklusiv VR-Headset-Besitzern vorenthalten sind. Und die ...

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... sind, trotz des Verkaufsbooms im Rahmen des Release von Half-Life Alyx, doch noch immer eine Minderheit. Vielleicht ist der Grund aber auch der, dass sich das Genre bis dato einfach noch nicht so richtig in der breiten Masse etablieren konnte.

Die Entwickler von The Outsiders wollen das nun endlich ändern. Dafür hat sich das Studio hinter dem mittlerweile eingestellten Darkborn etwas ganz Besonderes ausgedacht: In seinem neuen Spiel Metal: Hellsinger vermischt es Elemente aus Crypt of the Necrodancer mit der Action eines Doom und legt darüber den perfekten Beat zum Headbangen. Wie sich der Mix spielt, und vor allen Dingen anhört, durften wir bereits mit einer ersten Demo ausprobieren und den Machern dann im Rahmen einer knapp 30-minütigen Präsentation unsere brennendsten Fragen stellen.

Ballern zum Beat

„Wir wollen den Shooter mit dem härtesten Metal-Feeling aller Zeiten machen“, so äußern sich die Entwickler von The Outsiders im Interview über ihr neues Projekt. Das klingt zunächst einmal nach einem ziemlich ambitionierten Vorhaben. Gerade dann, wenn man bedenkt, dass mit der Bethesda- Ballerorgie Doom Eternal gerade erst im vergangenen März ein wirklich stahlharter Genrevertreter mit berechtigten Ansprüchen auf den Action-Thron erschienen ist. Doch: Das schwedische Studio rund um David Goldfarb, ehemals Game Director bei DICE und Overkill, hat eine interessante Idee, wie man dem Ziel trotzdem gerecht werden könnte.

Statt einfach nur auf eine ordentliche Ladung Blut und Blei zu setzen, will man im Vergleich zur Konkurrenz vor allem den Sound noch mehr in den Fokus rücken. Der scheppert natürlich auch in Doom Eternal beachtlich. Die Tracks von Mick Gordon laufen allerdings weitestgehend im Hintergrund. Metal: Hellsinger befördert seine treibenden Rhythmen indes zum zentralen Element, um das die restliche Spielerfahrung herum aufgebaut wird: Während ihr mit eurem Charakter in Ego-Perspektive durch diverse Level streift und ordentlich die Fetzen fliegen lasst, reicht es nicht, willkürlich dem nächstbesten Gegner eine Ladung Schrot in die Visage zu pusten. Stattdessen müsst ihr beim Schießen den Rhythmus treffen und so einen Punkte-Multiplikator in die Höhe treiben. Je mehr Taktgefühl ihr dabei beweist, desto spaßiger wird euer Spielerlebnis.

In der Demo von Metal: Hellsinger gab es bisher nur drei verschiedene Gegnertypen. Die Zahl ist in der finalen Version hoffentlich etwas höher.


Immerhin konnten wir in der Anspielversion auch einen ersten Blick auf einen der Zwischenbosse werfen. Zwischenfazit: beeindruckend, aber noch ausbaufähig.


Nicht nur beim Gameplay, auch in Sachen Leveldesign hat man sich einiges bei Doom abgeschaut. Im Vergleich zum Vorbild ist der Titel aber weniger blutig.


Eure Leistung hat nämlich auch direkte Auswirkungen auf den Soundtrack des Titels. Der besteht aus mehrschichtigen Stücken, die bei steigendem Multiplikator um je eine zusätzliche musikalische Facette erweitert werden. Startet ihr zu Levelbeginn also nur mit Schlagzeug und einem groben Gitarrenriff, entfaltet sich am Ende schließlich die volle Performance inklusive epochalem Gesang. Das klingt nicht nur geil, sondern treibt einen auch dazu an, stets sein Bestmögliches zu geben. Schließlich will man die Klänge von Metal: Hellsinger in all ihrer Fülle und Qualität genießen.

