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Mitgliederversammlung 2018 des „Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland e.V.“: Eine Idee mit dem Blick nach vorn und nachhaltigem Erfolg


Deutsche Baumschule - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 09.11.2018

Der Verein „Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland e.V.“ traf sich auch in diesem Jahr im Gartenbauzentrum der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein im Zentrum des Pinneberger Baumschullands zur Mitgliederversammlung.


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Bildquelle: Deutsche Baumschule, Ausgabe 11/2018

Der „alte“ und „neue“ Vorstand des Fördervereins, v.l.n.r.: Dr. Wolfhardt Prieß, Dr. Frank Schoppa und Andreas Köhler.


Zu den abzuarbeitenden Projekten und Regularien gehörte dieses Mal die Wahl des Vorsitzenden und des stellvertretenden Vorsitzenden. Sowohl der Erste Vorsitzende Dr. Frank Schoppa als auch dessen Erster Stellvertreter Andreas Köhler wurden von den 25 anwesenden ...

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... stimmberechtigten Vereinsmitgliedern einstimmig für weitere vier Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

Vor einem Publikum von gut 120 Personen, darunter Gäste aus dem Bundestag, dem Land- und Kreistag, regionalen Verbänden und Vereinen und der regionalen Wirtschaft, wurde in öffentlicher Sitzung von ehrenamtlich im Verein tätigen Mitgliedern über die laufenden und bereits abgeschlossenen Projekte berichtet.

„Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland“

Das Buch, das in einer Rekordzeit von knapp zwei Jahren entstand, konnte dank des außergewöhnlichen Engagements der beiden Autoren Joachim Malecki und Dr. Heike Meyer-Schoppa rechtzeitig zur Mitgliederversammlung 2018 fertiggestellt werden. Es zeigt die Entwicklung des „Pinneberger Baumschullands“ aus unterschiedlichen Perspektiven, zeichnet geschichtliche Eckpunkte nach, berichtet über wichtige Akteure und lässt auch die Zeiten nicht aus, die bisher nur unzureichend dokumentiert wurden.

Die wichtigen Fakten der letzten gut 200 Jahre sind spannend zusammengefasst. Der Einfluss der Baumschulunternehmen auf das Sozialgefüge im Kreis, auf die dortige Wirtschaft und auf die Landschaft nördlich Hamburgs sind auch für Personen, die der Baumschulwirtschaft nicht nahe stehen und über keinerlei fachliche Hintergründe verfügen, gut nachvollziehbar. Das 136-seitige Buch „Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland“, das Zeitgeschichte leicht verständlich dokumentiert und dabei eine Vielzahl historischer Aufnahmen aus der Region nutzt, ist im Buchhandel oder über die Homepage des Fördervereinswww.pinneberger-baumschulland. de zum Preis von 19,80 Euro plus Versandkosten zu beziehen.

Beeindruckend: die Doppel-Linden-Allee in Seestermühe.


Zwischen den jeweils zwei Reihen ein Spazierweg.


Die Autoren des Buches, v.l.n.r.: Dr. Heike Meyer-Schoppa, Joachim Malecki


Historische Lindenallee am Gut Seestermühe

Die 300 Jahre alte, historische Gartenanlage ist im Bestand bedroht und bedarf dringend einer umfassenden Sanierung. Seitens des Fördervereins konnten die Personen, die sich für den Erhalt dieser sehenswerten Allee einsetzen, an einem runden Tisch zusammengeführt werden, um ein Projekt auf den Weg zu bringen, das sicherstellen soll, dass sich auch zukünftige Generationen an der Linden-Doppel-Allee am Gut Seestermühe erfreuen können. Das Ergebnis der vorgeschalteten genetischen Analyse der vorhandenen Bäume legt die vegetative Vermehrung der nachzupflanzenden Linden nahe; hiermit soll zeitnah begonnen werden. Die Prüfung des Bestands ergab, dass 77 Prozent der dort vor über 300 Jahren aufgepflanzten Gehölze genetisch identisch sind.

Aktuelles Ziel des mit einem Investitionsvolumen von rund 100.000 Euro veranschlagten Projekts ist, spätestens 2020 die notwendigen Pflege- und Nachpflanzmaßnahmen abgeschlossen zu haben.

„Pflanzenschutzmittel – das Reizthema“: Seminar

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird in der Bevölkerung konträr diskutiert, wobei die Sachund Fachkenntnis derer, die sich zu diesem Thema auseinandersetzen, zumeist nicht auf gleichem Niveau vorhanden ist.

