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Mitten in der Natur: Der kleine Tee-Salon im alten Forsthaus


LebensArt Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 31/2019 vom 06.09.2019
Artikelbild für den Artikel "Mitten in der Natur: Der kleine Tee-Salon im alten Forsthaus" aus der Ausgabe 31/2019 von LebensArt Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: LebensArt Magazin, Ausgabe 31/2019

Viele sehnen sich danach, die Ruhe und Stille des Waldes zu spüren, nah an der Natur zu leben. Gabriele und Jonas Helbig haben das geschafft. Sie sind in dem ehemaligen Forsthaus Rehmühle nahe Bad Wildbad zuhause. Hinter der Wiese grenzt der Wald an das Grundstück; Rehe, Hirsche, Hasen und Füchse schauen regelmäßig vorbei, und nicht nur am nahen Bachlauf stehen Wildkräuter in Hülle und Fülle.

I n dieser idyllischen Umgebung des Nordschwarzwaldes bieten beide verschiedene Kurse und Seminare an, freuen sich aber auch einfach nur über Begegnungen und ermuntern dazu, die Natur, den Wald und auch das ...
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I n dieser idyllischen Umgebung des Nordschwarzwaldes bieten beide verschiedene Kurse und Seminare an, freuen sich aber auch einfach nur über Begegnungen und ermuntern dazu, die Natur, den Wald und auch das Forsthaus als Kraftquelle zu nutzen. Und immer samstags lädt Gabriele Helbig in ihren „Kleinen Tee-Salon“ zu Teegenuss, Frühstück, Mittag- und Abendessen ein.
Das Forsthaus hat ein Freund gekauft und umgebaut. Historische Details blieben so weit als möglich erhalten, viele Naturmaterialien wurden eingesetzt – die Helbigs fühlen sich hier rundum wohl. Jonas Helbig, Pfarrer im Ruhestand, ist weiterhin als Notfallseelsorger und Trauma-Therapeut tätig und braucht die Ruhe seines Zuhauses: „Hier schöpfe ich die Kraft dafür“. Gabriele Helbig, die früher in Stuttgart einen kleinen Teeladen betrieben hat, ist eigentlich Kunst, -Tanz- und Bewegungstherapeutin und setzt mit dem Tee-Salon eine Idee um, die sie schon lange begleitet.

Fotos: © Christian Jung, scerpica – stock.adobe.com

D enn Tees waren und sind für sie im wahrsten Sinn des Wortes ein Lebenselixier. Nicht nur die Kräuter, die sie in ihrer nahen Umgebung zum größten Teil selbst sammelt, animieren sie zu immer neuen Kreationen, auch den schwarzen, grünen und weißen Tees aus ferneren Regionen gehört ihre besondere Aufmerksamkeit und Geschmacks-Kreativität. Das Zusammenspiel von Kräutern, Natur und Wald mit möglichen Arten des „Loslassens“ im Forsthaus zu verbinden, empfinden beide als eine besondere Chance, um einen Ort der Begegnung zu schaffen. „Empathie, Stille und Ruhe ermöglichen das Bei-sich-Ankommen, fördern Offenheit, Kreativität und Ausdruck. Der Kopf wird frei und das Herz weit, Inspiration fließt und bietet Raum für Erkenntnis und neue Ideen“, formulieren sie es.

T ee- und andere Kenntnisse haben die Helbigs vor Ort gesammelt. Schon im jugendlichen Alter zog es sie als Rucksacktouristin in die Ferne – und auch später haben Entdeckerlust und Faszination das Ehepaar nicht losgelassen: „Wir machen nie Urlaub wie ein normaler Tourist“. Dafür haben sie zum Beispiel gemeinsam in Vietnam auf Wildwuchs-Plantagen Tee gepflückt und fermentiert – und auch der Himalaya ist ein immer wieder gern aufgesuchtes Sehnsuchtsgebiet. Einige bunte Stoffe weisen darauf hin, dass der Pfarrer auch die Zen-Meditation pflegt. „Das geht, “sagt er. „Religionen haben viele Schnittpunkte“.
Es ist eine gelassene Ruhe, die man überall im Haus spürt – auch wenn Gabriele Helbig eine eher quirlige Person voller optimistischer Energie ist. Der Tee-Salon passt zu allem, was wir hier machen“, sagt sie. Und er hält sie in Atem. Denn hier kommt nichts auf den Tisch, was sie nicht selbst gebacken, gekocht, gesammelt oder als Teesorte geprüft und oft mit Blüten veredelt hat. „Das ist mir wichtig“, sagt sie. Brot und Kuchen werden im eigenen Back-haus gegenüber dem kleinen Teich in den Ofen geschoben, in der zweiten Küche duftet es köstlich: Gabriele Helbig ist eine Meisterin der Gewürze, egal ob es sich um deutsche, indische oder französische Gerichte handelt. Schnell wird ein Sprint zum Bach eingelegt. Dort wächst das vergessene Kräutlein Mädesüß, das bei Helbigs sehr geschätzt wird: „Es gibt so eine feine Süße mit Mandelaroma. Das ist perfekt für Nachtische“. Was hier sonst noch so wächst? „Eigentlich alle Kräuter, der Schwarzwald hat da viel zu bieten“. Und so darf man sich im „Kleinen Tee-Salon“ von 10 bis 21 Uhr überraschen lassen. Jeden Samstag stellt sie ihn unter ein bestimmtes Thema – und das reicht von Ostfriesischem Kluntje-Sahne-Tee und Krabbenbroten über einen indischen Tag mit Chai-Tee, feurigen Omeletts und würzigen Chutneys, bis hin zu japanischen und englischen Teezeremonien. Alle Sorten Tees gibt es aber jeden Samstag, und wer Kaffee möchte, bekommt auch den. Aber wie das bei Gabriele Helbig so ist: Ebenso den Kaffee veredelt sie für die, die das mal probieren möchten. Mit einer afghanischen Gewürzmischung beispielsweise: mit Kardamom, Zimt und ein bisschen Koriandersamen.

Fotos: Meyer, privat

Und wer glaubt, die Teemöglichkeiten seien mit den unzähligen Teesorten erschöpft, der irrt. Denn wie andere den Pfefferstreuer einsetzen, so handhabt Gabriele Helbig den Tee. Fein zerrebelt wird Roibusch in ein Gulasch eingestreut, die Fischsoße erhält einen besonderen Effekt durch grünen oder Pu-Erh-Tee. „Das schmeckt wunderbar würzig“. Gesalzt wird natürlich auch nicht ganz ohne Kräuter – die sammelt und mischt sie nach der Anleitung von Hildegard von Bingen.
Platz nehmen darf man beim „Kleinen Tee- Salon“ eigentlich überall, wo man möchte. Drinnen und draußen – je nach Wetter und Laune. Und anmelden muss man sich auch nicht – „einfach kommen, wir freuen uns“, sagt Gabriele Helbig, die zusammen mit ihrem Mann auch noch Meditations- und Entspannungsangebote macht. Wer da fündig werden möchte, wird auf die Homepage verwiesen.


„Empathie, Stille und Ruhe ermöglichen das Bei-sich-Ankommen, fördern Offenheit, Kreativität und Ausdruck. Der Kopf wird frei und das Herz weit, Inspiration fließt und bietet Raum für Erkenntnis und neue Ideen.“