Lesezeit ca. 15 Min.
arrow_back

Mit Neowaves erfolgreich traden


Logo von Traders
Traders - epaper ⋅ Ausgabe 1/2023 vom 22.12.2022
Artikelbild für den Artikel "Mit Neowaves erfolgreich traden" aus der Ausgabe 1/2023 von Traders. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Traders, Ausgabe 1/2023

Jede Kursbewegung lässt sich mit Elliott-Wellen erklären. Elliotts Idee ist als Instrument der Börsenanalyse anscheinend perfekt. Weil jedoch Börsenkurse einen Zufallsanteil besitzen, gibt es einen Widerspruch – denn eine „Gesetzmäßigkeit von Kursbewegungen“ kann es dann nicht geben. So entstehen auch in den meisten Börsensituationen mehrere gültige Elliott-Wellen-Zählungen. Selbst unter den eifrigsten Elliott-Anhängern gibt es keine einheitliche Meinung.

Wie alles begann

Es gibt viele Analyseinstrumente, um Märkte zu studieren und Handelskonzepte abzuleiten. Innerhalb der Technischen Analyse ist die Elliott-Wellen-Analyse anerkannt; sie wird in allen Aktien- und Rohstoffmärkten bis hin zum Devisenhandel eingesetzt. Trotzdem ist der Anteil der Elliott-Waver vergleichsweise klein. Die Theorie wurde schon 1938 von dem US-Amerikaner Ralph Nelson Elliott entworfen. Seine definierten Kurswellen stellten ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,49€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Traders. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 1/2023 von Neues Jahr, neues Glück - oder doch was anderes?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neues Jahr, neues Glück - oder doch was anderes?
Titelbild der Ausgabe 1/2023 von Die besten Prop-Trading-Unternehmen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die besten Prop-Trading-Unternehmen
Titelbild der Ausgabe 1/2023 von Wenn ein Untergangsprophet Aktien kauft. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Wenn ein Untergangsprophet Aktien kauft
Titelbild der Ausgabe 1/2023 von Warum es okay ist, an der Börse auch mal falschzuliegen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Warum es okay ist, an der Börse auch mal falschzuliegen
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
Sub Capitals: Trading mit künstlicher Intelligenz
Vorheriger Artikel
Sub Capitals: Trading mit künstlicher Intelligenz
Neues aus der Welt der Technik
Nächster Artikel
Neues aus der Welt der Technik
Mehr Lesetipps

... eine systematische Abfolge dar, die in sich immer schlüssig sind. Elliott versuchte mit seiner Methode, die massenpsychologischen Aspekte des Marktes zu erfassen. Zum Durchbruch verhalfen der Theorie sehr viel später die US-Amerikaner Alfred Frost und Robert Prechter, die zusätzlich Fibonacci-Relationen in die Elliott-Theorie einfließen ließen. Das Faszinierende an den Elliott-Wellen ist die in sich immer stimmige Zählweise der Wellen. Man kann praktisch jeden Kursverlauf zu 100 Prozent in Einzelteile zerlegen und ihn diagnostizieren. Dieser Vorteil kann aber auch gleichzeitig ein Problem werden. Ein geübter Elliott-Waver kann nämlich den Markt so detailliert aufschlüsseln, dass nur noch Verwirrung herrscht. Als Hilfestellung zur Wellenzählung gibt es inzwischen viele Programme, die eine Zählung automatisieren. Wer sich einmal damit beschäftigt hat, wird allerdings feststellen, dass es regelmäßig mehrere korrekte Zählungen gibt – manchmal bis zu zehn Varianten gleichzeitig. Nichtsdestotrotz bieten die Elliott-Wellen eine klare Fokussierung auf Trends. Jeder Trend enthält bestimmte Kursmuster, die jeder Elliott-Waver sucht. Damit lässt sich ein Markt leichter einschätzen und Zukunftsszenarien aufbauen.

