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MIT DEM ESEL DURCH SÜDFRANKREICH: Ein tierisches Wanderabenteuer


Ratgeber Frau und Familie Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 30.08.2019

Auf den Spuren des schottischen Schriftstellers Robert Louis Stevenson wanderte Bernd Meyer mit drei Gleichgesinnten und zwei Eseldamen durch die Cevennen. Dabei hat er die manchmal eigenwilligen Tiere fest in sein Herz geschlossen


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Bildquelle: Ratgeber Frau und Familie Magazin, Ausgabe 9/2019

Als ich ihr den grauen Haarschopf aus der Stirn streiche, senkt sie anmutig den Kopf. Ich lege meine Arme um ihren Hals, berühre ihre großen Ohren und wunderbar weichen Lippen. Sie genießt es, wie ich ihren Nacken massiere und ihr weiches Fell streichle. Sie heißt Macumba! Mit ihr werde ich die nächsten fünf Tage verbringen.
Schuld war eigentlich ein Schweizer Ehepaar. Wir ...

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Als ich ihr den grauen Haarschopf aus der Stirn streiche, senkt sie anmutig den Kopf. Ich lege meine Arme um ihren Hals, berühre ihre großen Ohren und wunderbar weichen Lippen. Sie genießt es, wie ich ihren Nacken massiere und ihr weiches Fell streichle. Sie heißt Macumba! Mit ihr werde ich die nächsten fünf Tage verbringen.
Schuld war eigentlich ein Schweizer Ehepaar. Wir übernachteten damals eher zufällig in der südfranzösischen Bergregion Cevennen, in einer Unterkunft für Wanderer, in der alle Gäste gemeinsam zu Abend essen. Dabei erzählte das Paar von dem liebenswerten Esel, mit dem sie gerade wanderten. Er habe, so erklärten sie, letztlich immer recht, wenn er sich einmal weigere weiterzugehen. Man finde immer einen Grund: mal einen verdrehten Gurt des Packsattels, mal ein Steinchen in einem Huf. Vielleicht hätten wir das Gespräch wieder vergessen, aber dann las meine Frau Ricarda einen begeisterten Artikel im Alpenvereinsheft und für uns gab es kein Halten mehr! Für unseren Plan gewannen wir noch meine Schwester Ulrike und Meg, eine Jugendfreundin, und flogen mit ihnen nach Südfrankreich.

Striegeln und Hufe auskratzen

Heute geht es endlich los. In dem malerischen Dörfchen Castagnols lassen wir uns zwei Stunden alles über das Seelenleben von Eseln erklären: mit welchen Stricken und Knoten wir sie anbinden sollen, wie wir sie striegeln, die kleinen Hufe auskratzen, den Packsattel packen und so weiter. Und wir lernen unsere Wandergefährtinnen und Lastenträgerinnen kennen: Macumba und Mouscade. Auf zwei Wanderer kommt hier immer ein Esel.

Am nächsten Morgen werden wir alle sechs nach La Bastide-Puylaurent gefahren. Der Ort liegt auf der Route, die der schottische Schriftsteller Robert Louis Stevenson („Die Schatzinsel“, „Dr. Jekyll und Mr. Hyde“), vor 140 Jahren mit einer Eseldame gegangen ist. Über diese Wanderung hat er seinen ersten Roman geschrieben (s. Seite 154). Sein anrührendes und unterhaltsames Buch begleitet uns auf dem Weg, der heute seinen Namen trägt. Nun also striegeln, die Hufe auskratzen und vorschriftsmäßig unseren Packsattel sowie das Gepäck befestigen – und los!
Die erste Hürde, die Überquerung von Schienen, gelingt uns mühelos. Die Stimmung ist ausgezeichnet. Unsere Eselchen sind goldig, ihr samtenes Fell so gut anzufassen und ihre weichen Lippen machen es zu einem Vergnügen, sie mit Äpfeln und Möhren zu verwöhnen.

