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Mit Herz und Verstand


Audio Test - epaper ⋅ Ausgabe 7/2021 vom 08.10.2021

Dali Opticon Mk2 5.1

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Bildquelle: Audio Test, Ausgabe 7/2021

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7.2021 sehr gut (85 %)

Dali Opticon 6 Mk2 www.likehifi.de

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7.2021 gut (84 %)

Dali Opticon LCR

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7.2021 sehr gut (86 %)

Dali Opticon Vokal Mk2

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7.2021 sehr gut (88,5 %)

Dali SUB E-12 F

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Ein weiterer Sommer ist vorüber. Schon jetzt sind die Tage deutlich kürzer und kühles Oktoberwetter hält allerorts Einzug. Während wir daher auf der einen Seite sicherlich mit einer Träne im Knopfloch einem turbulenten Sommer nachsinnen, so freuen wir uns doch auf der anderen Seite auch ein wenig auf die kalte Jahreszeit. Denn jetzt, da wir nicht mehr das ganze Wochenende am See oder im Freibad zubringen, sondern uns bei gutem Wetter höchstens zu einem ausgedehnten Herbstspaziergang hinreißen lassen, kommt die Zeit, in welcher wir es uns zuhause wieder ordentlich gemütlich machen. Jedes Jahr lernen es viele aufs neue zu ...

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... schätzen, die Abende mit einer Tasse Tee oder einem Glas heißer Schokolade auf der Couch zu verbringen. Denn was gibt es in der nasskalten Jahreshälfte schöneres, als sich die Zeit mit einem guten Album oder einem spannenden Film zu vertreiben, während vor dem Fenster der Herbstregen fällt?

Hochsaison im Heimkino

Die ersten nasskalten Tage läuten auch in diesem Jahr wieder die Saison des hochfidelen Genusses ein. Zwar werden wir dieses Jahr offenbar nicht wieder Gefahr laufen, den Winter ähnlich isoliert und auf uns geworfen verbringen zu müssen, wie pandemiebedingt noch im vergangenen Jahr. Dennoch wird das heimische Entertainment-System bei den meisten auch trotz geöffneter Lichtspieltheater und Konzerthäuser wieder ordentlich heiß laufen.

Daher ist es uns natürlich ein Anliegen, mit dem Test eines Mehrkanalsystems all denen beratend zur Seite zu stehen, welche zur Zeit noch nicht optimal gerüstet sind und der Installation eines handfesten Heimkino-Setups nicht abgeneigt sind. Daher haben wir diese Ausgabe das dänische Traditionsunternehmen Dali um Testmuster der neuen Opticon 6 Mk2 Surround-Kollektion ersucht, welche wir Ihnen, hier auf den kommenden Seiten etwas genauer vorstellen möchten.

Verlässliche Quelle

Dem sei jedoch vorangestellt, dass uns Dali in den über ein Dutzend Begegnungen in den vergangenen Jahren stets zu beeindrucken wusste. Sowohl mit Stereo-Setups als auch mit größeren Installationen bis hin zum Atmos-Ensemble Rubicon 6 – Immer wieder haben sich die Dänen um ihren exzellenten Ruf verdient gemacht und dabei stetig ein Auge auf neue Bestmarken geworfen. Diese rissen sie schließlich im Sommer diesen Jahres mit dem Test der kabellosen Schaltzentrale mit integrierter Vorstufe Sound Hub Compact und dem Standlautsprecher Oberon 7 C. Beide wurden von Redaktionskollegen Johannes Strom mit 95 Prozent zur Referenzklasse geadelt und haben somit den Standard gesetzt, an dem sich seitdem Geräte ähnlicher Couleur messen lassen müssen. Zumindest in ähnlicher Anwendung. Denn unser heutiges Test-Ensemble wird sich an anderen Idolen orientieren, widmen wir uns doch in dieser Ausgabe ausgiebig dem Thema Heimkino und Mehrkanal-Setup.

Dali Opticon

Dafür haben wir erstmals Vertreter aus Dalis Opticon-Kollektion und den Subwoofer E-12F in unseren Redaktionsräumen zu Gast. Opticon Mk2, um genau zu sein. Also die kürzlich aktualisierten Editionen der Opticon-Modelle. Die Serie selbst umfasst sechs Lautsprecher und etwas Zubehör. Neben zwei Standlautsprecher-Modellen und zwei Kompaktmodellen zählen mit dem Center-Speaker Opticon Vokal Mk22 und dem Satelliten Opticon LCR Mk2 auch zwei dezidierte Heimkino-Lautsprecher zur Kollektion. Ebendiese umfasst auch unser Test-Ensemble, das Dali uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat. Als Frontpaar kommen bei uns zwei Modelle des Opticon Mk2-Flaggschiffs Opticon 8 Mk2 zum Einsatz. Und da dies unsere erste Begegnung mit Vertretern der Opticon-Familie ist, wollen wir Ihnen die einzelnen Vertreter zunächst etwas genauer vorstellen.

