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MIT DEM STRIEGEL IN ALLE KULTUREN


bioland - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 06.04.2021

Ackerbau

Artikelbild für den Artikel "MIT DEM STRIEGEL IN ALLE KULTUREN" aus der Ausgabe 4/2021 von bioland. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Bioland-Berater kennen die Striegel verschiedener Hersteller und können die Einstellungen und Wirkungsweisen erklären.

Der Striegel ist ein Allround-Gerät in der mechanischen Beikrautregulierung. Durch sein breites Einsatzspektrum und die selektive Arbeitsweise ist er in fast allen Kulturen ein wertvoller Helfer. Hier liegen aber auch die Herausforderungen. Abhängig von de Einstellung reißt der Striegel nur 30 Prozent der Beikräuter aus, während er die anderen 70 Prozent verschüttet. Das Gerät muss also selektiv arbeiten, um das Beikraut zu regulieren und die Kulturpflanzen möglichst nicht zu verletzen. Die Einstellungen am Striegel und der Zeitpunkt des Einsatzes sind dabei entscheidend. Ein stabiles Ökosystem Acker braucht jedoch auch Begleitflora. Das schont Nützlinge und erhält die Artenvielfalt. Daher müssen Sie den Striegel mit anderen ackerbaulichen Maßnahmen kombinieren.

Den Einsatz vorbereiten

Bereits vor der Aussaat sollten Sie folgende Punkte beachten:

■ Eine exakte Beikrautregulierung erfordert ...

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... auch ein exaktes Saatbett. Achten Sie bei der Grundbodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Aussaat auf eine

ebene Bodenoberfläche. Walzen vor oder nach der Saat kann hilfreich sein

■ Orientieren Sie sich für die Tiefenablage des Saatkorns an der maximal möglichen, kulturartspezifischen Saattiefe. Beschädigungen am Saatkorn werden dadurch reduziert und es fällt später leichter, den Striegel auf die Tiefe einzustellen.

■ Erhöhen Sie die Saatmenge um circa 10 bis 20 Prozent. Das gleicht spätere Kulturpflanzenverluste beim Striegeln aus.

Das ist wichtig am Einsatztag:

■ Der Boden sollte tragfähig und die oberen Bodenschichten ausreichend trocken und krümelig sein. Oberflächlich verkrustete Böden können Sie vorher mit einer Cambridge-Walze leicht anbrechen. Zu nasse Böden verschmieren und der Regulierungseffekt bleibt aus.

■ Der Einsatztag sowie die kommenden ein bis zwei Tage und Nächte danach sollten frostfrei und trocken sein. Die mechanische Belastung verursacht häufig leichte Schäden an den Kulturpflanzen. Temperaturen über dem Gefrierpunkt helfen den Pflanzen bei der Wundheilung.

■ Striegeln Sie möglichst am Mittag oder Nachmittag. Bei wärmeren Temperaturen reduziert sich der innere Zelldruck in den Pflanzen. Sie werden dadurch elastisch und knicken nicht ab.

Die Einstellung zählt

Die Striegelzinken steuern die Wirkung auf die Beikräuter. Drei Faktoren bestimmen dabei das Ergebnis:

■ der Anstellwinkel der Striegelzinken zur Bodenoberfläche

■ der Druck auf den Striegelzinken

■ die Fahrgeschwindigkeit. Im Normalzustand sollten Sie den Striegel mit dem Oberlenker so einstellen, dass der Striegelrahmen und die Striegelfelder waagrecht zur Bodenoberfläche stehen. Die weiteren Einstellungen sind abhängig von der jeweiligen Tätigkeit.

Striegeln im Vorauflauf („Blindstriegeln“):

Das Blindstriegeln findet zwischen Saat und Auflaufen der Kulturpflanze statt. Der begrenzende Faktor ist dabei die Saattiefe und die Länge des Keimsprosses. Sie geben vor, wie tief der Striegel maximal in den Boden eingreifen darf. Zum Beispiel: Ein Maiskorn in 5 cm Saattiefe hat bereits einen 2 cm langen Keimspross im Boden gebildet. Die maximale Arbeitstiefe beträgt deshalb 2 cm. Im Vorauflauf sind zudem die meisten Beikrautsamen höchstens angekeimt. In diesem Stadium verschüttet der Striegel die Beikräuter nur und reißt sie nicht heraus.

Sie sollten die Striegelzinken so einstellen, dass sie nur flach in den Boden eindringen, aber viel Boden vor sich herschieben. Stellen Sie den Zinken daher schleppend ein. Das bedeutet, mit einem Neigungsgrad der Zinkenenden von 90° zur Bodenoberfläche. Der Druck auf die Striegelzinken sollte eine Arbeitstiefe von 1 bis 2 cm gewährleisten. Die Arbeitsgeschwindigkeit kann je nach Bodenoberfläche etwa 5 bis 10 km/h betragen. Beachten Sie aber, dass bei höheren Fahrgeschwindigkeiten die Genauigkeit der Tiefenführung abnimmt.

