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Mit der DG 300 auf Kalckreuths Spuren


segelfliegen - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 27.08.2019

Es ist 18:15 Uhr und die Sonne steht schon tief über der Rhön. Ich sitze seit acht Stunden in der DG 300 und es sind noch 20 km bis zur Wasserkuppe. 200 m fehlen mir auf den Platz und ich kann den Bart, den David und Markus eben verlassen haben, nicht zentrieren.


Artikelbild für den Artikel "Mit der DG 300 auf Kalckreuths Spuren" aus der Ausgabe 5/2019 von segelfliegen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Markus, Martin und Rückholer Toni auf der Wasserkuppe


FOTOS: DAVID RICHTER-TRUMMER, MARKUS ZINGERLE

Alle drei im Bart am großen Rachel, darunter unsere Flugroute


Die Luft ist raus und ich fliege ohne Plan ab in Richtung Wasserkuppe. Bei Gersfeld sehe ich, dass es für eine sichere Einteilung auf einem neuen Platz definitiv nicht reicht und drehe ...

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... nach Norden. Irgendwo dort vorn soll der Schleicher-Hausplatz Huhnrain sein, aber ich sehe ihn nicht und überlege in Zeitlupe, was zu tun ist. Wandersegelflug als romantische Idee, auf Kalckreuths und Karchs Spuren, und jetzt DAS? Wie in drei Teufels Namen bin ich auf meine alten Tage nur hierher geraten?

Begonnen hatte die Unternehmung wie so oft mit Winterlektüre, dem lustvollen „Sich-Reinträumen“ in die Flüge der Segelflugpioniere. Konkreten Appetit bekam ich auf das „Wandern mit Flügeln“, wie Kalckreuth so treffend schreibt, beim Lesen der Berichte von Jan Lyczywek, den Darstellungen auftravelbyglider.de von Chris und den vielen andern, die entspannt von Platz zu Platz gegondelt waren und nette Leute getroffen hatten. Das wollte ich auch versuchen! Doch so ganz ohne Backup und Anhänger traute ich mir die Sache nicht zu und so suchte ich gleichgesinnte und gleichgerüstete Mitflieger.
DG-300-Wandersegelflug, so die Idee, alle mit dem gleichen Flugzeug und ein Freund zieht uns für den Fall einer Außenlandung meinen Anhänger nach. Viele fanden die Idee interessant, doch der eine hatte keine Zeit, der andere wollte abwarten, wie es beim ersten Mal so läuft – man kennt das ja. Übrig blieben Ende Juni David, mehrfacher österreichischer Staatmeister, WM-Teilnehmer und Freund sowie Markus, einer seiner Innsbrucker Fliegerkameraden. Toni, ein unternehmungslustiger Zimmermann, würde mit dem Anhänger mitfahren und sich unterwegs die tollsten Kirchen und ihre Dachstühle ansehen, so der Plan. Wohin sollte die Reise gehen? Einmal rund um Tschechien, oder einfach dorthin, wo das Wetter gut wäre. Am 08. Juli sollte es losgehen, denn das Wetter sah in Ostösterreich am 07. Juli alles andere als toll aus. Wind, Regen und tiefe Basen ließen uns den Start unsicher erscheinen.