Opticon LCR Mk2

Dabei zäumen wir das Pferd sprichwörtlich von hinten auf und beginnen mit dem Surround-Speaker LCR Mk2. Dieser outet sich bereits auf den ersten Blick als Cineast. Denn mit einer Tiefe von gerade mal 12,8 Zentimetern (cm) und der rückseitigen Mounting-Vorrichtung eignet sich der Speaker ideal für eine unauffällige On-Wall-Montage und zentrale Seitenbeschallung. Wir können nur mutmaßen, ob die Produktbezeichnung LCR (als Left Center Right?) hier schon einen Hinweis darauf gibt. Jedenfalls werden wir den LCR Mk2 als schnöden Rear-Speaker missbrauchen, widmen wir uns doch einem 5.1-Setup, in welchem eine zentrale Seitenbeschallung bekanntlich nicht vorgesehen ist.

Hybrid Tweeter

Eine weitere Auffälligkeit des LCR Mk2 liegt seiner Hochton-Konstruktion. Denn hier finden wir sowohl Bändchen als auch Kalotte vor. Dieser Hybrid-Hochtöner wurde von Dali eigens für die neue Opticon Mk2-Serie entwickelt und kombiniert den 29 Millimeter (mm) soft dome-Tweeter Callisto mit einem 17 mm mal 45 mm Bändchen. Eine Konstruktion, mit der Dali die Dynamik der Kalotte mit der Hochauflösung des Bändchens zusammenbringen möchte. In Anbetracht der Tatsache, dass auch die Standlautsprecher auf diese Maßnahme vertrauen, können wir uns im ersten Moment ein kleines Quäntchen Skepsis nicht verkneifen. Denn wie wir wissen, werden ansteigende Frequenzen bei selber Lautstärke zunehmend lauter wahrgenommen, als sie eigentlich sind. Dieses evolutionär bedingte psychoakustische Phänomen ist jedoch natürlich auch den Ingenieuren bei Dali bekannt. Daher verrichten beide Tweeter ihre Arbeit nicht parallel, sondern sind quasi spektral „in Reihe“ geschaltet. Das soll heißen, dass die Kalotte zwischen bis 14 Kilohertz (kHz) zu Werke geht, von wo aus dann das Bändchen die Arbeit übernimmt.

SMC

Der 6,5-Zoll weite Tief-Mitteltöner des LCR Mk2 wurde auch mit einer Neuerung versehen. So zählen die Mitteltöner und Tieftöner der Opticon Mk2-Serie auf Dalis neueste Entwicklung in Sachen Magnetantrieb. Der so genannte Soft Magnetic Compound, kurz SMC, besteht aus feinem magnetischen Granulat, welches bei der Konstruktion eines Treibers in jede beliebige Form gebracht werden kann. Der große Vorteil besteht hier darin, dass dem Granulat zwar trotz der großen Feldstärke eine extrem geringe Leitfähigkeit innewohnt, sodass eletkroakustisch bedingte Verzerrungen in direkter Umgebung der Schwingspule bestmöglich reduziert werden können. Angetrieben wird schließlich eine Membran aus Papier und Holzfasern in der Dali-typschen Natur-Optik. Laut Hersteller profitiert die Materialkomposition vor allem von einem idealen Aufbrech-Verhalten. Sprich: Der Treiber soll innerhalb seines Zuständigkeitsbereichs zwischen 70 Hertz (Hz) und 2 800 Hz voll kontrolliert aufspielen.

Opticon Vokal Mk2

Zum Center-Lautsprecher Opticon Vokal Mk2 lässt sich da gar nicht mehr so viel Neues sagen. Denn auch hier vertraut Dali auf die hybride Hochtöner-Variante, was wir aus dem Gesichtspunkt der Sprachverständlichkeit natürlich erstmal besonders spannend finden. Auch der Tief-Mitteltöner ist der gleiche wie beim LCR Mk2 – zumindest insoweit wir das beurteilen können. Allerdings ist der Vokal doch etwas anders abgestimmt als der LCR Mk2. Hier übernimmt die Kalotte bereits bei 2 400 Hz. Insgesamt kommt der Center schließlich auf einen Frequenzverlauf von 40 Hz bis 30 kHz, also etwas mehr Tiefgang als der Satellit, und für einen Center-Speaker weitaus mehr als genug.

Opticon 6 Mk2

Die Hauptrollen unseres Setups spielen jedoch zwei Standlautsprecher vom Typ Opticon 6 Mk2, die uns als Stereo-Frontpaar dienen werden. Auch hier finden sowohl Hybrid-Tweeter, als auch zwei 6,5 3.Zoll-Chassis Verwendung. Dabei arbeitet der Sechser wegen des Hybrid Tweeters de facto im offenen 4-Wege-Prinzip, wobei die verbaute Frequenzweiche bei 800 Hz, 2 200 Hz und 14 kHz das eingespeiste Signal auf die verschiedenen Treiber aufteilt. Insgesamt kommt der ziemlich genau einen Meter große Lautsprecher auf einen Frequenzumfang von 49 Hz bis 30 kHz.

