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MIT DEM HALSRING AN LONGE, DOPPELLONGE UND LANGZÜGEL: Longieren meets HALSPRING


Mein Pferd - epaper ⋅ Ausgabe 80/2018 vom 13.07.2018

Halsringreiten ist gerade wiederenorm im Trend . Und leider sieht man zwar sehr viele Bilder und Videos zu diesem Thema, aber ein Großteil davon fällt unter die Kategorie „Gut gemeint und schlecht gemacht“.Wir zeigen Ihnen, wie es richtig geht


Artikelbild für den Artikel "MIT DEM HALSRING AN LONGE, DOPPELLONGE UND LANGZÜGEL: Longieren meets HALSPRING" aus der Ausgabe 80/2018 von Mein Pferd. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Mein Pferd, Ausgabe 80/2018

Shadow inspirierte Karin Tillisch zu all ihren Pferdefachbüchern und auch zu der feinen Arbeit am Halsring


Pferde im Vollgas mit weggedrücktem Rücken preschen mit spärlich bekleideten Reiterinnen über Feld und Flur– Hauptsache die Mähne fliegt und es gibt viele Likes. Leider hat dies mit gesundem Arbeiten am Halsring nicht viel zu tun. Aber vielleicht liegt es ...

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... auch daran, dass viele dieser meist jungen Reiter denken, man könne das „einfach mal so und schnell mal eben“ machen.

Doch wie soll ein Pferd in gesunder, natürlicher Versammlung einen meist wackeligen, unausbalancierten Menschen auf seinem Rücken tragen, wenn es nicht einmal gelernt hat, diese Haltung selbst anzunehmen?

Mein persönlicher Weg zum Longieren am Halsring

Wenn wir uns die klassische Ausbildungsskala des Pferdes anschauen – und dabei ist es völlig egal, in welcher Reitweise wir schauen –, ist die Arbeit an der Hand und auch das Longieren ein essenzieller Bestandteil dieser Ausbildung; was mich auf die Idee brachte, das Longieren am Halsring in die Ausbildung meiner Pferde mit aufzunehmen. Am Halsring und gänzlich „ohne alles“ bin ich beide auch schon vorher geritten. Der Schritt jedoch zurück zum Einsatz des Halsringes auch an der Hand wählte ich bewusst aus einem Grund: ich wollte sehen ob es dadurch möglich sein würde die ohnehin gute Selbsthaltung meiner Pferde beim Halsringreiten noch weiter zu verbessern. Denn nebst am Halsring „arbeitet“ der Mensch ja doch noch mit haltungskorrigierenden Hilfen wie Schenkeldruck oder Signalen direkt am Halsring. Ich wollte von diesen rein haltungsskorrigierenden Hilfen komplett wegkommen zu einem Halsringreiten, bei dem ich selbst nur noch die Lektionen durch ein Signal einleite und meine Pferde diese dann in anatomisch korrekter, gesunder Selbsthaltung freudig und selbstständig ausführen. Auch nutze ich die Halsringarbeit an der Hand und an der Longe zum ebenso dem gleichen Zweck wie das Halsringreiten: zum überprüfen ob mein Pferd die gefragte Haltung/Lektion tatsächlich beherrscht und auch komplett verstanden hat. Denn nur wenn es sich in einer Übung selbst tragen kann, diese selbstständig und vor allem freiwillig und willig ausführt, ist das Pferd wirklich ausgebildet und erst dann ist meines Erachtens nach das Trainingsziel erreicht. Schließlich wurde auch die Tour de France nie mit Fahrrädern mit Stützrädern gefahren, oder?

