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MIT VOLLGAS ZUM LECKEREN GRILLMENÜ


IMTEST - Das Verbraucher Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 05.06.2021

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Bildquelle: IMTEST - Das Verbraucher Magazin, Ausgabe 6/2021

Der Holzkohlegrill hat noch lange nicht ausgedient. Aber seitdem immer mehr Grillfans einen Gasgrill haben, verblasst der Glanz der ehedem gar nicht so günstigen Kugel. Denn immer häufiger kommen ganze Tellergerichte vom Rost und nicht nur die Steaks oder ein paar Würstchen. Außerdem wird das Gerät auf der anderen Seite des Gartenzauns auch gerne mal für einen Snack zwischendurch genutzt. Und selbst das Argument mit dem Rauchgeschmack ist nicht mehr so richtig haltbar.

Praktisch und schnell

Der Gasgrill besitzt also viele Vorteile gegenüber dem klassischen Holzkohlegrill. Er ist vielseitig bei recht großer Grillfläche. Die Handhabung ist vergleichsweise einfach, das Gerät schnell einsatzbereit. Kritiker würden sagen, man habe es hier mehr mit einem Gasherd als einem Grill zu tun. Das ist zwar einerseits nicht ganz richtig, aber andererseits auch nicht ganz falsch. Und das wiederum hat mit der ...

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... Erwartung zu tun, die man mit Grillen verbindet. Für diejenigen, für die das Feuermachen als Ritual dazugehört, ist Gas sicher nicht die richtige Wahl. Wer jedoch die Zubereitung auf der Flamme schätzt, weil es hier deutlich mehr Möglichkeiten gibt als beim normalen Küchenherd, der wird mit einem Gasgrill glücklich. Vorausgesetzt, der Grill taugt etwas, und man behandelt ihn entsprechend gut.

Nicht nur Vorteile

„Gut behandeln“ ist ein wichtiges Stichwort, denn während der Holzkohlegriller seine Kugel hin und wieder mal auskehrt und einmal mit Fettlöser durchwischt, ist ein Gasgrill etwas pflegeintensiver. Etwas, was vielen Käufern nicht so bewusst ist: Das Innenleben eines Gasgrills unterliegt einem gewissen Verschleiß. Hohe Hitze sowie Salze und Säuren aus den Lebensmitteln führen selbst bei Edelstahl mit der Zeit zu Korrosion, was irgendwann dazu führt, dass man ein paar Teile wechseln muss. Wer seinen Grill stark vernachlässigt, riskiert aber, dass ihm das Gerät schon nach zwei Jahren weggammelt – und beschwört womöglich auch noch einen kapitalen Fettbrand herauf. Allerdings gilt auch: Je hochwertiger ein Grill ist, desto länger hält er in der Regel auch. Fast für die Ewigkeit gemacht sind Wannen aus Aluguss, wie sie beim Napoleon Freestyle oder Weber Spirit zu finden sind. Nach vorne entnehmbare Fettauffangschalen erleichtern es, den Grill in Schuss zu halten. Die finden sich übrigens bei allen Grills, während die Fettwannen Bei Rösle, Grandstate und Landmann nach hinten entnommen werden müssen. Nicht unbedingt ein Garant für lange Haltbarkeit ist übrigens der optische Eindruck. Zwar sehen Grills in Edelstahloptik oft wertiger aus, sind es aber nicht. Emaillierte oder pulverbeschichte Bleche sind, wenn vernünftig bearbeitet, ebenso unverwüstlich. Hier sind dann eher höhere Materialstärken für geringeren Verschleiß verantwortlich als silberglänzender Edelstahl. Und tatsächlich haben da Napoleon und Weber die Nase vorn, wenngleich bei Spirit der Lack etwas kratzempfindlich ist.

