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Mit Zoom


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 08.08.2018

HTC U12+ gegen Nubia Z17S: Das ist der Vergleich zweier Flaggschiffe, und es ist zugleich das Duell zweier Marken: HTC steht seit Jahrzehnten für hochwertige Hardware, Nubia wurde von ZTE gegründet, einem der großen Netzwerkausrüster.


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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 9/2018

Das taiwanesische Unternehmen HTC ist seit 2009 auf dem deutschen Markt und konnte mit zahlreichen Modellen technisch immer wieder punkten. HTC erlangte zwar wesentlich geringere Marktanteile als Samsung oder Huawei – dennoch positionieren die Taiwanesen ihr neues Topmodel U12+ für knapp 800 Euro (64-GB-Version) preislich weit oben. Zu diesem Preis liefert HTC aber auch ...

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Das taiwanesische Unternehmen HTC ist seit 2009 auf dem deutschen Markt und konnte mit zahlreichen Modellen technisch immer wieder punkten. HTC erlangte zwar wesentlich geringere Marktanteile als Samsung oder Huawei – dennoch positionieren die Taiwanesen ihr neues Topmodel U12+ für knapp 800 Euro (64-GB-Version) preislich weit oben. Zu diesem Preis liefert HTC aber auch hochwertige Hardware, zum Beispiel den Prozessor Qualcomm Snapdragon 845 Mobile mit 8 Kernen oder das 6 Zoll große Display mit 2880 x 1440 Pixeln. Der interne Speicher bietet 64 oder 128 GB und lässt sich per microSD erweitern.
Nubia ist ein Ableger des chinesischen Riesen ZTE, der als Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller zugleich agiert. Seiner aktuellen schwierigen Auseinandersetzung mit den USA ungeachtet tritt Nubia selbstbewusst auf und geht mit dem 600 Euro teuren Z17S einen ganz eigenen Weg. Die technische Ausstattung ist bescheidener als bei HTC, das LC-Display mit 5,7-Zoll und 2014 x 1080 Pixeln kleiner. Sein Speicher ist zwar 128 GB groß, aber nicht erweiterbar. Vor allem aber ist der Akku des Nubia mit 3100 mAh weniger ausdauernd als der des U12+ (3500 mAh).

Kameramodule
Beide Geräte setzen auf zwei Kameramodule. HTC bietet ein optisches Zweifach-Zoom – Nubia dagegen nicht.


Optische Module

Beide Modelle nutzen eine Doppeloptik. Das HTC U12+ arbeitet meist mit einer 12-Megapixel-Kamera mit Weitwinkelobjektiv (1,75/4,28 mm/ca. 25 mm KB) und Bildstabilisator. Der 1/2,5 Zoll große Sensor hat eine Dual-Pixel-Struktur und nutzt 1,4 mμ große Pixel. RAW-Aufnahmen sind nur mit dieser Einheit und ausschließlich im Pro-Modus möglich. Alternativ kommen eine Normalbrennweite 2,6/6 mm (ca. 50 mm KB) und ein 16-Megapixel-Sensor zum Einsatz. Damit kann das HTC 2x optisch zoomen, darüber hinaus bis maximal 10x nur digital. So haben Tele-Aufnahmen trotz des 16-Megapixel-Sensors immer nur 12 Megapixel.
Im Foto-Modus nutzt das U12+ in heller Umgebung die 2,6/6 mm-Optik und wechselt bei stark nachlassender Helligkeit zur lichtstärkeren WW-Einheit. Im Pro-Modus wird immer mit dem WWModul gezoomt – das bedeutet: gecropte und hochgerechnete Aufnahmen. RAWs bleiben unbeschnitten, auf sie hat die Zoomfunktion keinen Einfluss.
Im Z17S stecken ein 23 -Megapixel-Modul mit f2/3,79 mm (22 mm KB) und ein 12-Megapixel-Sensor mit f1,8/4,36 mm. Das entspricht laut Exif-Daten einer KBBrennweite von 25 mm, doch im Test fiel uns auf, dass beide Kameras denselben Blickwinkel haben und tatsächlich mit rund 22 mm (KB) arbeiten. Im DNG-Modus kann der Fotograf zwischen beiden Kameras frei wählen, RAWs gibts auch hier nur mit dem WW-Objektiv. Zoomen kann es nur digital und bis maximal 10x – je nach Aufnahmebedingungen mit 23 oder 12 MP. Im Foto-Modus und bei viel Licht kam die Optik mit 2/3,79 mm öfter zum Einsatz, bei wenig Licht die Optik mit 1,8/4,36 mm. Im Pro-Modus wurde ausschließlich das 1,8/4,36 mm verwendet.