Doppellongentrail am Halsring: mit einem entsprechend vorbereiteten Pferd und einem feinen Longenführer mit etwas Übung durchaus machbar


Voraussetzungen für Pferd und Mensch

Grundvoraussetzung für die korrekte Arbeit mit dem Halsring an Longe, Doppellonge und Langzügel ist, dass das Pferd zunächst einmal mit diesen Longierarten vertraut ist. Das heißt, ein Pferd, das noch nicht mal in der Lage ist, irgendwie eine Zirkelbahn zu halten, wäre mit dem Longieren am Halsring völlig überfordert. Wie auch Babette Teschen und Mike Geitner in den Interviews zu diesem thema deutlich machen, ist es absolute Mindestvoraussetzung, dass das Pferd in der Lage ist, sich selbst in einer natürlichen, ECHTEN Versammlung in Innenstellung auf einer Zirkelbahn zu tragen. Dies lernt ein Pferd nicht binnen weniger Tage, sondern es ist meist das Resultat jahrelangen Trainings mit Plan und Ziel. Um dieses Ziel erreichen zu können, braucht das Pferd aber auch einen Menschen an seiner Seite, der in der Lage ist, ihm diese Fähigkeiten schonend und pferdegerecht beizubringen.

Dies setzt beim Menschen einiges voraus. Beispielsweise eine gute Beobachtungsgabe (Ist das Pferd jetzt richtig gestellt?), Wissen (Was ist eine korrekte Innenstellung? Was ist ein korrekt aufgewölbter Rücken?), und nicht zuletzt Einfühlungsvermögen (Wie stark muss ich zupfen oder wo muss ich tippen um das gewünschte Resultat zu erzielen?).

Longieren am Halsring

Ist Ihr Pferd bisher „konventionell“ longiert worden, ist der erste Schritt, es auf das Longieren am Kappzaum umzustellen. Sowohl die Equikinetic von Mike Geitner als auch der Longenkurs von Babette Teschen können den Einstieg in die Kappzaumarbeit ermöglichen.

Zu Beginn sollten Sie mit Ihrem Pferd das Longieren am Kappzaum im Round Pen oder in einer Longierhalle beginnen. Hier hat es durch die Bande schon die Vorgabe der gewünschten Zirkellinie und kann sich hieran orientieren. Erst wenn das Pferd sicher und in guter Haltung auf dieser Kreisbahn das Longieren in allen Gangarten beherrscht, sollten Sie sich auf den Reitplatz oder in die Halle wagen. Sollten Sie nicht in einen Kappzaum inves tieren wollen, besteht auch die Möglichkeit, dem Pferd die Basis des Longierens am Halfter beizubringen. Dabei ist es jedoch enorm schwierig, dem Pferd die korrekte Innenstellung und Biegung zu vermitteln. Wenn Sie mit dem Longieren am Halsring beginnen wollen, empfiehlt sich aus Sicherheitsgründen wieder der Schritt zurück in den Round Pen. Auch kann die vorgegebene Zirkelbahn dem Pferd nun helfen, wieder in die korrekte Innenstellung zu finden. Ideal ist zu Beginn eine „Zwei-Longen-Phase“, in der eine Longe wie gewohnt am Kappzaum eingehängt wird, eine zweite jedoch am Halsring. Ist man hierbei auf sich alleine gestellt und hat keinen Helfer, der gegebenenfalls die Longe am Kappzaum bedienen kann, ist dies natürlich in puncto Koordination eine Herausforderung für den Longenführer.
Durch diese Übergangsphase können Sie es Ihrem Pferd aber enorm erleichtern zu verstehen, dass nun auch ein Zupfen oder Annehmen des Halsringes das Gleiche bedeutet wie ein Signal über den Kappzaum. Lassen Sie sich in dieser Phase viel Zeit. Beim nun folgenden „richtigen“ Longieren am Halsring gilt es dann im Unterschied zum „normalen“ Longieren Folgendes zu beachten: Vermeiden Sie es, in irgendeiner Form dauerhaft an der Longe zu ziehen. Das würde Ihr Pferd auf den Halsring abstumpfen oder es dazu animieren, sich mit gespanntem U nterhals dagegenzudrücken!