Pitschenass durch den Regen

Nach knapp einer Stunde beginnt es in Strömen zu regnen. Wir haben unsere Regenhosen noch nicht angezogen, und nun brauchen wir sie auch nicht mehr: Wir sind im Nu pitschenass! Die Bäume, unter denen wir stehen, bieten ohnehin keinen Schutz, so beschließen wir weiterzugehen.
Aber nicht so unsere Lieblinge! Zerren an den Halftern, freundliches Zureden, drohendes Gebrüll, Klapse auf den Po, Schieben hilft nicht. Plötzlich, nach einer halben Stunde, gehen sie los, als wäre nie etwas gewesen. Wir sehen davon ab, die Übeltäter zur Rede zu stellen, sind einfach erleichtert, zumal der Regen aufhört, die Kleidung schnell trocknet und die Gegend immer hübscher wird.
Am Ziel des ersten Tages werden wir schon erwartet. Der Wirt der Pension, in der wir unterkommen, zeigt uns die Wiese für unsere Vierbeiner. Dort angekommen gehen sie schnurstracks zu einer kahlen Stelle der Weide und wälzen sich zu unserer Freude lustvoll auf der blanken Erde. Besorgt vergewissern wir uns, ob es auch genug zu trinken für sie gibt.

Zu Beginn gibt es eine Einführung in das Seelenleben der Esel


Der Weg

Der Stevenson-Weg (GR 70) verläuft im Süden Frankreichs durch die Regionen Auvergne und Languedoc. Die Route führt über zwölf Etappen von der Vulkanlandschaft des Velay 220 Kilometer weit in Richtung Süden über die Berge des Lozère bis nach St. Jean du Gard in den Cevennen. Seine unterschied - lichen Landschaften machen den Reiz des Stevenson-Weges aus. Dazu kommen hübsche Orte mit viel Atmosphäre. Entlang der Wegstrecke gibt es Unterkünfte („Gîtes“), Gast - stätten, außerdem besteht die Möglichkeit, Esel zu mieten oder sein Gepäck transportieren zu lassen.

www.chemin-stevenson.org
www.stevensonweg.de

Picknick im Wald während die Esel friedlich grasen


Am Abend plaudern wir gut gelaunt mit unserem Gastgeber, der den ganzen Abend Zeit für uns hat und Stevensons Roman gut kennt. Der Schriftsteller hat hier damals mit den Ingenieuren den Abend verbracht und in einem Zimmer geschlafen, die die Vermessungen für den Bau einer Eisenbahnlinie vornahmen. Am nächsten Morgen wandern wir unter einer markanten Eisenbahnbrücke, an deren Entstehung Stevensons Schlafgenossen einen so wichtigen Anteil hatten. Trotz einiger Regentropfen ist an diesem zweiten Tag eine kleine Mittagspause möglich. Welch eine Freude, unsere grauen Freunde von ihren schweren Packsätteln zu befreien und zu picknicken!
Wir lernen unsere Lieblinge besser kennen. Sie bleiben, wenn es bergauf geht, öfter stehen, der Atem geht dann schwerer, und nach einer Erholungspause von ein bis zwei Minuten gehen sie ohne Aufforderung weiter. Anders verhält es sich, wenn sie auf köstliches Gras oder Disteln am Wegrand zusteuern. Je später wir durch einen Ruck an der Führungsleine reagieren, umso länger haben wir zu tun, sie wieder auf Kurs zu bringen. Esel wollen fast immer essen. Wir verbieten es ihnen nun nicht mehr unnötig, so kommen wir schneller voran.

Das Buch zum Weg

Robert Louis Stevenson hatte Jura studiert und war 28 Jahre alt, als er 1878 nach Monastier-sur-Gazeille in Südfrankreich kam. Die Frau, die er liebte, war nach Amerika abgereist und er brauchte Zeit, um die Beziehung zu überdenken. Außerdem wollte er als Schriftsteller von sich reden machen. Er kaufte sich eine Eseldame namens Modestine („die Bescheidene“), deckte sich mit Proviant ein und war zwei Wochen unterwegs.
Mit dem Esel hatte er seine liebe Not: Modestine folgte oft nicht und lief wie in Zeitlupe. Zu Stevensons Zeiten gab es nur einige einfache Gasthäuser. Oft schlief er unter freiem Himmel – wofür er vorher den Schlafsack erfunden hatte. Zur Sicherheit hatter er einen Revolver dabei. Jeden Abend machte er sich Notizen, die er später zu seinem ersten Roman verarbeitete.
Sein Bericht über die Wanderung wurde zum herbeigesehnten Karrieredurchbruch und definierte ein eigenes Genre: sozusagen die erste Outdoor-Literatur. Trekking und Camping war damals noch kein Thema und erst recht schrieb man nicht darüber.
Stevensons Beschreibungen der Orte und der Landschaft haben teilweise immer noch Gültigkeit. Leser erfahren außerdem einiges über die Eigenheiten einer Eselseele und die bewegte Geschichte dieses schönen, aber auch armen Teils von Frankreich.

