Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 8 Min.

Minisolaranlagen: Sonnenernte vom Balkon


ÖKO-TEST Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 2/2015 vom 30.01.2015

Die Bonsais unter den Öko-Strom-Anlagen nehmen einen neuen Anlauf zum Markterfolg. Technisch erscheinen sie reifer denn je, aber in Sachen Rechtssicherheit und Wirtschaftlichkeit befinden sie sich nach wie vor in einer Grauzone. Wo stehen sie im Licht, wo im Schatten?


Artikelbild für den Artikel "Minisolaranlagen: Sonnenernte vom Balkon" aus der Ausgabe 2/2015 von ÖKO-TEST Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Thomas Seltmann

Marcus Vietzke und Mathias Helfert haben eine Vision: Die beiden Gründer des Berliner Start-ups Indielux wollen Millionen Balkonbrüstungen zu Minisolarkraftwerken aufrüsten. Nach der Energiewende kommen für die Jungunternehmer nun die Energiewände. Die Idee klingt einfach. Balkons sind oft nach Süden ausgerichtet und ...

Weiterlesen
Artikel 1,14€
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von ÖKO-TEST Magazin. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 2/2015 von Leserbriefe: Schreiben Sie uns. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Leserbriefe: Schreiben Sie uns
Titelbild der Ausgabe 2/2015 von Nachwirkungen: REAKTIONEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Nachwirkungen: REAKTIONEN
Titelbild der Ausgabe 2/2015 von Politik & Umwelt: Meldungen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Politik & Umwelt: Meldungen
Titelbild der Ausgabe 2/2015 von TEST Fertigsalate Keim Problem!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TEST Fertigsalate Keim Problem!
Titelbild der Ausgabe 2/2015 von Direktvertrieb von Tiefkühlprodukten Die kühlen Schweiger. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Direktvertrieb von Tiefkühlprodukten Die kühlen Schweiger
Titelbild der Ausgabe 2/2015 von Essen & Trinken: Meldungen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Essen & Trinken: Meldungen
Vorheriger Artikel
TEST Raufasertapeten Tragende Rolle
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Kaminöfen Schön, warm und sauber
aus dieser Ausgabe

... bieten Platz für ein bis zwei große Solarmodule. Der Solarstrom wird mit einem kleinen Wechselrichter in Netzstrom umgewandelt und per Stecker in die vorhandene Steckdose eingespeist. Richtig neu ist diese Idee nicht. Schon vorletztes Jahr fand sie pünktlich zur Messe Intersolar breite Medienresonanz unter den Stichworten „Solar-Guerilla“, oder „Steckdosenmodul“. Die einen sahen da den „Zwergenaufstand der Kleinstsolaranlagen“ kommen, so die Wiwo Green, der grüne Ableger der Zeitschrift Wirtschaftswoche.

Andere wie die Tageszeitung Die Welt unkten: „Das eigene Minisolarkraftwerk kann tödlich sein.“ Mehrere Anbieter hatten damals standardisierte Photovoltaikbausätze für Minikraftwerke neu auf dem Markt gebracht. Technisch schienen die Systeme aus Expertensicht des VDE, des Fachverbandes der Elektro- technik und Gestalter der entsprechenden Normen, jedoch noch nicht ausgereift oder zumindest nicht mit den in Deutschland gültigen Vorschriften in Einklang zu bringen zu sein. Mehr Gimmick als Hightech also?


