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MIT DEM ALTER KOMMT DIE REIFE


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auto Test - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 28.09.2022

VERGLEICH | Edel-SUV

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Trendsetter unter sich: Volvo XC40, BMW X2 und Audi Q3 sind kompakte Hochsitze, hier als Benziner, alle um 190 PS

!Das nennt man ausgereift: Den Volvo gibt’s seit fünf Jahren, BMW und Audi seit jeweils vier

VOLVO XC40 B4 AWD Mild-Hybrid

Allradantrieb 197 PS Leistung ab 51 600 Euro

BMW X2 xDrive20i

Allradantrieb 178 PS Leistung ab 45 150 Euro

AUDI Q3 40 TFSI quattro

Allradantrieb 190 PS Leistung ab 43 050 Euro

AUDI Q3

Touch-Navi sitzt eine Etage zu tief, Drehregler für laut/leise irgendwo im Nirgendwo. Gut: Bedieneinheit für Klima

VON DEN ALTEN lernt man fürs Leben. „Kauf nie einen Neuwagen vor dem ersten Facelift“, sagte der Onkel immer, „danach sind die Kinderkrankheiten beseitigt.“ Natürlich wissen wir längst: Das stimmt! Und daher ist es an der Zeit, sich mit diesen Kandidaten hier zu befassen: drei kompakte SUV, einer wurde vor fünf Jahren erfunden, die beiden anderen fahren seit vier Jahren auf unseren Straßen. Bei denen würde der Onkel sagen: Mit dem Alter kommt die Reife! ...

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DAS SIND SIE KOMPAKTE SUV IN DER 4,50-METER-LIGA

Beginnen wir mit dem Grund dieses Vergleichs, Stichwort Reife im Alter. Der Volvo XC40 hat im fünften Jahr seines Bestehens endlich eine konkurrenzfähige Multimedia. Die Schweden bauen auch in ihr 4,44-Meter-SUV ein Googlebasiertes System ein, bei unserem Testwagen in der höchsten Ausstattungslinie Ultimate klappte sogar die Sprachbedienung end-lich so, wie wir das von Audi und BMW seit Jahren kennen. Also „Fahr mich nach Hamburg zum Axel-Springer-Platz 1“ oder „Spiel Radio NDR 2“, und das System reagiert in Sekundenschnelle. Was sollen wir sagen: Das kann man ja bei einem Auto um die 50 000 Euro auch erwarten!

BMW X2

Dreispeichen-Sportlenkrad, selbsterklärendes Cockpit: ein BMW alter Schule. Der Screen angenehm auf Augenhöhe!

Andere Schwächen hat sich der Volvo bewahrt, zum Beispiel Klima-Bedienung über den Screen in Untermenüs, zu tiefe und zu schmale Rückbank, mit 428 Litern den kleinsten Kofferraum. Der ist wiederum mit umgeklappter Rückbank topfeben, und der faltbare doppelte Ladeboden mit Haken für Einkaufstüten gefällt uns auch gut. Die Schweden bemühen sich bei ihrem SUV „made in Belgium“ um Details, verlegen zum Beispiel Teppich auch in den Türablagen, da klappert nix.

Apropos klappern. Audi, wir müssen reden! Mit 4,48 Metern ist der Q3 der Größte in diesem Vergleich, hat mit 530 Litern auch den größten Kofferraum, und – na klar – auf der Rückbank ist der Audi unser Favorit. Schöne große Türausschnitte gleich bequemer Einstieg, viel Kopf- und Beinfreiheit. Und vor allem: Die Schenkel liegen auf dem Polster auf, nur im Q3 möchtest du hinten lange Reisen unternehmen.

