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Mit dem Carolina-Rig auf Forellen


Petri-Heil - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 29.05.2020

Forellen sind neugierige Räuber. Deshalb funktionieren neben den Fliegen nicht nur die klassischen Spinnköder wie Spinner, Wobbler, Löffel oder Köderfische am System, sondern auch ganz andere Techniken. Ronny Camenisch zeigt, wie er mit dem Carolina-Rig erfolgreich auf Forellen fischt.


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Bildquelle: Petri-Heil, Ausgabe 6/2020

Das Carolina-Rig ist eigentlich ja ein Egli-Rig, kann seine Vorteile aber auch im Bach bestens ausspielen.


Fast wie jede moderne Spinntechnik fand auch das Carolina-Rig den Weg aus den USA zu uns. Entwickelt wurde diese Methode eigentlich für die Fischerei auf Schwarzund Forellenbarsch in verwucherten ...

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... Gewässern. Hierzulande gehört das Carolina-Rig für viele Egli-Fischer zum Standard-Repetoire, doch bei den Forellenfischern ist es noch nicht wirklich angekommen. Auch ist diese Technik nicht überall erlaubt. Ja, einigen Fischern ist sie sogar ein Dorn im Auge. Sie sind der Meinung, dass das Carolina-Rig viel zu laut sei und einfach nicht in unsere Gewässer passe. Und überdies schrecke es die Forellen ab. Ich bin da etwas anderer Meinung. Natürlich macht diese Montage, bei der ein Tungsten-Gewicht in Patronenform bei ruckartigen Bewegungen auf eine Glaskugel schlägt, schon ordentlich Lärm unter Wasser, aber genau das können wir uns zunutze machen. Das «Klack» sorgt für Aufmerksamkeit; die Fische können den Köder nicht nur über die Vibrationen, sondern auch akustisch wahrnehmen. Im kühlen Wasser ist es von Vorteil, wenn die Montage eher sanft und gemächlich über den Grund gezupft wird. Sobald die Wassertemperaturen steigen und Forellen aktiver werden, darf das Carolina-Rig schneller und aggressiver geführt werden. Das Carolina-Rig kann vielseitig eingesetzt werden. Es ist eine perfekte Montage, um den Grund grösserer Flüsse oder tiefere Gumpen abzufischen. Auch auf steinigem Grund und wo mit viel Geäst und Bewuchs zu rechnen ist, eignet sich die Montage bestens. Da sich das Patronengewicht lose auf der Hauptschnur bewegen kann, ist die Gefahr von Hängern minimiert. Die Montage eignet sich überdies auch für die Fischerei im Freiwasser von Seen oder Flüssen. Auch hier muss immer mit deutlichen Zupfern gearbeitet werden, damit ein «Klack-Geräusch» entsteht. Da es die Patronen in verschiedenen Grössen und Gewichten gibt, kann man die Montage in fast jeder Situation einsetzen.

Montage

Ist das Wasser milchig oder angetrübt, bringt das Klick-Geräusch des Carolina-Rigs einen willkommenen Extra-Lockfaktor.


Glücklicherweise sind auch grosse Forellen neugierig! Diese wollte mit dem klickenden Eindringling kurzen Prozess machen.


Das Carolina-Rig besteht aus fünf bis sechs Elementen. Auf der Hauptschnur wird das Patronengewicht (Bullet Lead) mit einer Glasperle eingefädelt. Anschliessend wird ein Wirbel oder ein Karabiner angeknotet. Es empfiehlt sich, einen Gummistopper zwischen Wirbel und Glasperle zu montieren, so wird der Knoten geschont. Auf der anderen Seite des Wirbels oder dem Karabiner wird ein geleimter Haken mit etwa 30 cm Vorfach montiert. Bei den geleimten Haken wähle ich in der Regel die Hakengrösse 2 oder 4. Als Köder auf die Forellen werden hauptsächlich Schaufelschwanz-Gummifische verwendet. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass nicht zu lange Gummifische gewählt werden, ansonsten werden die Fehlbisse schnell ansteigen. Am liebsten verwende ich Gummifische von 5 bis 8 cm. Bei den Farben gibt es keine Grenzen und auch kein «No-Go».

Gerät

Ich bevorzuge eine eher kürzere, leichte Rute mit einer Länge von 1,90 bis 2,10 m. Die Rute muss eine schnelle Spitzenaktion haben, so dass die Montage auch mal schnell und etwas aggressiver gezupft werden kann. Bei der Rolle ist es natürlich von Vorteil, wenn sie nicht zu schwer ist, damit sich nicht schon nach einer halben Stunde die ersten Ermüdungserscheinungen einstellen. Man sollte die Rolle mit einer feinen geflochtenen Schnur im Durchmesser 0,08 mm bis 0,10 mm bespulen.