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MITTELKLASSE: Voll im Trend


Camping, Cars & Caravans Kaufberater - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 09.12.2018

Die Mittelklasse ist ein hart umkämpfter Markt. Dethleffs will mit der Baureihe Generation frischen Schwung und Mehrwert bieten.


Dethleffs Generation 515 LE

Mit dem brandneuen Generation will Dethleffs bei der Kundschaft die Resonanz auf neue Ideen und Farben ausloten. Der moderne Auftritt soll neue Zielgruppen erschließen, die sich im derzeitigen Boom der Branche auftun. Die Außenoptik des Generation mixt Dethleffs-Elemente der Oberklasse wie Heckleuchten oder breite Tür mit dem Aufbau der Mittelklasse von Camper und Beduin. Waren beim Interieur die ersten Entwürfe noch durchaus gewagt, hat die Realität ...

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Bildquelle: Camping, Cars & Caravans Kaufberater, Ausgabe 1/2019

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... den Ansatz bis zur Serienreife doch hier und da gemildert. Läutet der Generation dennoch einen Generationswechsel ein, wenn auch mit etwas leiserem Klang?

Dinette im Bug, die technischen Einrichtungen über der Achse und Längsbetten: Trotz des wenig spektakulären Grundrisses ist der Generation besonders.


KATEGORIE Mittelklasse
GEWICHTSKLASSE ab 1.800 kg
LÄNGE/BREITE 762/230 cm
PREIS ab 23.990 €
PREIS TESTWAGEN 25.117 €

KAROSSERIE

„Von außen ist der Mix aus Ober- und Mittelklasse gelungen“, konstatiert Karosseriemeister Rudi Stahl trocken und befindet den äußeren Eindruck des Generation in jedem Fall als geglückt. „Glattblech und hohe Aufsatzteile bringen zwar Mehrgewicht, sehen aber immer gut aus. Vor allem, wenn das Blech denn wirklich glatt ist. Damit hat der Auftritt gleich was von Oberklasse. Auch ein hagelresistentes GfKDach kann nie schaden und die Alufelgen sind so ein typisches i-Tüpfelchen, das ein wertiges Caravandesign rund macht.“

Aber der Karosserieprofi findet auch ganz praktische, lobenswerte Punkte. Zuerst natürlich die fast 70 Zentimeter breite Eingangstür mit integrierter Stufe, vollem Fliegenschutz, Fenster und Mülleimer. Angesichts der großen Türfläche fragt er sich aber, ob die Tür nicht mehrfach verriegelt auf Dauer besser dichthält.

Stabile und gut zu greifende Rangiergriffe schlagen ebenso positiv zu Buche wie die gut erreichbaren Stützenkurbeln. Auch die Seitenmarkierungsleuchte in der Schürze ganz hinten kommt gut an, weil sie das Rangieren im Dunkeln deutlich erleichtert. Der Deichselkasten ist mit Busklappe und Blechboden gut ausgestattet und ebenso gut abgedichtet. Das gilt für den Toilettenschacht im Testwagen so nicht. Vor der Kassette laufen Kabel durch den Schacht, eher dürftig abgedeckt. „Das sollte in der endgültigen Serienfertigung noch geändert werden.“

Rudi Stahl zur Karosserie:
Der Aufbau ist grundsolide, mit Glattblech, Anbauteilen und Alufelgen außerdem schick – der Generation macht was her. Flaschenkasten und Seitenschürzen mit Beleuchtung – top!

Innen moniert der Karosserieprofi den einfachen Dachlüfter im Mittelgang über der Küche. Hier sollte wirklich eine vernünftige Dachentlüftung installiert sein, am besten ein Mini-Heki. Das wäre mit dem passenden Ausschnittmaß für Standardklimaanlagen hier mitten im Wagen im Prinzip der perfekte Platz für die vorbereitete Dachklimaanlageninstallation, die der Generation serienmäßig mitbringt. Ein letzter Kritikpunkt, was die Fenster angeht, betrifft das Bad. „Hier ist im Testwagen nur eine Billigluke eingebaut. Das machen zwar andere im Badbereich auch, es passt aber nicht so recht zum Auftritt des Generation und zur Preisklasse, die ja nun doch einen gewissen Standard erwarten lässt“, findet Stahl.

