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MIT SECHS MASCHINEN NACH ALBANIEN: Neuland im Südosten


fliegermagazin - epaper ⋅ Ausgabe 60/2018 vom 11.05.2018

Zwölf Piloten, sechs Flugzeuge, ein Ziel: Albanien! Keine der Crews war zuvor dort, in diesem lange abgeriegelten Land, wo der Tourismus noch nicht richtig Fuß gefasst hat – und Privatpiloten herzlich willkommen sind


Artikelbild für den Artikel "MIT SECHS MASCHINEN NACH ALBANIEN: Neuland im Südosten" aus der Ausgabe 60/2018 von fliegermagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: fliegermagazin, Ausgabe 60/2018

Ziel erreicht: Tirana Nënë Tereza (Mutter Teresa) ist der einzige internationale Flughafen Albaniens. Privatflugzeuge aus dem Ausland sind hier eine Sensation


KARTE: DEINZER GRAFIK


Bist Du flexibel?« Der Anruf meines Itzehoer Vereinskollegen Axel Schröder kam unerwartet, an einem Montag Ende Mai. »Für eine Tour mit sechs Flugzeugen von Herzogenaurach in den Süden wird noch ein Copilot ...
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Bist Du flexibel?« Der Anruf meines Itzehoer Vereinskollegen Axel Schröder kam unerwartet, an einem Montag Ende Mai. »Für eine Tour mit sechs Flugzeugen von Herzogenaurach in den Süden wird noch ein Copilot gesucht!«
Mit fünf Grumman Tiger und einem schnellen UL des Typs Dynamic WT-9 sollte es über die Alpen nach Slowenien gehen, dann nach Kroatien und schließlich nach Albanien, wo bisher keiner von uns war. Neun Tage lang gemeinsam mit elf weiteren Piloten die kroatische Küste von oben anschauen und dann noch Neuland erkunden: Was könnte spannender sein?

Noch in der selben Woche, am Freitag, reise ich mit dem Zug nach Herzogenaurach, wo sich die Crews am Flugplatz treffen. Darunter sind Sverre und Gunnar, zwei »Vikinger« aus Mo i Rana in Nordnorwegen, die zweifellos den weitesten Anflug hatten. Ich lerne Wolfgang kennen, meinen PIC. Er fliegt eine Tiger. »Platzhirsch« vor Ort ist Christian aus Nürnberg, der uns nach dem Einchecken im Hotel für einen Willkommensdrink zu sich nach Hause einlädt und uns abends in einem Toprestaurant als Vorspeise den Rehbock servieren lässt, den er selbst geschossen, ausgeweidet und dem Wirt zur Zubereitung für uns übergeben hat. Haute Cuisine!

Das zweite Highlight des Abends: Tiger-Pilot Jörg, der die Reise organisiert hat, überreicht Christian ein weißes Pilotenhemd mit vier Kapitänsschulterstücken. Nach nur zwei Flügen mit Jörg hatte Christian, immerhin 68, das Flugfieber gepackt und direkt in die PPL-Ausbildung getrieben. Jetzt sollen Praxisstunden folgen. Applaus von allen verbunden mit dem Wunsch: »Always happy landings!«

Das Wetter am anderen Morgen erlaubt einen Überflug der Alpen in 9000 Fuß, direkt nach Portorož. Jörg schlägt Formationsfliegen vor, wir probieren’s mit drei Maschinen. Sverre und Gunnar in ihrer Cheetah sind dann doch zu langsam, und jeder fliegt für sich.

