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MINERALWASSER FÜR SÄUGLINGSNAHRUNG GEEIGNET: VERWÄSSERT


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 8/2017 vom 27.07.2017
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Bildquelle: ÖKO-TEST Magazin, Ausgabe 8/2017

Viele Eltern denken wohl so: „Wir trinken doch auch Mineralwasser, warum sollen wir unserem Baby dann Leitungswasser geben?“ Also greifen sie zu stillem Mineralwasser, um Muttermilchersatz anzu- riihren und Babybreie zuzubereiten. Aus gesundheitlicher Sicht ist es nicht notig, die teuren Flaschen zu kaufen. Denn die Grenzwerte fur Leitungswasser halt Professor Berth old Koletzko, einer der fiihrenden Experten fur Kinderheilkunde, fur vollko rumen ausreichend, um damit Babynahrung anzuriihren. Nur wenn etwa der gesetzliche Nitrathochstwert von 50 Milligramm pro Liter iiberschritten werde, sollen Eltern - ...

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Viele Eltern denken wohl so: „Wir trinken doch auch Mineralwasser, warum sollen wir unserem Baby dann Leitungswasser geben?“ Also greifen sie zu stillem Mineralwasser, um Muttermilchersatz anzu- riihren und Babybreie zuzubereiten. Aus gesundheitlicher Sicht ist es nicht notig, die teuren Flaschen zu kaufen. Denn die Grenzwerte fur Leitungswasser halt Professor Berth old Koletzko, einer der fiihrenden Experten fur Kinderheilkunde, fur vollko rumen ausreichend, um damit Babynahrung anzuriihren. Nur wenn etwa der gesetzliche Nitrathochstwert von 50 Milligramm pro Liter iiberschritten werde, sollen Eltern - „vorsorglich“, wie die Deutsche Gesell- schaft fur Kinder- und Jugendmedizin schreibt - auf das spezielle Mineralwasser zur Zubereitung von Sauglingsnahrung zu- riickgreifen. Denn aus Nitrat kann Nitrit entstehen - und zwar sowohl in der Baby- speise selbst als auch im Verdauungstrakt des Sauglings. In der Folge kann es zur sogenannten Blausucht kommen: Der klei- ne Korper wird liber das Blut nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Grund zur Sorge vor zu hohen Nitratwerten im Leitungswasser besteht allerdings nicht. Ist das Grundwasser zu stark verunreinigt, miissen die Wasserversorger das Trinkwasser auf- bereiten und fur die Einhaltung der Gren- zwerte sorgen. Ein Blickaufveroffentlichte Messwerte von 25 kommunalen Versorgern zwischen Greifswald und Lorrach zeigt: Es ist alles im griinen Bereich.
Es sei sehr unwahrscheinlich, dass der Grenzwert im Trinkwasser iiberschrit- ten wird, sagt Astrid Hackenesch-Rump von den Berliner Wasserbetrieben, dem gro Eten konzernunabhangigen Wasserversorger in Deutschland. Die Qualitat sei flachendeckend hoch. Sollte doch einmal etwas schiefgehen, schlage das zustandige Wasserwerk Alarm. Dazu sind die Wasserversorger aber auch gesetzlich verpflichtet. Anders als Trinkwasser diirfen die Produzenten natürliches Mineralwasser kaum behandeln. Es wird immer aus natürlichen oder künstlich erschlossenen Quellen gewonnen und direkt am Quellort in Flaschen gefüllt. Letztlich ist Mineralwasser Regenwasser, das über lange Zeit durch kleine Risse und Spalten im Erdboden in die Tiefe gesickert ist und das verschiedene Gesteinsschichten und Mikroorganismen dabei gereinigt und mit Mineralstoffen angereichert haben. Seine Qualität regelt die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung. Danach muss natürliches Mineralwasser „von ursprünglicher Reinheit“ sein und „Mineralien, Spurenelemente oder sonstige für die Ernährung zuträgliche Bestandteile enthalten“. Außerdem dürfen es Anbieter nur dann verkaufen, wenn es amtlich geprüft und anerkannt ist. Mineralwasser, das zur Zubereitung von Säuglingsnahrung ausgelobt ist, muss dabei besonders strenge Grenzwerte einhalten.