Ein dezentes Farbspiel bei den Stoffen kombiniert mit dem auffälligen Klappendekor soll den Generation neu positionieren. Ambientebeleuchtung und Dachfenster sorgen für Licht.


Roman Heinzle zur Technik :
Immer öfter sieht man die Combiheizung mit großem Boiler auch in Caravans. Überhaupt ist die serienmäßige Ausstattung des neuen Dethleffs beachtlich.

TECHNIK

Der Technikprofi, TÜV-Ingenieur Roman Heinzle, ist zunächst einmal von der umfangreichen Ausstattung des Generation angetan. „Selbst die Universalsteckdose im Vorzelt und eine Gasaußensteckdose sind serienmäßig. Damit bekommt der Kunde wirklich einen praktischen Mehrwert und nicht nur ein neues Design.“ Was für den TVHalter samt Verkabelung in der Sitzgruppe nicht weniger gilt. „Wenn der Generation nun noch den Rauchmelder ohne Aufpreis mitbrächte, hätte ich wohl gar nichts mehr auszusetzen an der Ausstattung“, schmunzelt der campende Ingenieur.

Die Combi-4-Heizung ist in Caravans noch kein Standard, hat aber erstens einen zehn Liter fassenden Boiler und lässt sich zweitens für Fans moderner Technik über die Truma iNet-Box steuern. Als einziges Teil der Technik im Generation wirkt der simple Druckminderer in der Gasanlage vergleichsweise sparsam. Immerhin gibt es die automatische Flaschenumschaltung Duocontrol mit Crashsensor als Extra, „da haben die Entwickler die Optionsliste nicht zu sehr gekürzt.“ Der Frischwasservorrat von 38 Litern und ein 22 Liter großer Abwasserkanister sind für zwei bis vier Personen an Bord gut ausgelegt.

Die Leitungsverlegung ist regelkonform, aber „da ist noch nicht alles auf dem üblichen Dethleffs-Niveau.“ Doch arbeitet die Technik, wie sie soll und auch im Kleinen machen nützliche Ideen das Campingleben einfacher: Zu den versetzbaren LEDLesespots in Dinette und Schlafzimmer gibt es jetzt auch eine USB-Steckdose, die sich ebenso frei in denselben Stromschienen positionieren lässt – „eine klasse Idee“.

Am Platz im Bad wird zugunsten der Küche gespart. Mit drehbarer Toilette, drei Handtuchstangen und einigem Stauraum ist die Einrichtung aber absolut praxistauglich. Die billige Dachluke für Licht von oben fällt dagegen etwas ab.


Der Dreiflammkocher mit Taktfunkenzündung und der große hochgesetzte Tower-Kühlschrank vervollständigen die Komfort-Ausstattung des neuen Dethleffs.

WOHNWERT

Schon der Einstieg des Generation ist großzügig: Die breite und hohe Tür mit integrierter Stufe ist nicht nur einfach komfortabel, sie passt mit Fenster, Fliegenschutz und Mülleimer auch bestens in das Konzept des Generation, der ja kaum Optionen offen lassen will. Praktisch sind der flache Schrank links und das Schuhfach rechts im Eingang, beide sind leicht von außen zugänglich.

Oli Pfisterer zum Mobiliar :
Optisch neu und modern gemacht. Dahinter verbirgt sich ein normaler Möbelbau von guter Qualität. Die Konstruktion könnte in Feinheiten noch besser werden.

„Und im Wagen fragt man sich kurz, ob das wirklich nur ein 2,30 Meter breiter Aufbau ist. Die unten eingezogenen Oberschränke und das mehr breite als tiefe Bad schaffen in der Tat ein sehr gutes Raumgefühl im Generation 515 LE.“ Wohntesterin Christiane Eckl findet diesen Generation in Sachen Platzangebot schon mal „wirklich gut“. Es gibt, zeigt die nähere Untersuchung, auch viel Stauraum. Und der ist nicht nur im Eingang gut organisiert, alle Oberschränke haben zum Beispiel einen Fachboden. Doch fehlen offene Ablagen. „Das ist vor allem an den Betten unpraktisch, vorn gibt’s immerhin zwei kleine Eckregale und die Deichselkastendeckplatte.“

