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MOBILE SONNEN


Divemaster - epaper ⋅ Ausgabe 3/2021 vom 13.07.2021

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Bildquelle: Divemaster, Ausgabe 3/2021

Wie Größe und das Gewicht eines UW-Blitzgerätes wären eigentlich egal, denn Platz ist im Meer oder im See genug. Als immer problematischer stellt sich indes der Check-in am Flughafen heraus. Den Airlines geht es seit langem nicht mehr gut, ergo holt man sich die Moneten, wo immer es sich anbietet. Übergepäck ist eine zunehmend attraktive Methode die Defizite etwas abzubauen. Aber auch die UW-Fotografierenden, hier insbesondere die Frauen, wollen sich nicht mehr als notwendig plagen, wenn die montierte Fotogerätschaft zur Basis getragen werden muss. Der Wandel hin zu klein und leicht hat deshalb auch die UW-Blitzgeräte heimgesucht. Möglich hat das unter anderem die digitale UW-Fotografie mit ihren immer leistungsfähigeren Bildsensoren gemacht. ISO 200 ist bereits Standard bei Nahund Makroaufnahmen. Mit ISO 400 werden UW-Landschaften fast schon normal belichtet und für Wrackaufnahmen bei bedecktem ...

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... Himmel kommt so manchem auch ISO 800 gerade recht. Premium-Fotogeräte sind mittlerweile sogar bei ISO 6400 noch quietschfidel und erfreuen ihre Besitzer mit guter Schärfe, akzeptablen Farben und kaum sichtbaren Bildstörungen. In den mexikanischen Cenoten werden mit vollformatigen Sony-Kameras der Typ-Klasse A7S mit nur zwölf Megapixel sogar wettbewerbsfähige Bilder mit bis zu ISO 25600 zelebriert. Ohne sichtbares Rauschen!

KOMPAKTE KONFIGURATIONEN

Braucht man noch kiloschwere Monsterblitzgeräte? Auch die Blitzgerätehersteller haben auf den Trend reagiert. Amphibische Blitzgeräte, die schwerer sind als die übrige Fotogerätschaft, lassen sich kaum noch unters Volk bringen. Profis und ambitionierte Hobbyfotografen lieben sie aber, weil stämmige Kapazitätsreserven und muskulöse elektrische Leistungen unabhängiger machen. Spezielle Premium-Blitzgeräte, die mit Mignon-Zellen betrieben werden, können in Einzelfällen mit Batteriecontainern versehen werden, so dass sich sowohl die Leistungsabgabe als auch die Kapazität bei moderater Gewichtszunahme spürbar anheben lässt.

Gegenlichtblitzen an Korallenwänden mit grell hereinscheinender Sonne, kann meistens nur mit ordentlicher Power umgesetzt werden. Vor allem, wenn mit ISO 100 und kleiner Blende gearbeitet werden muss. Ein Miniblitz ist hier so nützlich wie eine Grippe. Obwohl die Technik der amphibischen Blitzgeräte in den letzten 30 Jahren enorme Fortschritte gemacht hat, hat man das Gefühl, dass sich die Entwicklung bei der TTL-Blitzbelichtung seit einiger Zeit auf der Stelle bewegt oder sogar rückwärts gewandt ist. Zumindest trifft das zu, wenn man die automatische Blitzbelichtung über das Synchronkabel steuert. Die Ursache liegt aber nicht bei den Blitzgeräteherstellern, sondern ist Teil der Steuerungskomplexität der Blitzprotokolle in den Systemkameras. Kaum ein UW-Blitzgerätehersteller kann sie noch mit verträglichen Kosten knacken. Das Resultat ist die Hinwendung zum Lichtleiterkabel, weil man da große Investitionen vermeiden kann. Das UW-Gehäuse benötigt statt teurer Blitzbuchsen nur zwei winzige Glasfenster, was Geld spart. Die Kamera muss allerdings über einen eingebauten Blitz verfügen, sonst wird es wieder kompliziert. Aber auch dafür gibt es eine Lösung. Im Blitzschuh beziehungsweise im UW-Gehäuse wird eine Elektronik verbaut, die zwei LEDs zündet, deren Lichtimpuls die externen Amphibienblitzgeräte per Lichtimpuls zündet. Auch Ikelite hat den serienmäßigen TTL-Konverter aus seinen UW-Gehäusen verbannt. Man bekommt ihn nur noch, wenn er explizit verlangt wird. Ansonsten wird fiberoptisch oder manuell mit dem Synchronkabel gezündet.