Nationalpark Bayerischer Wald, Hintergrund Trinkwasserspeicher Frauenau


Als wir uns am Morgen des 08. Juli in Schärding treffen, verbessert sich die Wetteroptik glücklicherweise rasch und die gastlichen Fliegerkollegen von LOLS stehen uns mit Rat und Tat zur Seite. Wir starten auf der 32 ab 12:00 Uhr zum empfohlenen Standardbart am Feichtberg, und nachdem wir alle drei auf 1500 m sind, geht es um 13:00 Uhr über die Donau nach Norden in Richtung Moldaustauseen. Unser vorläufiges Tagesziel ist Erbendorf, 190 km den Bayerischen Wald hinauf nach Nordwesten. David fliegt mit seiner H 301 voraus, ich in meiner DG 300 hinterher, Markus auf Ventus 2cxa macht den gleitzahlentspannten Schlussmann.
Nach einem vermurksten Start mit einem Außenlandeschaden gleich zu Beginn der Saison habe ich bis dato 2019 nicht allzu viele Starts im Flugbuch und bin dementsprechend unroutiniert. Dies zeigt sich auch bald, als ich um 13:20 Uhr am Dreisesselhaus an der deutsch-tschechischen Grenze den verblasenen Bart nicht zentrieren kann und David zu meiner Unterstützung ein Stück zurück fliegen muss. Das fängt ja gut an! Um 13:50 Uhr sind wir wieder auf Kurs, im Naturpark Bayerischer Wald steigt die Basis auf beruhigende 2000 m und um 15 Uhr passieren wir Arnbruck. Toll, die für mich neue Landschaft mit ihren Waldrücken und Wiesengründen, den Aussichtsbergen und Dorfflecken. Doch nicht zuviel geschaut! Teamfliegen ist für den Novizen recht anstrengend, zu weit zurück und du bekommst die Linie nicht mit, zu knapp dran und du machst dir und dem Leitwolf Stress.
Um 15:45 Uhr fliegen wir an der Grenze über Tillyschanz. Was der katholische Feldherr des Dreißigjährigen Krieges wohl gesagt hätte angesichts der drei weißen Riesenvögel am Himmel? Sicherlich irgendwas mit „Maria hilf!“ und „Teufelszeugs“!
Um 16:00 Uhr verleiht ein guter Bart über Furth dem Flug Leichtigkeit und querab von Weiden rufen wir nach Erbendorf hinein. Dort meldet sich jedoch niemand und David disponiert mit Burg Feuerstein auf einen Platz um, an dem wir am Folgetag sicher einen F-Schlepp bekommen. Nördlich von Grafenwöhr mit seinen riesigen militärischen Anlagen drehen wir auf Westkurs. Trotz des herrschenden NO-Windes stehen schöne Bärte, mit ausreichender Höhe melden wir uns in Burg Feuerstein. Unsicher über die Platzhöhe frage ich nach und bekomme freundlich Auskunft: Platzrunde 2400ft MSL, Piste 26. Um 17:23 Uhr lande ich, überrascht über die erst ansteigende und dann abfallende Piste.

Über dem Drachensee bei Furth


Burg Feuerstein


Südlich von Bamberg


Wolkenstraßen über einer Mainschleife südlich von Kitzingen


Erster Tag: Geschafft! „Wenn ich jetzt von Varese berichte, dann wird, gelingt mir meine Absicht, aus jeder Zeile Dank sprechen“, schreibt Jochen von Kalckreuth über seine italienischen Jahre. Denke ich an unseren Besuch auf Burg Feuerstein, geht es mir ebenso: David und Markus treffen im Gasthaus Pächter Chris, einen alten Bekannten aus Innsbruck.
Der Leiter des Team Feuerstein, Michael Zistler, bringt uns alle unkompliziert und unglaublich hilfsbereit für die Nacht unter, Gerd Böcher hilft uns die Flieger versorgen und gemeinsam mit Piloten und Fluglehrern essen wir beim Pfister in Weigelshofen köstlich zu Abend. Dort gibt´s selbstgebrautes Bier, fränkische Spezialitäten und als Nachtisch Thermikpfannkuchen! Was will das Segelfliegerherz mehr! Wir vier Österreicher fühlen uns willkommen, unterstützt und bestens versorgt. Für Wanderflieger ist der Platz in der Fränkischen Schweiz ein Muss!

Linie schlägt Steigen


Erschöpft vom langen Tag und seinen vielen Eindrücken gehe ich zu Bett. Wird es morgen einfacher werden? Werde ich mit David und Markus mitkommen? Doch wie sagt der große Wolfram aus dem fränkischen Eschenbach, das grad eine knappe Flugstunde entfernt ist, am Anfang des Parzival: „Wem Zweifel an dem Herzen nagt, Dem ist der Seele Ruh versagt.“ Also, geschlafen jetzt, es wird sicher alles gut gehen!

Der 09. Juli ist ein herrlicher Tag. Wir beginnen ihn mit einem ganz feudalen Frühstück vor dem Tower im Kreis der Fliegerkollegen. Gerd hat frisches Gebäck besorgt, es gibt von süß bis deftig alles, was das Herz begehrt. Die Wetteroptik ist vielversprechend, Begleiter Toni freut sich nach dem vortägigen Besuch Regensburgs schon auf den Bamberger Dom. Er wird auf die Wasserkuppe vorfahren, die wir mit einem „Umweg“ über den Schwarzwald ansteuern wollen.
Wir starten kurz vor 11:00 Uhr in der bewährten Reihenfolge David/Martin/Markus von Piste 26 und sammeln uns nördlich des Platzes. Erst geht es bei eher niedriger Basis der A 73 entlang nach NO bis südlich von Bamberg, dann westlich, an Kitzingen vorbei, durch Mainfranken. „Ganz andere Gegend als gestern!“, denke ich mir. Der Wind bläst wie am Vortag aus NO, mit ca. 10 km/h allerdings etwas schwächer. Leider wird er im Tagesverlauf auf N drehen, aber das weiß ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Trotz der für mich ungewohnt niedrigen Basis geht es unter Wolkenstraßen gut voran. „Linie schlägt Steigen!“, ruft David begeistert in den Funk. Mit wenigen Kreisen geht es in Richtung Südwesten, südwestlich von Giebelstadt geht’s um 12:15 Uhr nach Baden-Württemberg hinein und der Himmel hängt voller Geigen bei einem lässigen Schnitt von 75 km/h.