1 Ideales Wetter: Die Alpen werden in 9000 Fuß auf direkter Linie überquert


2 Anflug auf Portorož: Der Erholungsort gehört zum angrenzenden Piran (im Hintergrund)


3 Venezianische Architektur: Open-air-Konzert in der historischen Altstadt von Piran


4 Schweißtreibend: Mit Leihfahrrädern geht’s in die Umgebung von Portorož


5 Traumhafte Lage: Izola ist mit dem Rad von Portorož aus erreichbar


Welch ein Ausblick auf die Alpen! Die Höhenlagen sind noch schneebedeckt, und die Luft ist ruhig – vorausgesetzt, wir bleiben mindestens 1000 Fuß über Grund. Als wir den slowenischen Luftraum erreicht haben, sinken wir auf 5000 Fuß. Zadar Radio gibt uns an Portorož weiter, und schon wird’s turbulent.

Der Pflichtmeldepunkt ist bereits passiert, doch wir kommen nicht dazu, uns anzumelden: Es ist Wochenende, die Kette an- und abfliegender Maschinen scheint nicht abzureißen. Endlich: die Landefreigabe! Wir sind schon im Final, als wir ein stehendes Flugzeug auf der Bahn entdecken. Der Tower gibt die Anweisung zum Durchstarten, der Flieger vor uns hat einen Rollschaden und blockiert die Piste. Auch alle nachfolgenden Maschinen müssen kreisen, in der Luft wird’s eng. Sorgfältig halten wir Ausschau nach fremdem Aluminium und Carbon, schließlich erhalten wir als Nummer zwei erneut die Freigabe zur Landung. Doch irgendwie kommt uns Sepp, der ungeduldige Österreicher, mit seiner Tiger in die Quere. Wir verkürzen den Queranflug und kommen zu hoch ins Final … Noch mal durchstarten, wir sind ja in Übung. Ein paar Maschinen rutschen vor uns durch, dann eine weitere Anfluggenehmigung und Landefreigabe.

Das Follow-me-Moped weist uns eine Parkposition auf der Wiese zu, direkt neben Flugzeugen der Allgemeinen Luftfahrt von überall. Die Organisation klappt tadellos: Zwei Taxis bringen uns in eine riesige Hotelanlage direkt am Wasser. Gemeinsam fahren wir abends in den Ort, genießen den Sundowner, Rotwein und Seafood.

Sonntagfrüh erwacht Axels Leidenschaft für motorgetriebene Spielzeuge, als er am Hafen ein Schild sieht: »Motorboat to hire«. Er reiht eine Gruppe Gashebel-Enthusiasten hinter sich und zieht los. Die »Oldies« bevorzugen eine Tour mit dem Ausflugsboot, werden aber vom Unmut des Kapitäns kalt erwischt: Als er statt der angekündigten zwölf Teilnehmer nur fünf an Bord kommen sieht, kündigt er uns die Freundschaft und jagt uns davon. Kurzerhand mieten wir Fahrräder. Drei Senioren, zwei Erwachsene und ein Youngster begleiten Wolfgang zum Flughafen; er sucht sein verlorenes Armband.

Eine wunderschöne Strecke führt uns auf gut ausgebauten Fahrradwegen immer entlang der Küste bis zum Airport. Die gute Nachricht: Wolfgang findet sein Armband. Die schlechte: Wir folgen dem Vorschlag unseres Youngsters, der uns auf direktem Weg über leichte Berge nach Izola führen will – sein Handy zeigt aber weder die Länge der Steigungen noch die Höhenunterschiede an! Es beginnt eine Härteprüfung unter gleißender Sonne, die Steigungen sind gefühlt endlos, der Schweiß rinnt in Strömen, als stehende Redewendung wird »ist es nicht wunderbar hier?« eingeübt.

Wir erreichen den höchsten Punkt. Der kilometerweite Blick auf die Landschaft, die Ortschaft Izola zu unseren Füßen, die blaue See mit einem Luxusdampfer auf Reede – spätestens jetzt versöhnen wir uns mit der Idee vom direkten Weg nach Izola. Der finale Kick aber ist die Abfahrt. Wir rasen die Serpentinen runter, von den Fahrradbremsen hängt jetzt so viel ab wie beim Fliegen vom Hauptholm, wir landen direkt im Hafen. Wow! Pause und erst mal was essen.