Die Weiterentwicklung

Die vielen unterschiedlichen Zählungen störten Glenn Neely, was ihn bewog, eine bessere Wellenanalyse zu entwickeln. Um diese klar von den Elliott-Wellen zu unterscheiden, nannte er sie Neowaves. Passend dazu veröffentlichte er 1988 sein Buch „Elliott Waves in Motion“, das er zwei Jahre später überarbeitete unter dem Titel „Mastering Elliott Wave“. Auf Basis der Elliott-Wellen entwickelte Neely einen völlig neuen Ansatz. Alles sollte strenger und systematischer sein, um eine bessere Vorhersagekraft der Kursbewegungen zu erreichen.

Was sind Neowaves, Monowellen und komplexe Wellen?

Alle Marktbewegungen, die man als Elliott-Wellen bezeichnen kann, fallen in zwei Klassen. Es sind die Impulsbewegungen und die Korrekturen. Impulsbewegungen erscheinen in Trendrichtung und bestehen stets aus fünf Unterwellen. Korrekturen sind Kursmuster, die gegen den Trend erscheinen. Sie sind häufig komplex und die Bausteine eines Seitwärtsmarktes. In der Regel setzen sich alle Korrekturen aus dreiteiligen Unterwellen zusammen. Neely definiert eine Monowelle als eine gerade Linie beliebiger Länge, die sich auf- oder abwärtsbewegt. Wellen ergeben sich aus Ungleichgewichten zwischen Angebot und Nachfrage. Neely führte auch einen völlig neuen Begriff ein, die Monowelle. Sie ist praktisch der Grundbaustein seiner Neowave-Theorie. Die Monowelle ist die einfachste Form einer dynamischen Welle. Eine bullische Monowelle fängt bei einer unteren Kursumkehr an und endet bei der oberen. Eine idealtypische Monowelle wäre also eine gerade Linie, die in der Praxis jedoch selten vorkommt (siehe Bild 1).

Neelys Monowaves sind zentrales Thema seiner Wellenanalyse. In Bild 1 ist eine automatisierte Wellenstruktur im Chart eingezeichnet. Dabei sind die Monowaves immer etwas geradliniger als andere Kurswellen. Neely bezeichnet eine Kombination von drei oder fünf Monowellen als Polywelle. Ein Wellenbild mit drei oder fünf Polywellen wird als Multiwelle bezeichnet, eine Kombination von drei oder fünf Multiwellen ergibt eine Makrowelle.

Die Neowaves sichtbar machen

Einer der Hauptunterschiede zwischen Neowaves und klassischen Elliott-Wellen ist das Prinzip der Chartkonstruktion. Neely hat ein neues System der systematischen Wellenabbildung entwickelt: Im ersten Arbeitsschritt unterteilt man den Chart in mehrere gleiche Zeitabschnitte, zum Beispiel einen Tageschart in Monate. Als Nächstes wird der definierte Zeitraum zweigeteilt. Im Fall eines Tagescharts bekommt man daraus ungefähr zwei mal zehn Handelstage pro Monat. Nun müssen die jeweiligen Tiefst- und den Höchstkurse jeder Periode festgelegt werden. Die Vorgehensweise lässt sich in jedem Zeitrahmen umsetzen. So könnte man zum Beispiel einen Intradaychart mit insgesamt acht Handelsstunden in zwei mal vier Stunden aufteilen. Wenn das Periodentief zuerst eintritt, setzen Sie einen Punkt in die Mitte der ersten Hälfte und in der rechte Hälfte einen Punkt auf dem Niveau des Hochs. Wenn die Situation umgekehrt ist und das Tageshoch zuerst auftritt, wird es zuerst eingetragen; dann wird das Tief in die rechte Hälfte eingezeichnet. Bild 2 zeigt eine solche Wellenkonstruktion. Hat man im Chart alle Hoch- und Tiefpunkte definiert, verbindet man die Punkte mit einer Linie. Sie sehen daraus ein Muster und welche Wellen aus klaren Monowellen bestehen.

Tipp: Was die praktische Anwendung der Neely-Methode angeht, so müssen Sie die Neowaves nicht zwingend manuell zeichnen. Es gibt etwa auf TradingView einige Vorarbeiten für die automatisierten Darstellungen der Neowaves; Sie finden diese unter den voreingestellten Indikatoren. Beachten Sie, dass einige der Monowellen zu einer einzigen Welle kombiniert werden können.

