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MIT SPANNUNG SPRIT SPAREN


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 36/2022 vom 08.09.2022
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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 36/2022

Nissan Juke 1.6 Hybrid

143 PS 6,2 l/100 km Verbrauch ab 31 090 Euro

Ford Puma 1.0 EcoBoost Hybrid

155 PS 6,4 l/100 km Verbrauch ab 28 900 Euro

TOUCHMONITOR

Im Ford Puma wirken die Darstellungen auf dem Touchscreen übersichtlicher und lange nicht so verspielt wie im Nissan Juke.

EIN BISSCHEN KULTIG sind die Kontrahenten Nissan Juke und Ford Puma schon. Der Japaner, dessen Name ja mit „der Verruchte“ übersetzt werden kann, verstand es von Anfang an, mit seiner Optik zu polarisieren. Der Puma startete sogar als kleines Sportcoupé, das von 1997 bis 2001 auf Basis des Fiesta gebaut wurde. Heute handelt es sich, dem Zeitgeist entsprechend, bei der zweiten Auflage des Juke und dem seit 2019 auf dem Markt befindlichen Puma natürlich um SUV.

Zugegeben, kleine SUV. Die beiden messen in der Länge knapp 4,20 Meter und schenken sich auch in der Breite mit jeweils 1,80 Meter nichts. Dennoch wirkt der Juke auf ...

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... den vorderen Plätzen etwas luftiger als der Ford, was nicht zuletzt den gut ausgeformten Sitzen geschuldet ist, die den Fahrer förmlich einsaugen. Hinten gewinnt der Puma, obgleich der Juke einen Hauch mehr Kopffreiheit bietet, die Insassen aber auf einer Sitzfläche Platz nehmen lässt, die so weich ist, dass die Prinzessin auf der Erbse ihre Freude daran gehabt hätte. Am Ende heißt es Gleichstand bei der Punktvergabe für das Raumgefühl.

Einen klaren Gewinner gibt es hingegen beim Gepäckabteil. Hier hat die Raubkatze die Nase vorn. Der Ford bietet mit 456 gegenüber 354 Litern mehr Stauraum. In beiden Fällen lassen sich die Lehnen der Rückbank asymmetrisch im Verhältnis 60:40 umklappen. Wobei sich dann auf einer nicht ganz planen Fläche im Ford 1216 Liter nutzen lassen, im Nissan sind es sogar 1237. Entscheidend ist aber, dass man sich in Köln einfach mehr Gedanken um die Praktikabilität im Kofferraum gemacht hat. Zwar haben beide Probanden einen doppelten Ladeboden, aber beim Ford kann der nicht nur verstellt, sondern auch aufgeklappt und arretiert werden, unter ihm lauert eine wasserdichte Wanne mit Bodenablauf. Hinzu kommen vier Verzurrösen, die der Japaner komplett vermissen lässt. Auch mutet der für die Bespannung des Kofferabteils benutzte Filz beim Juke nicht beständig, sondern recht billig an. Da wirkt der Puma solider.

Was umso mehr verwundert, da sich der Japaner in der Ausstattung N-Design im Innenraum einen hochwertigen Eindruck zu verschaffen weiß. Die leicht zerklüftete und verspielt eingerichtete Armatur ist genau wie die Türinnenverkleidung, das Lenkrad und die Sitze mit Alcantara bezogen. Dagegen wirkt der Ford in der Titanium X-Linie fast schlicht, obgleich auch hier Holzimitat-Intarsien zur Aufwertung verwendet werden.

Sowohl beim Nissan als auch beim Ford steht die manuelle Bedienbarkeit noch im Fokus. Vieles lässt sich bei beiden über die Lenkradtasten bewerkstelligen, was sich im Ford einen Hauch besser anfühlt. Die Druckpunkte sind angenehmer, die Tasten wirken nicht so aufgeworfen, und auch bei der Ein-Zonen-Klimaautomatik macht das Drehen am Regler im Puma ein bisschen mehr Spaß. Am Ende hat das natürlich wenig mit der Funktionalität zu tun, die ist hier wie da gegeben. Allerdings stellt der Kölner dem Japaner statt einer digitalen Vollfarbmatrix, die von zwei analogen Rundinstrumenten gerahmt wird, eine 12,3 Zoll messende, digitale Instrumententafel (500 Euro) für alle relevanten Fahrdaten entgegen. Wobei man ehrlicherweise zugeben muss, dass Nostalgiker von der Symbiose von Alt und Neu beim Zentraldisplay im Nissan durchaus angetan sein könnten.

Neben der Tastensteuerung in beiden Fahrzeugen können über die Sprachsteuerung Ansagen gemacht werden. So richtig befriedigend ist das aber weder im Juke noch im Ford. In beiden Fällen gilt: Der einfachere Weg ist, das Smartphone per USB zu verbinden und sich mit Siri oder Google zu unterhalten. Die sind auch nicht unfehlbar, aber auf jeden Fall kommt man hier ohne sprachliche Umwege deutlich schneller zum Ziel. Wer dennoch das interne Navigationssystem nutzen möchte, wird auch hier beim Ford etwas besser zurande kommen. Die Vielfalt, die Nissan dann allerdings über seine Connect-Funktion bietet, dürfte all jene begeistern, die das 8,7 Zoll kleine Zentraldisplay als eine Art fest verbautes Tablet nutzen möchten.