Kamera-App

Die Kamera-App von HTC ist übersichtlich aufgebaut und bietet neun verschiedene Aufnahmemodi – Videound Selfie-Funktion mitgezählt. Die für Fotografen wichtigsten Modi heißen „Foto” und „Pro”. Da RAWs nur im Pro-Programm möglich sind, ist dieser Modus für uns zentral.
Icons für die Einstellungen blendet HTC links am Bildschirmrand und oben ein. Schön, dass sie sich mitdrehen, wenn man das Gerät kippt. Weniger schön, dass die Icons auf der linken Seite nicht farbig unterlegt sind – bei hellen Motiven erkennt man oft nichts mehr. Der Pro-Modus erlaubt den Zugriff auf Auflösung (nur bei JPEGs), Bildformat, Weißabgleich, Belichtungskorrektur, ISO, Verschlusszeit und Fokus. Für die Belichtung stehen in der App neben PAutomatik, Zeit/ISO-Shift und manuelle Belichtung zur Wahl.
Im Foto-Modus gibt es Auflösung, HDR, Blitz sowie verzögertes Auslösen. Die Belichtungskorrektur erreicht man durch längeres Drücken auf den Bildschirm. Mit der „Auto Bokeh“-Funktion lässt sich die Hintergrundunschärfe automatisch oder manuell einstellen. Bei Aufnahmen, die mit dieser Funktion fotografiert wurden, kann man die Unschärfe mit der „Bokeh Editor“-App sogar im Nachhinein anpassen.
Auch die hauseigene App von Nubia hat viele spezialisierte Aufnahmemodi zu bieten. Zentral sind „Foto”, „Pro” und der spezielle Modus für DNGAufnahmen. Beim Starten der Foto-App ist der „Foto“-Modus voreingestellt: Damit kann der Nutzer lediglich auf Selbstauslöser, HDR, Blitz und Effekte-Presets zugreifen. Größere Freiheiten hat man im „Pro“-Modus, der die Einstellung für ISO, Verschlusszeit und Weißabgleich zulässt. In diesem Modus fotografiert das Nubia auch eher mit dem 12 -Megapixel-Modul.
Wer seine Aufnahmen als DNGs speichern will, muss das passende DNGProgramm unter „Kamera-Familie“ auswählen. Danach stehen beide Module zur Wahl; der Fotograf kann die Aufnahmeeinstellungen wie im Pro-Modus bestimmen. Zu jedem DNG nimmt die Kamera dann ein JPEG in gleicher Auflösung auf. Selbstverstänlich gibt es neben DNG noch weitere Programme wie Panorama, Zeitlupe, Makro, Langzeitbelichtung, Mehrfachbelichtung und andere.
Separate Regler zum Zoomen hat das Nubia nicht; stattdessen vergrößert man das Bild mit dem Spreizen von zwei Fingern auf dem Display. Eine interessante Funktion verbirgt sich in den Einstellungen. Beim Nubia kann man die Rauschunterdrückung abschalten; eine Besonderheit, die sich nur auf JPEG-Aufnahmen auswirkt. Leider fällt die App durch viele Übersetzungsfehler und Bugs auf.

Autofokus

Die Scharfstellung erfolgt beim HTC per Phasenmessung und laserunterstützt. Grundsätzlich analysiert das HTC die Szene und bestimmt den Fokusbereich selbstständig – tendenziell die Bildmitte. Den gewählten Ausschnitt markiert es mit einem kurz aufblinkenden weißen Kreis. Diesen kann der Fotograf durch kurzes Antippen beliebig verschieben. Außerdem gibt es eine Gesichtserkennung, die auch mit mehreren Personen funktioniert und die gefundenen Gesichter weiß umrahmt. Dabei kann der Fokus den Gesichtern auch folgen, bei leblosen Objekten steht das Tracking dagegen nicht zur Verfügung.

HTC Kamera-App

1 Nur im Pro-Modus kann das HTC U12+ mit RAW fotografieren. Dabei hat der Fotograf Zugriff auf wichtige Einstellungen. Schade, dass die Icons nicht farblich unterlegt sind – auf dem hellen Hintergrund erkennt man sie kaum.

2 Gesichter erkennt das HTC automatisch – auch mehrere – und kann sie verfolgen. Ansonsten fokussiert es mit AF-C und meist auf Motive in der Bildmitte. Per Touch lässt sich das ändern.

