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Mir geht’s nicht gut


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Partner Hund - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 11.05.2022
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Bildquelle: Partner Hund, Ausgabe 6/2022

Anke Jobi wurde 1967 geboren und wohnt mit Mann und den beiden Hunden Leo und Lucy in der Nähe von Köln. Sie ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Bloggerin und Autorin. Auf ihrem Blog www. dog-feeding.de schreibt sie u. a. über nachhaltige Hundeernährung.

W ie wir Menschen können auch Hunde einen empfindlichen Magen haben, und genauso vielfältig können auch die Ursachen sein. Wenn der Hund gesundheitliche Probleme hat, sollte der Tierarzt natürlich der erste Ansprechpartner sein. Trotzdem kann es sowohl zur Vorbeugung als auch zur Therapie hilfreich sein, wenn man als Hundehalter weiß, was die Ursachen der Magenprobleme sein können und wie man die Fellnase z. B. über die Ernährung unterstützen kann.

Der Hundemagen bildet ein U-förmiges Organ und hängt zwischen Speiseröhre und Zwölffingerdarm. Er ist sehr dehnbar und kann recht große Mengen Nahrung aufnehmen und speichern. Wenn die ...

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... Nahrung im Magen ankommt, wird sie dort kräftig durchgemischt und mit Magensäure vermischt, welche auch im Magen produziert wird. Die Magensäure besteht aus Salzsäure und ersten Verdauungsenzymen für Proteine sowie in geringem Maße auch für Fette. Durch die Magensäure werden außerdem viele Krankheitserreger eliminiert, die mit der Nahrung in den Magen gelangt sind. Damit diese Vorgänge gut funktionieren, ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung natürlich sehr wichtig. Die Nahrung beeinflusst zudem die Produktion der Magensäure und damit indirekt auch die Abwehr der Krankheitskeime. Vom Magen wird der Speisebrei dann durch den Magenpförtner in den Dünndarm weitergereicht.

Woran ist zu erkennen, dass der Hund Magenprobleme hat?

Erkrankungen im Verdauungstrakt können mit verschiedenen Symptomen einhergehen und sowohl akut als auch chronisch auftreten. Symptome dafür, dass im Verdauungstrakt etwas nicht rund läuft, können Kotveränderungen wie Durchfall oder auch Verstopfungen, Erbrechen, vermehrtes Aufstoßen oder Blähungen sein. Auch wenn der Hund keinen Appetit hat oder Anzeichen für Schmerz zeigt, wie beispielsweise wiederholtes Strecken des Körpers oder eine eher ungewöhnliche Liegeposition, können dies Hinweise sein. Um zu beurteilen, was die Ursachen sind, muss man die Symptome jedoch näher betrachten. Dafür, dass die Probleme im Magen ausgelöst werden, sprechen Symptome wie Erbrechen, Aufstoßen oder auch Anzeichen für Schmerz nach der Fütterung.

Akut oder chronisch?

Treten Symptome also plötzlich akut auf, kann die Ursache auch ein Fütterungsfehler sein. Dabei kann es sich um ungeeignete, sperrige oder verdorbene Futtermittel, Fehler in der Rationsgestaltung wie zu kaltes Futter, eine Futtermittelumstellung oder auch Überfütterung handeln. Werden die Symptome jedoch von Mattheit und gar Fieber begleitet, ist die Ursache vermutlich eine Infektion oder eine Vergiftung und der Tierarzt sollte aufgesucht werden. Infektionen mit Krankheitserregern stellen die häufigste Ursache für Magen-Darm-Störungen dar.

Treten solche Symptome chronisch auf und verstärken sich mit der Zeit sogar immer mehr, sollte der Hund unbedingt dem Tierarzt vorgestellt werden. Es können diverse Erkrankungen dahinterstecken wie chronische Entzündungen von Magen, Darm oder der Bauchspeicheldrüse, Lebererkrankungen oder beispielsweise auch Pilzinfektionen.

Woran erkennt man, dass wahrscheinlich der Magen betroffen ist?

Zeigt der Hund wiederholtes Schmatzen, streckt sich auffällig oft oder leckt sich häufig über das Maul, nachdem er gefressen hat, kann das darauf hindeuten, dass das Futter beim Hund Magenschmerzen hervorruft. Probleme mit dem Magen zeigen sich vor allem im Zusammenhang mit der Fütterung. Es kann sich dabei um eine Gastritis handeln, also eine Entzündung der Magenschleimhaut.

Die Magenschleimhaut schützt normalerweise die Magenwand vor der aggressiven Magensäure. Ist dieser Schutz nicht mehr optimal gegeben, kann das zu Reizungen und Entzündungen führen, die für den Hund sehr schmerzhaft sein können. Auch das morgendliche Erbrechen von gelbem Schleim sowie exzessives Grasfressen mit anschließendem Erbrechen können Symptome einer Gastritis sein.

Gastritis oder Übersäuerung?

Ähnlich wie bei einer Gastritis sind die Symptome einer Übersäuerung. Der Unterschied liegt darin, dass bei der Übersäuerung eher die Produktion der Magensäure erhöht ist. Allerdings ist die Abtrennung nicht ganz einfach, es kann auch beides vorliegen bzw. eine Gastritis kann weiter zu einer Übersäuerung führen. Einerseits wird die Magenschleimhaut dünner, andererseits wird vermehrt Magensäure produziert.