Aber ist das fiberoptische Kabel wirklich besser? Für Kompaktkameras ist es die ideale Konfiguration. Systemkameras sind nach Lage der Dinge mit einem Synchronkabel besser bedient, weil es robuster ist. Lichtleiterkabel lösen sich schon mal unabsichtlich aus den optischen Buchsen, wenn die Toleranzen nicht stimmen. Dann wunderen sich die User, weil sie unterbelichtete Bilder produziert haben. Auch Totalverluste kamen schon vor, wenn sich die dünnen Kabel an Korallen oder Wasserpflanzen verhakten und unbemerkt aus den Fenstern gerissen wurden. Auch Knickstellen sind zu beachten, weil es dann mal blitzt, oft aber auch nicht. Auch minderwertige Lichtleiterkabel sind im Umlauf. Die Störungen liegen unter anderen an unsauberen Glasfasern, die verbaut wurden. Wenn die Blitzbelichtung versagt, freut sich die Wut.

UW-LEITZAHL

Auch wenn die Leitzahl für die meisten UW-Fotografen ein kleines Mysterium und eventuell auch unwichtig ist, kommt man ohne sie nicht aus. Sie sollte auch eine gewisse Größe haben, sonst können bestimmte fotografische Aufgaben unter Wasser nicht bewältigt werden. Allerdings kommt auch die stärkste Leitzahl an Grenzen, wenn es um die Darstellung von Farben geht. Mehr als ein Lichtweg (von der Kamera zum Motiv und zurück) von fünf Meter ist nicht möglich, wenn man noch Rottöne sehen will. Die Praxis zeigt, dass drei Meter (1,5 Meter hin und 1,5 Meter zurück) eine farblich realistische Grenze sind.

MERKSÄTZE

Wenn sie im Eigentest den ungefähren Ausleuchtwinkel ihres Amphibienblitzes ermitteln wollen, müssen sie den Blitz zentral-mittig über dem UW-Gehäuse platzieren und frontal in klarem Wasser auf eine dunkle Felswand mit Volllast blitzen oder selbiges im Schwimmbad tun. Je dunkler das Umgebungsglicht, desto sichtbarer das Ergebnis. Der Bildwinkel des Objektiv sollte 110° oder größer sein. Ein Fisheye ist besonders geeignet.

Der Ausleuchtwinkel nimmt nach außen hin ab, weil die Lichtstrahlen einen weiteren Weg zur Messwand zurücklegen müssen als die Randstrahlen.

Wenn man den Ausleuchtwinkel ohne Diffusor erweitern will, darf das Frontglas des Blitzgerätes nicht als Dome ausgeführt werden. Man muss vielmehr das Frontglas im Zentrum abflachen und nur die Glasränder gewölbt lassen.

Den größten Ausleuchtwinkel ohne Diffusor bekommt man, wenn das Frontglas des Amphibienblitzgerätes als Linse konzipiert ist.

Wenn Sie das Gefühl haben sollten, dass ihr Blitzgerät nicht genügend ausleuchtet, ist der Griff zu einem Zweitblitzgerät (möglichst identisch) zwingend. Kleine Schatten kann man auch mit einer starken Videoleuchte aufhellen.