3 Mit dem kleinen grauen Kreis über dem Auslöser zoomt man von Faktor 1 zu 2, indem man kurz drauftippt. Wer stärker oder um einen Dezimalwert mit einer Nachkommastelle zoomen will, muss den Kreis zur Seite bewegen. Über Faktor 2x zoomt man immer digital.

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Nubia Kamera-App

1 Im Foto-Modus übernimmt das Smartphone alle Entscheidungen. Das Zahnrad oben links gewährt Zugriff auf die Einstellungen: Dort lassen sich AF-Punkte einblenden, die Videoqualität einstellen sowie weitere Funktionen anpassen.

2 Im Pro-Modus kann der Fotograf ISO-Empfindichkeit, Zeit und Weißabgleich selbst bestimmen und manuell fokussieren. Die Symbole sind grau unterlegt, aber sie drehen sich beim Formatwechsel nicht mit. Gezoomt wird mit der Zwei-Finger-Geste.

3 Im DNG-Modus kann der Fotograf selbst entscheiden, mit welchem Foto-Modul er arbeiten möchte: „Richtig“ ist 12 MP, „Übrig“ ist 23 MP. Leider gibt es im DNG-Modus keine Gesichtserkennung.

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Eine AF- und AE-Sperre findet sich bei HTC ebenfalls – im Foto-Modus. Leider sind beide an einen festen Punkt gebunden, was ihren Einsatzspielraum einschränkt. Darum ist die AF-Messung mit Belichtungkorrektur (langes Drücken auf Display im Foto-Modus) meist praktischer.
Nubia sagt nicht, welche AF-Methode zum Einsatz kommt. Im Pro- und Foto-Modus erkennt das Z17S automatisch Gesichter – auch mehrere – und trackt sie. Außerdem kann man die AF-Felder einblenden lassen. Grundsätzlich kann auch das Nubia ausschließlich Personen oder Tiere verfolgen. Im DNG-Modus ist die Gesichtserkennung nicht verfügbar, nur AF-S über touch. Immerhin besteht in allen drei Aufnahmemodi die Möglichkeit, die Messpunkte für Fokus und Belichtung voneinander zu trennen. In der Praxis stellte HTC in der Regel etwas schneller und zuverlässiger scharf als Nubia.

Bildqualität: Weitwinkel und RAW

Die Bildqualität bewerten wir wie immer anhand der DNG-Bilder. Bei viel Licht verlieren die 12-MP-DNGs aus dem U12+ gegen die 23-MP-RAWs des Nubia bei der Detailzeichnung. Das Z17S schöpft hier den Vorteil seiner höheren Sensorauflösung voll aus. Außerdem rauscht der 23-MP-Sensor des Z17S bei Helligkeit weniger als der HTC-Sensor mit 12 MP. Bei der Auflösung erreicht das Nubia mit circa 2000 LP/BH fast 500 LP/BH mehr als das HTC-Modell. Nur das Huawei P20 Pro lieferte bisher noch bessere Ergebnisse in unserem Test. Auch die Dead-Leaves-Werte sind sowohl bei hohen als auch niedrigem Kontrast gut. Das Nubia kann das Abbildungsniveau recht lange halten. Erst bei der niedrigsten Lichtstufe baut es deutlich ab. Dagegen liegt die Leistung der 12-MPKamera im HTC auf dem Niveau der aktuellen Konkurrenz mit gleicher Auflösung, z. B. Samsung S9+ oder Apple iPhone X, die allerdings weniger rauschen und einen Hauch mehr Details erfassen. Weiteres Manko bei HTCRAW: Es neigt zu einem blaustichtigen Weißabgleich. Richtig schade ist, dass das U12+ im RAW-Modus bei viel Licht nicht die Abbildungsleistung seines Vorgängers U11+ erreicht. Dessen 12-MP-Einheit mit f1,7/4,3 mm liefert höhere Auflösung in den Ecken, weniger Artefakte und geringeres Rauschen. Wird es dunkel, erhöht die 23er-Einheit des Nubia die ISO-Empfindlichkeit früher als das HTC. Ähnliches gilt beim Rauschen: Das ist zwar auf den HTC-Fotos bei niedrigen ISOs stärker, doch dafür hat HTC das Rauschen bei schwachem Licht besser im Griff und liefert die bessere Zeichnung.
Da auch das 12-MP-Modul DNGs aufnimmt, haben wir es ebenfalls gemessen: Es ist dem 23er-Modul insgesamt deutlich unterlegen. Lediglich bei wenig Licht rauscht das 12-MP-Modul weniger und bietet auch mehr Details.