So wurde seitens des Fördervereins ein Experiment gewagt und Vertreter beider Seiten zusammengeführt und in einem Seminar zur Pflanzengesundheit über die neuesten Erkenntnisse informiert. Die fachliche Aufbereitung, an der Mitglieder des Fördervereins und des Kooperationspartners, der Naturfreunde Pinneberg, teilnahmen, war ein Erfolg.

Die gemeinsamen Diskussionen zu dem zumeist emotional betrachteten Thema haben dazu beigetragen, Verständnis zu fördern, Sachzwänge zu erkennen und Kulturmaßnahmen neu zu bewerten. Beide Seiten haben sich dafür ausgesprochen, die Gesprächsrunden fortzusetzen, sofern es gilt, zu konträr diskutierten Themen zu informieren.

Dieser sanierungsbedürftige Schulteich steht im Mittelpunkt des ersten Projekts zum Thema „Schulgarten“. Das Gewässer soll künftig wieder aktiv in den Unterricht einbezogen werden.


Tina Michels, Inh. „Grüne Kugel“, erläuterte die Bestellabwicklung.


„Kulturlandschaft erleben“, auch mit Naturfreunden

Anhand von zwölf Exkursionen im Jahr 2018 im Kreisgebiet Pinneberg bot der Förderverein zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern, beispielsweis den Naturfreunden, interessierten Bürgern im Verlauf des Jahres die Möglichkeit, die „Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland“ hautnah zu erleben und besser zu verstehen.

Zum Angebot gehörten dabei Themen und Ziele wie: dieRhododendron -Blüte, der „offene Garten“, das Rosarium Uetersen, die Bedeutung der Bienen, der Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten, die Besichtigung einer Baumschule, die Führung durch eines der größten Moore Schleswig-Holsteins, eine Rad-Rundtour durch das Pinneberger Baumschulland und vieles mehr. Die Resonanz hierauf war positiv, so dass auch für das Jahr 2019 eine weitere Veranstaltungsreihe vorgesehen ist, die zu sehenswerten Zielen im Kreisgebiet führen wird.

Sonderausstellung im Baumschulmuseum

Das Deutsche Baumschulmuseum (www.baumschulmuseum.de ) hat mit der diesjährigen Sonderausstellung „Spezialisten und Spezialitäten“ die Arbeit des Fördervereins erneut aktiv unterstützt. Insbesondere die dortigen Aktivitäten im Bereich der Umweltbildung für Kinder und Jugendliche tragen dazu bei, die Besonderheiten der Region bereits früh zu vermitteln und damit auch die vorhandenen kulturellen Werte zu festigen. Die angebotene intensive Beschäftigung mit Pflanzen, Gehölzen und Insekten hilft, wichtige Zusammenhänge in der Natur zu verstehen.

Ein erstes Projekt zum Thema „Schulgarten“

Eines der Ziele des Fördervereins, die Beschäftigung insbesondere der Jugendlichen mit der Natur, lässt sich insbesondere in Schulgärten gut umsetzten. So wird in einem ersten Projekt zu diesem Themenkomplex die Sanierung und Neugestaltung eines Schulteichs von der Planung bis hin zur Umsetzung notwendiger Maßnahmen begleitet.

Das Gewässer soll in Zukunft wieder aktiv in den Unterricht an einer Grundschule und an einem Gymnasium des Kreises Pinneberg einbezogen und hierfür entsprechend gestaltet werden. Die abschließende Umsetzung des Projekts ist für das kommende Jahr geplant.

Leitprojekt der Metropolregion Hamburg

Die „KulturLandschaftsRouten“ sind eine der Maßnahmen, die aus der Internationalen Gartenschau (IGS) 2013 in Hamburg entwickelt wurden. Die Metropolregion Hamburg ist umgeben von insgesamt fünf Kulturlandschaften, darunter das „Pinneberger Baumschulland“, die sich unter dem Titel „Raus in die Natur – Ohren auf!“ als Kulturregion vorstellen und zu Wanderungen oder Radtouren einladen. Geführt wird digital, das heißt mit Hilfe von Audiosequenzen, auf die man über das Smartphone oder die Homepage des Fördervereinswww.pinneber ger-baumschulland.de zugreifen kann.

Als Führer wurde Baron Caspar Vogt „engagiert“, die Person, die im 18.Jahrhundert, den Grundstein für das Pinneberger Baumschulland legte. Im Frühjahr des kommenden Jahres soll die zunächst für die Ohren vorgesehene Führung über Hörsequenzen freigeschaltet werden. Über QR-Codes an den Zielorten sowie über einen Flyer kann man sich vor Ort informieren lassen oder vorab über mögliche Routen durch das Pinneberger Baumschulland – ein neuer, durchaus faszinierender Weg, eine Region kennenzulernen.