Ohne Fleiß kein Fleisch

Vor das erste Grillvergnügen haben die Hersteller leider den Aufbau gesetzt. Und hier lässt sich grob festhalten: Je mehr Ausstattung bei gleichem Preis, desto mehr Schrauberei ist angesagt. Dabei ist der Korpus bei allen Grills schnell und unkompliziert aufzubauen; in der Anleitung des Landmann Triton allerdings ist nicht immer gut erkennbar, was genau wie montiert werden muss. Bei Napoleon, Weber und auch Rösle geht es mit dem recht simplen Aufbau einigermaßen gut weiter. Bei allen anderen Geräten ist mehr oder weniger kleinteilige Montage von Seitenablagen, Beschlagteilen oder Sonstigem angesagt. Garstig beim Grandstate und beim Rösle ist, dass man sich über das kleine Schraubenpaket freut, dann aber feststellen muss, dass viele andere Schrauben bereits vormontiert sind und zunächst entfernt werden müssen, wie etwa beim Korb für die Gasflasche. Es hat übrigens Gründe, dass ausgerechnet diese beiden Grills sich bei der Montage sehr ähneln: Sie stammen aus demselben chinesischen Werk. Die Konstruktion des Unterwagens sowie des Brennerkopfes ist komplett identisch. Lediglich bei der Konfiguration der Brenner sowie beim Design gibt es Unterschiede. Das ist umso erstaunlicher, weil Rösle in Sachen Küchenzubehör eher zu den recht hochpreisigen Premium-Marken gehört. Der Grill ist verarbeitungstechnisch zwar in Ordnung, im Vergleich aber eben „nur“ auf gehobenem Baumarkt-Niveau. Der Kingstone Cliff 455 ES-1 von Bauhaus aus dem letztjährigen Test ist ein annähernd vergleichbarer Grill, der übrigens auch auf der gleichen Plattform aufbaut. Immerhin ist es von Vorteil, dass man so einfach an wichtige Ersatz- oder Verschleißteile wie Brenner und Flammabweiser kommt.

IM TEST

6 Gas-Grills

CHAR-BROIL PROFESSIONAL PRO S 3 

GRANDSTATE EAGLE 652 E 

LANDMANN TRITON 4.1 MAXX 

NAPOLEON FREESTYLE 425 SIB 

RÖSLE VIDERO G4-S VARIO +

WEBER SPIRIT E-325S

5 tragbare Outdoor-Grills

FENNEK FENNEK 2.0 

KNISTER KNISTER SMALL 

SKOTTI SKOTTI 

EIFEL SOLLIG 

THE BBQ-SHOP BRUZZ WILLY BW1

5 WLAN-Thermometer

INKBIRD IBBQ4-T 

GRILLEYE MAX 

MEATER MEATER BLOCK 

MEATSTICK MEATSTICK SET 4 

WEBER SMART GRILLING HUB

DAS GRILL- ZUBEHÖR

Diesen QR-Code per Smartphone einscannen.

Bedauerlich bei Weber: Der Spirit E-325S ist zwar ein brandneues Modell, aber nach wie vor nicht so konstruiert, dass die hier in Europa gar nicht so seltenen 11-kg-Gasflaschen in den Unterschrank passen. Das Problem hat ansonsten nur noch der Landmann, der zudem auch noch den Gasanschluss außen liegen hat. So richtig elegant ist das nicht. Auch der Napoleon Freestyle lässt es im Vergleich zu den höherwertigen Serien etwas an Stil vermissen. Vor allem deshalb, weil er ein Untergestell mit Frontverblendung statt eines Schrankes besitzt. Dafür ist dann aber die Technik sowie das Material weitestgehend identisch zur Rogue-Serie. Der Grill ist also durchaus wertig – und hat die besten Rollen. Es gibt nämlich nur zwei, und die sind so groß, dass man den Freestyle tatsächlich auch mal über eine Wiese bewegen kann.

Steakmaschinen

Napoleon hat vor vielen Jahren damit begonnen, inzwischen haben zumindest alle Grills hier im Test einen Steakbrenner, der besonders viel Hitze für intensive Röstaromen liefert. Beim Grandstate gibt es sogar gleich zwei. Mit Ausnahme von Weber setzen dabei alle Hersteller auf keramische Infrarot-Brenner, die Temperaturen zwischen 700 und 900°C erreichen. Bei Weber gibt es einen zusätzlichen Rohrbrenner. Der schafft nicht ganz so viel Temperatur und benötigt auch etwas mehr Gas, sorgt aber ebenfalls für ausreichend hohe Hitze für Steaks oder Burger. Allen Grills kommt dabei zugute, dass sie über Gussroste verfügen. Ausnahme ist der Grandstate, der aber auch in einer Version mit Guss erhältlich ist. Gusseisen sorgt für ein schöneres Branding (Grillmuster), ist aber etwas pflegeaufwändiger als Edelstahl.

Ausstattung

Alle Grills besitzen mindestens ein Batteriefach für den Zünder, aber mitunter auch für die Beleuchtung der Regler. Die ist dann sinnvoll, wenn sie erkennen lässt, ob ein Brenner läuft oder aus ist. Eine etwas originelle Lösung hat Landmann hier gewählt: Jeder Drehknopf verfügt über eine eigene Stromversorgung mit allerdings sehr speziellen Batterien. Das ist ähnlich suboptimal wie die eher mühsam zu öffnenden Batteriefächer beim Rösle und beim Grandstate. Weber und Napoleon verzichten komplett auf eine Beleuchtung; Gleiches gilt für Char-Broil. Auch zünden längst nicht immer alle Brenner elektronisch. Die normalen Rohrbrenner werden oft auch per Piezo-Zündung gestartet. Das bedeutet, dass man hier im schlechtesten Fall ein paar Mal klicken muss, bis der Grill läuft.