Es handelt sich dabei um zwei Wellen, die eine ähnliche Neigung besitzen und sehr geringe Gegenbewegungen zeigen.

Identifizierung des Nullpunkts (Startpunkt) und Skalierung

Die Effizienz der Neowave-Analyse hängt in hohem Maße von der richtigen Wahl des Startpunktes der Analyse ab. Neowaves können sofort in jedem Chart definiert werden. Die erste Monowelle m1 ergibt sich aus einer klaren Umkehrbewegung des Kurses. Die Welle davor wird mit m0 bezeichnet; will man noch weiter in die Vergangenheit schauen, erhalten die Monowellen negative Vorzeichen. Die Monowelle vor m0 hätte also die Bezeichnung –m1, die davor –m2. Nun sollten wir die Monowellen leichter definieren können, denn sie ergeben sich aus dem weitgehend geraden Verlauf. Ein Außenstehender erkennt an den Wellenbezeichnungen sofort, in welcher Analysesituation der Trader ist. In der letzten Phase prüfen wir, ob wir die Monowellen kombinieren können, sofern sie sich in dieselbe Richtung bewegen. Bild 1 enthält in der Bildmitte eine lange Monowelle, die sich aus mehreren kleinen Wellen zusammensetzt.

Regel der Proportion

Die Effizienz der visuellen Analyse der Marktsituation hängt in hohem Maße vom Erscheinungsbild des Charts ab. Es gibt zwei Arten der Kursaktion: direktionale Bewegungen, die sich aus einer Reihe von Monowellen zusammensetzen können, und ungerichtete Bewegungen, die wir oft als Seitwärtstrend bezeichnen. Die ungerichteten Kursaktionen bewirken eine Stagnation des Marktes. Es gilt die Regel: Direktionale Aktionen setzen sich fort, bis die Länge der Abwärtsmonowellen sichtbar kürzer ist als die Länge der Aufwärtswellen (bei einem Abwärtstrend ist es umgekehrt). Außerdem ist die zweite Monowelle einer direktionalen Bewegung nicht länger als 61,8 Prozent der ersten Welle. In einer ungerichteten Bewegung (Seitwärtsmarkt) zieht die zweite Welle die erste immer um mehr als 61,8 Prozent zurück. Außerdem enthalten alle Phasen einer ungerichteten Bewegung Rücksetzer um mehr als 61,8 Prozent. Wenn der Kurs über den Bereich der gesamten ungerichteten Periode hinausgeht, bedeutet dies in der Regel das Ende der ungerichteten Marktbewegung. Die effiziente Anwendung der Neely-Methode erfordert die Einhaltung eines korrekten Kurs/Zeit-Verhältnisses, das je nach Art der sich entfaltenden Marktbewegung einen Anstiegs- oder Abstiegswinkel ergibt. Wenn es sich um eine direktionale Bewegung handelt, sollte sie sich von links unten nach rechts oben oder von links oben nach rechts unten in einem perfekten Quadrat bewegen, also in einem Winkel von etwa 45 Grad. Geringfügige Abweichungen sind erlaubt. hen.

Regel der Neutralität bei zu flachen Monowaves

Die meisten Monowellen verlaufen diagonal zur Preis/Zeit-Achse. Gelegentlich kann es Monowellen geben, die mehr horizontal als vertikal verlaufen. Um eine solche Welle zu identifizieren, sollten Sie ein perfektes Quadrat einrahmen und eine diagonale Linie in einem Winkel von 45 Grad vom Ursprungspunkt aus einzeichnen. Die Neutralitätsregel wird berücksichtigt, wenn die Kursbewegung unterhalb dieser Diagonale (bei einer Aufwärtsbewegung) oder oberhalb (bei einer Abwärtsbewegung) verläuft, ansonsten wird die Neutralitätsregel nicht berücksichtigt. Wenn sich also die Monowellen in einem Winkel von weniger als 45 Grad bilden, kann die Welle als horizontal betrachtet werden. Solche schwachen Monowaves dürfen vernachlässigt werden (Neutralität). Neely empfiehlt, die Monowellen chronologisch durchzunummerieren. Er unterteilt die Kursbewegungen auch in Impuls- und Korrekturbewegungen. Wenn die Welle keine besonderen Merkmale aufweist, wird ihre Struktur auf der Grundlage der vorangegangenen und der nachfolgenden Strukturen definiert. Im Verlauf einer Analyse wird die Startwelle als m1 bezeichnet, die vorangegangene als m0, die nächste als m2 und so weiter (siehe Bild 3).