VO LVO XC40

Hochkant-Navi und drunter fetter Drehregler für laut und leise – kennen wir. Neu ist die Bedienung mit Google-Hilfe

Aber die Rede war ja vom Klappern. Und wir müssen konstatieren: Audi ist nicht mehr der Qualitäts-Weltmeister vergangener Tage. In diesem Vergleich haben wir dem Q3 nur 16 von 20 Punkten im Qualitäts-Kapitel gegeben, einen weniger als dem Volvo, zwei weniger als dem BMW. Warum? Motorhaube auf der B-Seite nicht lackiert, billiges Hartplastik auch an Handschuhfach und Türablagen (hier klappert’s), Teppichkante am Ladeboden nicht abgenäht, und die Plastikteilchen zur Kofferraum-Abtrennung sind wohl ein Scherzartikel! Damals, als der Entwicklungschef noch Hackenberg hieß, wäre der Q3 anders auf die Straße gekommen. Jetzt haben wohl die Herren Rotstift und Sparzwang das Sagen, vieles am Q3 ist nicht mehr Premium. Schade, denn das Konzept ist klasse: Rückbank verschiebbar, Lehne in der Neigung zu verstellen, Rundumsicht und Sitze richtig gut.

So sieht es der Sportfahrer: Der agile BMW X2 ist vorn, der Audi Q3 geht als ausgewogen durch, Volvos XC40 mag es gemütlich

Dass ein Typ wie der BMW X2 in diesem Vergleich mitfährt, müssen wir kurz erklären. Er ist mit 4,36 Metern der Kürzeste, noch dazu mit abfallender Dachlinie, hat aber mit 470 Litern nicht mal den kleinsten Kofferraum. Richtig wäre es, den X1 zu nehmen. Aber den haben wir nicht bekommen, er ist gerade neu, steht noch nicht zum Testen bereit. Dass der X2 so ein bisschen aus der Zeit fällt, merkst du innen. Digitale Instrumente? Nee! Multimedia? Hört prima, aber weil das iDrive 6 aus dem vorletzten 3er kommt, sind nur Navi- und Radio-befehle drin. Gut, weil die anderen auch nicht mehr können. Schlecht, weil BMW inzwischen viel weiter ist als die Konkurrenz. Seine Sache als Schrägheck-SUV macht der X2 jedenfalls gut, Sitzangebot hinten okay, M-Sportsitze vorn (500 Euro Aufpreis, nur im M-Paket) sind für Slimfit-Typen, bieten denen perfekten Seitenhalt. Dass du wegen breiter C-Säule, abfallender Dachlinie, schmaler Fenster weniger von der Landschaft siehst? Verziehen, dieser X2 ist zum Fahren da. Ach ja, fast vergessen: Bevor es losgeht, müssen wir sagen, dass BMW Qualitätsmeister ist. Haube durchlackiert, feine Kunststoffe, Dichtung zwischen vorderer und hinterer Tür verhindert Windgeräusche, Cockpit klapperfrei.

SO FAHREN SIE ZWEIMAL KOMFORT, EINMAL SPORT

Bleiben wir im BMW, und nehmen wir vorweg: Der gewinnt die Kapitel Antrieb und Fahrdynamik. Mit 178 hat er zwar weniger PS als die Konkurrenten, verliert mit 2,7 Sekunden von 0 auf 50 und 7,9 auf 100 km/h deutlich gegen den Audi (2,5 und 7,4), zaubert dem Sportfahrer aber mehr Lächeln ins Gesicht. Und das macht er so: Mit seiner Pirelli-P-Zero-Bereifung im Format 225/45 R 19 mimt er den erlebnisorientierten Crossover, der nach schnellen Kurven lechzt und dabei kaum wankt, so straff haben sie ihn abgestimmt. Okay, er rollt auf unserer Schlechtwege-Landstraße teilweise hart ab, du kannst per Fahrmodi-Taste wählen zwischen Komfort (straff) und Sport (sehr straff), die Lenkung ist nicht mehr als direkt zu bezeichnen, sondern als spitz. Aber wenn du mit alldem klarkommst, ist der X2 der perfekte kompakte Sportler mit leicht erhöhter Sitzposition. Leider haben sie die Fahrwerksspreizung so knapp ausgelegt, richtig komfortabel gleiten geht mit dem X2 eigentlich nicht, was im Alltag ganz ohne Kurvenjagd nerven kann.

SPRACH-BEDIENUNG Zieleingabe und Radiosender wechseln auf Zuruf – das können alle drei Autos gut und schnell. Vor allem für Volvo ein Fortschritt.

