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Mit Tummo das innere Feuer entfachen


Deine Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 22.11.2019

In Tibet trotzen die Mönche der Kälte, indem sie durch eine spezielle Meditationstechnik Wärme in ihrem Körperinneren erzeugen. Die Methode nennt sich Tummo und kann auch hierzulande angewendet werden, um eine zu niedrige Körpertemperatur anzuheben. Im Interview mit Christian Dittrich-Opitz erfahren Sie, welche Rolle die Körpertemperatur für die Gesundheit spielt und wie Tummo funktioniert.



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Bildquelle: Deine Gesundheit, Ausgabe 6/2019

© Adobe Stock/Smileus

DG: Lieber Herr Dittrich-Opitz, wie sind Sie selbst zu Tummo gekommen?
Im Jahr 2001 nahm ich an einer Qigong-Studienreise in der Emei Shan-Bergregion in China nahe an der tibetischen Grenze teil. ...

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DG: Lieber Herr Dittrich-Opitz, wie sind Sie selbst zu Tummo gekommen?
Im Jahr 2001 nahm ich an einer Qigong-Studienreise in der Emei Shan-Bergregion in China nahe an der tibetischen Grenze teil. Einer der beiden Reiseleiter stammte aus einem tibetischen Nomadenvolk. Er trug auch bei null Grad Celsius und Schneeregen immer nur ein T-Shirt und hatte eine urwüchsige Körperkraft, die unerschütterlich schien. Darauf angesprochen. erklärte er uns, dass er seit seiner Kindheit eine einfache Form der Tummo-Methode übte, die aus dem sehr komplexen Tummo-System der tibetischen Mönche abgewandelt war. Während Mönche viel Zeit für ihre Übungspraxis haben, führten Nomaden wie er ein arbeitsreiches Leben und so entwickelten sie Varianten der Praktiken des tibetischen Buddhismus, die zu ihrem Lebensstil passten. Mit großem Interesse lernte ich Tummo von diesem Mann. Ich lebte damals in Arizona in der Wüste und reiste im Winter oft nach Deutschland. Dadurch konnte ich bald feststellen, dass Tummo mich sowohl gegen Hitze als auch gegen Kälte viel unempfindlicher machte. Meine Ausdauer verbesserte sich, mein Immunsystem wurde abwehrstärker und insgesamt spürte ich eine Robustheit gegenüber Stress, die mir bis dahin unbekannt gewesen war.

DG: Das klingt sehr interessant, wie lassen sich diese Effekte erklären?
Tummo nutzt einen einfachen physiologischen Effekt, der durch den dänischen Arzt Christian Bohr, Vater des berühmten Physikers Niels Bohr, bereits 1904 beschrieben wurde. Der sogenannte Bohr-Effekt besagt, dass Kohlendioxid nicht einfach ein Abfallprodukt des Stoffwechsels ist, sondern dafür sorgt, dass Sauerstoff von den roten Blutkörperchen abgelöst und in die Zellen transportiert werden kann. Nun weisen heutzutage fast alle Menschen eine hohe Atemfrequenz in Ruhe und insgesamt ein Ruhe-Atemvolumen auf, das viel mehr Luft durch die Lunge bewegt, als zur eigentlichen Sauerstoffversorgung notwendig wäre. Der russische Arzt und Pionier einer neuen Atemmedizin Dr. Konstantin Buteyko nannte dies die chronische Hyperventilation. Dadurch verliert der Körper zu viel Kohlendoxid und der Atemreflex für eine neue Einatmung setzt ein, ohne dass eine ausreichende, gesunde Atempause zur Bildung von genug Kohlendioxid stattgefunden hat. Langlebige Völker weisen, ebenso wie langlebige Tiere (Schildkröten, Elefanten), eine Atemfrequenz von vier bis sechs Zyklen pro Minute in Ruhe auf, während der moderne Mensch 13 bis 18 Mal pro Minute atmet. Tummo trainiert die Atmung auf eine Weise, die bewirkt, dass die Zellen viel besser mit Sauerstoff versorgt werden und man langfristig zu einer gesünderen Atemfrequenz findet. Nach Tummo-Übungen sinken Atemfrequenz, Atemvolumen und Ruhepuls. Eine wunderbare innere Ruhe setzt ein, weil die Zellen nun gut mit Sauerstoff versorgt sind. Dadurch wird die Alarmfunktion des Gehirns, die eine schlechte Sauerstoffversorgung als bedrohlich registriert, abgeschaltet. Stressabbau wird so erheblich erleichtert, weil der Körper schon mal vom Dauerstress eines Sauerstoffmangels befreit ist. Meiner Beobachtung nach gibt es kaum eine Methode, die ein ganzheitliches Wohlbefinden so leicht und zuverlässig zugänglich macht.