Kenntnis der Grundmuster der Elliott-Wellen-Theorie hilft

Wir kennen nun die grundlegenden Regeln zur Identifizierung von Monowellen. Nun befassen wir uns mit den Regeln des Retracements. Die Beherrschung der Elliott-Wellen-Theorie wird Ihnen helfen, eine gründliche Technische Analyse durchzuführen und beim Handel mit Aktien, Währungen, Kryptowährungen und Rohstoffen erfolgreicher zu sein. Wellenmuster sind strukturierte Reihen von Monowellen, die in zwei logische Klassen fallen: Impulse und Korrekturen.

So erkennt man Impulswellen In der Neowave-Theorie müssen Impulse die folgenden Regeln befolgen:

1. Impulsive Muster bestehen in der Regel aus fünf einzelnen Wellen, die mit Zahlen von 1 bis 5 gekennzeichnet sind und die Bedingungen von Trendmustern erfüllen. Ein Trendmuster ist ein Muster, dessen Projektionen der Wellen 2 und 4 sich nicht überschneiden.

2. Drei der fünf Wellen müssen in dieselbe Richtung laufen.

3. Die zweite Welle entwickelt sich in die entgegengesetzte Richtung zur ersten, erreicht aber nicht den Ausgangspunkt der ersten Welle.

4. Die dritte Welle ist meistens die längste und immer länger als die zweite. Im Gesamtbild ist die Welle 3 niemals die kürzeste der Wellen 1, 3 und 5.

5. Die fünfte Welle ist fast immer länger als die vierte und muss mindestens 38,2 Prozent der vierten Welle betragen. Wenn ihre Länge zwischen 38,2 und 100 Prozent der vierten Welle liegt, wird die fünfte als gescheitert bezeichnet.

In der Neowave-Theorie wird eine Abweichung von vier Prozent nach beiden Seiten für alle Fibonacci-Retracements akzeptiert. Das heißt, wenn eine der Regeln besagt, dass zum Beispiel m2 insgesamt 61,8 Prozent von m1 betragen sollte, gibt es akzeptable Proportionen zwischen 58 Prozent und 66 Prozent. Ein Beispiel für die klassische Zählweise der Elliott-Wellen zeigt Bild 4.

Korrekturen

Wenn eine der oben genannten Bedingungen nicht erfüllt ist, handelt es sich um eine Kurskorrektur. Dementsprechend sind Korrekturen genau die Wellenmuster, die zwischen den Impulsen auftreten. Sie können eine einfache oder komplexe Struktur haben. Eine einfache Korrektur besteht aus drei oder fünf Monowellen, die mit lateinischen Buchstaben von a bis e bezeichnet werden. Komplexe Korrekturen bestehen aus mehreren einfachen Korrekturen, die durch Verbindungswellen oder X-Wellen verbunden sind.

Es gibt drei grundlegende Typen von einfachen Korrekturen: Flats: Ein Flat lässt sich zwischen zwei horizontalen Linien einpassen, die zwischen dem Hoch und dem Tief der Welle gezogen werden. Bei einem regulären Flat durchbrechen andere Wellen diese Niveaus nicht. Bei stärkeren (längeren) Wellen kann es zu einer Durchdringung kommen.

Zigzags: Sie bestehen ebenfalls aus drei Wellen, weisen aber intensivere Kursbewegungen auf.

Triangles: Diese korrigierenden Muster können zwischen kontrahierenden oder expandierenden Linien platziert werden. Die Linien werden nach den sogenannten Berührungspunkten gebildet, bei denen es sich um beliebige vier Punkte aus sechs Hochoder Tiefs der Segmente handeln kann. Es gibt viele Formen von Dreiecken, sowohl kontrahierend als auch expandierend. Die Grundmuster der Kurskorrekturen sind in Bild 5 zu sehen. In der Praxis können die Korrekturmuster auch komplexe Formen annehmen und sind dann ineinander verschachtelt oder ergeben sich ergänzend in unterschiedlicher Reihenfolge.