Solarmodule dürfen in Deutschland nicht per Schukostecker ans Netz


Dabei ist die Grundidee, die heute wieder auf der Tagesordnung steht, genauso alt wie die Idee der netzeinspeisenden Photovoltaikanlagen an sich. Der in Aachen ansässige Solarenergie-Förderverein Deutschland praktizierte die Solarstromeinspeisung per simplen Schukosteckern in normale Steckdosen, so das Prinzip der Minisysteme, bei öffentlichen Vorführungen schon vor mehr als 20 Jahren, um auf anschauliche Weise zu zeigen, was die heute üblichen, fest installierten Photovoltaikanlagen alltagstauglich leisten. Damals hatten die dazugehörigen Wechselrichter allerdings noch die Größe von Schuhkartons. Heutige Geräte sind fast so klein wie Laptopnetzteile. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energietechnik an der HTW Berlin, sieht in den Miniphotovoltaikanlagen enorme Chancen und einen wichtigen Beitrag zur Demokratisierung und Akzeptanz der Energiewende – wenn sie denn aus- gereift sind: „Wer kein eigenes Dach hat, sondern nur einen Balkon, kann mit einer eigenen kleinen Anlage einen Teil seines Strombedarfs decken.“ Auch Mieter könnten so von den drastisch gefallenen Anschaffungspreisen für Photovoltaikanlagen profitieren. Denn während man den Selbstbau bei Dachanlagen aus technischen, rechtlichen und Sicherheitsgründen eher nicht empfehlen sollte, sind die Minikraftwerke so einfach aufgebaut, dass praktisch jeder in der Lage ist, sie zu montieren und in Betrieb zu nehmen.

Doch obwohl die Öko-Stromzwerge zuverlässig arbeiten, wie die Zeitschrift Sonnenenergie, das Fachorgan der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), berichtet, sind sie längst noch nicht zum Massenprodukt geworden, das im Baumarkt palettenweise abverkauft wird. Stattdessen werden die Bausätze überwiegend bei einigen wenigen Anbietern im Internet angeboten, teilweise auch über regionale Fachhändler.

Offensichtlich steckt die Tücke im Detail, und die Solar-Guerilleros haben sich bisher wohl im Paragrafendschungel der deutschen Gründlichkeit verirrt. Die Hauptprobleme: Sämtliche technischen Nor-  men und gesetzlichen Vorgaben für Photovoltaikanlagen sind für die größeren, fest installierten Systeme gemacht. An Minikraftwerke für jedermann wurde dabei einfach nicht gedacht. So tun sich selbst Juristen schwer, klare Aussagen über die Zulässigkeit der Kleinen zu machen. Unbestritten ist zwar, dass man eine solche Anlage anschließen und betreiben darf.


Für viele Kunden ist der Aufwand zu groß für den marginalen Ertrag


Die Meinungsverschiedenheiten drehen sich aber darum, welcher Aufwand zu betreiben ist, um Sicherheitsvorgaben einzuhalten oder auch um die Frage, wie man mit Stromüberschuss umgeht, der ins öffentliche Stromnetz fließt.

Sobald das Solarmodul ans Hausnetz angeschlossen ist und Strom einspeist, dreht sich der vorhandene Bezugszähler langsamer. An sonnigen Tagen kann der Stromzähler sogar stillstehen oder rückwärts drehen, wenn gerade wenig Strom verbraucht wird, hat Ralf Haselhuhn von der DGS Berlin-Brandenburg anhand der Verbrauchsprofile von Mieterhaushalten herausgefunden. Gerade sparsame Haushalte, die ihre Stand-by-Verbräuche auf ein Minimum reduziert haben, sind betroffen. Doch rückwärtsdrehende Stromzähler sind in Deutschland nicht erlaubt.

Offen für Energie. Die Berliner Architektin Astrid Schneider hat einen Solarfensterladen entwickelt, dessen Module auch beim Schließen der Sonne zugewandt bleiben.


