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Mit Rollator nach Mallorca


Angehörige pflegen - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 15.05.2019

Sonne, Strand und Badefreuden – die meisten Menschen mit Bewegungseinschränkungen wünschen sich einen ganz normalen Urlaub. Auf Mallorca ist das mit etwas Planung sehr gut möglich.


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Santa Ponsa liegt nur etwa 22 km von Palma de Mallorca entfernt. Die örtliche Touristeninformation ist per Mail erreichbar unter: omtsantaponsa@calvia.com.


Foto: GettyImages/Alex

Gemütliche Badebucht Am Strand von Santa Ponsa geht es eher ruhig zu


Zimmer mit Aussicht Blick vom Hotel auf den Pool und den dahinter liegenden Strand


Fotos: Zegelin

Die Baleareninsel Mallorca in Spanien liegt nur knapp 2 Flugstunden von Deutschland ...

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... entfernt. Alle Flughäfen und Airlines sind auf behinderte Menschen eingestellt, sodass eine Anreise sehr gut möglich ist. Auf der Insel selbst ist für Menschen mit Bewegungseinschränkungen der Ort Santa Ponsa zu empfehlen – ein typischer Touristenort mit wunderschöner Badebucht und erstklassigem Sandstrand. Weder Felsen noch Quallen stören das Badevergnügen, auch Paragliding oder „Wasserbananen” fehlen. Überhaupt ist es eher ruhig.

Santa Ponsa liegt westlich in der Nähe von Palma und ist für etwa 24 Euro mit dem Taxi zu erreichen. Für 100 Euro können Touristen sich sogar mit dem Taxi von Santa Ponsa hin-und zurückfahren lassen und alle Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt ansehen.

Ein Holzsteg führt fast bis ans Meer

Die Region Calvia bemüht sich um Behindertenfreundlichkeit. So weist der Strand in Santa Ponsa einen Holzsteg bis fast ans Wasser auf. Die Touristeninformation liegt zentral an der Strandstraße, auf Nachfrage erhält man hier eine Liste von mehreren Hotels mit behindertengerechten Zimmern. Am Strand wird ein „Baderollstuhl” vorgehalten, Interessierte können sich beim Bademeister melden.

Zu beachten ist allerdings, dass die Vorschriften zur Barrierefreiheit unterschiedlich sind. Es ist deshalb wichtig nachzufragen: Was ist mit behindertengerecht oder seniorenfreundlich genau gemeint? Wer unsicher ist, ob das Hotelzimmer oder das Bad wirklich passen, sollte sich vor der Buchung Fotos schicken lassen.

Als Hotel kann ich das „Bahia del Sol” empfehlen, ein Vier-Sterne-Hotel mit allen Annehmlichkeiten und sehr gutem Essen. Das Hotel liegt auf einer leichten Anhöhe, zum Strand sind es etwa 300 m. Der Hoteleingang ist ebenerdig. Alles ist leicht zugänglich, mehrere Fahrstühle sind vorhanden. Es gibt 2 „Behindertenzimmer”, die perfekt ausgestattet sind und auf Anfrage bereitgestellt werden können.

Ein Sanitätsfachhandel liefert in kurzer Zeit Rollstühle und andere Hilfsmittel ins Hotel. Ein Rollstuhl kostet beispielsweise 35 Euro Wochenmiete und 30 Euro Kaution. Auch können E-Mobile im Ort geleast werden. Arztbesuche sind leicht möglich, im nahe liegenden „deutschen Arztzentrum” gibt es auch mehrere Apotheken.

Tipps für Reisen im Rollstuhl

Pflegebedürftige Menschen leben oft eine lange Zeit mit ihren Einschränkungen – hier möchte ich ermutigen, weiter Urlaube zu planen. Davon profitieren auch die pflegenden Angehörigen.

Es müsste viel mehr Nachfrage geben, dann würde sich auch das Angebot für behinderte Menschen ändern. Viele Reiseveranstalter scheuen sich, in ihren Katalogen geeignete Angebote auszuweisen. Daher empfehle ich, die Hotels direkt zu kontaktieren und auch in den Bewertungsportalen Stichworte wie Rollstuhl oder Behin-derung einzugeben. Unsere Gesellschaft wird älter, die Reiseindustrie sollte sich darauf einstellen. So gehörte früher – und auch heute meist noch – die Badewanne zur Standardausrüstung. Ich kenne aber niemanden, der sich bei einem Strandurlaub zusätzlich in die Wanne legt. Vielen alten Menschen fällt es jedoch schwer, zum Duschen über den Wannenrand zu steigen. Hier würde ein preiswerter Umbau in einigen Zimmern den meisten Gästen entgegenkommen.

Natürlich gibt es auch Anbieter oder Unterkünfte, die sich voll auf die Bedürfnisse Behinderter eingestellt haben – allerdings wollen die meisten eingeschränkten Menschen nicht in eine Spezialeinrichtung („Ghetto”), sondern ganz normal Urlaub machen. Dazu soll dieser Beitrag ermuntern – denn auch mit dem Rollstuhl ist dies mit etwas Planung sehr gut möglich!

Dr. Angelika Zegelin ist Krankenschwester und Pflegewissenschaftlerin. Sie reist sehr gerne, am liebsten in ferne Länder. Mail: angelika.zegelin@uni-wh.de