Montag, acht Uhr. Unser Ziel ist Brač, eine Insel im Süden Kroatiens. Dort haben wir für zwei Tage ein Hotel gebucht. Alle Flugpläne sind bereits am Vortag aufgegeben worden, das Wetter ist unverändert gut, der knapp zweistündige Flug entlang der kroatischen Küste verspricht Abwechslung: Buchten, Steilküste, Strände, vorgelagerte Inseln …

Pässe kontrollieren kann zur Herausforderung werden. Bevor wir aufs Vorfeld dürfen, lässt uns der slowenische Grenzbeamte seine geballte Staatsmacht spüren. Zwölf Piloten, viel Gepäck und dann noch Ausweise aus verschiedenen Ländern! Die Flieger werden beladen, aufgetankt sind sie bereits, Motoren an. Ob der Tower wohl Jörgs Lieblingsstartaufstellung akzeptiert? Sein Fliegerherz beginnt zu rasen, wenn sechs Maschinen gleichzeitig auf die Piste rollen, sich in zweifacher Diamond-Formation aufstellen und in kürzester Zeit starten. Die Wochenendflieger sind abgerauscht, und der Türmer wünscht sich offensichtlich Abwechslung. Er erfüllt Jörgs Wunsch.

Es wird ein Kurztrip mit Grenzübertritt, verschiedenen Lotsen und Frequenzwechseln. Dazu unzählige Inseln unter uns – abwechslungs- und lehrreicher kann Fliegen nicht sein. Das zweite Steckenpferd unseres »Colonels« (Jörg war Generalstabsoffizier der Luftwaffe) ist Fotoshooting: entweder aus niedriger Höhe die Landschaft ablichten oder zum Vorausfliegenden aufschließen, sodass die Augenfarbe des Piloten von der Kamera eingefangen wird. Das Ergebnis sind tolle Air-to-air-Filmsequenzen für alle

Der Flugplatz von Brač liegt auf 1700 Fuß und wirkt aus der Luft wie ein Flugzeugträger. Der Tower ist unbesetzt, Jörg setzt eine Blindmeldung ab, checkt im Überflug den Windsack und legt für alle Nachfolgenden die Landebahn fest. Die Überraschung am Boden: Follow-me-Auto, freundlicher Empfang, pefekter Service. Im Taxi auf dem Weg zum Hotel spüren wir die Platzhöhe. Es hätten ruhig weniger Serpentinen bis ins Tal sein können!

Wir haben Glück – noch ist Vorsaison, Hotels lassen sich problemlos buchen, und wir finden ein super Restaurant. Tolle Gespräche, ein Gartenambiente unter südlicher Abendsonne, ein ganz klein wenig Rotwein … Der Küchenchef ist vom guten Umsatz angetan und verspricht Lamm am Spieß, sofern wir auch für den Folgeabend buchen. Wir sagen zu, aufgeschlossen gegenüber jeder Bereicherung unseres kulinarischen Verwöhntripps.

Dazu passt der »dienstfreie Tag« (ohne Fliegen), den wir in Brač einlegen. Als Spätfolge des Bootausflugs in Portorož wird Vojtech vom sogenannten Schröder’schen-Speedboot-Fieber« erfasst. Dabei handelt es sich um ein Virus, das Betroffene in jeder neuen Ortschaft erst mal nach Werbung mit der Aufschrift »Boat Hire« suchen lässt. Unser tschechischer Freund schart eine Siebener-Crew um sich, die ein Speedboot für einen Ausflug nach Split chartert. Typisch für das Krankheitsbild: Als verantwortlicher Skipper sitzt letztlich – oh Wunder – immer Axel auf dem Kapitänssitz. Ein wenig darf auch der kroatische Schiffsführer mitreden.