Striegeln im frühen Nachauflauf:

Beim Striegeln im frühen Nachauflauf sollten Sie darauf achten, den Striegel nicht zu aggressiv einzustellen. Die meisten jungen Kulturpflanzen reagieren empfindlich auf ein Verschütten in der frühen Jugendphase. Der Boden darf sich nur so wenig wie möglich bewegen. Zudem sind bereits die ersten Beikräuter aufgelaufen. Besonders jene, die das Blindstriegeln überstanden haben, müssen Sie nun mit dem Striegel herausreißen. Je mehr Zeit im Nachauflauf vergeht und je mehr die Kulturpflanze sich festigt und verwurzelt, desto aggressiver können Sie den Striegel einstellen und auch wieder Boden bewegen.

Sie sollten die Zinkenenden auf „Griff“ einstellen. Das heißt, dass der Winkel im Vergleich zum Blindstriegeln etwas abgeflacht wird. Somit schiebt der Striegelzinken weniger Boden vor sich her. Das verschüttet nur wenige junge Kulturpflanzen, aber reißt besser Unkräuter aus. Es gibt dafür zwei kulturabhängige Strategien:

■ Kulturen mit starker Empfindlichkeit gegenüber Verschütten: Zinkenende im Winkel von 30° bis 40° zur Bodenoberfläche einstellen. Die Zinken bewegen sehr wenig Erde vor sich her, gleichzeitig dürfen Sie nur wenig Druck auf die Zinken geben, um ein zu tiefes Eindringen zu vermeiden.

■ Kulturen mit geringerer Empfindlichkeit gegenüber Verschütten: Das Zinkenende im Winkel von 50° bis 70° zur Bodenoberfläche einstellen. Die Zinken bewegen etwas mehr Erde vor sich her. Über die Stärke des Drucks regulieren Sie, wie tief der Zinken in den Boden eindringt.

Der Markt bietet immer mehr Striegelgeräte an. Diese lassen sich in zwei Striegelsysteme einteilen, die direkt gefederten Zinkenstriegel und die indirekt gefederten Zinkenstriegel.

Bei direkt gefederten Striegelsystemen ist die Feder im Rahmen verbaut. Über die Rahmenhöhe können Sie Gewicht auf die Striegelfelder geben und auch wieder nehmen, um dadurch den Anstellwinkel der Zinken anzupassen. Bei indirekt gefederten Striegelsystemen verfügt jeder Striegelzinken über eine eigene Zugfeder. Über die Vorspannung der Feder regulieren Sie den Druck auf die Zinken.

Wirkung überprüfen

Die ersten Pflegegänge mit dem Striegel in jungen Kulturpflanzenstadien sind oft kritisch, aber auch wirkungsvoll. Hier gilt es, das richtige Verhältnis zwischen Unkrautreduzierung und Kulturpflanzenverlusten zu finden. Eine Hilfestellung kann das Minimum-Maximum-Prinzip sein: Das Minimum gibt an, wie aggressiv Sie den Striegel mindestens einstellen müssen, um einen Wirkungserfolg zu haben. Das Maximum gibt an, wie aggressiv der Striegel maximal arbeiten darf, damit die Kulturpflanzenverluste vertretbar sind. Je kleiner das Beikraut und je größer die Kulturpflanze, desto einfacher gestaltet sich die Entscheidung. Gehen Sie dabei mit System vor:

■ Vergleichen Sie die bearbeitete und unbearbeitete Fläche während des Einsatzes durch Auszählen oder Abschätzen: Wie viele Beikräuter wurden verschüttet und/oder herausgerissen? Wie viele Beikräuter haben den Bearbeitungsgang überstanden? Wie stark wurde die Kulturpflanze geschädigt?

■ Führen Sie im Anschluss einen Vergleich verschiedener Einstellungen am Striegel durch und beurteilen Sie das Ergebnis der verschiedenen Varianten. Nur so können Sie den Wirkungsgrad optimieren.

■ Dokumentieren Sie die Ergebnisse, um die Notwendigkeit weiterer Arbeitsgänge abschätzen zu können.

■ Sind Sie trotz optimierter Einstellungen mit dem Ergebnis des ersten Striegeldurchgangs unzufrieden, können Sie in Getreidebeständen sofort ein zweites Mal striegeln. Fahren Sie dabei zum Beispiel in Gegenrichtung oder diagonal zur ersten Fahrt, um das Ergebnis zu verbessern.

■ Beobachten Sie die Fläche in den nächsten Tagen. Ist eine erneute Bearbeitung notwendig? Gehen Sie dann wieder systematisch von Anfang an vor.