Zwei Blitzgeräte machen eine Fotogerätschaft spürbar unhandlicher. Wenn Sie nicht explizit mit dem Fisheye arbeiten wollen, tut es auch ein einziges Profiblitzgerät mit einem hypergroßen Ausleuchtwinkel.

Leitzahl Lzü = Motivdistanz in Meter x Blende Die Formel gilt für ISO 100 und einer Messdistanz von einem Meter. Bei einer Verdoppelung der ISO-Zahl wird die Leitzahl mit Wurzel 2 = 1,414 multipliziert. Beispiel: Wenn die Lzü bei ISO 100 den Wert 11 hat, erreicht sie bei ISO 200 die Größe 15,6 und bei ISO 400 sind es 22.

Weil Wasser rund 773 Mal dichter als Luft ist, schrumpft die UW-Leitzahl. In klarem Wasser und bezogen von einem Lichtweg von zwei Metern gilt: bei einer Sichtweite größer als zehn Meter Lzü/√5 = Lzü/2,24 und unter zehn Meter: Lzü/√8 = Lzü/2,83

Hinweis: Die UW-Leitzahl verläuft unter Wasser anders als an Land nicht linear, sondern als e-Funktion mit negativem Exponenten, weil mit zunehmender Motivdistanz die Spektralfarben des Blitzlichtes ausgefiltert werden. Nur bis zu einer Motivdistanz von 0,5 Meter kann man die UW-Leitzahl als annähernd linear bezeichnen. Außerdem weichen die UW-Leitzahlen von Gewässer zu

Gewässer geringfügig ab. Sie hängen zudem von der Gerätekonfiguration des Amphibienblitzgerätes ab (Planglas, Domeglas, Frontlinse, Ringblitzröhre, Stabblitzröhre, Reflektor). Daraus ergibt sich für jedes Blitzgerät eine spezifische Gerätekonstante, die allerdings nicht errechnet werden kann. Man ermittelt sie empirisch durch Versuche an mindestens fünf unterschiedlichen Lichtweg-Punkten. Generell gibt es keine mathematisch exakte Methode die UW-Leitzahl zu berechnen. Die Annäherung der berechneten an die gemessene Kurve beträgt bis zum Lichtweg drei Meter weniger als ein Prozent. Erst darüber beginnen die Kurven auseinanderzudriften, weil die Spektralfarbe Rot peu à peu eliminiert wird. Dann gilt ein anderer Extinktionskoeffizient.

Die Bedeutung der Leitzahl wird vielfach unterschätzt. Es ist aber ein wichtiges Kriterium eines jeden Blitzgerätes. Ausländische Amphibienblitzgeräte beziehen ihre Leitzahlen oft auf das angelsächsische Maß „Feet". Dann ist sie dreimal so groß wie in Meter. Leider werden die echten UW-Leitzahlen bezogen auf einen Lichtweg von zwei Meter von kaum einem Hersteller gemessen. Überschlägig kann man die Überwasserleitzahl durch Zweieinhalb oder Drei teilen, dann liegt man zumindest hinsichtlich einer korrekten Blitzbelichtung, die Unterbelichtung vermeidet, immer auf der sicheren Seite.

AUSLEUCHTWINKEL

Für den Großteil der UW-Fotografen, seien es Hobbyknipser oder Profis, spielt der Ausleuchtwinkel scheinbar nicht mehr eine tragende Rolle. Diskussionen darüber versanden eher, als dass sie primärerer Kaufgrund sind. Ein Fehler, wenn man sich der Weitwinkel-oder Fisheye-Fotografie verschrieben hat oder sich zumindest daran versuchen will. Es frustriert nämlich auf Dauer, wenn die Weitwinkelbilder immer unter einer mangelhaften Ausleuchtung leiden, weil das oder die Blitzgeräte einfach keine vernünftige Ausleuchtung generieren können. Oder auch, weil sie nicht korrekt platziert und ausgerichtet sind.