1 Inselflugplatz: In Kroatien wird auf Brac Station gemacht. Der Tower ist nicht besetzt


2 Tiger auf Tour: Mit zwei Personen an Bord ist in dem 180-PS-Viersitzer viel Platz für Gepäck


3 Ausspannen: Zwei Tage auf Brac – das muss sein. Für einen kurzen Stop ist die Insel viel zu schön


4 Gashebel-Enthusiasten: Für eine Spritztour nach Split mieten sich die Piloten ein Speedboot


5 Gruselig: ehemaliger Bunker der kroatischen Marine. Heute vertäuen Fischer ihre Boote darin


Posen: Das Mosaik am Historischen Nationalmuseum in Tirana greift die albanische Geschichte auf


Adriatische Inselwelt: Von Albanien führt die Route nahe der Küste nach Kroatien zurück


Eine Stunde dauert die Überfahrt. Wir erwandern eine interessante historische Stadt; Split gilt als Hauptstadt Dalmatiens. Noch ist Vorsaison, dennoch sind die engen Gassen bereits mit Touristen aus aller Welt überfüllt. Nach der Rückkehr treffen wir auf Jörg und Christian, die angeblich hart an der Vorbereitung für Christians PPL-Prüfung gearbeitet haben. Könnte es nicht auch sein, dass die Herren sich von der Fahrradtour erholen mussten?

Am Abend lernen wir, dass einfachste Elektromotoren zuverlässig einen Spieß antreiben können und ein Lamm zum kulinarischen Leckerbissen bräunen lassen. Wieder fließt Rot- und Weißwein, es werden die Probleme des weltweiten Währungssystems, die Erlebnisse auf früheren Grumman-Reisen und alles Mögliche diskutiert. Ein weiterer wunderbarer Abend

Albanien ist ein unbeschriebenes Blatt für alle, keiner von uns war jemals dort. Umso spannender ist das Leg nach Tirana. Jörg hat, wie gewohnt, alles perfekt vorbereitet. Als Belohnung für ihn starten wir wieder in der Diamond-Doublette.

Der sechsten Tag in VMC – gibt es in dieser Gegend eigentlich auch mal schlechtes Wetter? An Dubrovnik vorbei überfliegen wir wieder hunderte von Inseln, wir lassen Montenegro links liegen und erreichen den albanischen Luftraum.

Wer erwartet hat, dass in Tirana nichts los ist, wird überrascht. Dicke Airliner im Anflug und sechs kleine Maschinen in loser Formation bringen den Controller an seine Grenzen. Das Follow-me-Auto leitet uns an den Ferienfliegern vorbei zum Vorfeld, das Bodenpersonal zückt begeistert Handys und fotografiert – noch ist Tirana kein Ferienziel für Freizeitpiloten.

Jörg trägt sein Pilotenhemd mit Schulterklappen in Gold, der Rampagent zeigt Respekt und organisiert einen Flughafenbus für zwölf Männer mit prall gefüllten Koffern. Die Passkontrolle ist freundlich und unkompliziert, drei Taxis bringen uns in die Innenstadt zum gepflegten »Dinasty«. Ein derart charmantes Hotel und das herzliche Willkommen hat keiner erwartet.

Mit Fremdenführerin unternehmen wir einen Spaziergang durch Tirana. 40 Jahre hat Diktator Enver Hodscha das Land beherrscht, unglaubliche 700000 Kleinbunker sollen in dieser Zeit entstanden sein. Auch die aktuelle Regierung, hören wir, ändere nichts daran, dass Albanien eine Pseudo-Demokratie sei. Wir sehen nur die Oberfläche: Top-Karossen deutscher Premiumhersteller und unverputzte Wohnhäuser aus der sozialistischen Zeit. Trotzdem ist erkennbar, dass westliche Standards in Tirana Einzug halten. Bleibt zu hoffen, dass die Menschen ihre Offenheit und Gastfreundlichkeit behalten. Am Abend gibt sich unser Hotelchef mit einem festlich gedeckten Tisch samt Spitzenmenu alle Mühe, uns noch einen Tag zu halten. Gerne würden wir bleiben, doch das nächste Ziel lockt: die Insel Lošinj im Norden Kroatiens.