„Urspriing1ich rein“ soil Mlneralwasser seln. Das schreibt auch der Gesetzgeber vor. Was das aber letztlich ganz genau bedeutet, dariiber scheiden sich die Geister. OKO-TEST bewertet daher nach den strengsten geltenden Regeln - und manchmal sogar noch strenger.


Foto: swissmediavision/i Stock

Mineralwasser braucht als einziges Lebensmittel eine amtliche Zulassung. Wasser für Säuglingsnahrung muss zusätzlich weitere, strenge Grenzwerte einhalten.

OKO-TEST

„Ich empfehle jungen Eltern im Freundeskreis ganz klar Leitungswasser für Säuglingsnahrung. Es ist aber gut zu wissen, dass es für Ausnahmen auch sehr gutes regionales, in Mehrwegflaschen verpackets Mineralwasser gibt.“

Stephan Kümmel , OKO-TEST-Redakteur


Foto: Anja Wagele

Mit der „Reinheit“ ist das allerdings so eine Sache. „Natürliches Mineralwasser“ muss nicht gänzlich rein sein – solange der Verbraucher keinen Schaden nimmt. Das hat der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg im Juni 2013 entschieden. Ein Sprudel darf demnach Abbauprodukte von Pestiziden enthalten. Damit kassierten die Richter eine Entscheidung des Landes Baden-Württemberg, das fünf Mineralquellen schließen wollte. Grund: Abbauprodukte von Spritzgiften – sogenannten Pestizidmetaboliten – im Mineralwasser. Der Verwaltungsgerichtshof urteilte anders: Der Orientierungswert von 0,05 Mikrogramm pro Liter dürfe nur für die Ursprungssubstanzen – nicht für deren Metaboliten – herangezogen werden. Die Lebensmittelüberwachung in Baden-Württemberg musste sich widerwillig fügen. ÖKO-TEST ist in dieser Hinsicht strenger. Wer Mineralwasser für teues Geld kauft, das die Firmen als „natürlich rein“ bewerben, und es seinem Baby geben möchte, der darf hohe Erwartungen haben. Wir haben 21 Wässer in die Labore geschickt und nach strengen Kriterien prüfen lassen.

ÖKO- TEST RÄT

► Sie können unter elf „sehr guten“ Mineralwässern wählen. Ob aus der Flasche oder der Leitung: Säuglingsnahrung nicht mit Wasser anrühren, das heißer als 70 Grad ist. Das kann den Nährstoffgehalt verändern.
► Babykost ist nicht steril. Da sich Keime bei Raumtemperatur stark vermehren könnten, sollten zwischen dem Anrühren und dem Füttern von Muttermilchersatz nicht mehr als zwei Stunden liegen.
► Bei der Zubereitung auf Hygiene achten: Waschen Sie sich vorher gründlich die Hände und verarbeiten Sie nicht gleichzeitig rohe Lebensmittel wie Fleisch.