Wir drehen weiter nach Süden und queren südlich von Mosbach um 13:00 Uhr den Neckar. Es geht immer besser, die integrierten Steigwerte nähern sich den 2 Metern und wir lassen Neckarsulm und Heilbronn links liegen. David zeigt mir Bruchsal, wo sie meine DG 300 entwickelt haben, und um 13:45 Uhr sind wir über Schwann-Conweiler. Mir ist heiß und trotz Davids Ermahnungen, viel zu trinken, bin ich schon etwas müde. Ich schlage vor, zu wenden, und wir machen uns auf den Rückweg. Die Wasserkuppe als Ziel ins LK8000 getippt: 211 km. Na dann!
Bis Heilbronn folgen wir der gleichen Linie wie beim Hinflug, dann geht’s in Richtung Norden. Auf der Höhe von Sinsheim komme ich das erste Mal tief und brauche eine Viertelstunde für 500 Höhenmeter. Na das wird jetzt lustig, 15:00 Uhr, Wasserkuppe 153 km. David treibt uns mit einem gewohnt knappen „Abflug!“ weiter und wir fliegen über Mosbach nach NNO. In der Nähe von Mudau sehe ich die Gegend um 15:20 Uhr schon wieder ungemütlich deutlich, grade noch sind die Nummernschilder der Autos nicht zu entziffern. Dafür kann ich von unten eine LS 8 begutachten, die über mir das Wasser ablässt. Nullschieber, Kreisen, Zentrieren. „Steiler!“ ruft mir David zu und ich tue, was ich kann. Wieder unendlich lange 20 Minuten für 560 Höhenmeter.

Weiter geht es ohne wirklich gute Linien erst nach Osten, dann nach Norden, bei Wertheim bekomme ich einen Bart nicht in den Griff. Wir fliegen weiter und bei Rothenfels bin ich zum ersten Mal wirklich tief. „Platzrundenhöhe über Waldstück“, ein Dramolett in drei Akten: Schock, Nullschieber („Martin, HALT ihn FEST!“) Steigen. Uff, noch mal gerettet. Abflug 17:00 Uhr, noch 75 km bis zur Wasserkuppe. Wir fliegen in ruhiger Luft nach Norden, queren bei Lohr wieder den Main und kommen tiefer und tiefer. David steigt mit seinem Können auch über einem Heißluftfön, Markus ist im Ventus auf komfortabler Höhe, doch mir wird ganz und gar unwohl bei all dem Wald, der immer näher kommt. Bittebitte, lieber Segelfliegergott, keine Außenlandung im Spessart! Wer weiß, vielleicht ist das Außenlandungsübernachtungswirtshaus eine Räuberhöhle! Ich halte schon nach einer Wiese Ausschau, da zupft es endlich. Ich drehe ein, kann die Thermik aber nicht gut zentrieren und auch Davids Tipps erreichen mich nicht mehr wirklich. Langsam kämpfe ich mich auf Basishöhe.
Um 17:40 Uhr fliegen wir ab, Wasserkuppe: 57 km. Die für mich ungewohnt lange Zeit im Cockpit hinterlässt ihre Spuren: bei Heubach, 20 km vor dem Ziel, eiere ich im bitter notwendigen Endanflugbart herum, bis die beiden Freunde abfliegen. Sie haben alle Pinkelbeutel aufgebraucht und müssen unbedingt landen. Unbestätigten Gerüchten zufolge sehen manche die Gegend schon in Gelb, Abendsonne ungeachtet. Ich fliege mit -200 ohne rechten Plan in Richtung Ziel ab; bei Gersfeld merke ich, dass das erhoffte Wunder am Höhenmesser ausbleibt.

Tiefe Rettung bei Rothenfels


Ich drehe nach Norden, wohin mich das LK8000 schickt, um den Huhnrain zu erreichen, und stolpere mehr oder weniger in den rettenden Bart. Wie doch so ein Steigen die Stimmung im Nu verändert! Segelfliegen, ein Wechselbad zwischen grimmigem Stress und reiner Freude! Um 18:52 Uhr, auf angenehmen 1200 Metern, rufe ich die Wasserkuppe und erbitte Landeinformation. Der Platzbetrieb ist schon eingestellt und David sagt mir Landerichtung und Wind durch. „Achtung Martin, halbe Klappen, genug Fahrt, die Piste steigt an!“ Im goldenen Abendlicht lande ich auf der Wasserkuppe, nach 08:07 Stunden. Toni ist da, er fragt mich, ob er mir aus dem Cockpit helfen soll. Na, das geht gerade noch. Ich kann mein Glück kaum fassen, es ist sich doch noch ausgegangen!

