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MG POMADEN


The Unleashed - epaper ⋅ Ausgabe 24/2019 vom 15.12.2019

ODER: ALS WINNETOU DAS FETT ENTDECKTE.


Meine Pomaden sind nun seit August dieses Jahres zertifiziert, zugelassen und dermatologisch getestet. Auch hier gab es viele Hürden, die genommen werden mussten.

Am außergewöhnlichsten sind aber das Design und die Geschichten hinter den Pomaden, hier wird nicht einfach nur eine Pomade gebraut, verkauft, sondern jede hat ihre eigene Geschichte und ihren eigenen Duft. Woher kommt die Inspiration? Warum gerade das Thema „Wild West“ und wie kommt es dabei zum Pomadenbezug?
Ich begeistere mich schon immer für die Lebensweise und die Kultur der nordamerikanischen ...

Artikelbild für den Artikel "MG POMADEN" aus der Ausgabe 24/2019 von The Unleashed. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: The Unleashed, Ausgabe 24/2019

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... Ureinwohner. Als ich über die Inhaltsstoffe meiner Pomaden nachgedacht habe, ist mir klargeworden, dass man sie eigentlich auf Öle, Fette und Wachse reduzieren kann. Plötzlich ging mir ein Licht auf. Auch die Indianer fetteten sich Haut und Haare ein. Morgens sind sie immer zum Fluss, Bach oder See gegangen, an dessen Ufer sich die Zeltdörfer befanden und haben ein Bad genommen, um sich zu waschen. Handtücher gab es nicht, also haben sie ihre Haut mit Sand abgerieben. Die nun raue Haut haben sie sich mit Bärenfett eingerieben, das die Frauen mit allerlei Kräutern versetzt hatten. Ebenso ihre Haare. So hatten sie Schutz vor der rauen Witterung, quasi wasserabweisende Haare. Im Grunde genommen ist das ja Pomade. Genau an diesem Punkt hatte das Thema gefunden! Ich wollte keine Totenköpfe mit Tolle, Skelette oder ähnliches. Ich wollte etwas komplett Neues. Und nun lag es gedanklich vor mir. Die Stories zu den einzelnen Charakteren, z.B. Tokei-Ihto, habe ich teilweise an einen Roman angelehnt oder mir einfach ausgedacht.

Kommen wir zu der Optik, jede Dose hat neben der passenden Geschichte auch ein eigenes Design. Du legst da sehr großen Wert auf Authentizität, so hat der Krieger auf der Tokei-Ihto auf der Brust die Narben des Sonnentanzes. Kannst Du uns erzählen, was es damit auf sich hat?
Wow, du hast das auf dem Bild gesehen? Tokei-Ihto ist der Hauptdarsteller der Romanreihe „Die Söhne der großen Bärin“. Und Tokei-Ihto ist durch den Sonnentanz gegangen.
Der Sonnentanz war ein sehr hartes und schmerzhaftes kultisches Ritual der Prärieindianer, das nicht selten mit dem Tod endete. Bei einer Variante wurde den Teilnehmern auf jeder Brust die Haut in ca. 2 cm Abstand senkrecht tief eingeschnitten und ein Holzpflock unter den eingeschnittenen Hautstreifen durchgesteckt. Der Pflock wurde mit einem Seil an der Spitze eines Holzpfahls, der in die Erde gerammt wurde, befestigt. Der Teilnehmer musste sich nun mit seinem ganzen Gewicht in das Seil hängen und den ganzen Tag unter heftigen Schmerzen in die Sonne blicken. Die Haut unter der der Pflock durchging war nun zum Zerreißen gespannt. Ziel war es, in einen todesähnlichen Zustand zu kommen und in Visionen, die die Geistern bzw. das „Großen Geheimnis“ schenkt, Hilfestellung für das weitere Leben zu bekommen. Es war eine Probe, durch die nur ausgewählte Männer gingen. Nach Sonnenuntergang richtete sich der Teilnehmer mit letzter Kraft auf und ließ sich in das Seil fallen. Wieder und wieder.
Solange, bis die Haut reißt und er ohne Hilfe zu Boden fällt. Der nun schwer Verletzte wurde gesundgepflegt und hatte von nun an eine besondere Stellung in seinem Stamm.

Da Tokei-Ihto ein gefürchteter Indianer war, mussten die Narben natürlich seine Brust zieren.

Eine Pomade lebt durch ihren Duft, auch da hast Du keine Kompromisse gemacht und den Duft der jeweiligen Geschichte angepasst. Schlagwärter wie: rauchig, ledrig, holzig kommen bei der Beschreibung immer wieder vor. War es Dir wichtig, die Düfte der damaligen Zeit anzupassen?
Das waren eigentlich schon ziemlich prägende Gerüche damals. Die einfachen Blockhütten waren aus Holz. Sättel der Pferde und Zeltplanen aus Leder und so gut wie alle Männer rauchten. Mir war es sehr wichtig, dass das Motiv auch zu riechen sein soll. Die Tokei-Ihto z.B. sollte nach blühender Prärie, Holz vom nahegelegenen Wald und Leder von den Zelten im Dorf duften. Also habe ich recherchiert, welche Gräser in der Prärie wachsen und wie sie duften. Dann habe ich versucht, den Duft nachzubauen. Die Düfte aller Pomaden haben eine ähnliche Grundnote, unterscheiden sich aber deutlich im Hauptduft. Ich hatte ein Bild bzw eine Szene im Kopf und habe mich hineingedacht. Diesen Duft versuchte ich dann nachzubauen. Darum sind die Düfte auch speziell und polarisieren.

Der Vertrieb läuft über den PomadeShop, wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und warum hast Du dich entschieden mit dem Shop zusammenzuarbeiten?
Das Ganze soll ja als Hobby laufen. Also neben meinem Job als Controller und neben meinem Job als Familienvater. Es entspannt mich und es macht mir unheimlich Freude, Pomade herzustellen. Diese vielen Gerüche, die dabei frei werden, faszinieren mich. Die Ruhe und die Langsamkeit, die das Pomadeherstellen erfordert, ist meine perfekte Auszeit im stressigen Alltag. Pomade herstellen ist für mich das Gegenteil von Stress. Darum möchte ich mich auf das Produzieren konzentrieren und überlasse den Verkauf lieber den Leuten, die das sehr viel besser können als ich.
Als ich Andy Kreuzer vom Pomadeshop dann die Prototypen der Pomaden und das Konzept vorgestellt habe, ging die Einigung auf eine Zusammenarbeit ganz schnell.

Hast du Pläne für weitere Pomaden bzw. Pläne, irgendwann einmal deinen Job zu kündigen und hauptberuflich Pomade herzustellen?
Momentan ist das nicht geplant, nein. Mit der jetzigen Situation bin ich sehr zufrieden. Ich habe aber schon noch zwei Pomaden mit den jeweiligen Motiven und Düften im Kopf. Doch wann und ob die kommen, kann ich heute noch nicht sagen.

Wir danken Dir und empfehle jedem, sich den MG Pomaden zu widmen – einmal ein Stammeskrieger oder ein Outlaw zu werden. Oder sich entspannt mit der Granny auf die Veranda zu setzen und eine Zitronenlimonade zu schlürfen.
Großes Lob und Respekt an einen echten Pomaden-Hersteller!