Das von der Metropolregion und dem Kreis Pinneberg unterstützte Projekt basiert auf Zielvorgaben und den zugehörigen informativen Texten, die von den Projektmitarbeitern Dr. Heike Meyer-Schoppa und Carsten Bock (LWK-SH) erarbeitet und abgestimmt wurden.

Die Souvenirpflanze als Repräsentant

Nach einer zweijährigen Testphase wurde die „Souvenirpflanze“ in diesem Jahr offiziell eingeführt. Als regionaltypisches Geschenk soll sie das „Pinneberger Baumschulland“ repräsentieren und zugleich den Beschenkten als Erinnerung an die Kulturlandschaft im Kreis Pinneberg dienen. Die „Souvenirpflanze“ ist ein Gehölz, das aus der Region stammt, für einen Preis ab 7,99 Euro zu haben ist und sich je nach Jahreszeit besonders attraktiv zeigt. Drei gärtnerische Facheinzelhändler im Kreis haben die Partnerschaft für diese Aktion übernommen und bieten die Souvenirpflanzen an. Insbesondere Unternehmen, Institutionen und Kommunen sind angesprochen, sie zu nutzen, um Personen zu ehren, Gäste zu begrüßen oder zu anderen Anlässen Freude zu schenken. Natürlich kann auch jede Privatperson den „Souvenirpflanzen-Service“ in Anspruch nehmen, denn Gehölze eignen sich nahezu für jeden Anlass, um damit nachhaltig Verbundenheit zu dokumentieren. Weitere Informationen hierzu unter:pinneberger-baumschulland.de/ Projekte/Souvenirpflanze.html .

Zertifizierung Naturund


Landschaftsführer

Eine Initiative, die vom Förderverein unterstützt und zugleich von den Mitgliedern genutzt wird: die Ausbildung zum zertifizierten Natur- und Landschaftsführers für das Pinneberger Baumschulland – auch hier mit dem Ziel, den „Stadtmenschen“ die Natur näher zu bringen und die jeweiligen Besonderheiten der Region zu nutzen, um das Verständnis für die Abläufe in der Natur zu stärken.

Fazit und Ausblick

Die hier kurz beschriebenen Projekte bilden einen Teil der Aktivitäten, die bisher von den Vereinsmitgliedern in ehrenamtlicher Arbeit in Angriff genommen wurden. Eine Vielzahl weiterer Ideen ist vorhanden, die Kapazitäten hierfür sind jedoch endlich.

Die bisherigen Aktivitäten des Fördervereins stießen auf positive Resonanz und Anerkennung der Versammlungsteilnehmer. „Beides ist Motivation für die kommenden Jahre“, so der Vorsitzende Dr. Frank Schoppa, wobei er seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass sich weitere Mitstreiter finden, die bereit sind, sich persönlich oder mit einer finanziellen Unterstützung für die „Kulturlandschaft Pinneberger Baumschulland“ zu engagieren.

Die Veranstaltung endete mit einem Vortrag über das aktuelle Thema „Bienen“ und Möglichkeiten, diesen über nahezu das gesamte Jahr Nahrung im eigenen Garten anzubieten. Unter der Überschrift „Der insektenfreundliche Garten – attraktive Blütenhighlights für jede Jahreszeit“ informierte Thomas Balster über Nährgehölze, weitere artenreiche Nahrungslieferanten und deren abwechslungsreiche und ökologisch wertvolle Zusammenstellung im Privatgarten.

Er konnte anhand von Beispielen verdeutlichen, dass eine breite Pflanzenpalette die Nektar- und Pollensammler unter den Insekten unterstützt. Dass ein langanhaltendes Nahrungsangebot in nahezu jedem Hausgarten möglich ist, verdeutlichte er anhand eines Beetes, dessen Planung und Bepflanzung er im Detail erläuterte.

Mit viel Engagement und „Unterstützung“ zahlreicher Gehölze und Stauden erläutert Thomas Balster seine Vorstellung eines insektenfreundlichen Gartens, der übers Jahr ein reiches Nahrungsangebot bereithält.


Gut 120 Mitglieder und Gäste konnten sich anlässlich der diesjährigen Mitliederversammlung des „Fördervereins Pinneberger Baumschulland e.V.“ umfassend über dessen Aktivitäten informieren.