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Mit Forster auf großer Tour


Reisemobil International - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 09.08.2019

Sportliches Outfit, fairer Einstiegspreis: Der Forster I 738 EB probt den Auftritt für die gehobene Mittelklasse der Integrierten. Eine Testfahrt ins sonnige Sizilien.


Artikelbild für den Artikel "Mit Forster auf großer Tour" aus der Ausgabe 9/2019 von Reisemobil International. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Reisemobil International, Ausgabe 9/2019

Karsten Kaufmann

Dinette mit viel Platz und einem komfortabel zu bedienenden Verstellund Arretiersystem. Im Sommer ist die Kunstlederausstattung der Sitzbank und Fahrersitze nicht jedermanns Geschmack. Extrem lästig: Die Gurtstraffer der AgutiFahrersitze. Möchte man sich während der Fahrt die Sonnenbrille auf dem Armaturenbrett greifen oder das Radio bedienen - in neun von 10 Situationen hält einen der Gurt zurück. Nervtötend.


Manche sagen, ...

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... die meisten Integrierten sind teuer und spießig. Mag sein, die meisten. Nicht so der Forster I 738 EB. Zum einen startet er preislich ein paar Euro unter der 60.000 Euro-Grenze und ist damit weit von dem Attribut teuer entfernt – zum anderen rollt er mit sportlichem Gesicht und einem so gar nicht angestaubten Exterieur zum Test in die Redaktion. Erster Eindruck? Gelungen.

Kleiner Zeitsprung, Ortswechsel: Palermo. Selten beginnt ein Praxistest von RMI so südlich wie in diesem Fall, von der „kurzen” Anreise von Stuttgart zum Fährhafen in Genua einmal absehen. Trotz voller Beladung und vergleichsweise langem Hecküberhang rollen wir mit dem Forster entspannt und ohne Heckkontakt von der Fährrampe in den Hafen – wenige Minuten später verschluckt uns der atemraubende Verkehr der süditalienischen Metropole. Wieselflinke Vespas schneiden die Fahrspuren in völlig unorthodoxen Winkeln, ein wildes Überholen und Hupen erfordert die volle Aufmerksamkeit vom Fahrer. Die Übersicht zu behalten fällt schwer, die Kombination aus riesigen Rückspiegeln und ausladender A-Säule erschwert erheblich die Übersicht nach links. Ein Problem, das sich der Forster mit zahlreichen Integrierten teilt

Nach einem Kurzstopp beim Bäcker verbaut uns ein quer geparkter Audi die Ausfahrt aus dem Parkplatz, wir müssen im Verkehrsgetümmel zurücksetzen, etwas kritisch ohne installierte Rückfahrkamera. Keine Frage: die gehört serienmäßig in ein Fahrzeug dieser Größe.

Kommen wir zu den angenehmen Dingen: Auf der gut ausgebauten E90 rollen wir später entspannt ostwärts Richtung Villabate. Der 150-PS-Diesel schnurrt und bewegt den 3,5-Tonner auf Fiat-Breitspurchassis spielend vorwärts, die Gänge des Schaltgetriebes lassen sich fiatspezifisch problemlos, wenn auch nicht seidenweich einlegen. Geschenkt. Die große Panoramascheibe an der Front ist ein Gedicht, gibt sie doch den Blick weit nach oben frei - phantastisch. Ganz ohne Frage einer der attraktivsten Vorzüge, die ein Integrierter zu bieten hat. Gemessen an seiner Größe fährt sich der Forster souverän und ausgewogen, keine übermäßigen Wankbewegungen stören in Kurven, so weit, so gut. Schaut man dem Forster ins Gesicht, blinzeln einen Fiat-Originalscheinwerfer an. Das spart nicht nur in der Herstellung Kosten, es ist im Falle eines Defekts auch für den Kunden die günstigste Option. In den holzfreien Gfk-Wänden mit XPS-Kern verbaut Forster serienmäßig Rahmenfenster, mit ein Grund für den hochwertigen Auftritt des Integrierten.


Ein Blick auf das Stauraumangebot: In der gewaltigen, rund 1,4 Meter hohen Heckgarage verstauen wir vor der Abreise sechs mobile Sat-Anlagen für einen Vergleichstest, ebenso viele mobile Solaranlagen plus Campingstühle und weiteres Testequipment. Es hätten sogar noch zwei Klappräder Platz gefunden.

