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Mit ruhiger Hand


Modellwerft - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 16.10.2019

Grundlagen am Schlepper: Mast, Lampen und Kleindetails


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Bildquelle: Modellwerft, Ausgabe 11/2019

Rückansicht des Deckshauses derBlackadder


Nachdem ich nun hinter die Alterung – vorerst zumindest – einen Haken machen konnte, hatte ich Zeit, meine defekte Fernsteuerung zu beweinen. So ein Mist! Inzwischen habe ich die gepökelten Platinen ausgebaut und durch Platinen aus einer noch vorhandenen Einzelfernsteuerung aus meinem Schrank ausgetauscht. Jetzt muss nur noch ein festgegangenes Zahnrad getauscht werden und alles ist wieder schick.

Druckteile des Mastes und Lüfter mit dem Mastrohbau aus Messing


Der Mast

Als nächste Baugruppe wartete der Mast. ...

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Als nächste Baugruppe wartete der Mast. Ich hatte inzwischen, wie viele andere Kleinteile, den Mast mit den entsprechenden Plattformen für die Beleuchtung als Druckteil erhalten. Die Qualität war wie bei allen Teilen wieder sehr gut. Leider gab es doch etwas, was mich zu einem Eigenbau brachte. Dieser Kunststoff ist nicht leitend. Da ich aber die Beleuchtung funktionsfähig ausführen wollte, war das notwendig. Alternativ hätte ich einen Masseanschluss durch den Plastikmast ziehen müssen. Aus Messing gebaut, bildet der Mast an sich den Masseanschluss. Der Mast bei derBlackadder ist klappbar ausgeführt. Im richtigen Leben wird das nicht genutzt, also hätte ich mir theoretisch das Scharnier sparen können. Da ich aber die Transportkiste für das Modell möglichst flach halten wollte, habe ich den Mast klappbar gebaut. Das Grundgerüst besteht aus einem Messingvierkantrohr. An beiden Seiten habe ich Messingstreifen angelötet. Damit ließ sich leicht die konische Form herstellen, da der Mast nach oben schmaler wird.
Außerdem ist das im Original identisch gelöst und in dieser Vertiefung laufen runde Kabelschächte für die Verkabelung der Mastbeleuchtung. Die Plattformen für die Beleuchtung sind aus kleinen Stücken 0,5-mm-Platinenmaterial und wurden am Mast mit Elektroniklot festgelötet. Die Leiter war etwas anspruchsvoller. Es gibt sehr wohl verschiedene Leitern als Ätzteile im Handel zu kaufen, in meinem Maßstab 1:32 aber leider nicht. Egal, dann eben selbst bauen. Um eine möglichst verzugsfreie Basis zu erhalten, habe ich mich gegen selbstgeschnittene Leiterwangen entschieden. Es gibt auch sehr dünnes Messingrechteckprofil im Internet zu kaufen. Ich habe zwei Profile in der benötigten Größe bestellt. Beide Profile habe ich mit Weichlot aufeinander gelötet. Danach habe ich die Bohrungen für die Sprossen angezeichnet, mit einem Kugelfräser „angekörnt“ und mit einem 0,8 mm durchgebohrt. Nun konnte ich die Lötstelle zwischen den Profilen wieder lösen. Die passende Anzahl Sprossen sind aus 0,8 mm Messingrundmaterial. Die erste und letzte Sprosse habe ich zuerst an einer Leiterwange angelötet. Anschließend schob ich die andere Wange auf die beiden Sprossen und fixierte alles im passenden Abstand auf dem Werkstisch. Wichtig ist hierbei die äußerst exakte Arbeit. Jeden Winkelversatz und jeden falschen Abstand wird man hinterher immer sehen. Die Leiter ist am Mast und an den Plattformen befestigt. Ich habe auf der Rückseite des Mastes im Abstand der Sprossen Einschnitte mit Korundscheibe und Proxxon gesetzt. Das Gleiche allerdings hier für die Wangen an den Plattformen. Jetzt konnte die Leiter an den Mast gesteckt und festgelötet werden. Im Bereich der rückwärtigen Vertiefung am Mast sind die Sprossen unterbrochen. Ich habe diese Stücke einfach mit der Proxxon herausgetrennt und die Schnittstellen mit der Feile versäubert. Zur Vervollständigung des Rohbaus fehlten nun nur noch die Rahen für die Flaggen. Die Rahen bestehen dabei wie im Original aus Rohstücken.

Die Beleuchtung

Die Beleuchtung in den Nav-Lampen wurde mit 3-mm-LEDs realisiert. Die Lampengehäuse habe ich bei einem Onlineshop bestellt. Die LEDs in weiß sind aus der Bucht und wurden gleich mit passendem Vorwiderstand für 12 V geliefert. Da die LEDs nicht in die Bohrung der Lampengehäuse passten, habe ich diese vorsichtig mit einem Kugelfräser auf 3 mm aufgebohrt. Man muss dabei sehr vorsichtig sein, denn die Wandstärke im Bereich der Linsen wird doch sehr gering. Von den LEDs habe ich dann noch unten den Rand abgefeilt und so passten sie wunderbar in die Lampengehäuse. Bei der anschließenden Montage muss auf die Polung der LEDs geachtet werden. Ich habe die kurzen Beinchen der Kathode (=Minus) an den Mast gelötet. Die anderen Beinchen werden entsprechend dem Schaltungschema mit dünnen Kabeln verdrahtet. Ich habe mir überlegt, wie ich mit möglichst wenigen Schaltfunktionen auskommen kann. Der Mast bekam dann noch ein dickeres Kabel als gemeinsame Masse für die Lampen.