Foto: Astrid Schneider

Auch die Wirtschaftlichkeit der Minikraftwerke steht auf wackligen Füßen. Ab 500 bis 600 Euro werden die Bausätze aus Modul, Wechselrichter und Kabelsatz angeboten. Bezahlt machen soll sich die Investition durch geringeren Strombezug aus dem Netz. Das setzt voraus, dass die Solarmodule gute Erträge bringen und vom erzeugten Strom möglichst viel direkt verbraucht wird. Wenn das gewährleistet ist, so Haselhuhn, kann sich eine Kleinanlage ähnlich gut rechnen wie eine größere auf einem Einfamilienhausdach. Sobald allerdings Zusatzkosten entstehen, etwa für den Elektriker, der das Minikraftwerk fachgerecht ans Hausnetz anschließen muss, Zählergebühren für die Überschusseinspeisung ins Netz oder geringere Sonnenstromerträge durch ungünstige Anbringung an Hauswand oder Balkonbrüstung, schmilzt der finanzielle Gewinn des Minikraftwerks wie ein Schneemann in der Sonne. Zwar liegt die Amortisationszeit in günstigen Fällen nur bei sechs bis zehn Jahren. Unter weniger günstigen Umständen kann es aber auch deutlich länger dauern, bis der gesparte Strom die Investitionskosten einspielt. Und: Solarmodule sollen zwar über 20 Jahre Strom produzieren, aber Wechselrichter, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, dürften nicht so lange halten. Vermutlich würde es trotzdem noch eine große Zahl von Kunden geben, denen der eigene Öko-Strom vom Balkon wichtiger ist als der billigste Preis für die Kilowattstunde – wären da nicht eine ganze Reihe praktischer Hürden:

■Der Anschluss per Schukostecker an eine vorhandene Steckdose ist in Deutschland praktisch verboten, so sieht es beispielsweise der Energieversorger Mainova in einem Rundschreiben an Installateure. Anders übrigens als in den Niederlanden, wo diese Variante bei zwei bis drei Modulen zulässig ist. Aber auch hierzulande finden sich Stadtwerke, die diese Variante stillschweigend akzeptieren.
■Lösung: Das Minikraftwerk muss entweder fest in der Elektroverteilung angeschlossen werden oder die vorhandene Schukosteckdose durch eine spezielle neu entwickelte Einspeisesteckdose ersetzt werden. Im einfachsten Fall kann man auch fest an eine vorhandene Steckdose anschließen, die dann aber verschlossen wird und nicht mehr als Verbrauchssteckdose nutzbar ist. Seit den Neunzigerjahren ist zudem für Neubauten vorgeschrieben, dass Außensteckdosen einzeln abzusichern sind. „Diese eignen sich gut zur Umrüstung als Einspeisesteckdose“, sagt der Elektroingenieur Wolfgang Müller vom SIZ Solarinfozentrum in Neustadt.
■Wenn nicht völlig ausgeschlossen werden kann, dass Strom ins öffentliche Netz fließt, muss der alte Stromzähler durch einen neuen ersetzt werden, damit die Einspeisung gemessen werden kann. Ob und wie der Überschussstrom vergütet wird, ist im Einzelfall zu klären.
■ Umsetzen darf das nur ein Elektroinstallateur, der dann womöglich gegenüber dem Stromnetzbetreiber auch für den fachgerechten Anschluss der PV-Anlage geradesteht.

So prüfen Sie das Angebot

■Solarmodule müssen mindestens nach der Prüfnorm IEC 61215 (oder IEC 61646) und IEC 61730 getestet worden sein. Der Hersteller sollte das Prüfzertifikat eines anerkannten Prüflabors vorlegen können und nicht nur behaupten, dass das Produkt die Anforderungen erfüllt.
■Solarmodule für Fassaden oder Balkonbrüstungen müssen für diesen Anwendungsfall geeignet und zugelassen sein (bauaufsichtliche Zulassung), das Gleiche gilt für das Befestigungsmaterial.
■Am besten Wechselrichter mit eingebautem NASchutz (VDE-AR-N-4105) fordern. Auch hier den ausdrücklichen und vollständigen Nachweis verlangen. Oder zumindest NA-Schutz als Zusatzgerät aushandeln.
■Auf spezielle, für Photovoltaikanlagen zulässige Kabel und Steckverbinder (zum Beispiel zwischen Solarmodul und Wechselrichter) bestehen.