Auch im Innenraum gibt es Stauraum satt. Rund um die Einzelbetten im Heck spannen sich geräumige Staufächer an der Decke, unterm Fußbereich beider Betten öffnen sich gewaltige Stauräume, der rechte gilt als Kleiderschrankersatz. In der Küche findet sich angemessen viel Platz in einem überaus praktischen Apothekerschrank und zahlreichen Schubladen– deren Riegel verklemmen allerdings regelmäßig beim Öffnen und rasten beim Schließen nicht mehr ein – wiederholt gehen Schubladen Kurven auf. Der Dreiflammkocher macht mächtig Dampf unterm Kessel, Piezozünder sind serienmäßig an Bord. Sie funktionieren nur, wenn man am 12-Volt-Bedienpanel den AUX-Knopf aktiviert. Das muss man wissen – sonst dauert es etwas mit dem Frühstückskaffee. Die Edelstahlspüle ist schön groß und ebenso tief, sie teilt sich aber mit zahlreichen anderen Spülen in aktuellen Testfahrzeugen von RMI ein Ärgernis: das Wasser will partout nicht abfließen – im Bad übrigens auch nicht. Zum Köcheln findet sich wenig Platz in der Küche. Wer viel vorbereiten muss, zieht am besten an den mit 100 mal 70 Zentimetern großen Tisch der Dinette um, der sich übrigens vorzüglich verschieben und arretieren lässt. Rund um diesen finden, bei gedrehten Fahrersitzen, (sehr gute Drehkonsolen) fünf Personen Platz, kuscheln zwei etwas enger auf der recht breiten Seitensitzbank, können es auch mal sechs sein. Das Eco-Leather-Kunstleder der Dinettenpolster von Forster kommt nebenbei kein bisschen billig daher. Die wertige Optik passt.

An der Front setzt Forster auf serienmäßige Ducato-Scheinwerfer. Sieht schick aus, spart Kosten, wenn sie mal defekt sein sollten. Die Rahmenfenster verleihen dem Integrierten eine hochwertige Anmutung.


Die separate Duschkabine vor dem Heckbett wertet den Forster deutlich auf.


Das 230-Volt-Ladegerät für die winzige 80 Ah-Gel-Bordbatterie erlaubt die Einstellung der Ladekennlinie auf diesen Batterietyp – wurde werkseitig aber nicht richtig justiert. Richtig justieren – fertig.


Rollo an Windschutzscheibe: Manuell zu bedienen, aber absolut funktionell. Müsste links breiter sein, durch den Schlitz zur A-Säule scheint die Sonne dem Fahrer oft ins Gesicht.


Scheibenwischwasser: Der Einfüllstutzen liegt tief verborgen hinter der Frontmaske. Selbst mit einer Rüsselgießkanne hat man hier kaum eine Chance. Tipp: Langer Schlauch mit aufgesetztem Kanister.


Kabeltrommel: Der Außenstromanschluss hinten rechts ist leidlich hoch platziert, zum Anschluss an die Kabeltrommel benötigt man einen vergleichsweise langes CEE-Adapterkabel.


Vis à vis zur Küche: der gewaltige 160-LiterAbsorberkühlschrank samt separatem Eisfach – eine gute Kombi. Die Einzelbetten im Heck strecken sich zu einer Liegewiese von nahezu 2,1 mal 1,96 Metern, sieht man vom etwas kürzeren Mittelteil mit praxisgerechten, zweistufigen Aufstieg einmal ab. Die Matratzen sind vergleichsweise hart, Seitenschläfer wünschen sich mehr Liegekomfort. Mit Dachluke und Seitenfenstern ist der hintere Schlafbereich gut belüftet, hier nächtigt man auch im sonnigen Süden entspannt.

Das Hubbett über den Fahrersitzen ist neben der großen Frontscheibe der zweite gewichtige Kaufgrund für einen Integrierten. Es sitzt perfekt platziert unter der Decke an der Front und stört tagsüber nicht, die gelungene Mechanik überzeugt. 1,9 mal 1,4 Meter sind mehr als ein Notbett für Kinder, hier schlafen auch zwei nicht allzu groß gewachsene Erwachsene entspannt. Zwei wirklich gute Lesespots erleichtern dort die Lektüre, deutlich besser gelöst als an den Heckbetten. Hier muss man mit Strahlern von oben vorlieb nehmen, die weniger ins Buch aber vortrefflich in die Augen leuchten. In Sachen Beleuchtung ist der Forster gut aufgestellt, die zahlreichen Touch-LED-Spots lassen sich durch einen Finger-Tipp anschalten, die Farbe auf Blau wechseln oder eben wieder ausschalten. Klappt prima.

Einfach herrlich: die Trennung von Bad und Dusche. Beide Bereiche gewinnen deutlich, auch wenn man die zum Heckbett offene Dusche lieben muss. Das Bad ist geräumig, die Belüftung durch das kleine Seitenfenster passt, im pfiffig gelösten Schränkchen mit Schiebetüre lassen sich zahllose Hygieneartikel bestens sortiert verstauen, der Rest wandert in den Schrank unterm Waschbecken, in dem, optimal versteckt, der Halter fürs Toilettenpapier sitzt.