Warum entwickelt der Hund Magenprobleme?

Ein entscheidender Faktor für die Magengesundheit ist natürlich die Ernährung. Einerseits sollte ausreichend Magensäure produziert werden, damit Krankheitserreger möglichst eliminiert werden. Andererseits sollte die Produktion der Magensäure nicht unnötig erhöht sein und so zu Reizungen führen. Auch die Magenschleimhaut muss gut versorgt werden mit Nährstoffen, damit sie sich nicht zurückbildet bzw. immer wieder neuer Schleim gebildet wird. Eine ungesunde und nicht ausgewogene Ernährung kann Gastritis und/oder Übersäuerung begünstigen. Aber auch Stress oder psychische Ursachen wie Angst oder Verlust, Ernährungsfehler, Aufnahme von Schnee oder auch Fremdkörpern, Vergiftung/Verätzung/ Verbrennung, Dysbakterien im Darm, Viren, Bakterien und Parasiten können zu solchen Problemen führen. Falls Ihr Hund regelmäßig Medikamente wie Schmerzmittel erhält, können diese ebenfalls die Magenschleimhaut schwächen und so zu einer Gastritis führen.

Was tun bei empfindlichem Hundemagen?

Hat Ihr Hund einen empfindlichen Magen entwickelt und neigt zu Symptomen der Übersäuerung, sollten Sie Futtermittel meiden bzw. reduzieren, die zu einer verstärkten Magensaftproduktion führen können.

Auch bestimmte Reize und Situationen können die Magensaftproduktion anregen. Bekannt wurden diese Abläufe vor allem durch die Forschungen des russischen Neurologen und Physiologen Pawlow, der durch seine Studien über den Speichelreflex beim Hund (Pawlow’scher Hund) bekannt wurde. Rituale rund um die Fütterung führen demzufolge zu einer Stimulation der Magensäure. Achten Sie darauf, dass der in solchen ritualisierten Situationen auch wirklich etwas zu Fressen bekommt.

Der Hund mit einem empfindlichen Magen sollte also am besten mehrere Mahlzeiten am Tag erhalten, um die Futtermenge der einzelnen Rationen zu reduzieren.

Das Verhältnis Kohlenhydrate zu Proteinquellen sollte ausgewogen sein, bzw. die Versorgung mit Fleisch den Proteinbedarf möglichst nicht überschreiten. Falls Sie die Rationen für Ihren Hund selber zusammenstellen, reicht es, wenn die Hälfte der Ration aus tierischen Komponenten besteht. Ein sogenanntes „Betthupferl“ vor dem Schlafengehen in Form von einem Stück Brot mit Butter und/ oder Leberwurst kann die morgendlichen Symptome einer Übersäuerung ebenfalls lindern. Zusätzlich kann man die Magenschleimhaut schützen und unterstützen, indem man Kräuter zum Futter gibt, wie beispielsweise Slippery Elm (Ulmenrinde) oder Gerstengras. Das Pulver aus Ulmenrinde enthält Stoffe, die die Schleimhaut schützen und beruhigen. Gerstengraspulver wirkt beruhigend, da es im Magen basisch, also eher entsäuernd wirkt. Natürlich sollte man solche Zugaben mit dem Tierarzt absprechen, damit sie mit eventuell gegebenen Medikamenten im Einklang sind.

„Stress kann beim Hund wie beim Menschen auf den Magen schlagen.“

Um einem empfindlichen Magen entgegenzuwirken, ist es auch wichtig, Stressoren zu reduzieren. Stress kann auch beim Hund wie bei uns Menschen auf den Magen schlagen. Damit der Hund gut verdauen kann, ist Ruhe wichtig. Aufregung, Stress oder auch Aktivitäten bis zu 2 Stunden nach der Fütterung sollten vermieden werden. Und nicht nur der Magen, sondern auch die Speiseröhre reagiert bei Stress empfindlich, was zu ähnlichen Symptomen der Übersäuerung führen kann.

Um den Magen des Hundes zu beruhigen und die Regeneration zu unterstützen, kann man also einiges tun. Eine ausgewogene Ernährung die den Hund mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, trägt ebenso dazu bei wie ein entspanntes Umfeld und Ruhezeiten nach der Fütterung. Symptome die sich wiederholt zeigen oder gar chronisch werden, sollten jedoch immer mit dem behandelnden Tierarzt besprochen werden, um gemeinsam über eine angemessene Vorgehensweise zu entscheiden.

ANKE JOBI

Hier gibt’s was auf die Ohren!

Im „Ein Herz für Tiere“-Podcast stellt Manuela Bauer alle zwei Wochen die Fragen, die uns Tierfreunden auf der Seele brennen. Am 12. Mai kommt die neue Ausgabe mit dem Titel: „Das hilft bei sensiblem Magen“, diesmal mit der freundlichen Unterstützung von Mera Petfood. Unseren Podcast finden Sie auf www. herz-fuer-tiere. de und überall, wo es Podcasts gibt. Sie können aber auch mit dem Handy diesen QR-Code scannen und gelangen direkt zur neuesten Folge.