DG: Welche Rolle spielt die Atemtechnik bei Tummo?
In Bezug auf die Atemtechniken gibt es zum einen die Yin-betonten, sanften Übungen. Dabei wird die Atmung weich und ruhig. Außerdem werden unruhige Atemmuster erspürt, wodurch bereits Entspannung einsetzt. Dann gibt es eine sehr kraftvolle Atmung mit langen Atempausen, die unsere Zellen maximal mit Sauerstoff versorgt. Beide Elemente, die sanften und die kraftvollen Übungen, müssen zusammenkommen, um einen ausgeglichenen Effekt zu erzielen. Allerdings sollten Atemübungen immer nur mit Begleitung gelernt werden, damit sie auch richtig verstanden werden, denn wenn man versucht, eine Atemübung zum Beispiel aus einem Buch zu lernen, kann man eine Menge falsch machen und so nicht den vollen Wert aus der Übung schöpfen.

Tummo-Erfahrungen – ein Seminarteilnehmer berichtet

© Adobe Stock/ leszekglasner

Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Gesundheitsthemen und hatte trotzdem immer eine sehr unangenehme Kälteempfindlichkeit und ein eher schwaches Immunsystem. Kälte war etwas Bedrohliches für mich und auch Hitze habe ich nicht besonders gut vertragen. Durch naturheilkundliche Mittel konnte ich Infekte recht schnell überwinden, aber ich habe sie eben doch immer wieder bekommen. Als ich das Tummo – Seminar mitmachte, war ich zwar hoffnungsvoll, aber auch skeptisch. Was mich zunächst überraschte, waren die unmittelbaren Effekte schon bei den ersten Übungen. Eine innere Ruhe setzte ein, die ich in früheren Versuchen mit Meditation nie erreicht hatte und gleichzeitig fühlte ich mich belebt und energetisiert. In den folgenden Monaten praktizierte ich an den meisten Tagen die Übungen aus dem Seminar für insgesamt 20 bis 30 Minuten. Die Resultate haben meine Erwartungen übertroffen. Kälte fühlte sich nach wenigen Monaten völlig neu an, belebend, fast schon lustvoll. Ich erlebte meinen ersten Winter ohne Infekte. Wenn ich morgens die Übungen gemacht hatte, blieb mir ein sehr gutes Energiegefühl über den Tag, was mich richtig begeisterte. Für relativ wenig Aufwand mit Übungen, die auch noch Spaß machen einen solchen Gewinn an Lebensqualität zu bekommen, hat mich von Tummo komplett überzeugt. Was Tummo mir eindeutig gezeigt hat, ist die Tatsache, dass wir Menschen in unseren Körpern viele Potenziale tragen, die wir einfach vergessen haben. Dann denken wir, dass äußere Umstände wie Kälte, Stress im Beruf oder Bakterien unsere Gesundheit einschränken. Aber wenn wir solche inneren Potenziale zur Entfaltung bringen, verlieren viele dieser Umstände ihren bedrohlichen Charakter. Tummo hat mich dazu angeregt, im Zweifelsfall nicht mit den Umständen zu hadern, sondern zu schauen, ob ich mich vielleicht von meiner wahren inneren Kraft abschneide und mich deshalb unwohl fühle. So wird es oft viel leichter möglich, eine solide Basis in Stille im Geist und eine gute Kraft im Körper zu erleben.

DG: Wie beeinflusst Tummo die Körpertemperatur?
Tummo ermöglicht durch Atemschulung und die damit verbundene bessere Sauerstoffversorgung der Zellen, mehr Energie zu erzeugen. Wenn dann die Anwendung von kaltem Wasser durch kaltes Duschen oder Baden dazukommt, nutzt der Körper die erhöhte zelluläre Energie, um mehr eigenes Infrarot zu erzeugen. Wir wissen ja, wie heilsam Infrarot ist, wenn es von außen zugeführt wird, aber köpereigenes Infrarot ist noch kraftvoller. Der amerikanische Biochemiker Lubert Stryer hat bereits vor 40 Jahren nachgewiesen, dass Mitochondrien Infrarot produzieren können. Diese Fähigkeit der Mitochondrien wird durch Tummo erhöht. Praktizierende bemerken immer wieder, dass auf der Basis der Tummo-Atemübungen eine kalte Dusche zu einem lustvollen Vergnügen wird.

