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Miez allein zu Haus


Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 07.12.2021

PSYCHOLOGIE

Artikelbild für den Artikel "Miez allein zu Haus" aus der Ausgabe 1/2022 von Geliebte Katze. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 1/2022

Katzen sind unabhängige Haustiere, die problemlos einen ganzen Bürotag alleine zu Hause bleiben. Am Abend ist es schön, gemeinsam zu kuscheln … So oder ähnlich sieht die Vorstellung des Zusammenlebens mit dem unkomplizierten Haustier Katze aus menschlicher Sicht aus. Doch wie fühlt es sich für eine Katze an, einen langen Tag alleine in der Wohnung zu sein?

Katzen können sehr unter Einsamkeit leiden

Während sich Katzen mit Freilauf jederzeit ein Unterhaltungsprogramm suchen können, können reine Wohnungskatzen gar nichts an ihrer Situation verbessern – völlig abgeschnitten von interessanten Sinnesreizen, ohne soziale Kontakte, oft auch für Stunden ohne Futter. Eine für den Menschen vergleichbare Situation wäre Hausarrest, aber ohne Zugang zu Fernsehen, Radio, Internet, Telefon oder Lesestoff. Und das nicht nur für einen Tag, sondern so gut wie ein ganzes Leben.

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... manchmal die Idee, eine oder auch zwei Katzen über das Wochenende mit einem großen Napf Trockenfutter und Wasser sich selbst zu überlassen. Manchmal sieht es so aus, als würde es den Katzen keine großen Probleme verursachen, wenn sie auf Goldfisch- oder Zimmerpflanzenniveau degradiert werden. Doch auch Katzen können mitunter erheblich unter Einsamkeit leiden. Meistens sind sie dabei aber leise oder ihre Symptome werden missverstanden. Die Kontaktrufe einsamer Katzen sind im Gegensatz zu jaulenden und heulenden Hunden für Nachbarn nur selten ein Problem. Besteht der Verdacht auf trennungsbedingte Probleme kann eine Videoüberwachung bei der Diagnose sehr hilfreich sein.

Das zweite häufige Symptom trennungsbedingter Störungen ist Unsauberkeit. Diese wird nur allzu oft als Protest missinterpretiert und der Katze die Schuld angelastet. Und klar ist, dass viele dieser Katzen emotional belastet sind – aber nicht im Sinne eines Protests, der ihnen ohnehin nichts bringt. Das Alleinsein wirkt sich als chronischer Stress aus und die Katze wird weniger flexibel und anfälliger für Krankheiten. Blasenentzündungen können auch durch Stress verursacht werden, und für besonders menschenbezogene Katzen kann die Trennung über Stunden Auslöser sein. Passen die Bedingungen auf der Katzentoilette ebenfalls nicht perfekt, nimmt das Drama seinen Lauf.

Unsauberkeit ist kein bewusster Protest

Die Katze wird unsauber – und was auf den ersten Blick wie Protest aussehen kann, ist in Wirklichkeit ein psychosomatisches Problem in Kombination mit einem suboptimalen Katzenklo-Management.

Doch nicht alle Katzen sind gleichermaßen anfällig für trennungsbedingte Probleme. Die meisten finden sich früher oder später mit ihrem langweiligen Dasein ab und werden zu Schlafkatzen. Im schlimmsten Fall zu übergewichtigen Schlafkatzen: brain dead fat cat. Ohne Stimulation lichen Kontakt. Wenn absehbar ist, dass die Katze viel allein sein wird, ist es eine gute Idee, von vornherein ein passendes Paar zu suchen.

In den Zeiten von Home-Office haben viele Menschen festgestellt, wie sehr ihre Katzen an ihnen hängen. Alle paar Stunden kommen sie vorbei und holen sich Streicheleinheiten oder fragen um einen Snack. Und genau hier sind die Lösungsansätze für Katzen, die aufgrund von Berufstätigkeit allein bleiben müssen: alle paar Stunden einen Snack naschen und kurze Einheiten von Quality Time mit ihrem Menschen.

Mit Foodpuzzles haben Katzen die Möglichkeit, sich sinnvoll zu beschäftigen: Fressen ist wichtig und mit verbringen sie die meiste Zeit mit Dösen und Schlafen, außer dem Weg zum Futternapf gibt es ohnehin nichts zu tun. Sie werden erst munter, wenn sie abends den Schlüssel in der Tür hören. Manche Katzen warten sogar schon an der Tür, dass endlich wieder Leben in die Bude kommt.

Eine zweite Katze ersetzt nicht den Menschen

Nun beginnt die Zeit, in der sie endlich Kontakt und Ansprache haben. Je nach Temperament wollen sie mitten im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen oder sind durch den Wechsel von Stille zu Action überlastet und brauchen Anlaufzeit, bis sie Kontakt suchen. Völlig inakzeptabel wäre es, die Katze nach einem kurzen Abendessen wegen eines Kinobesuchs oder einer Party wieder allein zu lassen und nachts aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Gerade das ist die Zeit, in der viele allein gebliebene Wohnungskatzen aufblühen.

Endlich ist ihr Mensch da! Da sie ja den ganzen Tag geschlafen haben, sind sie jetzt offen für Spiel und Spaß. Mit kreativen Ideen versuchen sie, die Nachtruhe zu stören und Aufmerksamkeit zu erlangen.

Sind sie zu lästig, werden sie aus dem Schlafzimmer ausgesperrt und als Problemfall betrachtet.

Leider taucht an diesem Punkt sehr oft die Idee auf, die Zeiten des Alleinseins durch eine zweite Katze zu erleichtern. Doch der menschliche Kontakt lässt sich nicht durch eine andere Katze wegrationalisieren.

Selbst wenn die Katzen optimal zusammenpassen, bleibt die Verantwortung, nach der Arbeit nunmehr zwei Katzen zu beschäftigen. Interaktive Jagdspiele können nur in Ausnahmefällen gemeinsam Spaß machen, denn Katzen sind Einzeljäger. Sie wollen sich allein und ohne Störung auf ihr Jagdspiel konzentrieren. Eine Partnerkatze ist grundsätzlich sinnvoll, aber ersetzt nicht den mensch- ein bisschen Fummelei wird es zum Zeitvertreib, ohne im Übergewicht zu enden. Damit reduziert sich der Stress durch lange Hungerphasen tagsüber.

In den Zeiten zu Hause bekommt die Katze ihre persönlichen Zeiten mit uneingeschränkter Aufmerksamkeit.

Schon ein paar Minuten Clickertraining oder andere Aktivitäten, die die Katze liebt, können einen erheblichen Unterschied in der Lebensqualität machen. Die meisten Katzen versuchen, sich Aufmerksamkeit auf die eine oder andere Art zu holen. Wie viel schöner wäre es, ihnen freiwillig Aufmerksamkeit zu schenken, wenn sie den ganzen Tag auf uns gewartet haben!