Die Küche punktet zunächst mit schierer Größe und demzufolge mit genug Platz zum Kochen und für die Kaffeemaschine. Dreiflammkocher und großer Kühlschrank gehören in dieser Klasse schon zum guten Ton. Ein kleiner Wermutstropfen ist der einfache Dachlüfter über der Küche, „da sollte eine Dachluke hin.“

Die Betten im Generation 515 LE sind sehr bequem und groß genug. Außerdem lassen sie sich per Rollrost zu einer großen Liegefläche verbinden, die dann den ganzen Bugbereich einnimmt. Auch das gibt’s im Generation ohne Aufpreis.

Das Bad ist nicht allzu tief, was dem Raumgefühl im Wohnbereich und dem Arbeitsplatz vor der Küche zugutekommt. Doch ist es groß genug, die drehbare Toilette und das Designwaschbecken aus hellem Mineralstoff zu nutzen. Zwei Schränke, einige Ablagen, ein Zahnputzbecher, Seifenschale und gleich drei Handtuchstangen komplettieren die Einrichtung. In einem Bad dieser Größe ist die Dusche nicht sinnvoll nutzbar, dieses Extra könnte man sich im 515 LE getrost sparen. Dafür wäre hier dann, anders als im Testwagen, auch eine Steckdose zulässig.

Auch im Schlafabteil dominieren die silberfarbenen Schrankklappen den optischen Eindruck. Um die komfortablen Betten fehlt aber eine Ablagemöglichkeit. Die große.


Küche ist praxisgerecht eingerichtet mit viel Stauraum und ausreichender Arbeitsfläche. Der Kocher bietet Taktfunkenzündung und der Kühlschrank 142 Liter Inhalt.


Die breite Tür mit Coupé-Einstieg gehört ebenso zu den technischen Highlights wie die Ausstattungsdetails Gassteckdose und Universalsteckdose für 12/230 Volt und TV im Vorzelt.

INNENEINRICHTUNG

„Silberne Klappen mit einem dezenten Farbverlauf an den Oberschränken – das ist zwar nicht mehr ganz, was die frühen Entwürfe für den Generation erwarten ließen, aber mutig und modern ist es“, ordnet Schreinermeister Oliver Pfisterer das neue Mobiliar in Casino-Kieselgrau ein. Der Farbmix mit Polstern und Holzdekor geht in Ordnung, den Bodenbelag findet der Profi in diesem Ensemble nicht ganz überzeugend, „aber das ist durchaus Geschmacksache und letztlich nicht unbedingt eine Frage der Gestaltung“.

Hinsichtlich der Konstruktion dieses Dethleffs sind etliche Verschraubungen und Verbinder sichtbar. Zwischen Bad und Dinette ist das schwer zu vermeiden, aber müssen gleich im Einstieg die Oberschränke von außen verschraubt sein? „Auch wenn die Löcher abgeklebt sind, sieht das nicht wirklich gut aus“, so der Profi.

DAS INNENLEBEN AUF EINEN BLICK

Die Beschläge beurteilt der Schreinermeister unterschiedlich. So ist der absenkbare Tisch mit einem einfachen Klappfuß denkbar simpel gemacht. Dafür haben die Auszüge Softclose-Beschläge und die Schrankklappen hängen an äußerst soliden Metallscharnieren. Nur Anschlagpuffer wären hier noch schön. Die Badtür punktet mit einer richtigen Drückergarnitur, „die Falle versenkt sich bei offener Tür, sehr praktisch, wo es eng zugeht.“

Die Lattenroste gefallen mit in Kautschukbrücken gelagerten Latten, haben aber keine weiteren Komfortmerkmale wie aufstellbare Kopfteile. Öffnet man die Bettstauräume, rutschen die Matratzen unter die Winterverkleidungen an der Seitenwand, da muss man beim Schließen der Bettenstauräume aufpassen.

Im Bad bemängelt Pfisterer teilweise die Abdichtung zwischen Einbauten und Wänden, „besonders, da hier eine Dusche installiert ist.“ Ansonsten ist die Verarbeitung der Möbel schwer in Ordnung.