Hinweis: In der Lehre von Glenn Neely gibt es eine umfangreiche Bezeichnungsstruktur. Sie ist teilweise sogar komplizierter als die der Elliott-Wellen-Theorie. Inwieweit ein Trader die Bezeichnungen der einzelnen Wellen verwenden möchte, muss jeder selbst entscheiden. Für einen Praktiker ist es nicht zwingend erforderlich, alle Kurswellen bis ins kleinste Detail zu bezeichnen.

Vorteile der Neowaves

Um einen Nutzen aus Neowaves zu ziehen, bedarf es grundlegender Annahmen:

• Wenn sich alle Kurswellen in Impuls- und in Korrekturwellen unterteilen lassen, dann muss es das Ziel sein, eine fünfteilige Monowave zu erwischen und sie so lange auszunutzen, bis sich ein eindeutiges Umkehrsignal ergibt.

• Ein Trend kann nur entstehen, wenn Monowaves den Markt dazu antreiben. Infolgedessen muss es mehr Monowellen in Trendrichtung geben als umgekehrt. Daher entsteht ein klarer Vorteil, wenn man sich bevorzugt in Trendrichtung positioniert.. positioniert.

• Der Vergleich der Monowellenlängen in Aufwärtsoder Abwärtsrichtung zeigt die Dominanz der Bullen oder Bären.

• Um eine gute Monowave zu erwischen, muss man sich

• auf Korrekturmuster konzentrieren, denn ein Korrektur-

• muster ist immer Vorläufer einer Monowave.

• Ein Elliott-Wellen-Muster ist nur gültig, wenn es klar erkennbar ist. Es gibt weltweit viele Elliott-Waver mit subjektiver Wahrnehmung. Nur die eindeutigen Elliott-Muster können eine mächtige Wirkung entfalten, weil sie von vielen Marktteilnehmer erkannt werden – es entsteht eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Wenn man als Trader in Wellenstrukturen denkt, dann muss es das Ziel sein, eine fünfteilige Impulswelle zu erwischen, die sich aus mehreren Monowellen zusammensetzt. Die kann der Trader jedoch nur erahnen, wenn er die Wellenstruktur zuvor analysiert hat. Demnach muss sich der Trader auf die Korrekturwellen konzentrieren. Es gibt zwei Korrekturmuster, die besonders vielversprechend vor einem Long-Trade wären: Flat und Triangle. Das abwärts gerichtete Zigzag ist normalerweise das Idealmuster eines Bärenmarktes. Jeder Crash der Börsenhistorie war Teil eines Zigzag-Musters. Als Trader sollte man sich einem dynamischen Zigzag-Muster also besser nicht entgegenstellen.

Elliott-Wellen und die Komplexität

Das große Problem der Elliott-Wellen-Theorie ist die Ausbildung komplexer Korrekturmuster. Das führt zum Beispiel dazu, dass nach einer langen Impulswelle und einem anschließenden Flat nicht zwingend eine Aufwärtsbewegung folgen muss. Der Übergang kann ein weiteres Korrekturmuster sein. So kann sich zum Beispiel ein a-bc-Korrekturmuster aus einem Flat + Zigzag + Triangle zusammensetzen. Elliott-Waver bezeichnen so etwas als „Double Three“. Und es gibt noch einige weitere komplexe Muster. Aus Sicht eines Traders muss man anzweifeln, dass die Analyse eines komplexen Korrekturmusters sinnvoll ist „Komplex“ darf man dabei fast mit „unvorhersehbar“ gleichsetzen. Die Aneinanderreihung mehrerer Korrekturmuster ist typisch für lang andauernde Seitwärtsmärkte. Es kostet Zeit und Energie, um die komplexen Strukturen aufzuschlüsseln - und gewin nen lässt sich damit wenig.

Konzentration auf eindeutige Flats und Triangles?