Die Wendung nach innen beim Halsringlongieren entspricht – von Körpersprache und Hilfengebung her – der Wendung nach innen im Round Pen. Daher ist die Vorarbeit dieser Übung im Round Pen sinnvoll! (Buch: „Vom Round Pen zur Freiheitsdressur“, Karin Tillisch, Cadmos Verlag)

AUSRÜSTUNG

Da wir von unnötigem Hilfswerk wegkommen wollen, ist die Liste der tatsächlich benötigten Gegenstände recht klein:

Kappzaum:Das Longieren am Kappzaum ist eine gute Vorstufe zum Longieren am Halsring, da es dem Pferd die korrekte Innenstellung leichter vermitteln kann als das Longieren am Halfter.

Halsring:Der Halsring sollte aus einem Seil bestehen, das mit einem Ring versehen ist, sodass die Longe eingehängt werden kann. Der Halsring sollte in der Größe verstellbar sein. Wer nicht viel Geld investieren will, der kann im Baumarkt ein Stück Seil und einen Metallring kaufen und sich daraus einen Halsring selbst knoten. Kostenpunkt für die selbst gemachte Variante: 5 bis 10 Euro. Man bekommt jedoch auch schon einfache, funktionelle Halsringe aus Seil für 15 bis 20 Euro.

Longen:Für die Übergangsphase werden zwei Longen benötigt, die später auch als Doppellonge verwendet werden können. Ein einfacher Langzügel mit einer Länge von acht bis zehn Metern kann für wenig Geld in einem Baumarkt erworben werden (ca. 15 Euro für das Seil inklusive zweier Karabiner). Dieser kann dann mit wenigen Handgriffen selbst verknotet werden.

Bogenpeitsche/Longierpeitsche:Welche Peitsche Sie zum Longieren verwenden bleibt Ihnen überlassen. Ich empfehle allerdings, beide Varianten anzuschaffen, da die Bogenpeitsche auch bei der späteren Langzügelarbeit benötigt wird.

Die Arbeitsphasen bei der Halsringarbeit sollten immer wieder durch kleine Pausen unterbrochen werden, in denen das Pferd sich körperlich und geistig „strecken“ und entspannen kann


Eine enorme Feinabstimmung von Pferd und Mensch ist für das Überwinden von Trailhindernissen nötig


Wenn aber diese Feinabstimmung passt und das Pferd vernünftig ausgebildet wurde, ist auch der Einstieg in höhere Lektionen – hier der Ansatz einer Piaffe – möglich


BUCHTIPPS

Kappzaumarbeit als Vorbereitung
Equikinetic, Michael Geitner, Müller Rüschlikon Verlag Der Longenkurs, Babette Teschen, Eigenverlag

Inspiration zum Thema Halsring / gebisslos an Doppellonge und Langzügel
Kreative Doppellongenarbeit, Karin Tillisch, Cadmos Verlag

Halsringreiten allgemein
Reiten ohne Sattel und Zaumzeug, Karin Tillisch, Cadmos Verlag Reiten so frei wie möglich, Markus Eschbach, Kosmos Verlag

Legen Sie von Anfang an Wert auf die korrekte Haltung des Pferdes. Wenn es im Trab dann noch nicht klappt und das Pferd „auseinanderfällt“, einfach zurück in den Schritt und die Haltung erst hier festigen.

Lob ist dem Tadel bei dieser Form der Freiarbeit immer vorzuziehen! Loben Sie sofort, wenn das Pferd auch nur kurz in der korrekten Haltung ist, und geben Sie ihm ausgiebige Denkpausen, um das Gewünschte richtig „abspeichern“ zu können. Longieren am Halsring mit anderen Reitern in der Bahn ist aus Sicherheitsgründen prinzipiell zu unterlassen. Ebenso muss das Longieren am Halsring immer in einer sicher umzäunten Umgebung stattfinden.