DAS TESTERGEBNIS

Rein bis reingefallen. Fast drei Viertel der von uns getesteten Wässer sind für Säuglingsnahrung bestens geeignet. Immerhin mehr als die Hälft e schneidet mit „sehr gut“ ab. Bei sechs getesteten stillen Mineralwässern ziehen wir Punkte ab, da uns der Inhalt nicht überzeugt. Der Grund dafür: Pestizidmetaboliten, Schwer- und Halbmetall, Keime sowie Radionuklide im Wasser.
Ursprünglich ein Pestizid. Natürliches Mineralwasser soll von „ursprünglicher Reinheit“ sein. Aus unserer Sicht ist das beim 1000 Wasser Naturelle nicht der Fall. Wir haben den Pestizidabbaustoff Metazachlor-Ethansulfonsäure gefunden. Die gemessene Menge im 1000 Wasser übersteigt den Orientierungswert in der entsprechenden Verwaltungsvorschrift zur Zulassung von Mineralbrunnen. Der Stoff ist zwar als „nicht relevant“ eingestuft und der gemessene Wert ist gesundheitlich nicht bedenklich. Trotzdem werten wir das stille Wasser ab. Schließlich wirbt der Anbieter von 1000 Wasser mit seiner Natürlichkeit.
Erhöhte Strahlendosis. Für das Mont Roucous Ohne Kohlensäure hat das beauft ragte Labor aus den gemessenen Werten eine jährliche Strahlendosis errechnet, der ein Säugling unserer Ansicht nach nicht ausgesetzt sein sollte. Wir werten nach den im Vergleich zur Mineralwasserverordnung strengeren Referenzwerten für Leitungswasser ab (siehe Kasten Seite 60).
Elementar. Entgegen früherer Tests haben wir nur wenige bedenkliche Elemente gefunden. Zweimal – im Celtic Naturell und im Volvic – fand das beauft ragte Labor Arsen. Das Halbmetall kann bereits in geringen Dosen Haut-, Lungen- und Harnwegstumore auslösen. Im Evian, wie Volvic eine Marke des Danone-Konzerns, steckt Uran. Der Stoff kann insbesondere bei Kindern zu Nieren-, Lungenund Leberschäden führen. Alle drei Wässer halten zwar die Grenzwerte ein, die für zur Herstellung von Säuglingsnahrung geeignetes Wasser gelten. Wir werten aber schon ab, wenn die gemessenen Gehalte mehr als die Hälfte der Grenzwerte betragen.

Foto: Zone Creative/ i Stock

Erhöhte Keimzahl. Bei der Abfüllung muss Mineralwasser nahezu keimfrei sein. Mit der Zeit aber können sich Keime im Wasser vermehren. Das ist bei „normalem“ erlaubt, nicht aber bei Mineralwasser für Säuglingsnahrung. Bis zum Verkauf müssen diese Wässer strenge Grenzwerte einhalten. Das schafft das Hornberger Lebensquell Naturelle nicht.
Wunsch und Wirklichkeit. Um als Mineralwasser auch zur Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet zu sein, muss die Mineralisierung besonderen Anforderungen standhalten. Das schaffen alle Wässer im Test. Beim Überprüfen der aufgedruckten Mineraliengehalte auf den Etiketten fanden wir aber teils deutliche Abweichungen. Das werten wir unter Weitere Mängel ab. Eine Beeinträchtigung der Wasserqualität bedeutet das nicht.
Bei der Verpackung nichts Neues. Das neue Verpackungsgesetz bleibt ein zahnloser Tiger. Einwegabfüller haben keinerlei Sanktionen zu befürchten, wenn sie ihre Getränke in Wegwerfflaschen verkaufen. Dabei sind Glas-Mehrwegflaschen und PET-Mehrwegflaschen wesentlich umweltfreudlicher. PET-Einweg, PET-Cycle und Glas-Einweg werten wir daher unter den Weiteren Mängel ab.
Bio, bio, bio. Drei der getesteten Wässer loben eine besondere Bio-Qualität aus. Christinen Carat Naturelle und Landpark Bio-Quelle Naturell gehören zum Dachverband Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser. Elisabethen Quelle Pur wirbt mit dem Bio-Label des Prüflabors SGS-Institut Fresenius. Alle drei halten bezüglich der von uns untersuchten Parametern ihre selbstauferlegten Grenzwerte ein. Diese sind teilweise strenger als die Vorgaben des Gesetzgebers.