Während bis hierhin die Unterschiede eher marginal sind, gehen die Hersteller beim Antrieb ganz verschiedene Wege. Ford nutzt seinen EcoBoost-Hybrid-Antrieb mit 48-Volt-Technologie, Nissan setzt auf einen Hybridmotor aus der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz. Hier werkeln ein Verbrenner mit 94 PS und ein Elektromotor, der zusätzlich 49 PS zur Verfügung stellt und seine Energie aus einer 1,2 kWh leistenden Hybridbatterie erhält. Für die Gangverteilung ist ein sogenanntes Multimodal-Getriebe verantwortlich, das sich statt Synchronringen einer Klauenkupplung bedient, um zwischen den vier Gängen des Verbrenners und zwei elektrischen Gängen zu wechseln. Nissan verspricht dabei eine „sanfte und reaktionsschnelle Beschleunigung“. Dem ist leider nicht so. Die Übergänge sind gerade bei einem spontanen Antritt spürbar, und immer wenn sich die Kupplung vom Verbrenner löst, um einen Gang des E-Getriebes zu übernehmen, bleiben die Drehzahlen hoch und es entsteht eine akustische Aufregung des Treibsatzes, die nicht nachvollziehbar ist.

Zugegeben, auch der 155 PS leistende Dreizylinder im Ford kann akustisch Gas geben, wirkt aber im Zusammenspiel mit der 48-Volt-Unterstützung und den in Summe zur Verfügung stehenden 240 Nm deutlich agiler. Das liegt allerdings auch daran, dass der Fahrer die Schaltvorgänge über ein manuelles Sechsganggetriebe selbst in der Hand hat. Zudem erfreut der Ford mit einer etwas direkteren Lenkung. Um die beim Juke zu bekommen, muss man schon den Sportmodus bemühen. In den Einstellungen „Eco“ und „Normal“ hat der Fahrer eher das Gefühl, ins Leere zu drehen.

Der Puma hingegen lässt sich treffsicher durch die Kehren zirkeln, zeigt sich auch beim Fahrwerk knackiger und neigt weniger zum Durchschlagen, wenn es flott über eine unerwartete Bodenwelle geht. Der Nissan federt hingegen etwas spröde, aber dafür mit wenig Aufbaubewegung, was zwar Komforteinbußen mit sich bringt, insgesamt aber recht sportlich wirkt. Um den Puma in Sachen Fahr-spaß und Kurvenräubern zu schlagen, reicht es dennoch nicht.

Am Ende muss dem Japaner und der Raubkatze attestiert werden, dass sie es mit Unebenheiten nicht so haben. Die Fahrt über Kopfsteinpflaster überstehen weder der Nissan noch der Ford geräuschlos. Im Juke wirkt es aber, als hätten die Kinder irgendwo die Legobausteine versteckt, die jetzt auf und ab hüpfen. Wo, weiß man nicht, aber in der doppelten Dichtung der Türen können sie nicht sein. Die fehlt dem Japaner nämlich gänzlich. Ein Umstand, der vor allem an Schmuddeltagen für Unmut sorgen dürfte. Wenn sich nämlich der Dreck an die Innenseite des Schwellers schleicht, um von dort aus an die Hosen der Ein- und Aussteigenden zu klatschen.

Ob das am Ende die Kaufentscheidung beeinflusst, bleibt Ansichtssache, der Preis hingegen nicht. Hier liegt der Ford beim bewerteten Testwagenpreis mit 31 200 Euro ganz klar vor dem 34 980 Euro teuren Juke. Eher marginal dürfte der Verbrauch sein. Der Puma genehmigte sich bei unseren Tests im Durchschnitt 6,4, der Juke 6,2 Liter.

Am Ende gewinnt so der Ford Puma mit 519 zu 501 Punkten vor dem Nissan Juke. Wobei der Japaner eher Kultstatus genießt – vor allem bei den Frauen.

PLATZIERUNG

Punkte maximal 800

Ford Puma Fahrwerk, Federung, Lenkung und Antrieb sorgen für mehr Fahrspaß. Hinzu kommt die bessere Preis-Leistungs-Rechnung.

Nissan Juke Ein Auto für Individualisten. Innen und außen, aber auch beim Antrieb. Das schlägt sich leider im Preis nieder.

FAZIT

HOLGER PREISS, MIRKO MENKE

Nach Punkten hat der Ford Puma gegen den Nissan Juke ganz klar die Nase vorn. Er macht fahrtechnisch die bessere Figur, zeigt sich zeitgemäßer digitalisiert und setzt auf eine gut funktionierende 48-Volt-Technik. Der Juke hingegen bleibt auch bei der Technik seinem verruchten Äußeren treu, versteigt sich damit aber etwas – auch im Preis.