Halsring an der Doppellonge

Hierbei ist Grundvoraussetzung, dass Ihr Pferd die klassische Doppellongenarbeit bereits kennt und diese in allen Gangarten auch in guter Selbsthaltung mit einer gebisslosen Zäumung beherrscht. Eine „Zwei-Doppellongen-Phase“ empfehle ich jedoch nicht. Zu viele Riemen am Pferd würden zum einen ein Unfallrisiko bergen, und zum anderen kennt das Pferd die Grundprinzipien schon durch das Longieren am Halsring.

Für die Arbeit mit der Doppellonge empfiehlt es sich, einen Halsring selbst zu bauen, da zwei Ringe für das Einschnallen der Longe benötigt werden. Diese Halsringe sind nicht im Handel zu erwerben. Das Seil sollte so lang sein, dass es vor dem Widerrist des Pferdes liegt und bis zur Mitte der Brust auf Höhe des Buggelenkes reicht (zu sehen auf den Fotos S. 45, S. 47 und S. 48). Etwa mittig auf beiden Seiten werden dann kleine Metallringe eingeknotet, in die die Doppellonge eingehängt wird. Dieser Halsring kann später auch für die Langzügelarbeit eingesetzt werden. Wichtig ist hierbei, dass auch dieser erste Schritt am Halsring an der Doppellonge im Round Pen oder in einer Longierhalle begonnen wird. Erst wenn Sie und Ihr Pferd sich hierbei wieder in allen Gangarten sicher fühlen und das Pferd seine „Haltung wahren kann“, können Sie sich auf einen größeren Platz wagen.

Bei der Doppellongenarbeit haben Sie nun die Möglichkeit, auch Wendungen nach außen abzufragen und auch kleine Seitwärtsverschiebungen zu beginnen. Dies setzt natürlich großes Feingefühl voraus, da nicht zu sehr an der Longe gezogen werden darf, weil sonst der Halsring verrutscht und die Hilfe zu ungenau wird. Im Endeffekt ist es die ideale Vorstufe zum Halsringreiten, wie auch die „normale“ Doppellongenarbeit eine ideale Vorbereitung und Ergänzung zum Reiten darstellt.

Damit Sie mit dem Halsring an der Doppellonge sicher umgehen können, sollten Ihre eigenen Longierfähigkeiten mindestens den Anforderungen des Silbernen Longierabzeichens der FN entsprechen,

Langzügel am Halsring

Auch hier erfolgt der Einstieg natürlich zunächst wieder über die gebissfreie Arbeit am Langzügel und die ersten Schritte in Round Pen oder Longierhalle. Da der Zügelführer nun direkt hinter dem Pferd steht, kann der Langzügel auch wie die Schenkel beim Reiten eingesetzt und können damit Seitwärtsverschiebungen einleitet werden. Zum Richtungswechsel jedoch bediene ich mich, im Gegensatz zur klassischen Langzügelarbeit, optischer und akustischer Signale. Shadow hat gelernt, immer dahin abzuwenden, wo ich kurz die Hand etwas nach außen schiebe, so dass er sie wieder in seinem Sichtfeld hat. Ob dies nun eine einfache Richtungsänderung, eine Kehrtvolte, Hinterhandwendung oder ein Kurzkehrt ist, spielt dabei keine Rolle. Das „Blinken“, wie mein Mann es spaßeshalber nennt, funktioniert bei jeglicher Form der Wendung. Des Weiteren nutze ich bei der Langzügelarbeit am Halsring Pfiffe und Stimmkommandos für bestimmte Lektio nen. Hierbei war meine Inspiration die Arbeit der Holzrückepferde, eine sehr alte und sehr unterschätzte Kunst in der Pferdeausbildung, bei der die Pferde lernen, auf reine Stimmkommandos hin zentimetergenau zu arbeiten.