Ein kleines Manko findet sich an der Schiebetüre, die Bad, Dusche und hinteren Schlafbereich abtrennt: Ihr scharfkantiger Eingriff zum Öffnen und Schließen ist wenig praxisgerecht. Kommen wir daher zu ein paar Aufregern im Forster I 738 B: Standesgemäß verbaut Forster eine wertige Shurflo-Druckwasserpumpe – platziert diese aber, auf einer konstruktiv extra dafür ausgesparten Mulde, direkt auf dem Frischwassertank.

Die kleinen Schwingungsdämpfer schaffen es natürlich nicht, Pumpe und Tank zu entkoppeln, die anlaufende Pumpe hämmert laut vernehmlich auf dem Resonanzkörper Tank.
Der grundsätzlich sehr sauber gemachte Möbelbau im Forster steht im unüberhörbaren Kontrast zu den Klapperund Knarzgeräuschen beim Fahren. Hier muss der Hersteller deutlich nachbessern. Zumal die Geräuschkulisse beim Fahren durch ein mächtiges Rauschen vom Einstieg her untermalt wird. Hier installiert Forster ein dünnwandiges Kunststoffformteil – dieses ist weder entdröhnt noch isoliert. Spätestens ab 50 km/h drängen Reifen und Fahrbahngeräusche aufdringlich in den Innenraum. Zwei offene Lüftungsgitter zur Fahrbahn verstärken den Effekt – man fährt permanent mit dem Gefühl, die Aufbautüre sei offen. Da trösten die wirklich praktische, serienmäßig installiere Fliegengittertüre und die Einstiegsleuchte nur bedingt darüber hinweg. Karsten Kaufmann: Das Konzept des Forster

33@MEIN FAZIT

Karsten Kaufmann: Das Konzept des Forster I 738 EB geht mit wenigen Abstrichen voll auf. Schlafund Wohnbereiche sind mit attraktiven Detaillösungen charmant gestaltet – man fühlt sich wohl im Forster. In puncto Qualität muss die Fertigung bei SEA in Italien etwas nachlegen, sonst könnte der Aufstieg ins gehobene Mittelsegment der Integrierten schwer werden. Das sollte kein Problem sein: Die meisten Kritikpunkte sind mit Minimalaufwand zu beheben.

TECHNISCHE DATEN

Die beiden Einzelbetten im Heck ergeben mit dem Mittelteil eine Liegewiese von über zwei Metern Breite. Der Dreiflammkocher ist für große Töpfe etwas knapp bemessen, macht aber ordentlich Dampf unterm Kessel.


Basisfahrzeug: Fiat Ducato X290 35/36,5 Light, Breitspurchassis, 150-PS-Turbodiesel, Reifen: 215/70R15C, Sechsgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, Euro6
Maße und Massen: (LxBxH) 739 x 235 x 289 cm, Radstand: 404 cm
Betten: Einzelbetten im Heck 2 x 196 x 830 cm (plus Mittelteil 140 x 40 cm), Hubbett 190 x 140 cm
Füllmenge: Frisch-/Abwasser 110 (20) /135 l
Serienausstattung (u.a.): Boden, Dach, Wände aus holzfreiem Gfk, XPS-Isolierung, Schweller aus ABS-Kunststoff, Truma Combi 4, 160-Liter-Absorberkühlschrank, 3-Flamm-Kochfeld, Kunstlederausstattung, Mückengittertüre, Rahmenfenster, Hubbett, LED-Beleuchtung
Sonderausstattung (in Auszügen): Komfortpaket (Klimaanlage Fahrerhaus, elektrische Außenspiegel, lackierte Stoßstange vorn, Radkappen in Metallic-Optik, Sitze Fahrerhaus mit Armlehnen, CD-Radio mit Touchscreen, Lenkradfernbedienung, Sicherheitskomfortpaket (Beifahrerairbag, ESP inkl. Traction Plus, Tempomat, Berganund abfahrhilfe), 150 PS, Aufbautür mit Fenster und Zentralverriegelung Verbrauch: 12,4 l Grundpreis: 59.990 Euro Testwagenpreis: 66.440 Euro www.forster-reisemobile.de

LADETIPPS

Der Forster I 738 EB bietet für zwei Reisende noch attraktive Zuladungsreserven. Hier ist noch Luft für die Nachrüstung einer Markise, auch E-Bikes dürfen mit auf die Reise. Für vier Personen sieht es etwas enger aus - diese können nur mit leichtem Urlaubsgepäck und ohne gewichtiges Zubehör zusammen auf Tour gehen