■ Zurzeit rüstet nach unserer Recherche nur ein einziger Hersteller von Kleinwechselrichtern seine Geräte mit dem aktuell vorgeschriebenem „NA-Schutz“ aus. Das ist die laut Photovoltaik-Netzanschlussnorm VDE-AR-N-4105 vorgeschriebene Sicherheitselektronik. Bausätze mit anderen Wechselrichtern benötigen diesen NA-Schutz als Zusatzgerät – mit weiteren Kosten.
■Werden Solarmodule an der Fassade oder an Balkons befestigt, müssen sie besondere Anforderungen als Bauprodukt für diese Einsatzzwecke erfüllen. Standardsolarmodule sind meistens nur für die Dachmontage zugelassen.
■Die Module müssen sicher befestigt werden und dürfen Brandschutzeinrichtungen am Gebäude nicht beeinträchtigen. Das ist auch wichtig für den Versicherungsschutz bei Schäden durch ein herabfallendes Teil. Mieter brauchen zudem die Zustimmung ihres Vermieters.
■ Ob ein Netzbetreiber den Anschluss des Minikraftwerks untersagen kann, ist bislang ungeklärt. Selbst die Anbieter empfehlen aber eine Anmeldung der Anlage. Außerdem schreibt die neue Anlagenregisterverordnung eine (nicht mit Kosten verbundene) Meldung bei der Bundesnetzagentur vor. Wer das unterlässt riskiert ein Bußgeld.

Für die meisten Möchtegern-Solar-Guerilleros ist das alles wohl zu viel Bürokratie. Da geht schnell der Spaß verloren. Auch für die Berliner Rechtsanwältin Margarete von Oppen befinden sich die Minikraftwerke derzeit de facto in einer rechtlichen Grauzone: „Der Anschluss von Modulen an das Hausnetz ist energiewirtschaftsrechtlich einfach nicht geregelt.“ So formulierte das Bayerische Wirtschaftsministerium in einer Stellungnahme technische und rechtliche Ablehnungsgründe gegen die Minikraftwerke, anstatt die Regelungslücken zu schließen. „Wohl aus Furcht vor negativen Auswirkungen auf das Stromnetz ist man dabei übers Ziel hinausgeschossen“, so von Oppen. Aber auch manche Anbieter machen es sich allzu leicht und überlassen die Lösung der Probleme ihren Kunden. So werden die Bausätze fast immer mit der Schukostecker-Steckdoseneinspeisung illustriert und vorgeführt, jedoch ohne Stecker mit offenen Kabelenden ausgeliefert.


Das neu entwickelte Produkt als Bananenversion: Es reift beim Kunden


Im Kleingedruckten heißt es dann, der Kunde sei selbst für die Einhaltung der örtlichen Anschlussbedingungen verantwortlich. Andererseits gibt es inzwischen einige Anbieter die sich redlich bemühen, alle notwendigen technischen Anforderungen zu erfüllen und die Praxisprobleme der Kunden zu lösen. Anders als noch vor zwei Jahren gibt es heute Bausätze, die fachgerecht und sicher installiert und betrieben werden können.

Auch Vietzke und Helfert haben sich vorgenommen, ihr Produkt zusammen mit Wohnungsgesellschaften und Energieversorgern erst anwendungsreif zu entwickeln, bevor sie es auf den Markt bringen. Die erste Hürde meinen die beiden schon genommen zu haben: Das von ihnen entwickelte Photovoltaikmontagesystem speziell für Balkonbrüstungen sei „einfacher zu montieren als ein IKEA-Regal“.

Technik, Installation, Vorschriften: Noch Fragen, bitte?

Für wen lohnen sich die Minianlagen überhaupt?

Für jeden, der keine Möglichkeit hat, eine größere Photovoltaikanlage (ab ein bis zwei Kilowatt Leistung) installieren zu lassen, aber trotzdem einen Teil seines Strombedarfs mit Solarstrom decken will, tagsüber andauernd mindestens 100 bis 150 Watt Strom verbraucht und einen nach Süden ausgerichteten Montageort hat, der ganzjährig nicht beschattet wird durch Bäume oder Nachbarhäuser.

Was beinhalten die Bausätze?