Leiter im Rohbau


Positionslampen mit LED bestückt


Die Grundfunktion ist eine Kombination aus Fahrtbeleuchtung (Topp-Heck-Seite) und Deckslampen sowie Arbeitsscheinwerfern. Das ist meist auch nachts bei den Schleppern bei der Arbeit im Hafen angeschaltet. Diese Lampen-Kombi wird über einen einzelnen Schalter im Schiff geschaltet. Eine Sonderfunktion an der Fernsteuerung dafür macht für mich keinen Sinn. Ich sehe, wie das Licht am Teich ist, wenn ich losfahre. Sollte sich die Sicht beim Fahren verschlechtern, fahre ich ans Ufer und lege den Schalter um. Eine Sonnenfinsternis ist mir noch nie untergekommen und selbst da hat man acht Minuten bis zur völligen Verfinsterung. Eine weitere Funktion sind die Lampen für die Manövrierunfähigkeit (rot-weiß-rot), die zusätzlichen Topplichter und das Schlepplicht über dem Hecklicht. Da es sich bei derBlackadder um einen Hafenschlepper handelt, sind die Schleppzüge immer über 200 m und daher kommen zusätzliche Topplichter zum Einsatz. Diese Schleppbeleuchtung kann über einen Schalter an der Fernsteuerung geschaltet werden. Eine letzte Lichtfunktion bildet der Suchscheinwerfer. Die endgültige Schaltung muss ich mir noch überlegen. Entweder wird der gleich mit der Schleppbeleuchtung geschaltet oder der bekommt eine eigene Schaltfunktion.

Mast mit Leiter und Plattformen für die Nav-Beleuchtung


Die Lampen am Mast warten auf die Verkabelung


Die Lampengehäuse konnten gleich mit dem Mast verklebt werden. Da das gesamte Gebilde in mattschwarz lackiert ist, war eine extra Behandlung nicht nötig. Nur die Linsen brauchten eine Abklebung. Im Original hat der Mast einen kleinen Hebezylinder, der dafür sorgt, dass der Mast senkrecht steht. Der wäre im Original aber so klein, dass er in dem Mastfuß hinter der Verkabelung vollständig verschwindet. Ich habe mich trotzdem für einen Kunststoffzylinder, aber ohne die entsprechende Hubfunktion entschieden. Der Zylinder besteht aus verschiedenen PS-Rundprofilen. Im ausgeklappten Zustand wird der Mast mit einem Minibolzen arretiert und kann so nicht mehr umfallen. Zur weiteren Stabilisierung bekommt der Mast ein paar Flaggleinen, die für das nötigen Standvermögen sorgen. Vor dem Verladen in die Transportkiste muss ich nur den Bolzen ziehen, die beiden Flagg-leinen lösen und kann den Mast dann klappen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir allerdings schon Gedanken bzgl. einer Änderung der Stromversorgung für die Lampen gemacht. Geplant war ein Anschluß der LEDs über entsprechende Vorwiderstände an 12V. Was wäre, wenn ich einen Schaltregler verwende und dadurch nicht so viel Strom sinnlos in ein paar Widerständen verbrate? Dazu aber später mehr.

Lüfter mit der Grundlackierung in blau


Die Lüfterköpfe

In der Tüte mit den 3D-Druckteilen für den Mast waren auch ganz viele Lüfterköpfe. Das war dann auch eine Fleißarbeit, die mich mit Lackierung auch zwei Tage aufgehalten hat. Die Lüfter an Bord haben drei Größen, wobei die größten Lüfterköpfe auch eine Verschlussklappe haben. Die Lüfter haben die bekannte Schwanzhalskonstruktion. Die kleinen und mittleren Lüfter haben in meinem Maßstab ein 2-mm-„Rohr“ und der große 3 mm. Ich wollte sie erst in Messing biegen, aber 3 mm Messingrundmaterial lässt sich nur im ausgeglühten Zustand vernünftig biegen. Es gibt dann aber Druckstellen von der Zange, da der Biegeradius doch sehr eng sein muss. Ich habe dann einige Biegeversuche mit PS-Rundmaterial gemacht. Wie erwähnt, ist der Radius aber so eng, dass ich auch mit dem Material einigen Ausschuss produziert habe. Gerade die großen doppelt gebogenen Lüfter haben für Brandblasen an den Fingern gesorgt. Die Hitze kam wieder durch die schon früher beschriebene Ventilette. Nach dem Herstellen der Schwanenhälse wurden diese auf Maß geschnitten und bekamen alle den passenden Kopf. Der Kopf wurde mit Sekundenkleber angeklebt. An die großen Lüfter habe ich auch gleich die Klappen mit angeklebt. Nun war alles fertig zur Lackierung. Diverse Bohrungen in ein Stück Holzleiste, die Lüfter dort reingesteckt und klar bei Spraydose. Ich habe die Lüfter erst blau lackiert und hinterher den Rohren mit silberner Farbe und Pinsel den Edelstahl-Look verpasst. Die Standorte der Lüfter habe ich aus dem Plan und den Fotos entnommen und mit dem Handbohrer entsprechende Löcher ins Deck gebohrt. Nach dem Einkleben musste nur noch der Bereich um die Lüfter mit Farbe und Alterung ein wenig nachgearbeitet werden.

