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Mit vollem Auftrieb


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ANGELSEE aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 10/2023 vom 02.12.2022

Am Wasser

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Dennis hat gesehen, dass die Forellen heute in der Mitte des Sees direkt unter der Oberfläche aktiv sind. Allerdings ist es dort 6 mtief. Da Dennis auf Grund mit auftreibendem Köder angeln möchte, muss das Vorfach mindestens 5,5 m lang sein. Und damit beginnen die Probleme ?

Es gibt verschiedene Umstände, die beim Forellenangeln lange Vorfächer erfordern. Damit sind Vorfachlängen von 3 bis 4m und sogar noch mehr gemeint. Solche Längen können sowohl beim aktiven Schleppen mit Sbirolinos als auch beim passiven Angeln mit auftreibenden Montagen erforderlich sein. Beim Schleppen sind sie erforderlich, weil vom Sbiro eine gewisse Scheuchwirkung ausgeht und der Köder deshalb einen möglichst großen Abstand haben soll. Bei der auftreibenden Montage spielt die Scheuchwirkung dagegen überhaupt keine Rolle. Dort bestimmt die Länge des Vorfachs aber die Auftriebshöhe des Köders vom Grund. Ist das Vorfach 2m lang, kann der Köder 2m weit auftreiben, ist es 4m lang, kann der Köder 4m weit auftreiben.

HOCH ÜBER GRUND

Wie hoch der Köder tatsächlich vom Grund aufsteigen soll, hängt davon ab, wie weit die Forellen über dem Grund stehen. Halten sie sich irgendwo im Mittelwasser etwa 1m über dem Grund auf, muss auch der Köder genau 1m auftreiben. Sollten die Fische aber direkt unter der Oberfläche aktiv sein, muss das Vorfach so lang sein, dass der Köder auch bis zur Oberfläche aufsteigen kann. In flachen Gewässern mit maximal 2 bis 3m Tiefe sind somit auch nur „normale“ Vorfachlängen von 2 bis 3m notwendig. Wird aber in Gewässern mit Tiefen bis 6m geangelt, kön- nen auch mal Vorfachlängen von bis knapp 6m erforderlich sein. So wie bei Dennis Blunk vom Team Moritz-Nord am Forellensee Dorotheental. Er hatte dort beobachtet, dass die Forellen in der Mitte des Sees, wo es tatsächlich etwa 6 mtief ist, direkt unter der Wasseroberfläche aktiv waren. Dort wollte er den Köder an seiner „stillen Rute“ ablegen, während er den Uferbereich aktiv mit Kunstködern abfischte. Also musste er an seiner auftreibenden Montage ein knapp 6 mVorfach montieren. Selbst bei einer Rutenlänge von immerhin 3,90 m ergibt sich dann ein Problem: Wie soll damit ein so langes „Geschleuder“ ausgeworfen werden?

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Einfache Montage: Dennis angelt ganz klassisch mit einem 20-g-Tropfenblei. Den Knoten am Wirbel hat er mit einem Gummipuffer gesichert.
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Damit der Köder beim Wurf mit dem langen Vorfach nicht vom Haken fliegt, hat sich Dennis für einen festen Gummiköder entschieden.
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Ein Blick auf den Deckel zeigt, dass die Gummilarven von Trout Jara nach Käse ?duften?.
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Und wie ? die Riechprobe bestätigt die Warnung auf der Köderdose.

SCHWIERIGER SCHWUNG

Halten wir uns einfach mal die Rutenstellung beim Wurf vor Augen. Wenn eine Rute zum Wurf nach hinten geführt wird, sollte im Normalfall der Köder noch in der Luft schweben, wenn sich das Wurfgewicht (ob Sbirolino, Grundblei oder Pose) kurz unterhalb der Rutenspitze befindet. Bei kurzen Vorfächern von 1m Länge ist das überhaupt kein Problem. Da kann die Rute auch fast waagerecht nach hinten geneigt werden, um für den Wurf ausreichend Schwung zu holen. Doch je länger das Vorfach ist, desto schwieriger wird das Ganze. Bei Vorfächern von 2m Länge kann die Rute zum Wurf maximal in einem Winkel von 45 Grad nach hinten geneigt werden, damit der Köder noch in der Luft hängt. Klar, dass sich dabei viel weniger Schwung für den Wurf holen lässt. Und bei einem 3m langen Vorfach würde die Rute zum Wurf fast senkrecht stehen, so dass eigentlich gar kein Schwung mehr geholt werden kann. Wie sollte dann ein 6m langes Vorfach mit einer 3,90 m langen Rute ausgeworfen werden? Die Antwort lautet: gar nicht. Der Köder kann beim Wurf logischerweise nicht in der Luft hängen.