Robert Louis Stevenson:Reise mit dem Esel durch die Cévennen Editions La Colombe, 158 S., Taschenbuch, 12,00 €, ISBN 978-3-9293-5128-6


Der Mont Lozère mit seiner abgerundeten Graskuppel


Endlich: Weitblick über den Nationalpark

Am dritten Tag ist die Harmonie vollkommen, obwohl es mehr als 600 Höhenmeter hinaufgeht. Die Sonne lächelt über der bezaubernden Landschaft des Mont Lozère, mit seinen zahllosen riesigen Findlingen. Endlich ist uns ein Weitblick über den Nationalpark der Cevennen vergönnt.
Frankreich zählt insgesamt zehn Nationalparks. Die Cevennen bestechen durch ihre herrliche Landschaft und ihre abwechslungsreiche Fauna: Pflanzen, die man hier vorfindet, sind unter anderem der Sonnentau, wilde Tulpen, Lavendel, Orchideen, der Türkenbund und die Kastanien. Vielen davon begegnen wir. Vom Gipfel des Mont Lozère geht es steil hinab, durch Heidelandschaft und dann einen lockeren Wald, immer auf einem steinigen, schmalen Pfad. Wir müssen den Eselinnen vorangehen und ihnen verwehren, uns zu überholen. Mouscade kann es nicht lassen, immer wieder einmal rechts und links ein Maulvoll Gras auszurupfen. Sie kaut eigentlich immer.
Abends in unserer Unterkunft fragen wir unsere Gastgeber bei Aperitif und einem köstlichen Abendessen über die Geschichte ihres Dorfes, ihres Hauses und über ihr Leben aus. Nur mit ihrem Dialekt haben wir etwas Mühe. Das recht regnerische Wetter, das uns doch manchmal zu schaffen macht, finden sie für Oktober völlig normal. Vielleicht hätten wir uns vorher besser darüber informieren sollen, dämmert es uns langsam …

Macumba in der Heidelandschaft am Mont Lozère


Am nächsten Morgen galoppieren unsere Lieblinge auf uns zu, als wir sie – bewaffnet mit zwei Eimern leckerem Getreide – von ihrer Wiese abholen. Wie wird uns warm ums Herz! Beim Beladen müssen wir sie immer wieder herzen. Wir brechen früh auf, um vor einem erwarteten Gewitter das Dorf Le Pont de Montvert zu erreichen, das Stevenson als den ersten Ort seiner Wanderung mit südländischem Flair beschrieben hat: Cafés, gut gelaunte, schwätzende Leute. Wir sind schon so gespannt!
Auf der Höhe vor Le Pont de Monvert, der „Brücke am grünen Berg“, überraschen uns Wind und heftiger Regen auf einem schmalen, alpinen Pfad. Die Esel ignorieren unser doch so herzliches Verhältnis und bleiben einfach stehen. Im strömenden Regen hilft alles Zerren, Brüllen, Locken mit Brot und Früchten und auch Stockschläge nicht. Mit V-förmig gespreizten Vorderbeinen stehen sie da. Nach einer halben Stunde Stillstand wird uns kalt. Ulrike und Meg lassen sich bewegen, schon einmal zum Dorf hinabzusteigen und im ersten Café an der Brücke, die dem Ort seinen Namen gegeben hat, auf uns zu warten.

Gefahr im strömenden Regen

Nach weiteren ratlosen 15 Minuten gehen Macumba und Mouscade plötzlich weiter. Unser Glück dauert nur drei Minuten. Hinter einem Tor geht es etwa 60 Zentimeter hinab auf eine schräge, nasse Felsplatte. Ich bin fast erleichtert, als Macumba sich weigert, den gefährlichen Sprung zu wagen. Ricarda findet im strömenden Regen eine Möglichkeit, das Tor zu umgehen. Nun steigen wir zügig hinab zum Dorf. Im Zentrum von Le Pont de Montvert liegt – wie der Name schon sagt – eine alte Brücke über dem Flüsschen Tarn. Bevor wir in das Café gehen können, müssen wir ein Plätzchen für unsere launischen Esel finden. Es ist Markt. Die Besucher sind von unserem traurigen Anblick eher amüsiert. Statt Mitleid ernten wir dumme Sprüche und erhalten die Information, auf der anderen Seite des Flusses gebe es eine umzäunte Wiese für Esel. Das interessiert uns überhaupt nicht! Wir müssen sie relativ weit vom Café in einer Ecke, ohne Schutz vorm Regen und mit dem vollen Gepäck auf dem Rücken, anbinden. Dort regt sich hoffentlich keiner auf, wenn sie äpfeln.

