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„Mit Bayern gibbt es kein böses Blut“


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 37/2021 vom 15.09.2021

CHAMPIONS LEAGUE

INTER MAILAND REAL MADRID

Mittwoch, 15. September, 21 Uhr live bei DAZN.

Artikelbild für den Artikel "„Mit Bayern gibbt es kein böses Blut“" aus der Ausgabe 37/2021 von Sport Bild. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sport Bild, Ausgabe 37/2021

VALENCIA REAL MADRID

Sonntag, 19. September, 21 Uhr live bei DAZN, ab Montag 0 Uhr Highlights in der SPORT BILD-App.

SPORT BILD: Herr Alaba, Sie sind nun seit rund zwei Monaten Spieler von Real Madrid. Was ist bei den Königlichen in der Kabine anders als beim FC Bayern?

DAVID ALABA (29): In der Kabine ist es grundsätzlich ähnlich wie in München, die Stimmung positiv. Mein Sitzpartner bei Real ist Éder Militão, auf der anderen Seite saß zunächst Raphaël Varane (wechselte zu Manchester United; d. Red.) und jetzt Jesús Vallejo. Jeder versucht, den anderen zu unterstützen. Unser Kapitän Marcelo sorgt immer für gute Stimmung.

Was ist außerhalb der Kabine anders?

Das Trainingsgelände in der Real Madrid City ist echt super – und echt groß. Alle Spieler haben ein eigenes Zimmer auf dem Klubgelände. Zwischen den ...

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... Trainingseinheiten hat man dort einen Rückzugsort, an dem man sich ausruhen kann. Während der Vorbereitung habe ich auch hin und wieder dort übernachtet. Das ist schon lässig.

„Lustig, war, dass mich Ancelotti auf Deutsch begrüßt hat“

Mit Toni Kroos haben Sie einen alten Bekannten aus München getroffen. Wie sehr hat er Ihnen geholfen?

Wir haben schon geschmunzelt, als wir uns in der Kabine zum ersten Mal wiedergesehen haben. Toni hat mir gerade am Anfang sehr viel geholfen, er war bei der Eingewöhnung ein wichtiger Faktor für mich. Seine Frau war auch für Shalimar (Alabas Lebensgefährtin; d. Red.) eine große Hilfe, das war wirklich lieb.

Sie arbeiten nun wieder mit Carlo Ancelotti zusammen, den Sie ebenfalls vom FC Bayern als Trainer kennen.

Carlo Ancelotti und ich hatten schon bei Bayern ein Super-Verhältnis. Es freut mich sehr, dass ich wieder mit ihm arbeiten kann, er ist als Person ein sehr ehrlicher und super Mensch, und als Trainer bringt er unglaublich viel Erfahrung und Erfolg mit. Lustig war, dass mich Carlo auf Deutsch begrüßt hat. Er meinte: „David, wie geht es dir?“ Ein bisschen was aus seiner Zeit in Deutschland ist also hängen geblieben (lacht). Danach haben wir aber auf Englisch geredet.

Wie gut ist Ihr Spanisch schon? Reicht es für Kabinengespräche?

Ja, ich kann mich eigentlich schon mit allen unterhalten. Ich versuche natürlich, besser zu werden, habe jede Woche Spanischunterricht.

Sind Sie traurig, dass Lionel Messi die spani-sche Liga verlassen hat und Sie sich keine Duelle mit ihm liefern können?

Ich bin eigentlich jemand, der sich immer auf die eigene Mannschaft konzentriert. Ich will mich jedoch auch immer mit den besten Spielern der Welt messen. Natürlich ist es für die Liga schade, dass Messi nicht mehr bei Barcelona ist. Sie haben trotzdem noch eine starke Mannschaft und werden einer der Hauptkonkurrenten für uns bleiben.

„Für die Liga ist es schade, dass Messi nicht mehr bei Barcelona ist“

Bei Real gab es ein langes Hin und Her um die Verpflichtung von Kylian Mbappé, der am Ende doch nicht kam. Wie haben Sie das verfolgt?

Natürlich verfolgt man als Spieler die Transfergeschehnisse auch. Mbappé ist ein Spieler von PSG, nicht von Real Madrid. Der Fokus muss auf unserer Mannschaft liegen – und die ist top!

Bayern-Präsident Herbert Hainer wunderte sich, dass Sie bei der Präsentation in Madrid das Real-Wappen küssten, auch von einigen Fans gab es laute Kritik. Verstehen Sie das?

