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MINDFUL SEX: Jetzt mal schön achtsam


Jolie - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 06.03.2020

Der Mind ist full? Keine gute Voraussetzung für eine heiße Nacht. Wir haben jetzt Mindful Sex. Ohne Druck und mit Aha-Effekt. Oh ja!


Jolie loves

Artikelbild für den Artikel "MINDFUL SEX: Jetzt mal schön achtsam" aus der Ausgabe 4/2020 von Jolie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Jolie, Ausgabe 4/2020

Mit allen Sinnen genießen, den eigenen Körper und den des Partners kennenlernen – darum geht’s jetzt im Bett


EREKTION, PENETRATION, ORGASMUS – FERTIG. Ugh … Das klingt weniger nach prickelnder Erotik. Eher nach Sex-Routine. Nein, nein – nicht, dass wir uns falsch verstehen. Das kann natürlich auch sehr aufregend sein. Und Fakt ist: Manchmal fehlt einfach die Zeit für ganz viel, ja, Zeit zu zweit. Aber vielleicht sollten wir gelegentlich die Yogastunde am ...

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EREKTION, PENETRATION, ORGASMUS – FERTIG. Ugh … Das klingt weniger nach prickelnder Erotik. Eher nach Sex-Routine. Nein, nein – nicht, dass wir uns falsch verstehen. Das kann natürlich auch sehr aufregend sein. Und Fakt ist: Manchmal fehlt einfach die Zeit für ganz viel, ja, Zeit zu zweit. Aber vielleicht sollten wir gelegentlich die Yogastunde am Wochenende mal sausen lassen und uns in Matratzen-Meditation üben. „Mindful Sex“ nennen Experten einen DER Sextrends dieses Jahres und feiern Achtsamkeit jetzt auch zwischen den Laken.

RAUS AUS DER ROUTINE

„Wir sind müde, funktionieren zu müssen oder uns nach bestimmten fremdgesteuerten Idealvorstellungen von Sex zu verhalten“, erklärt Sexologin und Autorin Susanna-Sitari Rescio (ihr neues Buch, „Sinnliche Intimität“, erscheint am 16.3.). Damit wir uns nicht falsch verstehen: Mindful Sex heißt nicht zwingend Slow Sex. Es gibt keine Regeln, kein Richtig oder Falsch. Die Expertin gegenüber JOLIE: „Es ist wichtig, weg vom EPO-Muster (Erektion-Penetration-Orgasmus-Muster) zu kommen, nicht zu sagen, es geht jetzt nur langsam oder ohne Orgasmus oder ohne Erektion …“ Stattdessen richten wir unsere ganze Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper und – selbstverständlich – auf den des Partners. Ganz ohne Druck, eine gute Performance hinlegen zu müssen. Und ohne Zwang, einen fulminanten Höhepunkt zu erreichen. Susanna-Sitari Rescio: „Vielleicht ist heute nur ein bisschen Streicheln ohne große Erregung angesagt. Oder nur Oralsex in eine Richtung. Oder Geschlechtsverkehr mal ohne Orgasmus für beide … Achtsamer Sex ist der Sex, der gerade dran ist.“

REIN IN DIE MEDITATION

Zugegeben: Es ist gar nicht so einfach, nicht an den nächsten Termin zu denken oder in Gedanken die To-do-Liste abzuarbeiten. Aber: Mindful heißt eben genau nicht „mind full“. Nur wo finden wir diesen Ausschalter für unser Hirn? Na, denken wir doch einfach mal an die letzte Yoga-Session. Während wir uns vollkommen auf die Bewegungen und die Atmung konzentrieren, wird unser Kopf automatisch ganz leer. Spätestens nach der Entspannungsübung am Ende fühlen wir uns total bei uns. Ähnlich funktioniert es auch beim achtsamen Sex. „Die klassische Meditation, in der man den Atem beobachtet und sich über den Atem zentriert, ist eine ideale Anfangsübung“, rät Susanna-Sitari Rescio. Der Vorteil? „In der Meditation lernen wir, die Dinge, die in und um uns herum passieren, wertfrei und liebevoll anzunehmen, ohne diese ständig beurteilen zu wollen: ‚Ich habe wenig Lust, Du hast keinen Orgasmus, die Erektion ist weggegangen … Ok, it’s like this. Es ist kein Weltuntergang.‘“

JETZT ABER AB INS BETT

Okay, der Kopf ist leer. Und nun? Mindful Sex ist keine Technik, für die wir bestimmtes Equipment brauchen (bye-bye, Handschellen und Mr.-Grey-Utensilien). Der wohl wichtigste Faktor für absolute Anfänger ist Zeit. Denn egal ob vor, während oder nach dem Akt – in jeder Phase gilt es, den ganzen (!) Körper zu erkunden – ja, wirklich von Kopf bis Fuß. Susanna-Sitari Rescio: „Es geht darum, das Gesamtpotenzial zu entdecken, es geht um Berührung im weitesten Sinne des Wortes, um sinnliche Berührungen am ganzen Körper, die unter die Haut gehen.“ Zack, und schon ploppt schon da dieser Gedanke auf: Steht ER denn auch darauf? STOPP! Diese Frage sollte eigentlich tabu sein. Und übrigens belegt eine aktuelle Studie des Datingportals secret.de: 40 Prozent der Deutschen legen großen Wert auf ein zärtliches Vorspiel.
Interessanterweise ist es den Jungs mit 43 Prozent sogar wichtiger als den Frauen (36 Prozent). Ein weiteres Ergebnis der Befragung ist, dass mehr Männer (37 Prozent) auf zärtlichen Sex stehen als Girls (30 Prozent). Aber das nur by the way.

GUT, BESSER, MINDFUL

Mal ehrlich – ob im Job, in der Freizeit oder bei der Ernährung: In nahezu allen Lebenslagen ist Achtsamkeit ein Thema. Warum also nicht auch, wenn es intim wird? „Mindful Sex verbessert das Sexualleben enorm“, bestätigt Susanna-Sitari Rescio. Ihre Erfahrung aus der Praxis: „Meine Klient*innen fühlen sich erleichtert, wenn sie mitbekommen, dass es nicht notwendig ist, immer bis zum ‚Ende‘ zu kommen, um befriedigenden und erfüllenden Sex zu haben.“ Das klingt doch mal – ohhh – sehr entspannend.

50%

DER MÄNNER MÖGEN ACHTSAMKEIT BEIM SEX

Umfrage von secret.de/GfK unter 1 000 Deutschen zwischen 18 und 74 Jahren


FOTOS: GETTY IMAGES