Beim Grandstate gibt es neben dem Steakbrenner auch noch einen Seitenkocher und sogar einen Heckbrenner, der ein nettes, aber nicht zwingend nötiges Extra bei Verwendung eines Drehspießes ist. Der Rösle Videro kann ebenfalls mit Infrarotbrenner und Seitenkocher aufwarten; bei den anderen Grills kann der Infrarotbrenner auch als Seitenkocher verwendet werden. Lediglich der Spirit steht ohne zusätzliche Kocherfunktion im Seitenteil da. Dafür ist Weber der Vorreiter bei den modularen Rostsystemen, bei denen ein runder Einsatz gegen diverse andere Zubehöre wie zum Beispiel Gusstopf, Gussplatte oder Pizzastein getauscht werden kann. Rösle verfügt über ein vergleichbares Konzept, ebenso Landmann. Bei Grandstate gibt es das in der Gusseisenversion. Das Systemzubehör wie Gussplatte oder Plancha bei Napoleon ersetzt dagegen immer gleich einen Teil des Rostes, bietet also grundsätzlich mehr Fläche als die Lösungen mit dem runden Einsatz. Allerdings ist es prinzipiell auch kein Problem, einen Pizzastein einfach auf den Rost zu legen.

Hitze-Wallungen

Natürlich ist am Ende die wichtigste Frage, wie gut sich mit einem Gerät grillen lässt. Die meisten Gasgrills heizen nicht gleichmäßig über die Fläche verteilt Oft sind sie auf der Seite, an der der Gasanschluss sitzt, etwas heißer. Und auch über die Tiefe betrachtet liegt bei fast allen Grills der heißeste Teil zwischen der Mitte des Rostes und der Rückwand. Das trifft auch auf die meisten Testgeräte zu. Char-Broil versucht dem mit einem True Infrared genannten System entgegenzuwirken. Dabei erhitzen die Brenner profilierte und gelochte Bleche, die wiederum ihre Temperatur an den darüberliegenden Rost abstrahlen. Das sorgt zwar tatsächlich für deutlich mehr Gleichmäßigkeit, führt aber auch dazu, dass der Grill für höhere Umlufttemperaturen eine relativ lange Vorheizzeit hat. Die relativ geringe Leistung der Brenner trägt da auch ihren Teil zu bei. Am Ende landet er dann aber trotzdem auch bei 340°C. In sozialen Netzwerken wird derweil über eben diese maximale Temperatur diskutiert. Der Napoleon Freestyle etwa kommt im Test auf weit über 400°C. Zu Recht wird dann gesagt, dass man zum Grillen solche Temperaturen nicht brauche. Was bei dieser Argumentation aber zu kurz kommt, ist die Tatsache, dass das eben auch eine sehr gute Heizleistung pro Brenner sowie ein gute Umluftzirkulation bedeutet. In der Konsequenz heißt das, der Grill hat kurze Vorheiz- sowie Aufheizzeiten nach Öffnen des Deckels – und er ist zudem in der Lage, auch über einem normalen Brenner so viel Hitze zu entwickeln, dass es für tolle Röstaromen bei Steaks oder Burgern reicht. Denn bei acht bis zehn Personen stößt man mit dem kleinen Infrarotbrenner des Napoleon schnell an Grenzen. Der Preis, den man für die hohe Heizleistung beim Freestyle zahlt: Der Grill kommt nur so gerade eben in den Temperaturbereich für BBQ; weniger als 110°C sind hier nicht möglich.

Trotzdem: Am Ende ist es so, dass man mit allen getesteten Grills vernünftig arbeiten kann, sofern man sich hinlänglich mit dem jeweiligen Gerät vertraut gemacht hat. Denn das Grill-Pendant zum Thermomix gibt es leider noch nicht, auch wenn Weber derzeit mit „smarten Grillen“ wirbt. Tatsächlich handelt es sich hierbei um eine App, die mithilfe von Thermometer-Unterstützung (in einigen Modellen fest verbaut, via Smart Grilling Hub auch nachrüstbar) eine Echtzeit-Anleitung inklusive Vorbereitung bietet.