GLATTE ABLAGE

Deshalb legen Spezialisten wie Dennis Blunk ihren Köder einfach hinter sich auf dem Boden ab. Das setzt allerdings voraus, dass der Boden im Rückraum auch absolut glatt ist und nicht die Gefahr besteht, dass der Haken irgendwo hängenbleibt. Ein längerer Grashalm oder ein Zweig könnten schon die Ursache dafür sein, dass der Wurf misslingt. Es ist also wichtig, dass sowohl das lange Vorfach als auch der Haken frei sind. Dafür reicht zum Glück schon eine kleine freie Fläche auf einem glatten Sandboden aus. Kurzes Gras geht zur Not auch noch. Ansonsten kann man auch eine glatte Folie hinter sich ausbreiten. Weil der Köder ja auf dem Boden aufliegt, kann die Rute dann zum Wurf ganz weit, also fast in waagerechte Stellung nach hinten geführt werden, so dass mit optimalem Schwung ausgeworfen werden kann. Auch hier muss man sich aber vor Augen halten, was dann genau passiert: Wenn sich das Grundblei oder der Sbiro bereits im Flug befinden, liegt der Köder ja noch für den Bruchteil einer Sekunde auf der Erde, bis sich das komplette Vorfach gestreckt hat. Erst dann wird er regelrecht vom Boden hochgerissen. Dieser Reiß-Impuls ist stark, dass die Gefahr besteht, dass der Haken ausschlitzt. Deshalb sind bei dieser Wurftechnik feste Ködern angebracht! Dennis hat sich für eine schwimmende Larve entschieden.

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Damit er nicht mit den Fingern voll in die ?Käse-Soße? greifen muss, nimmt Dennis die Larve mit einer Zange heraus. Ganz vermeiden ?
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? lässt sich der Kontakt mit dem Flavour natürlich nicht. Wichtig ist, dass Larve und Haken größenmäßig zueinander passen.
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Der Haken wird ganz klassisch im Kopf der Larve eingestochen ?
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? und bis auf den Schenkel gezogen. Dann tritt die Hakenspitze wieder heraus.
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Die Larve sitzt auf dem kompletten Hakenschenkel und sogar noch ein Stück auf der Schnur. So hält sie bombenfest auf dem Haken.
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Im flachen Wasser kann man gut sehen, dass die Gummi-Larve mitsamt Haken schwimmt und dadurch zuverlässig im Wasser aufsteigen wird.
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Damit sich das 5,5 m lange Vorfach mit der nur 3,90 m langen Rute werfen lässt, legt Dennis den Köder hinter sich auf dem Boden ab.
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So lässt sich auch die überlange Montage ganz wunderbar bis zur Mitte des Sees katapultieren.
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Die Rute wird auf einem elektronischen Bissanzeiger abgelegt. So bekommt Dennis jeden Biss mit, während er nebenan mit einer aktiven Rute fischt.
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Ein Ü-Ei in der Schnur sorgt dafür, dass die Schnur straff bleibt und dient gleichzeitig als optischer Bissanzeiger.
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Die Fische sind zwar unter der Oberfläche aktiv, aber es dauert eine ganze Weile, bis sich eine Forelle die Larve geschnappt hat und die Rute endlich krumm ist.
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Der Haken saß vorn im Maul, dank der rechtzeitigen ?Warnung? durch die Bissanzeiger, und ließ sich leicht lösen.
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Es hat zwar etwas gedauert, aber es hat gleich zweimal geklappt: Die auftreibende Montage war doppelt erfolgreich.
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Eingenetzt: Die Larve ist im Drill zwar nach oben gerutscht, aber noch fest genug für einen weiteren Einsatz.
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Der nächste Fisch ist im Kescher gelandet. Diese Forelle wollte den Köder gar nicht mehr loslassen.

EINFACHE MONTAGE

Eine auftreibende Montage hat den Vorteil, dass sie sicher auf dem Grund liegt und nicht vom Wind abgetrieben wird. So kann man wie Dennis Blunk ganz bequem mit einer aktiven Rute fischen und muss sich um seine abgelegte Rute höchstens mal zur Köderkontrolle kümmern. Bis auf das überlange Vorfach angelt Dennis mit einer Standard-Montage. Seine „stille Rute“ legt er am liebsten ganz klassisch mit einem Tropfenblei auf Grund ab. So kann er sicher sein, dass sie selbst bei starkem Seitenwind immer am gewünschten Platz bleibt. Damit man beim Werfen mit der aktiven Rute keinen Biss verpasst, ist es natürlich wichtig, dass Bisse deutlich angezeigt werden, am besten hör- und sichtbar. Dennis legt seine Rute deshalb immer auf einem elektronischen Bissanzeiger ab und hängt noch einen einfachen Bissanzeiger in die Schnur. So entgeht ihm kein noch so feiner Biss.

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