Bildvergleich bei hellem Licht

Wenn das Licht stimmt, überzeugen die 23-MP-RAWs des Nubia mit großem Detailreichtum(1) . In diesem Vergleich können sie die feine Sandsteinstruktur am besten erfassen. Die DNGs aus dem 12-MPModul von Nubia(2) schlagen sich nicht schlecht, verfehlen aber knapp die Leistung der HTC-Aufnahmen(3) . Außerdem neigt das 12-MP-Modul des Z17S zu leichten Überbelichtungen. HTC(3) erfasst im DNG dann doch mehr Details, muss sich aber wiederum der 23-MB-Kamera des Nubia geschlagen geben und neigt zum Blaustich. Während Nubia die parallel im DNG-Modus aufgenommenen JPEGs(4 und 5) noch zurückhaltend abstimmt, zeigt sich die Signalverarbeitung im Foto- und vor allem im Pro-Modus aggressiver. Das U12+ arbeitet im Foto-Modus schonender als im Pro-Programm. Im direkten Vergleich JPEG zu RAW zeigt sich wiederum bei beiden Geräten, dass der DNG-Modus und die Nachbearbeitung am Rechner die beste Qualität bringen.

1 Z17S DNG 23 MP, 2/3,79 mm, 1/100 s, ISO 100


2 Z17S DNG 12 MP, 1,8/4,36 mm, 1/230 s, ISO 100


3 U12+ DNG 12 MP, 1,8/4,28 mm, 1/180 s, ISO 78


4 Z17S JPG 23 MP, 2/3,79 mm, 1/100 s, ISO 100


5 Z17S JPG 12 MP, 1,8/4,36 mm, 1/230 s, ISO 100


6 U12+ JPG 12 MP, Pro-Modus, 1,8/4,28 mm, 1/180 s, ISO 78


Bildqualität JPEG

JPEGs liefern beide Geräte, sowohl im Pro- als auch Foto-Modus; das Nubia nimmt außerdem im DNG-Betrieb zu jedem DNG auch ein JPEG auf. Wie bei den meisten Smartphone-Kameras ist die Signalverarbeitung der JPEGs von Aufnahmemodus zu Aufnahmemodus unterschiedlich. Doch HTC und Nubia haben eines gemeinsam: Sie stimmen die Bilder im Pro-Modus aggressiver ab als im Foto-Modus. Die Aufnahmen zeigen höheren Kontrast, stärkere Kanten und mehr Schärfe. Der Unterschied ist bei HTC jedoch geringer, insgesamt hauen die Taiwaner weniger auf die Pauke als Nubia. Fertig aus der Kamera haben uns die JPEGs des HTC besser gefallen. Bei Nubia erhält man die saubersten JPEGs im DNG-Modus.

Bildqualität Tele

Wenn es ums Tele geht, so fehlt dem Nubia trotz zweier Optiken die längere Brennweite, da beide Kameras mit ähnlich weitwinkligen Bildwinkeln arbeiten. Das Nubia muss also immer die Bildmitte hochrechnen – auf 12 MP. Das gelingt mit dem 1,8/4,69-mm-Modul weniger gut, da dessen 12-MP-Sensor eine kleinere Basis für die Bildinterpolation zur Verfügung stellt. Zudem sind die JPEGs des 12er-Moduls viel zu stark „optimiert” und strotzen nur so von Artefakten und kaputten Strukturen. In der Praxis sahen selbst gemachte Crops der DNG-Aufnahmen mit 23 MP besser aus.
Das U12+ zoomt im Pro-Modus mit der Hauptweitwinkeloptik. Man sollte besser darauf verzichten, denn das Gerät cropt das Bild entsprechend der Zoomeinstellungen und rechnet es neu auf 12 MP hoch. Dabei erhält man stets leicht verwaschene Aufnahmen und verliert viele Details. Die bessere Option ist das Zoomen im Foto-Modus. Hier greift U12+ fast immer zur 6-mm-Optik, man enthält also ein optisches Zweifach-Zoom – und überzeugende Ergebnisse. Alle anderen Optionen liefern Interpolationen in entsprechend schlechter Qualität. Schön, dass HTC auch bei den JPEGs mit dem Tele recht zurückhaltend bei der Signalverarbeitung bleibt.