RADIONUKLIDE UND STRAHLENDER ZERFALL

Mineralwasser kann Stoffe enthalten, die radioaktive Strahlung abgeben. Die Strahlenbelastung der Mineralwasser ist jedoch sehr niedrig und zum gro Sten Teil unbedenklich, de- ren Berechnung ist aber nicht ganz einfach. ImMont Roucous entdeckte das beauftragte Labor Blei-210 und Polonium-210. Diese Werte gelten allerdings nurzum Untersuchungs- zeitpunkt. Ware direkt nach Abfullung untersucht worden, hatte das Labor beide Elemente mit niedrigeren Akti- vitatenkonzentrationen und zusatzlich wohl Radon-222 im Wasser nach- gewiesen. Aus Radon (Halbwertzeit 3,82Tage) bildetsich Blei-210 (22,3 Jahre), aus dem wiederum Polonium-210 (138 Tage) entsteht. Nach der Mineral- und Tafelwasserverord- nungwird nur die Strahlenbelastung von Radium-226 und Radium-228 uberpruft. OKO-TEST lasst aber ge- ma E der Trinkwasserkriterien analy- sieren, die auf Uran-238, Uran-234, Radium-226, Radium-228, Blei-210 und Polonium-210 fu Sen. Aus ihnen lasst sich der Parameterwert fur die Richtdosis eines Erwachsenen er- rechnen. Diesen haltMont Roucous zum Testzeitpunkt knapp ein. Rech- net man aber nach den Vorgaben der Trinkwasserverordnung die Dosis fur Sauglinge aus, uberschreitet das franzosische Wasser den Parameterwert deutlich.

SO REAGIERTEN DIE HERSTELLER

Hornberger Lebensquell kann sich die erhöhten Gesamtkeimzahlen nicht erklären. Das Unternehmen lieferte uns Messwerte aus seinen Prozesskontrollen, die eine einwandfreie hygienische Qualität der Ware bescheinigen. Das ist nicht verwunderlich, weil die abgefüllte Charge groß ist, nicht jede Flasche betroffen sein muss und die Untersuchung direkt nach Abfüllung erfolgte. Zu den erhöhten Keimzahlen kann es auch im Handel gekommen sein, beispielsweise durch schlechte Lagerung oder unsachgemäßen Transport.

SO HABEN WIR GETESTET

Foto: imago/Waldmüller

Der Einkauf
21 kohlensaurefreie Mineralwasserspeziell geeignetzur Zubereitungvon Sauglingsnahrung haben wir quer durch die Republik eingekauft. Gezahlt haben wir von 13 Cent pro Liter fur das Discountwasser bis 1,29 Euro fur den Liter Wasser des Sozialprojekts Viva con Agua, mitdem die Trinkwasserversorgung in Entwicklungslandern verbessert werden soil.

Die Inhaltsstoffe
Die Grenzwerte fur Mineral wasser, die zur Zubereitung von Babynahrung geeignet sind - insbesondere mit Blick auf die Keimbelastung -, sind strenger als die Regeln fur „normales“ Mineralwasser. Entsprechend genau haben wir hingesehen. Wasser neigt dazu, Stoffe aus seiner Umgebungzu losen - etwa aus dem Gestein, das es durchflie Et. Mineralien machen das Wasser besonders. Andere Stoffe, wie Schwermetalle, Radionuklide oder Pestizide und deren Abbauprodukte - sind dagegen unerwunscht und zum Teil gesundheitsschadlich.

Die Weiteren Mangel
Die meisten verkauften Flaschen werden nur einmal verwendet; die Mehrwegquote sinkt seit Jahren. Auch die Transportwege, meist per Lastwagen, sind lang. Also haben wir genau geschaut, worin die Wasser angeboten werden. In den verwendeten Verpackungen sollten dann naturlich auch keine bedenklichen Materialien stecken. Schlie Slich haben wir kont- rolliert, ob die angegebenen Mineralienwerte mit den im Labor getesteten iibereinstimmen.

Die Bewertung
Was ist „naturliche Reinheit”? Wir nehmen die Mineral- und Tafelwasser-Verordnung beim Wort und wollen, dass rein auch rein hei Et. Daher orientieren wir uns im Sinne des vor- beugenden Verbraucherschutzes an den strengsten bestehenden Regelungen. Gerade bei der Strahlenbelastung sind wir sehr streng - schlie Slich geht es um Sauglingsnahrung.