DG: Welche Bedeutung hat die Körpertemperatur für die Gesundheit?
Biologisches Leben ist auf eine sehr genaue Temperatur eingestellt. Betrachtet man den Menschen, fällt auf, dass seine durchschnittliche Körpertemperatur in den letzten 50 Jahren um rund 0,5 Grad Celsius gesunken ist. Man geht davon aus, dass dies Auswirkungen auf die Verdauung, das Immunsystem und die hormonelle Regulation hat. Ich habe noch keinen Fall von schwerer Nahrungsmittelunverträglichkeit erlebt, wo nicht auch Un- Infrarot produzieren können. Diese Fähigkeit der Mitochondrien wird durch Tummo erhöht. Praktizierende bemerken immer wieder, dass auf der Basis der Tummo-Atemübungen eine kalte Dusche zu einem lustvollen Vergnügen wird.

DG: Welche Bedeutung hat die Körpertemperatur für die Gesundheit?
Biologisches Leben ist auf eine sehr genaue Temperatur eingestellt. Betrachtet man den Menschen, fällt auf, dass seine durchschnittliche Körpertemperatur in den letzten 50 Jahren um rund 0,5 Grad Celsius gesunken ist. Man geht davon aus, dass dies Auswirkungen auf die Verdauung, das Immunsystem und die hormonelle Regulation hat. Ich habe noch keinen Fall von schwerer Nahrungsmittelunverträglichkeit erlebt, wo nicht auch Un- tertemperatur eine Rolle gespielt hat. Auch Schilddrüsenunterfunktionen und Hashimoto gehen oft mit Untertemperatur einher. Bei Untertemperatur ist das Nervensystem leichter erregbar, wodurch sich die Stressresilienz reduziert. Das kann auch eine ungünstige Facette von Hochsensibilität mit sich bringen. Eine gesunde Körpertemperatur von 36,8 bis 37 Grad Celsius macht uns widerstandsfähiger gegen Stress, ist die Grundlage für eine gesunde Verdauung und ein gesundes Mikrobiom und vor allem fühlen wir uns wohler.

Workshop: Tummo Sadhana



„Aktivieren Sie Ihre Lebensenergie und Ihr Bewusstsein“



Tummo ist eine Praxis der Aktivierung von Lebensenergie und Bewusstsein, die in Tibet entstand und Techniken aus Yoga und Taoismus mit Kältetraining vereint. Im Vergleich zu vielen Methoden der Yoga-Meditation, die ähnliche Effekte haben, ist die Tummo-Meditation mit weniger Zeitaufwand durchführbar. Das Besondere bei Tummo ist die extreme Kombination aus körperlich-energetischer Aufladung bei gleichzeitiger Stille im Geist.

In diesem Seminar werden sowohl die gesundheitlichen wie auch die meditativen Methoden des Tummo vermittelt:

• Ausgleich der Sonnen- und Mondkanäle und damit der Yin- und Yang-Energien im Körper
• Aktivierung des Zentralkanals für eine gesunde, sichere Aktivierung der Kundalini-Basis-Atmung zur Vermehrung von Prana/Qi, spezielle Atmung zur Stärkung von Prana/Qi in den Händen
• Anweisungen für sinnvolles Kältetraining zur Regeneration und Verbesserung des Immunsystems
• Außerdem haben die Teilnehmer/innen Zeit, persönliche Fragen zu gesundheitlichen und spirituellen Themen zu stellen.

Termin: 24. – 26. Januar 2020; Kosten: 330,- E; €Dozent: Christian Dittrich-Opitz Nähere Infos und Anmeldung über:
www.natur-wissen.com/workshops-seminare/einzel-workshops-vortraege/
Ort und Anmeldung:naturwissen Ausbildungszentrum , Geltinger Str. 14e, 82515 Wolfratshausen,
Tel. 08171/4187-60. www.natur-wissen.com

Christian Dittrich-Opitz, Jahrgang 1970, ist autodidaktischer Gesundheitsforscher und heilte sich selbst von einer als unheilbar eingestuften Krankheit. Er lernte viele traditionelle Methoden der Aktivierung von Lebensenergie, wie Tummo, Qigong, Neigong, innere Kampfkunst und verschiedene Yoga-Stile. Er ist der Autor von „Befreite Ernährung“ , „Befreite Atmung“ und „Der Protein-Optimierer“ und bietet Seminare zu den Themen Tummo, Lernen wie ein Genie und Methoden des Siddha-Yoga an.www.christian-dittrich-opitz.de