FAHRSTABILITÄT

Beim Test gab es noch keine Herstellerangaben zum Leergewicht des Generation 515 LE. Der Testwagen wiegt leer 1.396 Kilogramm, da bleibt bei 1.800 Kilogramm Gesamtmasse mehr als genug Zuladung. Das ist auch gut so, Auflastungen sind für die Generation-Modelle nicht vorgesehen. Leer hat der getestete 515 LE 62 Kilogramm Stützlast, da muss man mit der Beladung vorn aufpassen, wenn noch Gasflaschen und Ersatzrad die Deichsel beschweren.

Die Radlastverteilung im leeren 515 LE ist mit vierzig Kilogramm Differenz zwischen rechtem und linkem Rad unkritisch, wobei er links leer schon schwerer ist und hier steht auch die Küche. Ein voller 140-Liter-Kühlschrank gegenüber gleicht die Beladung aber schnell aus.

Christiane Eckl zum Nutzwert :
Der 515 LE ist geschickt eingerichtet, er wirkt fast wie ein breiter Aufbau. Klasse ist die große Küche bis hin zum Flaschenauszug.

Die Sicherheitsausstattung des Generation 515 LE ist mit AKS, Stoßdämpfern, selbstnachstellender Bremse und Schräglenkerachse gut, die Reifen haben bei voller Beladung zusammen noch 100 Kilogramm Tragkraftreserve. Das ist nicht allzu viel. Die Messwerte für Deichsellänge, Gierträgheitsmoment (GTM) und Fahrdynamikkennwert (FDK) liegen mehr oder weniger im Durchschnittsbereich seiner Größenklasse. So ist für den Generation 515 LE nach den Werten vom Prüfstand ein unproblematisches Fahrverhalten zu erwarten. Auf der Straße bestätigt der Testwagen diese Erwartung ohne Einschränkung.

FAZIT

So ganz anders wie ursprünglich angekündigt ist der Generation in der Serie nicht, aber die Baureihe hat allemal das Zeug, neue Kunden zu gewinnen, denn sie polarisiert. Und wenn neue Kunden im Fokus stehen, sind nicht zuletzt neue gestalterische Ideen gefragt. Der Caravan an sich wird sich schließlich kaum ganz neu erfinden lassen. Auch nicht von den Urenkeln im Geiste eines Arist Dethleffs, der die Idee vom Caravan als Erster publik machte.

Michael Wille zur Fahrsicherheit :
Gewichtsverteilung und Sicherheitsausstattung sind im Testwagen gut. Die Messwerte für die Fahrdynamik liegen im Bereich des Gesamtdurchschnitts .

Der Generation vertritt die moderne Mittelklasse mit einem Hang zur Oberklasse ein wenig jenseits des Üblichen. Und das macht er, soweit die Testprofis das beurteilen können, gut. Schon außen zeigt die Beklebung einen Anklang an den silbergrauen Farbverlauf auf den Oberschrankklappen. Der Aufbau selbst setzt auf bewährte Technik, zeigt mit serienmäßigem Glattblech aber auch schon von außen: Hier wird viel geboten fürs Geld. Die Ausstattung kann man tatsächlich weitestgehend reisefertig nennen. Der Kunde kann und muss nicht aus einer langen Liste von Optionen auswählen, was er alles noch möchte oder braucht. Das macht es natürlich dem Hersteller einfacher, gute Preise zu kalkulieren. Andererseits hilft das nicht nur Camping-Einsteigern, die ja durchaus auch erklärte Zielgruppe sind, bei der Entscheidung für ihr neues Fahrzeug.

TECHNISCHE DATEN

MEIN URTEIL

Die neue Baureihe Generation trägt Insignien der Oberklasse in der Mittelklasse – und das durchaus mit Stil. Wenn auch innen nicht alle Tester restlos mit der Erscheinung einverstanden waren, so will und soll die Baureihe polarisieren – und das klappt auf alle Fälle. Der 515 LE erweist sich im Test als ein im Wesentlichen reisefertig ausgestatteter Caravan für zwei mit einem gewissen Hang zum gehobenen Komfort. Auch wenn so manches Detail noch nicht einmal in eine Mittelklasse passen will, ist der Generation insgesamt kein schlechtes Angebot und sicher dazu angetan, auch neue Freunde des Campings für sich zu gewinnen.