Mittwoch morgen sitzen wir im Restaurant „Peterchens Mondfahrt“ und genießen wieder ein tolles Frühstück.

„Soll es weiter rund um Tschechien gehen?“, ist die Frage. Ein Tag nach Nordosten, dann nach Süden durch Tschechien nach Hause, dann soll ja das schlechte Wetter da sein. Ich traue mir einen starken Tag und einen Folgetag mit schwierigen Bedingungen nach der gestrigen tour de force nicht zu und wir kommen überein, den Heimweg nach Schärding anzutreten.
Startaufstellung in gewohnter Reihenfolge um 11:00 Uhr, hinter den Segelfliegern im Zuschauerbereich fährt der Nachwuchs flugbegeisterter Eltern auf kleinen Tretrollerflugzeugen um die Wette. Kurioses Detail des Starts: Der abschüssigen Bahn wegen legt mir der Starthelfer einen Holzkeil unter das Rad, damit ich nicht wegrolle. Start um 11:12 Uhr, die Schleppmaschine beschleunigt wie ein Flugzeugträgerkatapult und im Nu sind wir auf 1400 m. Wir nehmen bei Wind aus NW Kurs auf Suhl, die Höhe ist wie am Vortag anfangs nicht berauschend, aber wir kommen zwischen 1200 m und 1500 m gut voran. 10 km vor Suhl dreht David auf SO-Kurs und kommt über unglaubliche Strecken ohne Kreisen aus. Nach dem Abflug aus einem Bart zieht er meist die Klappen und fliegt unter mir vor. Nach einiger Zeit stelle ich dann verwundert fest, dass er wieder auf meiner Höhe fliegt, tragende Linien besser nützend. Markus hält sich wie an den Vortagen hinter und über mir auf, es ist beruhigend, zu wissen, dass ich nicht auf ihn achten muss und mich auf das Nachfliegen und Zentrieren fokussieren kann.

Wasserkuppe im Abendlicht


Kreuzberg/Freyung: Die runde Siedlungsform des Waldhufendorfs ist gut erkennbar


Herrliches Wetter auf dem Heimweg


LOLS: Start und Ziel


Um 13:00 Uhr sind wir bei Kulmbach, bei Bayreuth steigt langsam die Basis. Um 13:40 Uhr passieren wir unser erstes Ziel von Montag, Erbendorf, und fliegen bald mit etwas höherem MacCready die tschechische Grenze entlang. Kurz vor Furt überfliegen wir die Aussichtswarte Cerchov; wie schön, dass es den eisernen Vorhang nicht mehr gibt und ich gefahrlos von Deutschland nach Tschechien und zurück fliegen kann. Ich hätte mir das als junger Mann zu Zeiten des kalten Krieges nicht träumen lassen!
In Furt steht über einem riesigen Parkplatz ein schöner Bart, der uns auf 1800 m bringt. Zu Davids Unwillen kurble ich östlich von Cham noch auf 2100 m auf, der gestrige Tag steht mir noch vor Augen. „An so einem Tag kurbelt man nicht!“, meint unser Leader, und ihm nachfliegend kann ich ihm nur Recht geben. Für David ein 1000er Tag, den er leider mit für ihn viel zu niedrigen Schnitten verbringt, für mich ein großartiger Abschluss unserer Tour. Östlich von Elsenthal kurbeln wir auf Endanflughöhe auf und gleiten bei prächtiger Optik nach Süden. Welch ein Unterschied zum Vortag, welch wunderbarer, stimmiger Ausklang!

Ich lande kurz vor Vier in Schärding. Drei Tage voller Staunen, Stress, Erfüllung, Glück und Lernen liegen hinter mir. David war ein umsichtiger, kompetenter Führer, Markus ein verlässlicher, froher Kamerad, Toni ein fröhlicher und geschickter Begleiter, der nach zweimal Hinsehen ein Segelflugzeug aufrüsten konnte.

Ob ich so eine Wanderung mit Flügeln wieder machen werde? Sicherlich, nur mit etwas anderen Voraussetzungen: hoffentlich mit ebenso tollen Kameraden, aber auch mit mehr Routine, mit besserer Technik und mit klareren Limits, die man dann auch nicht überschreitet. Oder, wie David es auf den Punkt brachte: „Jetzt fliegst mal 200 Stunden, und dann reden wir weiter!“