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Mitfühlen & gesund bleiben: Drei Schicksale, die ans Herz gehen: Glaube, Liebe, Hoffnung- wie positive Gedanken uns heilen


Bildwoche - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 31.01.2019
Artikelbild für den Artikel "Mitfühlen & gesund bleiben: Drei Schicksale, die ans Herz gehen: Glaube, Liebe, Hoffnung- wie positive Gedanken uns heilen" aus der Ausgabe 6/2019 von Bildwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bildwoche, Ausgabe 6/2019

FAMILIE
Geborgenheit und Vertrauen sind das beste Rezept für die Gesundheit


Egal, wie alt man ist, und egal, wie gut oder schlecht der jeweilige Gesundheitszustand ist – in jedem von uns schlummern Selbstheilungskräfte, die man durch positive Gedanken wecken kann.

Fördert die Selbstheilung: Beziehungen pflegen

Glaube, Liebe und Hoffnung sind dabei die stärksten Triebfedern, die Menschen über sich selbst hinauswachsen und Strapazen ertragen lassen – um am Ende tatsächlich selbst die fürchterlichste Krankheit zu besiegen. So belegen etliche US-Studien, dass Beten die Genesung Herzkranker fördert, den ...

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... Blutdruck senkt und den Bedarf an Schmerzmitteln reduzieren kann. Man geht davon aus, dass Menschen, die in einer spirituellen Gemeinschaft Halt und Trost finden, entspannter (und wohl auch gesünder) leben, wovon wiederum Herz und Kreislauf ungemein profitieren. Auch zirkuliert bei Gläubigen weniger von dem Entzündungsbotenstoff Interleukin-6 im Blut, der bei seelischem Stress ausgeschüttet wird. Nächstenliebe puffert ihn ab. Vor allem liebevolle Zuwendung von Partner, Familie und Freunden macht stressresis- tent, stärkt das Immunsystem. „Selbstheilung funktioniert nicht von alleine“, sagt der Neurowissenschaftler Prof. Dr. Tobias Esch (Autor von „Der Selbstheilungscode“, Beltz, 19,95 Euro).


38%
geringer ist das Risiko für ältere Frauen, an einer Herzerkrankung zu sterben, wenn sie optimistisch denken.

Zukunftspläne helfen, eine OP besser zu überstehen

„Menschen, die sich familiär gut eingebunden fühlen, ertragen Schmerzen häufig besser“, erklärt er. Das liegt auch daran, dass man von engen Bezugspersonen öfter gedrückt und umarmt wird: Be- rührungen bauen Stresshormone ab, schütten Wohlfühl-Hormone aus und lindern Schmerz. Seelischer Zuspruch, ob vom Pfarrer, Partner oder Psychologen, stärkt den Glauben an die eigene Kraft. So ließ man an der Uniklinik Marburg Herzkranke, denen eine Bypass-OP bevorstand, vorab von Psychologen betreuen. Diese Mediziner schmiedeten mit den Patienten Pläne für die Zukunft, die sie auch visualisieren sollten: Die positive Haltung half den Operierten, den Eingriff besser zu überstehen. Sechs Monate danach fühlten sie sich weniger stark beeinträchtigt als Patienten, die keine Vorab-Betreuung erhalten hatten.

Selbsthypnose – die Kraft des Unterbewussten

► Ob man abnehmen, Ängste überwinden, Stress abbauen, Schmerzen lindern oder die Immunkräfte mobilisieren möchte: Selbsthypnose kann dabei helfen. Am besten, man erlernt sie erst unter fachlicher Anleitung und führt dann die Sitzungen zu Hause fort.

► Mit der Selbsthypnose versetzen Sie sich in einen Zustand tiefster Entspannung. Das ist wichtig, weil man so offener für neue Ideen und Bilder ist. Wenn Sie den Bogen raus haben, können Sie versuchen, sich mittels positiver Affirmationen, das sind kurze, optimistische Sätze, selbst zu beeinflussen und zu motivieren. Dabei sollten Sie Sätze wie zum Beispiel „Ich fühle mich von Tag zu Tag besser“ mantra-artig wiederholen. Je öfter Sie das tun, desto besser verankern sie sich im Unterbewusstsein. So lässt sich das Gehirn mit der Zeit einfach austricksen.

► Visualisieren Sie auch Ihren Ideal- Zustand und richten Sie dabei die Aufmerksamkeit auf alle Sinne. Also stellen Sie sich etwa vor, wie es sich anfühlt, wenn der Schmerz nachlässt, wie Sie sich unbeschwerter bewegen, zum Beispiel tanzen können.