Womit wir am anderen Ende der Fahrwerksabstimmung sind. Der Volvo wiegt mit1769 Kilogramm zwei Durchschnitts-Dummys (fast 150 kg) mehr, in schnellen Kurven macht sich das durch Aufbaubewegungen bemerkbar. Und auch wenn er als Einziger ein Mildhybrid-System an Bord hat, dessen Elektro-Unterstützung beim Spurt unterstützen soll, merkst du davon eher wenig. Von 0 auf 50 und auf 100 ist er mindestens eine halbe Sekunde langsamer als der BMW, bis 130 km/h ist der X2 sogar mehr als eine Sekunde schneller. Und das, obwohl der Volvo fast 20 PS mehr hat. Und so fährt der XC40 halt, wie ein Volvo fahren soll. Lenkung mitteilungslos, in der Mittellage zu viel Spiel, dafür sanfter Antrieb, guter Komfort auf langen Geraden. Aber wehe, es kommt eine Spitzkehre …

Unsere Erlebnisse mit dem Q3 sind zweigeteilt, was auf unserer schnellen Landstraßen-Runde mit vielen Kurven an den Reifen liegt. 235/55 R 18! Das viele Gummi an den Flanken erinnert fast schon an Ballonreifen. So quietscht der Audi schon VOR der Kurve, während im BMW höchstens einer quietscht: der Fahrer vor Freude.

Wir müssen feststellen, dass der Q3 ständig in Bewegung ist auf unserer Rumpelpiste, sich nicht so handlich bewegen lässt wie ein Tiguan, obwohl das Cousins sind. Seine Lenkung haben sie zu leichtgängig ausgelegt, so entsteht ein undifferenziertes Lenkgefühl. Was sich aber im Alltag wieder ändert. Wenn du nicht sportlich fahren willst, sondern nur gleitest, macht Audi am meisten Spaß.

Volvo wiegt am meisten 1769 Kilogramm! Der kompakte Volvo XC40 wiegt fast 150 Kilogramm mehr als der BMW X2 (1627 kg). In der Mitte liegt mit 1677 Kilogramm der Audi.

Abzüge bei der Qualität Nur 16 Punkte bei der Qualität für Audi, zwei weniger als BMW. Sie sollten beim Q3 die Haube komplett lackieren, nicht so viel billiges Plastik einbauen.

DAS KOSTEN SIE AUDI BLEIBT UNTER 50 000 EURO

Lassen Sie sich nicht von den Grundpreisen blenden. Volvo mit 51 600 Euro weit vor Audi (43 050 Euro) und BMW (45 150 Euro). Am Ende zählt das, was für die Test-Bewertung von Relevanz ist. Und da kommen beim fast schon komplett ausgestatteten Volvo noch 2750 Euro für sämtliche Google-Anwendungen dazu, also unterm Strich 54 350 Euro. Damit ist er der Teuerste im Vergleich, kostet sogar 200 Euro mehr als der BMW, der mit M-Sportpaket (zusammen mit den Sitzen 4900 Euro) und dem fast 3000 Euro teuren großen Navi kam.

Am Ende gewinnt der Audi auch übers Geld. Mit 48 795 Euro bleibt er als Einziger unter der 50 000er-Marke, größere Posten sind das Navi (mit Digi-Cockpit 2565) und Adaptiv-Fahrwerk (1180 Euro).

Ach ja: Wir erwarten bald das Q3-Facelift. Mit dem Alter soll ja die Reife kommen …

PLATZIERUNG Punkte maximal 800

1.

Audi Q3 Komfortabler Allrounder mit dem besten Platzangebot. Feiner Motor, tolle Sitze – aber Qualität geht besser.

551 Punkte

2.

Volvo XC40 Gemütliches Schwergewicht für Design-Fans, in der besten Ausbaustufe endlich mit guter Multimedia.

533 Punkte

3.

BMW X2 Agiler Bayer mit sportlicher Abstimmung. Tolle Verarbeitung, fährt klasse. Aber Ausstattung mager!

528 Punkte

FAZIT

Autos bereiten sich nach vier, fünf Jahren auf die Rente vor? Nein! Diese drei SUV zeigen, dass es die ewige Jugend gibt. Der Audi Q3 sichert sich am Ende Rang 1 mit den besten Allround-Eigenschaften: Viel Platz zum kleinsten Preis, das ist der Sieg. Der Volvo XC40 endlich auf Höhe der Navi-Zeit, der BMW X2 ist hier die wahre Fahrmaschine.