Ein dämonisches Guitar Hero

Der Shooter entwickelt so eine ähnliche Motivation wie beispielsweise Rock Band oder Guitar Hero, Titel, die die Entwickler neben Crypt of the Necrodancer offen als Inspirationsquelle nennen. Auch bei Doom haben sich The Outsiders das eine oder andere abgeschaut - vor allem beim Arcade-Modus, in dem es ebenfalls um Tempo und das Sammeln von Punkten geht. Um diesem Vorbild gerecht zu werden, muss natürlich insbesondere das Shooter-Gameplay stimmen. Glücklicherweise können die Macher hier auf einiges an Baller- Expertise zurückgreifen. David Goldfarb, Studiomitbegründer von The Outsiders, arbeitete vorher bereits an Spielen wie Battlefield Bad Company 2, Battlefield 3 oder Payday 2. Ein Fundament, auf dem sich durchaus aufbauen lässt. Vor allem was Movement, Zielmechanik und Gegnerverhalten betrifft, zog das Team aus Goldfarbs vorherigen Projekten wichtige Erkenntnisse.

Entsprechend kann sich das Gameplay von Metal: Hellsinger echt sehen lassen: Ihr rennt durch eine lineare Spielwelt, die durch magische Siegel immer wieder in kleinere Arenen aufgeteilt wird. In denen werdet ihr mit Gegnern überschüttet, denen ihr dann Stück für Stück die Lichter ausknipst. Dank eines ansehnlichen Waffenarsenals wird das nicht so schnell langweilig. Angreifende Dämonen könnt ihr mit euer Klinge zerstückeln, ihnen mit der klassischen Shotgun den Schädel wegballern oder sie mit Akimbo-Pistolen durchlöchern. Jede Waffe verfügt zudem über eine aufladbare Ultima-Attacke, die nochmal für zusätzlichen Bums sorgt. Alles in allem knallen die Gefechte echt ordentlich rein, auch weil sie dank schneller Ausweichbewegungen, markiger Sounds oder gelungenem Trefferfeedback wirklich flott und stimmig inszeniert sind.

Doom lässt grüßen

Einfach nur wild rumballern dürft ihr allerdings nicht, ein wenig „Strategie“ ist schon gefragt. Schließlich müsst ihr stets ein Auge auf Lebensenergie und Munitionsanzeige haben. Wenn die sich dem Ende nähern, kommt ein aus Doom bekannter Tick zum Einsatz: der Glorykill. Der heißt in Metal: Hellsinger „Slaughter“, funktioniert aber nach dem gleichen Prinzip. Habt ihr einen Feind betäubt, verpasst ihr ihm mit einem Druck auf die entsprechende Taste einen markigen Finisher. Daraufhin hagelt es Munition und Heilsplitter, als hättet ihr gerade eine dämonische Piñata verprügelt. Dieses Ressourcen-Management trägt zum recht knackigen Schwierigkeitsgrad des Shooters bei, unfair oder gar unspielbar war die Demo von Metal: Hellsinger aber zu keinem Zeitpunkt.

Protagonistin von Metal: Hellsinger ist „The Unknown“ - eine Halbdämonin, die gegen die Höllenfürstin aufbegehrt. Vertont wird sie allerdings nicht sein.


& Hölle, Hölle, Hölle! Metal: Hellsinger bietet das übliche Bild der feurigen, lavaüberfluteten Unterwelt. Es soll aber auch andere Umgebungen geben.


diversen Schießprügeln habt ihr im Spiel auch durchgängig einen Totenkopf dabei, der als Waffe sowie als eine Art Metronom fungiert. Bewegt ihr den Schädel zum Takt, behaltet ihr euren Multiplikator auch außerhalb der Kampfphasen. So sind selbst plötzlich auftauchende, dickere Brocken kein Problem. Neben diversem Standard-Kanonenfutter - bisher gab es mit Skelettkriegern und Co. leider nur drei Gegnertypen zu sehen - trafen wir in unserer Anspielversion nämlich auch auf einen mehrphasigen Endgegner mit Lebensleiste.