Während man die UW-Leitzahl für die unterschiedlichen ISO-Werte noch relativ einfach aus der Überwasser-Leitzahl ausrechnen kann - meistens stimmen sie mit denen vom Blitzgerätehersteller ermittelten relativ gut überein – sieht es beim Ausleuchtwinkel eher nach wahllos dahingeschriebenen Hausnummern aus. Das Problem liegt darin, dass die Ausleuchtwinkel, wenn sie denn schon gemessen werden, meistens aus Überwasserwerten stammen. Und die lassen sich nicht eins zu eins auf unter Wasser übertragen. Eine gute Näherung ist, wenn man vom Überwasser-Ausleuchtwinkel 20 Prozent abzieht. Dann kommt man der Realität unter Wasser ziemlich nah. Das exakte Messen des Abstrahlwinkels eines Amphibienblitzes unter Wasser ist eine ziemlich aufwendige Angelegenheit. Zudem muss man auch noch wissen, wie es geht.

Traum und Wirklichkeit gehen bei der Angabe manches Ausleuchtwinkels diametral auseinander. Selbst Kleinblitzgeräte generieren im Prospekt Ausleuchtwinkel, dass man vor Ehrfurcht das Atmen vergisst. Unter 100° diagonal scheint es nichts mehr zu geben. Wenn der Mitbewerber 110 Grad angibt, schreibt man das entweder ab oder übertrumpft ihn mit 120 Grad. Nachprüfen ist für die Käufer schlicht nicht möglich. Klappt es mit der anvisierten Ausleuchtung nicht so richtig, sucht man die Schuld erst mal bei sich. Auch der Blitzgeräte- Hersteller empfiehlt nicht selten: Mehr üben, dann klappte es schon irgendwann!

Kann man den Ausleuchtwinkel mit Diffusoren erhöhen? Das ist durchaus möglich, aber dann sollten die Milchglasvorsätze in etwa dieselbe Wölbung besitzen wie das Glas vor dem Reflektor. Unsinn ist es, einen planparallelen Diffusor vor das Domeglas eines Amphibienblitzes zu setzen. Manchmal sieht man eigenartige Ausleuchtkonzeptionen, dass man den Eindruck gewinnt, denken sei ziviler Ungehorsam. Wahr ist allerdings, dass Diffusoren das Blitzlicht weicher machen und in bescheidenen Grenzen auch die Trübstoffreflexionen eindämmen. Allerdings schlucken sie Licht, dass Gott erbarm. 1,5 bis zwei Blenden sind normal, weshalb man sie vorzugsweise an starken Amphibienblitzgeräten verwenden sollte. Blitzgerätehersteller wie Sea & Sea geben auf den diversen Diffusoren an, welcher Ausleuchtwinkel damit erreicht werden kann. Mittlerweile ist man bei 150 Grad angelangt, was aber nur möglich ist, wenn der Diffusor halbkugelförmig konfiguriert ist. Aber das senkt auch die UW-Leitzahl so stark, dass man mit kleiner ISO-Zahl keine Riffwand mehr zufriedenstellend ausleuchten kann. Im Nahund Makrobereich macht ein solcher Diffusor aber echt was her.

Diffusoren können unterschiedliche Milchglasdichten aufweisen. Manche weisen auch freie Stellen auf, durch die das Pilotlicht nach außen treten kann oder der Sklavenblitzsensor freie Bahn hat. Manchmal leicht rosa eingefärbt, um die Farben etwas zu pushen und eine farblich sympathische Haut bei der Model- beziehungsweise Aktfotografie zu gewährleisten. Es gibt sogar welche, die leicht bläuliches Licht abgeben, damit Makromotive neutral abgebildet werden. Wer mit RAW fotografiert, kann solche Klimmzüge aber auch nachträglich mit etwas Geschick am PC erzeugen. Diffusoren werden aufgesteckt oder mit einem Bajonett befestigt. Gesteckte Diffusoren sollte man mit einer Schnur oder einem Kabelbinder sichern.