SUB E-12 F

Da die Opticon Mk2-Kollektion gar keinen Subwoofer umfasst, stellten uns Dali ihren Subwoofer E-12 F für die Komplettierung unseres Mehrkanal-Setups zur Verfügung. Das scheinbar würfelförmige Gehäuse des Subs wird zunächst auf einem Sockel montiert, um dem an der Unterseite verbauten Downfire-Bassreflex etwas Spielraum einzuräumen. Der ausladende Bassreflex führt jene überschüssigen Resonanzen ab, welche vom ausladenden 12-Zoll-Treiber aus Aluminium Polymer verursacht werden. Dabei geht der Subwoofer zwischen 28 Hz und 190 Hz bei einem maximalen Schalldruckpegel von satten 112 Dezibel (dB), beziehungsweise 220 Watt zu Werke. Für die passgenaue Eingliederung ins Setup lässt sich dabei übrigens sowohl die Übergansfrequenz zwischen 40 und 120 Hz einstellen. Außerdem lässt sich die Phasenlage des Signals umpolen. Bei einer angenommenen Flankensteilheit von etwa 12 dB pro Oktave konfigurieren wir den Sub auf unter Vorbehalt auf eine Tätigkeit bis etwa 55 Hz, bevor wir uns endlich der praktischen Überprüfung unseres Setups widmen.

Das Material

Dafür ziehen wir die im Jahr 2019 erschienene Miniserie „Chernobyl“ zurate, in welcher der US-Amerikanische Pay-TV-Sender HBO die schwerwiegende Reaktorkatastrophe von 1986 packend und nebenbei bemerkt für Fernsehverhältnisse ganz ordentlich recherchiert nacherzählt. Die Musik für diese Serie stammt von der isländischen Komponistin und Oscar-Preisträgerin Hildur Gudnadottir, welche wohl vor allem für ihre preisgekrönte Arbeit für Todd Phillipps „Joker“ in die Filmgeschichte eingehen wird. Dabei ist die Musik für „Chernobyl“ bei Weitem nicht weniger ikonisch. Industrielle Texturen, verheißungsvolle Drones, die an Sirenen erinnern, sowie feinauflösende Grains, welche zweifelsfrei von Geigerzählern inspiriert wurden ziehen sich als ästhetisches Gewebe durch den Soundtrack, der insgesamt sehr präzise und unterschwellig in die Bilder der Filme eingewoben ist. Dabei muss sich die zumeist sehr zart und großräumig abgemischte Musik immer wieder gegen sehr dynamische und breitbandige Sound Scapes behaupten – Somit haben wir in dieser Serie tatsächlich alles, was einem Mehrkanal-Setup tendenziell Schweißperlen auf die Kalotte treiben könnte.

Die Umsetzung

Unsere Testmuster der Opticon Mk2-Serie wissen diese Herausforderungen jedoch ohne große Probleme zu meistern. Bei einer sehr feinen Abstimmung gelingt es ihnen stets, über den gesamten Raum sehr spannungsvoll und reaktionsschnell mit dynamischen Impulsen umzugehen. Zwar müssen wir zugeben, dass die hybriden Hochtöner eine leichte Tendenz anzeigen, im „Hiss“- Band, also oberhalb der 10 kHz etwas überambitioniert heranzugehen. Aber tatsächlich steht es der Performance dieses Materials sehr gut zu Gesicht. Vor allem mit Gehör auf Sprachverständlichkeit zeigt sich der Hybrid-Tweeter beim Vokal Mk2 als ausgezeichnete Lösung. Dialoge heben sich stets trotz ordentlich Tumult klar und deutlich vom Klangbild ab. Sehr zu überzeugen weiß das Opticon- Ensemble außerdem aufgrund seiner sehr starken räumlichen Zusammenarbeit. So werden etwa klar zu verortende Bewegungen wie Hubschrauber, aber auch breitgefächerte Atmosphären sehr zusammenhängend und gleichzeitig „luftig“ wiedergegeben. Die beiden Rear-Lautsprecher Opticon LCR Mk2 verrichten ihre Arbeit mit angemessener Zurückhaltung und geben sich gleichzeitig im richtigen Moment sehr kraftvoll und impulsstark. Genau so wie auch der Subwoofer E-12 F, der ein sehr markiges und klar umrissenes Low-End zeichnet. Großer Vorteil des E-12 ist natürlich obendrein seine aktive Arbeitsweise, weshalb sich dessen Performance anhand des Gain-Reglers dem persönlichen Geschmack nach ins Gesamtbild einarbeiten lässt.