Gegenseitiger Respekt und ein partnerschaftliches Miteinander – das ist das „Geheimnis“ von 18 Jahren Erfolgsgeschichte unserer Bestseller-Autorin Karin Tillisch und ihres Wallachs Shadow


Interview zum Thema Longieren am Halsring

Mike Geitner:
Entwickler der Dualaktivierung©, Equi kinetic© und EquiClassic-Work©, Erfolgsautor, Pferdetrainer
www.pferde-ausbildung.de

Babette Teschen:
Entwicklerin des „Longenkurses“, Erfolgsautorin, Pferdetrainerin
www.wege-zum-pferd.de

Welche Grundvoraussetzungen muss Ihrer Meinung nach ein Pferd mitbringen, um am Halsring an Longe, Doppellonge und Langzügel gesund und sinnvoll gearbeitet werden zu können?

Babette Teschen: Das Pferd sollte schon eine gesunde Laufmanier an der einfachen Longe und Doppellonge gelernt haben. Es sollte gelernt haben, auf der Kreisbahn in guter Balance und Biegung zu laufen und sich vom Longenführer über Körpersprache lenken zu lassen.

Mike Geitner: Wenn das Pferd ohne Kappzaum longiert wird, muss es völlig selbstständig in Haltung gehen können und auch die korrekte Innenstellung auf der Zirkelbahn halten können. Ein Longieren des Pferdes ohne diese korrekte Innenstellung ist für mich persönlich eher ein „Trockenschleudern“ und hat meines Erachtens nach mit korrektem Longieren nicht viel zu tun.

Welche Voraussetzungen muss der Longenführer mitbringen?

Babette Teschen: Was der Longenführer mit dem Pferd am Halsring erarbeiten möchte, sollte er im Vorfeld gut an Longe/ Doppel longe/Langzügel mit Kopfstück beherrschen. Die Kommunikation und Hilfengebung muss fein funktionieren. Er muss in der Lage sein, sein Pferd über Körpersprache zu lenken, nicht mithilfe der Longe.

Mike Geitner: Der Mensch braucht: ein gutes Auge, viel Gefühl und vor allem auch Timing. Durch die Equikinetic lernt das Mensch dieses genaue Hinschauen, dosiertes, gezieltes Einsetzen der Hilfen und auch, die Signale sehr fein zu geben.

Inwieweit kann Ihre Trainingsmethode Pferd und Mensch auf die Longenarbeit am Halsring vorbereiten? Sprich, welche Übungen aus Ihrer Trainingsmethode/ Ihrem Buch empfehlen Sie hierbei besonders zur Vorbereitung?

Babette Teschen: Durch die Arbeit nach dem Longenkurs lernt das Pferd, in gesunder Manier auf der Kreisbahn zu laufen. Eines der Ziele der Arbeit nach dem Longenkurs ist, das Pferd perfekt für die Freiarbeit in guter Laufmanier vorzubereiten. Das Pferd mit dem Halsring zu longieren ist ein sinnvoller Zwischenschritt, bevor dann auch dieser entfernt wird.

Mike Geitner: Die Equikinetic schafft durch den Aufbau von Kraft, Balance und Hankenbeugung die idealen Voraussetzungen für das gesunde Longieren am Halsring. Das Pferd kann durch feine Signale über unseren leichten Kappzaum lernen, selbst die korrekte Haltung und Biegung einzunehmen und diese dann auch selbstständig zu halten.

Was sind Ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Longieren am Halsring?

Babette Teschen: Ich verwende das Longieren am Halsring gerne als Zwischenschritt vor der Freiarbeit. In einigen Fällen habe ich Pferde direkt mit Halsring longiert, die auf einen Kappzaum negativ reagieren oder auf die Einwirkung am Kopfmit Verwerfen im Genick oder mit anderen Fehlern antworten.

Am besten beginnt man das Halsringlongieren im Round Pen und bleibt hierbei auch so lange …


… bis das Pferd eine natürliche gesunde Selbsthaltung in allen Gangarten gefunden hat und diese problemlos halten kann