Die Flieger werden für den Drei-Stunden- Flug startklar gemacht, das Bodenpersonal übt sich erneut im Fotoshooting. Ob die Aufnahmen wohl in die nächste Imagebroschüre für Albanien wandern?

Der Tower gestattet Jörgs ersehntes Abschiedsszenario, die Diamond-Doublette. Auf dem internationalen Verkehrsflughafen rollen sechs Kleinflugzeuge gleichzeitig auf die Piste 22, formieren sich und starten nach Freigabe in Formation.

Wir steigen auf 5000 Fuß, dann holt uns der Controller auf 1500 und 1000 Fuß runter, später gibt er 2500 Fuß frei – es lebe die Abwechslung und der fliegerische Hochgenuss: allein die unterschiedlichen Farben des Wassers, die kroatische Küstenszenerie, und das alles aus der Vogelperspektive …! Doch selbst bei bester Vorbereitung erfordert eine Tour wie unsere durch sechs europäische Länder höchste Konzentration und Aufmerksamkeit des Piloten. Die Kommunikation mit den Lotsen finden auf Englisch statt, die Instrumente sind zu überwachen, man lauscht auf den Motor und eventuelle Unregelmäßigkeiten, scannt die unmittelbare Umgebung und den Horizont ab, stets bereit, auf eine Notsituation zu reagieren. Fliegen ist spannend!

Keine Antwort von Lošinj Tower – nicht besetzt. Wir legen die Betriebspiste nach eigenem Ermessen fest. Segelboote verraten die Windrichtung, der Windsack bestätigt unsere Entscheidung.

Abschluss-Dinner: Den letzten gemeinsamen Abend verbringen die zwölf Piloten auf Lošinj. Links vorn Autor Hubert Ernst


Der »Colonel«: Jörg Trauboth mit Kapitänshemd, einem Türöffner in Albanien. Der Grumman-Pilot hat die Reise organisiert


Den aufwendigsten Job in unserer Gruppe hat der »Hotelverantwortliche« auf der Suche nach Unterkünften für zwölf Personen. Doch er landet erneut einen Volltreffer: Im »Aurora« mit Wellness, Außenterrasse und Schwimmbad sind wir hervorragend untergebracht. Den Abend lassen wir in einem Fischrestaurant direkt am Wasser im Freien ausklingen.

Ein Tag zur freien Verfügung und Boote zum Mieten – schon klar, was dann abgeht. Axels Gang ist wieder unterwegs, im Schlepptau zwei Jet-Ski, die Adria wird PSstark umgeprügelt.

Das Zentrum von Mali Lošinj, des Hauptorts der Insel, ist fußläufig erreichbar, kleine, enge Gassen führen zum Hafen. Wir haben entschieden, den letzten gemeinsamen Abend mit einem Spanferkel am Spieß ausklingen zu lassen. Das nahende Ende des Trips setzt bereits Phantasien fürs kommende Jahr frei …

Frühmorgens sind wir am Flugplatz, aus Westen sind Gewitter angesagt, die Zeit drängt. Jörg und Christian wollen hardcore über Italien nach Mallorca, mit Zwischenlandung auf Korsika. Vier Maschinen fliegen nach Olomouc in der Tschechischen Republik, wo Vojtech, Premysl und Vit zu Hause sind. Axel und Sven schließen sich an, ebenso unsere zwei Wikinger. Wolfgang setzt mich in Jesenwang bei München ab, das erleichtert meine Heimkehr mit dem Zug.

Alles klappt wie geplant – was für eine Tour! Tolle Freunde gewonnen, Gemeinschaft genossen, Fliegen als Gruppenerlebnis schätzen gelernt – ich fliege nie wieder alleine (gelogen)!


FOTOS Hubert Ernst, Jörg H. Trauboth, Premysl Vodicka