Bildvergleich bei schwachem Licht

Das HTC U12+ kann bei wenig Licht überzeugen. Das Rauschen hält sich in Grenzen, das Detailniveau ist hoch. Nubias 23-MP-Einheit hat mehr Probleme: Während HTC mit ISO 189(1) und der 12-MP-Modus des Nubia mit ISO 200(4) arbeiten, muss die 23er-Einheit auf ISO 700 gehen(3) . Das Rauschen steigt dabei deutlich, die Strukturen wirken pixelig und verwaschen. In solchen Situationen ist der Wechsel zur 12-MP-Kamera ratsam, die zwar nicht die Abbildungsleistung des HTC erreicht, aber bessere Bilder als das 23er-Modul liefert. Aufnahmen mit Zoom(2 und 5) erreichen nicht das Detailniveau der WW-Fotos, die JPEGs aus der 6-mm-Optik des HTC kommen dem am nächsten.

1 U12+ DNG 12 MP, 1,8/4,28 mm, 1/25 s, ISO 189


2 U12+ JPG 12MP, Foto-Modus, 2,6/6 mm, 1/25 s, ISO 297


3 Z17S DNG 23MP, 2/3,79 mm, 1/20 s, ISO 700


4 Z17S DNG 12 MP, 1,8/4,36 mm, 1/20 s, ISO 200


5 Z17S JPG 12 MP, Foto-Modus, 2/3,79 mm, 1/20 s, ISO 800


Bildvergleich Tele

1 U12+ JPG, Foto-Modus, 2,6/6 mm, 1/60 s, ISO 37


2 U12+ JPG, Pro-Modus, 1,8/4,28 mm, 1/220 s, ISO 78


3 Z17S JPG, Foto-Modus, 2/3,79 mm, 1/100 s, ISO 100


4 Z17S JPG, Foto-Modus, 1,8/4,36 mm, 1/180 s, ISO 100


Alle vier Tele-Aufnahmen haben eine Auflösung von 12 Megapixeln und wurden aus derselben Entfernung gemacht. HTC schafft mit der 2,6/6-mm-Optik(1) die meisten Details aufzufangen – selbst die feinen Härchen unter der Unterlippe – und stimmt das Bild am schonendsten ab. Aller anderen Bilder sind digital gezoomt, auf 12 MP wieder hochgerechnet und zeigen weniger Details. Bild2 (HTC mit der 1,7/4,28-Einheit) und Bild3 (Nubia 23 MP) sind in etwa gleichauf. Nubias Bild ist jedoch stärker nachgeschärft und zeigt mehr Artefakte. Richtig schlimm sind die Nubia-Aufnahmen mit der 12-MP-Kamera(4) , wo die sehr aggressive Abstimmung zerstörte Strukturen hinterlässt.

Fazit Das Nubia Z17S hinterlässt im Test einen gemischten Eindruck: Das 2/3,79-mm-Modul mit 23 MP ist toll und kann durchaus mit den meisten Top-Smartphones anderer Hersteller mithalten. Die 1,8/4,69-mm-Einheit ist dagegen eigentlich nur bei wirklich wenig Licht sinnvoll nutzbar. Wären nicht die vielen Übersetzungsfehler, könnte man die App auch als gut bezeichnen. HTC liefert eine überzeugende Performance: gute Technik, gute App, gute Bildqualität. Die Kamera hält mit den aktuellen 12-MP-Smartphone-Kameras von Samsung, Google oder Apple mit und übertreibt es nicht bei der JPEGAbstimmung. Im Vergleich zum Vorgängermodell ist die Tele-Optik der große Gewinn des U12+, während sich die Weitwinkelkamera nicht verbessert hat.

Erläuterung der Messwerte: Bei Auflösung und Dead Leaves (DL) stehen hohe Messwerte für hochaufgelöste Bilder mit guter Feinzeichnung. Die Messwerte für Artefakte und Rauschen – beides sind Bildstörungen – sollten möglichst niedrig sein. Hohe Dynamikwerte signalisieren eine gute Zeichnung in Lichtern und Schatten. Im Fall der Chrominanz weisen Werte um 10 auf eine gute, aber auch nicht übertriebene Farbsättigung kontrastreicher Strukturen hin. Der Farbverlauf über das Bildfeld – etwa ein Blaustich in den Ecken – sollte wie die Delta-E-Werte für Farbgenauigkeit und Hauttöne niedrig sein. Gleiches gilt für Vignettierung (dunkle Bildecken) und Verzeichnung (krumme Linien am Bildrand).


Fotos: Hersteller, Wadim Herdt, Image Engineering