Flat und Triangle sind prinzipiell leicht zu erkennen. Die beiden Muster harmonieren zudem mit der traditionellen Charttechnik, weshalb sie auch eine starke Wirkung auf Anhänger der Technischen Analyse (siehe Bild 6) haben. Das dritte Korrekturmuster, Zigzag, ist vielleicht das gefährlichste, denn die klassischen langen Bärenmärkte bestehen immer aus Zigzag-Mustern. Ein Zigzag enthält mindestens zwei fünfteilige Abwärtswellen, die eine sehr dynamische Abwärtsbewegung erzeugen können.

Retracement-Regeln

Retracement-Regeln werden verwendet, um die Genauigkeit der Projektionen von Monowellen zu erhöhen. Als Trader sollte man Retracement-Regeln anwenden, wenn die Endpunkte aller Monowellen im Chart festgelegt wurden. Außerdem empfiehlt Neely, die Regeln bei der Analyse sehr komplizierter Charts eher nicht anzuwenden. Wenn mehr als 20 Monowellen auf einmal identifiziert werden, dann leidet darunter die Prognosefähigkeit der Neowaves. Z

ur Analyse eines Retracements muss im ersten Schritt die früheste Monowelle im Chart ausgewählt werden. Wenn zum Beispiel fünf Monowellen analysiert werden sollen, beginnt man am besten mit der ersten. Man markiert diese als m1 und vergleicht sie mit m2. Wie sieht das Verhältnis zwischen m1 und m2 im Kurs- und Zeitablauf aus? Um die Messungen genauer und schneller durchführen zu können, darf man sich der ganzen Palette an Fibonacci-Tools bedienen. Anschließend geht man von m2 zu m3 und so weiter, bis alle Monowellen qualitativ eingeordnet sind.

Beurteilung der Verhältnisse zweier Monowellen

1 m2 ist kleiner als 38,2 Prozent von m1.

Der Kurs wird maßgeblich von m1 angetrieben; es deutet sich ein Trend in Richtung m1 an.

2 m2 hat eine Länge zwischen 38,2 und 61,8 Prozent. Der Kurs zeigt einen normalen Rücksetzer innerhalb eines Trends und wird sich wahrscheinlich in Richtung m1 fortsetzen.

3 m2 beträgt ungefähr 61,8 Prozent. Der Kurs zeigt einen kräftigen Rücksetzer. Die Entwicklung eines Trends in Richtung m1 ist möglich, doch der Markt hat noch Zweifel.

4 m2 hat eine Länge zwischen 61,8 und 100 Prozent. Die Monowelle m2 ist länger als m1 und der Markt wird wahrscheinlich keinen Trend in Richtung m1 ausbilden.

5 m2 ist länger als m1 und beträgt zwischen 100 und 161,8 Prozent. Die Monowelle m2 ist länger als m1 und der Markt könnte ein Umkehrmuster aufgebaut haben. Der Markt befindet sich weiterhin in einer Korrektursituation. Weitere Korrekturmuster sind möglich.

6 m2 beträgt zwischen 161,8 und 261,8 Prozent. Die Monowelle m2 ist länger als m1 und der Markt hat ein Umkehrmuster aufgebaut. Trades in Richtung von Welle m2 bieten ein besseres Chance/Risiko-Verhältnis.

7 m2 ist größer als 261,8 Prozent. Die Monowelle m2 ist länger als m1 und der Markt hat möglicherweise einen kurzfristigen Gegentrend aufgebaut. Trades in Richtung von Welle m2 sind zu bevorzugen.

Zur erweiterten Analyse der Marktsituation kann es auch erforderlich sein, das Verhältnis von m0 zu m1 heranzuziehen. Wenn Sie Regel 4 anwenden, sollten Sie auch das Verhältnis m2 zu m3 messen. Sie sollten vorher auch die Wellen identifizieren, die m0 vorausgehen. Denken Sie daran, dass sie mit negativen Labels gekennzeichnet sein müssen; also -m1, -m2 und so weiter. Obwohl die Retracement-Regeln eindeutig sind, gibt es eine zulässige Abweichung. Zum Beispiel sollte man keine Alternative ausschließen, nur weil m1 zu 60 Prozent von m2 zurückverfolgt wird. Die Neowave-Theorie akzeptiert eine Abweichung von vier Prozent in beide Richtungen für alle Fibonacci-Retracements. Wenn also eine der Regeln besagt, dass m2 nur 61,8 Prozent von m1 betragen darf, liegt die akzeptable Abweichungen zwischen 58 und 66 Prozent. In einigen Fällen sind auch größere Abweichungen akzeptabel (bis zu 10 Prozent), wenn zum Beispiel die Kursverhältnisse sehr eng sind und zwischen 38,2 und 61,8 Prozent nur wenige Kurspunkte existieren.