KAPAZITÄTSKONZEPTE

Bei Kleinblitzgeräten haben sich Mignon AA Zellen durchgesetzt. Ob man NiMH-Akkus, AlMg-Batterien oder Lithium-Zellen einsetzt, ist den Blitzgeräten egal. Akkus sind umweltfreundlicher und auf Dauer auch preiswerter. Empfehlenswert sind eneloop-Akkus. Lithium-Zellen sind teuer, besitzen aber eine enorme Kapazität, die bis zum Schluss abgerufen werden kann. Außerdem kann man sie Jahre in den Schrank legen, weil sie einen kaum messbaren Eigenverbrauch aufweisen.

Groß-und Profiblitzgeräte werden durch die Bank mit Akku-Packs betrieben. Das garantiert schnelle Blitzfolgen und kräftige UW-Leitzahlen trotz großer Ausleuchtwinkel. Hermetisch abgedichtete Blitzgeräte mit eingebauten Akkus gibt es nicht mehr. Zu groß sind die Hindernisse bei Flugreisen. Als einziger Hersteller verbaut Subtronic die Akkus in Blitzarmen. Eine extrovertierte Konzeption mit Vor-und Nachteilen. Die Blitzarme können mit unterschiedlichen Leistungen und Kapazitäten geordert werden. Man beachte: Auch der Ersatz-Akku steckt in einem Blitzarm.

HERBERT FREI Unser Ausnahmefotograf der gern jedes einzelne Produkt ausprobiert. Fast schade, dass er dabei im-

MERKSÄTZE

Die UW-Leitzahl eines Profi-Blitzgerätes sollte – auch bei einem großen Abstrahlwinkel - mindestens 11 betragen. Nur dann sind mit ISO 100 geblitzte Gegenlichtaufnahmen zufriedenstellend aufzuhellen.

Eine UW-Leitzahl von 11 bedeutet rechnerisch, dass man bei einer Motivdistanz von einem Meter mit ISO 100 ein Motiv mit Blende 11 und voller Blitzleistung korrekt blitzbelichten kann.

Die rechnerische UW-Leitzahl ist aber in der Praxis nicht immer gleichbedeutend mit der identischen Arbeitsblende. Motive mit gedämpften Farben (Braun, Dunkelblau, Dunkelgrün) schlucken Licht. Dann besser die Blende um einen Wert öffnen oder die ISO-Zahl verdoppeln.

In Salzwasser geht die UW-Leitzahl wegen der größeren Dichte um etwa eine halbe Blende zurück.

Die Gesamtleitzahl zwei verwendeter Blitzgeräte wird wie folgt ermittelt: Beide Leitzahlen quadrieren, dann addieren und vom Ergebnis die Quadratwurzel ziehen.

Die UW-Leitzahlen beziehen sich auf die geometrisch richtige Entfernung, nicht auf die scheinbare.

Die UW-Leitzahl ist abhängig von Ausleuchtwinkel. Durch große Abstrahlwinkel wird sie verringert.

Große Bildwinkel (Superweitwinkel und Fisheye-Objektive) leuchtet man besser mit zwei Blitzgeräten aus.

Insbesondere beim Fotografieren mit dem Fisheye müssen die Blitzgeräte hinter dem UW-Gehäuse platziert werden, damit das Blitzlicht nicht sichtbar ins Bild hineinscheint.

Blitzgeräte mit großem Abstrahlwinkel können auch solitär eingesetzt werden. Dann hoch und mittig über der Fotogerätschaft platzieren, so dass das herabscheinende Licht sich zentrisch verteilt.

Die TTL-Blitzsteuerung führt nur im Nah- und Makrobereich zu einer zielsicheren Blitzbelichtung. Das Problem bei weitwinkeligen Bildgestaltungen sind die Trübstoffreflexionen, durch die eine korrekte Blitzbelichtung erschwert wird. Profis blitzen überwiegend manuell.