Meistens ein bis zwei Solarmodule mit je 250 bis 300 Watt, einen Wechselrichter, Anschlusskabel. Benötigt wird außerdem ein Befestigungsset und für den Anschluss weiteres Installationsmaterial. Wer mehr Module verbauen kann, sollte sich besser beim Fachhändler ein Angebot für eine Komplettanlage mit Installation einholen. Denn die Kleinstanlagen sind im Vergleich zu Komplettanlagen verhältnismäßig teuer.

Funktionieren die Systeme?

Die meisten angebotenen Systeme bestehen aus Modulen und Wechselrichtern, die in der Branche als zuverlässig gelten. Sie liefern in der Praxis aber oft geringere Erträge als in den Prognosen der Hersteller angegeben, wie ein Test der Zeitschrift c’t zeigte (Heft 19/2013). Nicht wegen Qualitätsmängeln, aber die Prognosen basieren oft auf Erträgen größerer Anlagen, deren Wirkungsgrade die Kleinanlagen nicht erreichen und die Module lassen sich nicht immer optimal zur Sonneneinstrahlung ausrichten oder werden zeitweise verschattet. Stromsparende Haushalte können den Solarstrom selten vollständig selbst verbrauchen.

Sind die Geräte denn technisch in Ordnung?

Da es bisher weder spezielle Normen noch Tests oder Gütesiegel für die Minikraftwerke gibt, muss man selbst prüfen, ob die angebotenen Geräte den aktuellen Vorschriften entsprechen (siehe „So prüfen Sie das Angebot“). Die Informationen der Anbieter sind zum Teil unvollständig oder irreführend. Beispielsweise sollten nur Wechselrichter mit integriertem NA-Schutz eingesetzt werden. Eine feste Montage der Solarmodule ist unerlässlich – die Anbieter zeigen auf Fotos aber auch mobile Aufstellungen, die weder sturmsicher sind noch vor Diebstahl schützen.

Darf ich die Systeme überhaupt betreiben?

Verboten sind die Anlagen nicht. Unklar ist derzeit aber, welche technischen und rechtlichen Vorschriften auf diese Kleinanlagen anzuwenden sind. Viele Regeln wurden eigentlich für größere Dachanlagen formuliert und sind bei den Minikraftwerken unverhältnismäßig. Den bisherigen Anbietern ist es aber in Deutschland noch nicht gelungen, Vereinfachungen wie in den Niederlanden zu erreichen.

Kann ich sie selbst installieren?

Modul und Wechselrichter lassen sich per Do-it-yourself montieren und die elektrische Verbindung geschieht über laiensichere Steckverbinder. Für den Anschluss ans Hausnetz ist aber in der Regel ein Elektriker notwendig, weil die Verbindung über vorhandene Schukosteckdosen nach Expertenmeinung weder sicher noch erlaubt ist.

Speise ich meinen Strom ins Netz?

Das sollte man möglichst vermeiden. Bei zwei und mehr Modulen oder niedrigem Stromverbrauch lässt sich eine Einspeisung aber kaum vermeiden. Dann wird es kompliziert, weil der vorhandene Stromzähler ausgetauscht werden müsste und zu klären ist, ob und wie der eingespeiste Strom vergütet werden soll.

Kann ich mich über die Vorschriften hinwegsetzen?

Wo kein Kläger, da kein Richter. Und größere Unfälle sind nicht sehr wahrscheinlich – mag man denken. Aber Juristen raten davon ab, allzu sorglos Photovoltaikanlagen beispielsweise über Schukostecker mit dem Hausnetz zu verbinden. Abgesehen vom Rechtsstreit mit dem Netzbetreiber besteht unter ungünstigen Umständen Gefahr für Leib und Leben durch elektrischen Schlag, wie sich bei Prüfung der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie bei verschiedenen Wechselrichtern gezeigt hat. Auch Versicherungen für Hausrat, Gebäude und Haftpflicht werden sich dann möglicherweise weigern zu zahlen.

Vier Millionen Balkons gibt es hierzulande, die geeignet sind, Solarstrom einzufangen. Das Unternehmen Indielux hat für diesen Zweck eine neuartige Halterung entwickelt.


Foto: Indielux