Beste Freundinnen nach Herz-OPs

NEUER MUT
Blicken optimistisch in die Zukunft: Babett Preuß (links) und Anne Hauptmann mit einem Foto, das beide am Tropf zeigt


► Die Bürokauffrau Anne Hauptmann (35) aus Halle (Saale) und die Projektmanagerin Babett Preuß (28) aus Leipzig haben sich auf besondere Art und Weise kennengelernt – sie teilten ein Zimmer im Herzzentrum Leipzig. Anne, die ein vergrößertes Herz besaß und unter schweren Herzrhythmusstörungen litt, war gerade transplantiert und zur Nachsorge. Bei Babett (erweiterte Herzhöhlen und ein schlaffes Herz), stand der Eingriff bevor. „Ich motivierte Babett und gab ihr Tipps“, erzählt Anne. „Ihre Herzleistung lag damals bei nur noch acht Prozent. Ich riet ihr, keine Angst zu haben und nie die Hoffnung zu verlieren.“ Das hat tatsächlich funktioniert: Heute haben beide neue Herzen. Zwar müssen sie mit Einschränkungen leben. Doch das schlimme Schicksal hat die beiden jungen Frauen zu besten Freundinnen zusammengeschweißt, die sich gegenseitig Kraft schenken.

Neuer Lebens

► Die Liebe hat mein Leben gerettet!“, sagt Joachim Reiche (60) aus Bad Düben – und ein Lächeln wandert zu seiner Ehefrau Uta (60). Inzwischen sind die beiden glücklich verheiratet. Dabei hatte der Sachse bereits mit seinem Leben abgeschlossen: „Ich leide an Schrumpf-Nieren und muss dreimal pro Woche zur Blutwäsche, seit fast 40 Jahren.“ Dazu kamen schwere Herzschmerzen. Der Kardiologe empfahl eine Bypass-Operation. „Mein Dialyse- Arzt riet mir jedoch von der OP ab. Auch ich hatte kein gutes Gefühl“, erinnert sich Joachim Reiche. Er entschied sich gegen den Eingriff – er wollte kämpfen. „Oft hielt ich es vor Schmerzen nicht aus, auch meine seelische Kraft war nahezu aufgebraucht.“ Schließlich brachte eine Medikamentenumstellung endlich Linderung, die Herzprobleme nahmen ab. Doch Joachim ist sich sicher, dass die Liebe den vielleicht größten Einfluss auf seinen positiven Krankheitsverlauf hat. Denn zwischenzeitlich war „die Liebe in mein Leben getreten.“ Uta, eine Jugendfreundin, war unter den Zuhörern, als er seine Biografie „Quo vadis Glück“ vor-stellte. Schnell erkannten beide, dass sie viel verbindet. „Und ich merkte, dass die Liebe ein wunderbares Heilmittel ist“, freut sich Joachim. Ziel des glücklichen Paares: noch etliche schöne, gemeinsame Jahre zu erleben.

LEBENSHUNGER Seit Uta in sein Leben getreten ist, schmeckt Joachim das Essen wieder


Überleben entgegen ärztlicher Prognosen

► Die Ärzte gaben ihr nach der Geburt eine Lebenserwartung von fünf Jahren: Miriam Maertens (48) leidet unter Mukoviszidose, einer angeboren Krankheit, bei der sich zäher Schleim in der Lunge bildet und Erstickungsanfälle drohen. Damals war die Devise „Schonung“. Dem hatte sich Miriam Maertens instinktiv widersetzt und versuchte – trotz großer Einschränkungen – zu leben, als sei sie gesund. Wobei ihr auch die Familie geholfen hat: „Ich hatte eine glückliche Kindheit.“ Mit 16 brach sie die Schule ab, weil sie ans Theater wollte – wie ihr Vater und zwei Brüder. Inzwischen ist sie seit Jahren festes Ensemble- Mitglied des Züricher Schauspielhauses. Vor den Auftritten und in den Pausen inhalierte sie, um auf der Bühne nicht außer Atem zu geraten. Auf die Liste für ein Spenderorgan setzen ließ sie sich aber erst, als sie keine Luft mehr bekam. Sie hatte Angst vor dem Eingriff. Doch die Familie stand ihr bei. „Alle waren für mich da. Was für ein Glück!“ Seit gut sechs Jahren lebt die Schauspielerin nun schon überwiegend beschwerdefrei mit einer neuen Lunge.

ÜBERLEBENSWILLE:
Unten: Zwölf Tage nach der Transplantation im Garten des Krankenhauses. Und heute (l.)


BUCH-TIPP

Verschieben wir es auf morgen
Wie ich dem Tod ein Schnippchen schlug. Von Miriam Maertens, Ullstein, 18 Euro


Fotos: Fotolia, Karsten Kehr/Facts & Fotos (3), Ullstein (3)/Claudia Klein