Channeling: Trendkanäle mit System

Wir alle kennen Trendkanäle und zeichnen sie wie selbstverständlich in den Chart. Die Praxis zeigt, dass bei vielen Tradern die subjektive Meinung in die Kurskanalkonstruktion mit einfließt. Auch wenn das immer wieder mal funktioniert hat, fehlt dabei doch die Objektivität. Schließlich sollten stets ähnliche Prinzipien gelten, sodass jeder Trader annähernd den gleichen Trendkanal einzeichnen würde. Eine Möglichkeit, mehr Objektivität in die Analyse zu bringen, bietet das Channeling. Besonders für die Elliott-Wellen-Analyse ist es sehr wertvoll, weil sich dadurch die Wellenzählung perfektionieren lässt. Es gibt zwei Typen von Basiskanälen, die von unterschiedlichen Ausgangspunkten gezeichnet werden können (siehe Bild 7). Um eine Welle 3 einzuschätzen, benötigen wir zunächst das Vorhandensein der Welle 1 und 2. Die Auflagepunkte der Linie 1 ergeben sich aus den Tiefs von Welle 1 und 2. Das ist die Ausgangssituation des Channeling. Ein Kanal besteht immer aus parallelen Linien. Linie 2 ist deshalb die Parallele zur Linie 1. Eine Welle 3 ist immer eine starke Kurswelle, deshalb sollte sie immer Linie 2 durchdringen. Tut sie das nicht, ist das Kursmuster wohl auch nicht Teil einer impulsiven Bewegung. Welle 3 ist mächtig; in den meisten Fällen wird sie sogar Linie 2 deutlich überbieten. Schnelligkeit und Durchdringung geben Aufschlüsse zur Dynamik des künftigen Kursverlaufs. Linie 1 erhält durch ihre Neigung eine Bedeutung, denn Welle 3 sollte nicht einmal ansatzweise die Trendlinie 1 brechen. Geschieht das trotzdem, ist sehr fraglich, ob die Wellenzählung korrekt ist. Die zweite Möglichkeit, wie man das Channeling verwenden kann, ergibt sich bei der Bewertung der Welle 4. Dabei wird das Anwendungsprinzip umgedreht.

Ein Kursmuster besteht im fortgeschrittenen Zustand aus Welle 1, 2 und 3. Das Hoch der Welle 1 und das Hoch der Welle 3 sind nun die wichtigsten Auflagepunkte der Linie 1. Parallel dazu lässt sich eine weitere Linie am Tiefpunkt der Welle 2 anlegen. So entsteht ein neuer Trendkanal. In den meisten Fällen wird eine Welle 4 die untere Trendlinie 2 wieder berühren und sogar leicht durchdringen. Anschließend muss der Kurs seine Aufwärtsbewegung trendbedingt wieder fortsetzen – Start der Welle 5. Sollte der Kurs nicht zur Linie 2 zurückkehren, muss man sogar annehmen, dass Welle 3 noch länger andauert und der Auflagepunkt (Hoch der Welle 3) nicht der endgültige Hochpunkt ist.

Praktische Umsetzung der Neowaves

Neowave-Trading lässt sich so vorbereiten:

1. Identifizierung der Monowellen: -Analyse der Monowellen nach den Retracement-Regeln -Erstellung von Wellenzählungen -Identifizierung von Kursmustern wie Triangles, Flats und Zigzags

2. Analyse von Mustern auf Grundlage der Hauptregeln von Impulsen

3. Analyse auf Grundlage der Regeln der Logik,

Gleichheit, Abwechslung 4. Entwerfen künftiger Kursszenarien 5. Channeling und Vorhersage von Kurszielen mit Hilfe von Fibonacci-Projektionen Um die Marktsituation zu verstehen, müssen die Monowellen analysiert und anschließend mit Elliott-Mustern kombiniert werden. Um die Wirkung der Monowellen einzuschätzen, sind die Retracement-Regeln anzuwenden.