Zudem hingen fast all unsere Feinde an mysteriösen Fäden. Dadurch sah es so aus, als würden wir auf Marionetten schießen. Was es damit auf sich hat, wollten uns die Entwickler noch nicht verraten. Auch die Geschichte wurde nur grob angedeutet: Sie dreht sich um die weibliche Hauptfigur namens „The Unknown“ - ein Wesen halb Mensch, halb Dämon. Mit der begeben wir uns auf einen Rachefeldzug, um „Red Judge“, die Herrscherin der Hölle, zu entthronen. In der Folge kämpft man sich durch acht verschiedene Ebenen der „Infernal Planes“, die neben dem typischen Leveldesign rund um Lava, Feuer und mysteriöse Steinarchitektur auch mit ausgefalleneren Umgebungen wie einer Eiswelt aufwarten sollen.

Große Namen, große Töne

In unserer Demo war davon bisher noch nicht viel zu sehen. Das eine spielbare Level von Metal: Hellsinger machte optisch einen soliden Eindruck, konnte mit dem Blockbuster-Effektfeuerwerk eines Doom Eternal aber natürlich nicht mithalten. Immerhin: Zu hören bekamen wir einiges. Der Titel wartet nämlich mit einigen namhaften Synchronsprechern auf. Die Rolle von „Red Judge“ wird beispielsweise von der US-Schauspielern Jennifer Hale verkörpert, die unter anderem auch die weibliche Version von Commander Shepherd in der Mass-Effect-Trilogie vertonte. Als Erzähler konnte man sich Troy Baker sichern, der sich in der Spielebranche bereits als die englische Stimme von Booker DeWitt oder Joel aus The Last of Us einen Namen machte.

Darüber hinaus sind natürlich diverse bekannte Musiker mit an Bord. Unter anderem haben sich Matt Heafy (Trivium), Mikael Stanne (Dark Tranquillity), Alissa White-Gluz (Arch Enemy) oder Björn Strid (Soilwork) am Soundtrack für Metal: Hellsinger beteiligt. Entsprechend haut die Musikuntermalung ordentlich rein und lässt den Eindruck aufkommen, als würde man mit jedem neuen Level ein eigenes Metal-Album abspielen. Top!

Die einzig schlechte Nachricht ist da wohl nur noch der Status Quo des Spiels: Momentan befindet sich Metal: Hellsinger noch in einer recht frühen Entwicklungsphase. Die Entwickler gehen daher nicht von einem Release vor 2021 aus. Dann soll der Titel sowohl für die Playstation 4 als auch die Playstation 5 erscheinen und neben der Kampagne noch weitere Inhalte wie beispielsweise einen Challenge Mode beinhalten. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als gespannt dran zu bleiben und zu hoffen, dass The Outsiders in den kommenden Monaten weitere Infos folgen lassen.

& Innerhalb der Spielwelt findet ihr immer wieder Kristalle, auf die ihr schießen könnt. Grüne Klunker bescheren Lebensenergie, rote verursachen verheerende Explosionen.


Der Totenkopf in eurem Inventar ist nicht nur Waffe, sondern auch eine Art Metronom. Zudem wird der Schädel voraussichtlich die Geschichte erzählen.


Puppenspiel: Die Gegner in Metal: Hellsinger hängen alle an mysteriösen Fäden. Was es damit auf sich hat, wollten die Entwickler aber noch nicht verraten.


Meinung


„Ein wunderbar gelungener Genre-Mix!“


David Benke Redakteu


Wie sagt man immer so schön: Metal: Hellsinger ist das Spiel, von dem ich nicht wusste, dass ich es brauche. Nachdem ich einen Blick darauf werfen durfte, was das neue Spiel von The Outsiders zu bieten hat, kann der Release im nächsten Jahr gar nicht mehr schnell genug kommen. Der Mix aus Rhythmusspiel, Ballerorgie und brachialem Metal-Soundtrack geht einem schnell in Fleisch und Blut über, sodass einem gar nichts anderes übrigbleibt, als im Takt nickend vorm Bildschirm sitzen. Und das sogar dann, wenn mal als Kulturbanause wie ich tatsächlich mit keinem der beteiligten Musiker vertraut ist und sich erst bei den Kollegen erkundigen muss, „ob man die überhaupt kennt“.

Darauf basiert unsere Meinung:

Wir haben einer halbstündigen Präsentation gelauscht und Studiochef David Goldfarb mit Fragen gelöchert. Eine Steam-Demo gab’s auch noch.