Das malerische Dörfchen Le Pont de Montvert


Im Café herrscht lebhafte Stimmung, es gibt guten Kaffee und Suppe. Wir rufen die Familie, in deren Chalet wir die kommende Nacht verbringen werden, an, und sie sind gleich bereit, Ulrike und Meg in einer Stunde abzuholen. Ricarda und ich wollen auf einer Straße, die den restlichen Weg auf sieben Kilometer verkürzt, mit den Eseln nachkommen. Welch ein Anblick, als wir unsere triefenden Esel aus der Ecke am Markt holen. Wir vergewissern uns, welche Straße wir nehmen müssen, dann geht es los – aber nur 50 Meter. Unsere beiden Lieblinge verweigern jeden weiteren Schritt in die von uns gewünschte Richtung.

Gemächlich unterwegs lassen sich die Schönheiten der Cevennen genießen


Bernd und Macumba sind schon dicke Freunde geworden


Guter Kaffee, Suppe und eine Planänderung

Wir versuchen alles – ohne Erfolg, obwohl unser Gebrüll ausreicht, die Schadenfreude des halben Dorfes zu erregen. V-förmige gestellte Vorderbeine, gesenkte Köpfe, herabhängende Ohren, von denen unablässig der Regen tropft. Ein Bild des Jammers, das Wut und Mitleid gleichzeitig erregt. Wir schauen uns an und realisieren: Es ist vorbei. Zeit zu kapitulieren. Immerhin folgen uns die Esel wieder brav zurück zur Wiese.

Wenn es regnet, bekommen die Esel eine Plastikplane


Der Rest ist schnell erzählt: Zum Glück nimmt unser freundlicher Herbergsvater uns alle vier samt allem Gepäck mit, und wir trocknen an jedem freien Fleck unseres Chalets unsere nasse Kleidung.
Warum unser Plan, eine Abkürzung zu gehen, nicht aufging? Die Esel laufen den ganzen Sommer über immer wieder den ihnen bekannten Wanderpfad und sind nicht bereit davon abzuweichen. Eigentlich ganz schön schlau! Bleiben wird uns die Erkenntnis des Ehepaars, das die Schuld an unserer Wanderung trägt: Esel haben tatsächlich immer recht!

Auch Stevenson vergoss ein paar Tränchen

Am nächsten Tag gehen wir im Regen die letzte Etappe unserer Wanderung – ohne Esel. Wir sehen Macumba und Mouscade aber noch einmal wieder. Der Transporter, der sie auf Grund unseres Anrufes an der Eselwiese aufgeladen hat, überholt uns und hält dann an, sodass wir die beiden nassen Esel noch einmal ausgiebig streicheln können, und ihre weichen Lippen nehmen die letzten Äpfel aus unseren Händen entgegen.
So eigensinnig sie manchmal auch waren: Wir werden sie nicht vergessen! Stevenson erging es da nicht anders. Er verkaufte seine Modestine nach seiner Wanderung und vergoss danach ein paar Tränchen – so sehr hatte die Eseldame sein Herz bewegt.
In seinem Buch schrieb er: „Zwölf Tage lang waren wir treue Kameraden gewesen […] hatten mehrere beachtliche Kämme überquert und waren mit unseren Beinen so manch steinigen und manch sumpfigen Pfad entlanggetrottet. […] Leb wohl, und sei es für immer.“

Nichts hilft, die beiden Damen vom Weitergehen zu überzeugen


Wandern auf Stevensons Spuren

Touren mit Eseln durch die Cevennen werden von verschiedenen Veranstaltern angeboten, zum Beispiel: Wandertouren-Frankreich Franz Schneider, 820, Avenue Albert Einstein, F-34000 Montpellier Tel.: 0033 (0)975808968 www.wandertouren-frankreich.de/touren/mit_eseln Preis: ab 640 € für 6 Tage

DieEtappen mit 12 – 17 Kilometern sind auch für ungeübte Wanderer gut machbar.

Wer sichergehen will, dass dasWetter mitmacht, sollte die Monate Juli und August meiden, da die Hitze Zwei- und Vierbeinern zu schaffen machen kann. Zu empfehlen sind April, Mai, Juni und September. Ab Oktober wird es feucht!