Einstiegsszenario

Zunächst muss man sich bewusst werden, dass die Anwendung der Neowaves am besten mit einem Trendhandel harmoniert. Als Trader ist es also wichtig, eine Richtungsentscheidung für den möglichen Trend zu finden. Innerhalb eines Trends gibt es nicht die Aussage, dass die Kurse überkauft beziehungsweise überverkauft wären. Es gibt nur den laufenden Trend und zu einem späteren Zeitpunkt einen Trendbruch. Wann es zum Trendbruch kommt, ist nicht prognostizierbar. Die Anwendung der Neowaves erlaubt zwei Einstiegsszenarien. Wenn die jüngste Monowelle ungewöhnlich klein ausfällt, dann ist ein zukünftiger Ausbruch passend zur Monowelle 1 am sinnvollsten. Es empfiehlt sich, bei einer ansteigenden Monowelle 1 über dem Hoch der Monowelle 1 zu kaufen. Beträgt das Retracement zwischen 38,2 und 61,8 Prozent, dann wäre ein Einstieg in der Retracement-Zone sinnvoll. Hierbei geht es um einen Marktzustand der niedrigen Volatilität. Diese deutet auf Marktruhe hin, in der sich die Marktteilnehmer neu orientieren werden.

Ausstiegsszenario

Neowaves sollten im Trendhandel angewendet werden, und das bedeutet, Ausstiegssignale sollten nicht zu früh umgesetzt werden. Es gibt in der Neowave-Theorie kein vorgeschriebenes Ausstiegssetup. Es wäre also grundsätzlich möglich, jedes bekannte Ausstiegssignal des Trendhandels zu nutzen – etwa einen persönlich präferierten Trendindikator wie GDL-Crossing oder MACD. Die Neowave-Theorie bietet durch ihr Analyseprinzip immer eine gute Risikoabwägung. Besteht zum Beispiel ein Aufwärtstrend, dann wäre eine starke entgegengesetzte Monowelle ein gravierendes Alarmsignal. Ebenso sind die Retracement-Regeln sehr gut in das Risiko- und Money-Management integrierbar.

Risiko- und Money-Management

Grundsätzlich unterscheidet sich das Risiko- und Money-Management hier nicht von anderen Trendhandelssystemen. Wegen der strukturierten Neowave-Analysen gibt es allerdings mehr Möglichkeiten, um zum Beispiel Positionen pyramidisierend aufzubauen oder abzubauen.

Fazit:

Natürlich kann man mit den Neowaves nicht die Zukunft vorhersagen. Im Vergleich zu den meisten nachlaufenden Börsenindikatoren sind Neowaves jedoch auf zukünftige Kursbewegungen ausgerichtet. Ein Ziel der Wellenanalyse sollte es sein, verschiedene Szenarien zu entwerfen, die es erlauben, auf die Zufälligkeit von Bewegungen reagieren zu können. Vermutlich ist sogar die Reaktionsfähigkeit des Traders auf unvorhergesehene Börsenbewegungen der wichtigste Überlebensfaktor. In den oberen Beispielen gibt es gute Ansätze, um mit dem bestmöglichen Chance/ Risiko-Verhältnis einen Trade zu eröffnen. Dazu muss man sich nicht in der Theorie der Neowaves verheddern. Ähnliches gilt übrigens auch für die Elliott-Wellen. Die genaue Aufschlüsselung einer Kurswelle, wo jedes Kurszucken mit Zahl oder Buchstaben versehen wird, ist für die Tradingpraxis oft kontraproduktiv. Als Trader mit einem klaren Plan zur Gewinnerzielung muss man sich auf die wichtigen Elemente der Wellenanalyse konzentrieren – und dabei kommt es auf die klar identifizierbaren Wellenmuster an.