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„Mir ist völlig bewu sst: Es wird Kritik hageln“


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 25.02.2022

TV-AKTUELL

Artikelbild für den Artikel "„Mir ist völlig bewu sst: Es wird Kritik hageln“" aus der Ausgabe 9/2022 von Gong. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Gong, Ausgabe 9/2022

Jörg Pilawa ist der neue Quizmaster bei Sat.1

Seit 2001 war er bei der ARD – mit einer kurzen Unterbrechung von drei Jahren beim ZDF. Nun wechselt T V-Moderator und Produzent Jörg Pilawa zurück zu Sat.1, wo seine TV-Karriere begann (s. Fotos rechts). Dort moderiert er zunächst das „Quiz für dich“ (s. TV-Tipp). Im Exklusivinterview verriet uns der 56-Jährige Gründe des Wechsels und seine Zukunftspläne.

Herr Pilawa, warum kommt Ihre Rückkehr zu Sat.1 so überraschend?

JÖRG PILAWA: Der Kontakt bestand schon länger. Aber anfangs ging es gar nicht darum, ob ich Moderator bei Sat.1 werde. Ich habe in meiner Funktion als Produzent Gespräche geführt. Dabei wurde mir die Sendung „Quiz für dich“ von John de Mol vorgestellt. Und dann bin ich gefragt worden, ob ich das moderieren möchte.

Und? Haben Sie sofort ...

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... zugesagt?

Ehrlicherweise habe ich mit mir gekämpft, weil ich mich bei der ARD sehr wohl gefühlt habe und in einer luxuriösen Situation war. Ich habe viele Formate moderiert, die ich noch jahrelang hätte weitermachen können: „Die NDR Quizshow“, „Die Silvestershow“ oder „Quiz ohne Grenzen“. Die „NDR Talk Show“ moderiere ich weiter, was mir große Freude macht.

Warum wechseln Sie trotzdem?

Ich merkte, dass ich mich in einer Komfortzone eingerichtet hatte. Es reizt mich, noch mal Neues auszuprobieren. Sat.1 versucht sich gerade am Markt neu aufzustellen, weg von ganz jungen Zielgruppen hin zum weiblichen Publikum und Zuschauern ab 40. In den Gesprächen mit Sat.1- Chef Daniel Rosemann und seinem Team spürte ich die Begeisterung, mit der sie neues Programm umsetzen wollen. Und ich möchte daran sehr gern mitwirken.

Für Sie heißt das: zurück zu den Wurzeln. Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre Anfänge bei Sat.1?

Ich war noch beim Radio, als mir Sat.1 die Chance beim Fernsehen gegeben hat. Es begann mit dem „Regionalreport“, dann kam immer mehr dazu, erst Talk-, dann Quizshows. Sie haben immer an mich geglaubt. Deshalb habe ich nur gute Erinnerungen an diese Zeit und an den Sender.

Senderchef Daniel Rosemann hat angekündigt, Sat.1 in den kommenden zwei Jahren nach vorn zu bringen. Sehen Sie sich als Teil dieses Plans?

Natürlich möchte er sich mit mir eine Quizexpertise an Bord holen. Sie haben mich als Gesicht geholt, aber nicht nur für Quizshows, sondern für ganz unterschiedliche Formate, die wir entwickeln werden. Früher habe ich bei Sat.1 auch News, Sport und Reportagen gemacht. Jetzt sind auch Formate im Daily- und im Informationsbereich sowie Dokumentationen denkbar.

Und große Shows?

2024 wird Sat.1 40 Jahre alt. Bei der großen Geburtstagsshow wäre ich natürlich gern dabei. Aber wichtig ist mir der Spaß an Veränderung und Entwicklung. Die Durchlässigkeit der Genres, das finde ich sehr spannend. Quiz und Show kann ich, aber es ist für mich besonders reizvoll, auch andere Formate auszuprobieren.

Mit dem „Quiz für dich“ geht es los. Was erwartet die Zuschauer?

Viele Menschen in Deutschland, die Großartiges leisten, werden in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen. Wir haben 16 Millionen Menschen, die ehrenamtlich tätig sind. Es geht um all jene Helden des Alltags, die uneigennützig anderen Menschen helfen, um Menschen in Not oder mit schweren Schicksalsschlägen. Dabei haben wir einen Lockvogel im Einsatz, der diese Menschen vorstellt. Wir beobachten sie in der Sendung mit versteckter Kamera. Acht Prominente spielen für sie und spenden ihnen ihren Gewinn.

Und wie wird das Quiz gestaltet?

Wir haben Gedächtnis-, Mathe- und Logikaufgaben sowie Schnellraterunden, in denen es aufs Tempo ankommt. Das wird sehr facettenreich. Aufgelöst werden die Fragen mit Film- und Fotoeinspielern.

Ihr neues Format startet am Mittwoch. Das ist ungewohnt für eine Quizshow. Wie viele Ausgaben sind geplant?

Zunächst sind sechs Folgen für dieses Frühjahr geplant. Ich habe mit dem Mittwoch keine Erfahrung, die gelernten Tage sind Samstag und früher der Donnerstag. Sat.1 will für jeden Tag eine eigene Temperatur entwickeln. Mittwoch ist der Showtag.

Die Einschaltzahlen von Sat.1 sind deutlich niedriger als die der ARD. Ist das nicht ein hohes Risiko für Sie?

Mir ist vollkommen bewusst, dass ich mit den Sendungen am Anfang nicht so erfolgreich sein werde wie im Ersten Programm. Da wird es Kritik hageln. Aber wichtig ist, dass der Sender eine konstante Quote hinbekommt, und dazu kann ich vielleicht meinen Beitrag am Mittwoch beisteuern.

Wäre für Sie auch ein Einsatz beim Schwestersender Pro Sieben denkbar?

Warum nicht? Zunächst ist nur Sat.1 vorgesehen. Aber ich finde es sinnvoll, wenn man auch senderübergreifend tätig ist. Es ist naheliegend, dass man Kräfte bündelt. Das kann ich mir durchaus vorstellen.

Und wie sieht Ihre langfristige Planung beim Fernsehen aus?

Jetzt geht es erst mal um die nächsten drei Jahre, danach schauen wir weiter. Darüber hinaus mache ich mir noch keine Gedanken. Es ist gerade eine spannende Phase, in der neue Formate ausprobiert werden. Mein Eindruck ist, dass wir in diesen schweren Zeiten die Unterhaltung mehr denn je brauchen.

INTERVIEW: THOMAS KUNZE