Lüfter am Bug an der Steuerbord-Seite


Übersicht über das Deckshaus mit geklapptem Mast noch ohne Lackierung


Vorreiber fertig zur Montage


Weiterhin waren nun endlich die Griffe für die Vorreiber dran. Hier habe ich auf Messing zurückgegriffen. Sicher wäre auch PS möglich gewesen, da die Griffe nichts halten müssen und die Schotten nicht wie bei meinen anderen Modellen funktionsfähig gebaut werden. Jeder Griff besteht aus zwei Teilen. Der eigentliche Griff ist aus Reststücken vom Mastbau. Ich habe kurze Stücke vom Reckteckprofil abgeschnitten, mit einem 0,5-mm-Kugelfräser angesenkt und eine 0,5-mm-Bohrung für die Achse gesetzt. Die Achse habe ich mit ein wenig Elektroniklot in die Bohrung eingelötet. Der Griff wurde anschließend an beiden Seiten um 90° abgekantet. Dann nur noch lackieren und in die schon vorhandenen Bohrungen einkleben.

Vorreiber am Schott


Die ersten Fenster sind eingesetzt


Weitere Details waren dann noch die kleinen Funkantennen aus Federstahl an der Mastspitze, der Masseanschluss am Mastfuß, die Hecklaterne ebenfalls am Mastfuß, ein paar Heißösen auf dem Peildeck und der klappbare Handlauf der Reling auf dem Brückendeck. Das alles war die Vorbereitung für die Lackierung der Brücke. Hier kam wieder meine Spraydose zum Einsatz. Erst wurde innen und außen mit Grundierung vorgearbeitet. Anschließend bekam die Außenseite die weiße Endlackierung. Die passende Alterung kommt zu einem späteren Zeitpunkt. Der Mastfuß bekam ein extra Lackierung, da der Mast in schwarz und der Mastfuß weiß ist. Erst im Anschluß werde ich beim Zusammenbau die endgültige Arretierung anbringen.

Die Fensterscheiben

Da der Aufbau jetzt so herrlich jungfräulich weiß vor mir stand, konnte ich es einfach nicht abwarten. Die Fensterscheiben habe ich als Frästeile schon am Anfang zusammen mit den Brückenteilen bekommen. Der Kunststoff ist aber ungefärbt. Ich wollte die Fenster ein wenig abdunkeln. Ich habe früher schon einmal dafür ein spezielles Spray aus dem Handel verwendet. Das Ergebnis war gruselig. Da ich nur einen Satz Fenster hatte, konnte ich auch keinen Test starten. Also was tun? Mir fiel da nur der Scheibenfolierer ein. Also nichts wie hin und mein Problem geschildert. Begeistert war der Mann dort nicht, denn die Fenster sind aus Kunststoff könnten ausgasen und sich dann die Folie ablösen. Das passiert unter UV erheblich schneller. Da mein Modell selten die Sonne sieht und die Scheiben recht klein sind, habe ich es gewagt und der Firma zwei Stücke Folie gegen einen Obulus in die Trinkgeldkasse abgenommen. Ich habe eine sehr dunkle Folie für die Dachfenster und eine etwas hellere Folie für die unteren Fenster gewählt. Die Verklebung erfolgt wie beim Auto. Die Scheiben reinigen, mit einer Wasser-Spüli-Lösung einsprühen und die Folie mit einem Rakel aufkleben. Dann eine Zeit lang (bei mir war es knapp eine Stunde) anziehen lassen. Anschließend die Schutzfolie auf der anderen Seite abziehen und in die Fensteröffnungen einkleben. Ich verwende dafür den flüssigen Kleber von Revell. Die Frästeile waren so passgenau, dass ein leichtes Entfernen des Grates gereicht hat. Schlussendlich kann ich nur hoffen, dass sich die Folie nicht – wie vom Mitarbeiter der Firma befürchtet – mit der Zeit ablöst. Bisher habe ich aber nur die hinteren unteren Fenster und die Dachfenster verglast. Ich wollte mir noch Platz für meine Finger lassen, denn die Brücke bekommt noch mit den Steuerkonsolen, einer Sitzecke und einer Teeküche mit Spülbecken eine Inneneinrichtung. Dazu aber mehr in einem weiteren Artikelteil. Dort geht es dann auch weiter mit der Ankerwinde, einigen Lüftern direkt am Deckshaus und natürlich der Decksbeleuchtung.

Mast fertig lackiert und klar zur Montage