Ich will das erklären: An diesem Tag haben wir eine ganze Strecke von Fotomotiven aufgenommen. Für mich war das ein aufregender, spannender und sehr emotionaler Tag. Ich war glücklich, endlich angekommen zu sein. Ich wollte zeigen, wie sehr ich mich freue, eine neue Herausforde-rung angehen zu können. Mit dem Küssen des Real-Wappens wollte ich niemanden provozieren, schon gar nicht den FC Bayern und die Fans. Ich hatte dort unglaublich schöne 13 Jahre, die sehr emotional, sehr positiv waren. Ich konnte mich als Person und Spieler entwickeln, die Fans haben mich immer unterstützt – das vergesse ich nie. Ich werde den Verein für immer respektieren und lieben. Daran ändert keine Aktion etwas.

„Ich bin dem FC Bayern nicht nur in meiner Karriere, sondern in meinem Leben sehr dankbar“

Sie haben in Madrid die Rückennummer 4 gewählt, die vor Ihnen Klublegende Sergio Ramos trug, der zu PSG wechselte. Wie groß ist der Druck der Nummer?

Die Nummer 27 (Alabas Nummer beim FC Bayern; d. Red.) ist in der spanischen Liga nicht möglich, der Verein wollte, dass ich die Nummer 4 nehme. Sergio Ramos ist eine absolute Legende. Durch seine Leistungen auf und neben dem Platz ist er für viele ein Vorbild. Aber ich bin David Alaba, ich möchte nicht mit anderen verglichen werden, sondern meine eigene Geschichte bei Real Madrid schreiben. Wichtig ist die Leistung auf dem Platz, egal mit welcher Nummer.

Rund um Ihren Weggang aus München gab es böses Blut. Uli Hoeneß nannte Ihren Berater Pini Zahavi unter anderem „Piranha“. Hatten Sie seit dem Wechsel noch mal Kontakt mit den Bossen des FC Bayern?

Mit den Bossen zuletzt nicht, nein. Aber mit ehemaligen Mitspielern, Physios, Köchen oder Zeugwarten habe ich weiterhin regelmäßigen Kontakt, und selbstverständlich verfolge ich den FC Bayern immer noch. Es gibt kein böses Blut!

Karl-Heinz Rummenigge ließ in einem „Kicker“-Interview durchscheinen, dass Ihnen 19,5 Mio. Jahresgehalt nicht gereicht hätten. Gab es da eine Aussprache?

Zunächst einmal weiß ich gar nicht, ob er mich gemeint hat.

Er hat Sie nicht namentlich genannt, aber es gab in dem Zusammenhang keinen Raum für Spekulationen – er hat Sie gemeint …

Ich hatte und habe noch immer ein sehr gutes Verhältnis zu Herrn Rummenigge. Als ich mich dafür entschieden habe, den FC Bayern zu verlassen und eine neue Herausforderung angehen zu wollen, habe ich ihm mitgeteilt, dass ich dies mache, um mich sportlich und als Person weiterzuentwi- ckeln. Ich wollte etwas Neues machen. Das habe ich Herrn Rummenigge so mitgeteilt, er hat das verstanden und mir nur das Beste gewünscht. Ich wurde sehr schön verabschiedet, wir waren nach dem letzten Spiel alle in der Allianz Arena zusammen. Ich bin dem FC Bayern nicht nur in meiner Karriere, sondern in meinem Leben sehr dankbar.

Wie lange hat Sie Ihr emotionaler Abschied aus München beschäftigt?

Ich bin mit 16 Jahren, als Kind, zum FC Bayern gekommen. Dort bin ich zum Mann geworden, München ist meine zweite Heimat geworden. Die Entscheidung fiel mir unglaublich schwer. Wir reden hier immerhin von 13 Jahren für diesen Verein. Das sind Erinnerungen, Freundschaften fürs Leben. Ich habe Zeit gebraucht, den Abschied zu verarbeiten.

Bei Bayern gibt es trotz Ihres Abgangs weiter einen österreichischen Nationalspieler: Marcel Sabitzer. Was zeichnet den Zugang aus, hilft er Bayern weiter?

Es ist schön, dass Österreich weiter beim FC Bayern vertreten ist. Mich freut es unheimlich für Marcel, es ist der richtige Schritt für ihn. Er kann der Mannschaft helfen, ist auf mehreren Positionen einsetzbar. Marcels Qualität ist sehr hoch. Wir hatten in den letzten Wochen immer wieder Kontakt, ich habe ihm dann stets gesagt: „Bayern ist ein geiler Verein, München eine Superstadt. Das wird dir taugen (österreichisch für „gefallen“; d. Red.)!“