Fett gedruckt sind Mangel.
Glossar: Erlauterungen zu den untersuchten Parametern finden Sie auf Seite 142.
Anmerkungen: 1) Weiterer Mangel: PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Deckeldichtung.2 ) Weiterer Mangel: Der Sulfatwert liegt gemessen 25 Prozent niedriger als auf dem Etikett angegeben.3 ) Weiterer Mangel: Der Hydrogencar- bonatwert liegt gemessen 81 Prozent hoher als auf dem Etikett angegeben.4 ) Weiterer Mangel: Der Hydrogencarbonatwert liegt gemessen 33 Prozent hoher als auf dem Etikett angegeben.5 ) Weiterer Mangel: Der Hydrogencarbonatwert liegt gemessen 55 Prozent hoher als auf dem Etikett angegeben. 6) Laut Anbieterwaren im Rahmen der mikrobiologischen Kontrolle in chargengleichen Produkten keine erhohten Keimzahlen nachweisbar.7 ) Das Produkt ist von der „Qualitatsgemeinschaft Bio-Mineralwasser“ als Bio-Mineralwasser ausgewiesen. 8) Das Produkt ist von SGS Institut Fresenius als „Premiummineralwasser in Bio-Qualitaf ausgewiesen.9 ) Der Anbieter legte OKO-TEST ein eigenes Gutachten zum Pestizid-Metaboliten vor. Das darin getestete Wasser ist aber nicht chargengleich zur von uns untersuchten Probe. Im Anbietergutachten weist der Metabolit-Wert eine geringere Konzentration als in den Ergebnissen des von uns beauftragten Labors auf. Er liegt aber ebenfalls uber unserer seit Jahren bei Mineralwasser angewendeten Abwertungsgrenze von 0,05 Mg/I.
Legende: Produkte mit gleichem Gesamturteil sind in alphabetischer Reihen- folge aufgefiihrt. Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe fuhren zur Abwertung um jeweils vier Noten: a) ein Gehalt an einem Pestizidmetaboliten uber dem in der Allgemeinen Verwaltungsvorschriftfurdie Anerkennungund Nutzungsgenehmigung von naturlichem Mineralwasser geregelten Orientierungswert von 0,05 Mg/I; b) Gesamtrichtdosis uber dem fur Trinkwasserfestgelegten Hochstwert von 0,lm Sv/ Jahr, bezogen auf einen Saugling unter einem Jahr (Berechnung unter Einbezie- hung weiterer Radionuklide; in der Tabelle „erhoht“). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten fuhren: a) ein Arsengehalt von mehr als 2,5 bis 5 Mg/I (mehr als 50 Prozent der laut Mineral- und Tafelwasserverordnungzulassigen Hochstmenge); b) ein Urangehaltvon mehr als 1 bis 2 Mg/I (mehr als 50 Prozent der laut Mineral-und Tafelwasserverordnungzulassigen Hochstmenge); c) eine Koloniezahl von mehr als 100 KBE/ml, ermittelt bei 20 °C und/oder von mehr als 20 KBE/ml ermittelt bei 37°C. Unter dem Testergebnis Weitere Mangel fuhrt zur Abwertung um zwei Noten: die Abfullung in PET-Einweg, PET-Cycle- oder Glas-Einweg-Flaschen. Zur Abwertung um jeweils eine Note fuhren: a) Deklarationsmangel, wenn ein angegebener Mine- ralstoffgehalt nicht mit dem im Labor ermittelten Gehalt im Produkt ubereinstimmt (unter Berucksichtigung einer Toleranz +/- 20 Prozent bei Werten >20mg/l); b) PVC/ PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung. Das Gesamturteil beruhtauf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mangel, das „befriedigend“ oder „ausreichend“ ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.
Testmethoden und Anbieterverzeichnis finden Sie unter oekotest.de -> Suchen -> „M1708“ eingeben. Einkauf der Testprodukte: April 2017.
Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschiitzt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags diirfen keine Nachdrucke, Kopien. Mikrofilme oder Einspielungen in elektronischen Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.


Foto: Fam Veld/i Stock