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MOBILITÄT: A6 Avant–leise Eleganz


Golf Women - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 26.07.2019

A2, A3, A4, A5, A6, A7, A8–die Reihe der „A“-Fahrzeuge ist bei Audi inzwischen auf eine stattliche Reihe gewachsen. Der A6, der lange Zeit das obere Mittelfeld beherrschte, streckte sich noch einmal gewaltig und fühlt sich inzwischen an wie ein A8-luxuriös, modern und sehr übersichtlich. Das Fahrgefühl: sehr direkt und der Komfort erstklassig. Damit ist der A6 in der Oberklasse angekommen und das stört bei Audi niemanden.


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Bildquelle: Golf Women, Ausgabe 2/2019

Autotest Audi A6 Avant Sport


Das Oberklasse-Gefühl des A6 Avant sport 50 TDI macht sich besonders beim Dieselmotor bemerkbar. Nach dem Start des 3,0-Liters muss man schon ganz genau ...

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... hinhören, bzw. auf den Drehzahlmesser schauen, ob das Triebwerk läuft. Auch an der Optik des A6 wurde kräftig gefeilt und optimiert: Die Linienführung des ganzen Fahrzeugs ist elegant und stylisch geworden.

Neben den großen V6-Maschinen, die zur Markteinführung des neuen A6 55 TDI mit 340 PS, A6 50 TDI mit 286 PS und A6 45 TDI mit 231 PS im Verkauf waren, legte Audi mit einem Vierzylinder-Diesel und 204 PS nach. Benziner stehen mit drei 2-bzw 3-Liter-Motoren zur Verfügung. In den Werksangaben schlagen sie mit 5,7 bis 9,3 Liter Sprit zu Buche. Die Maschinen leisten von 163 bis 286 PS.

Was sich bei den Dieselmotoren nach viel PS anhört, schlägt sich dennoch positiv in den Schadstoffen und Verbrauch nieder: Der A6 Avant sport 50 TDI mit seinen knapp 300 PS verbrauchte auf unserer Testfahrt über gut 1.400 Kilometer im Schnitt 7,5 Liter – ist doch eine Ansage Richtung Zukunft! Den begehrten Euro 6d-Temp-Grenzwert von 168 mg/km unterschreitet der A6 locker.

Die Qual der Wahl, ob Automatik oder Schalter hat man in Ingolstadt dem Kunden abgenommen. Die großen A6-Limousinen werden alle automatisch geschaltet. Je nach Wahl der Motorisierung mischt Audi das passende Getriebe dazu: 8-Gang-Wandlerautomatik (Tiptronic) oder das 7-Gang-Doppelkupplungsggetriebe (S-Tronic). Kunden hatten ohnehin immer seltener die Handschaltung bestellt. Das hat seinen Grund aber auch darin, dass bestimmte Fahrassistenten nur mit Automatik funktionieren.

Ob Navi oder ob nicht, ist auch kein Thema mehr. Es kommt serienmäßig-und lästiges Tippen auf der Tastatur entfällt. Insgesamt hat der A6 drei Bildschirme, einen fürs Navi, einen weiteren für das Infotainment und einen Dritten für die Klimaanlage. Wer ein Ziel eingeben will oder einen Sender sucht, kritzelt das Wort mit dem Zeigefinger aufs Touch-Pad, den Rest übernimmt der kluge PC. Audi ist auch sehr stolz auf seine sinnhafte Spracherkennung. Ein unfreundliches „Mir ist zu warm“ und der Rechner dreht die Klimaanlage auf kühler.

Der Rechner hat noch genügend Kapazität für einen Effizienzassistenten. Was sich kompliziert anhört, ist äußerst angenehm in der Anwendung. Der Assistent kündigt frühzeitig Kurven oder Tempolimits an, die Fahrerin geht vom Gas und braucht nicht abrupt in die Eisen treten. Der Effekt im Alltagsbetrieb ist weniger Sprit und weniger Bremsenverbrauch.

Und noch ein eventuell lebensrettender Assistent für den Alltag: Radarsensoren bekommen Tag und Nacht mit, was sich in der Nähe des Autos abspielt. Kommt zum Beispiel ein Auto oder ein Radfahrer in die Nähe der Tür, verzögert der teilelektrische Türöffner das Öffnen und sorgt so dafür, dass es zu keiner Kollision kommt.

Insgesamt können 39 verschiedene zum Teil miteinander interagierende Assistenzsysteme bestellt werden. Neben den schon beinahe unabdingbaren Rückfahrkamera und Parksensoren, steht jetzt mehr und mehr das autonome Fahren bzw. die Vorbereitungen dazu im Mittelpunkt.

Unser Testwagen hätte alle Attribute bzw. Features schon jetzt intus, um ihn allein fahren zu lassen – darf er aber (noch) nicht.

Außerdem macht es zu viel Spaß, dieses Luxusgefährt zu bewegen und so richtig vertrauen würde ich der neuen Technik mit Radar-Sensoren und Meßgeräten, Kameras und Laserstrahlen noch nicht.

Die Assistenzsysteme für den neuen A6 Avant sport 50 TDI machen das Fahren noch komfortabler. Die Assistenzsysteme „Audi pre sense front“ (Spurverlassenswar-nung, Geschwindigkeitsregelanlage und -begrenzer) gehören zur Serienausstattung. Weitere Systeme sind einzeln erhältlich, wieder andere in den Assistenzpaketen „Stadt“ und „Tour“ zusammengefasst.

Das zentrale System im Tour-Paket ist der Adaptive Fahrassistent (AFA). Er baut auf der adaptiven cruise control (ACC) des Vorgängermodells auf und erweitert diese um mehrere Systeme, wie etwa den prädiktiven Effizienzassistenten mit kamerabasierter Verkehrszeichen-Erkennung und Navigationsdaten-basierter Geschwindigkeitsregelung.

Eine Spurführungsfunktion für Engstellen und Stausituation gehören ebenso dazu. Für gesteigerte Effizienz wird das Antriebsmanagement des serienmäßigen Mildhybrid-Systems in die Funktionalität des Adaptiven Fahrassistenten integriert. Weitere Bestandteile des Assistenzpakets Tour sind der Abbiegeassistent und der Ausweichassistent.

Ein Highlight im Assistenzpaket Stadt ist der Kreuzungsassistent. Wenn die Mid-Range-Radare, die etwa 75 Meter weit messen, an den vorderen Fahrzeugecken einen Querverkehr vor dem Auto erkennen, warnt das System den Fahrer. Wenn nötig, leitet es eine Bremsung ein. Der Querverkehrassistent hinten, die Ausstiegswarnung und die Spurwechselwarnung stützen sich auf die Signale der hinteren Mid-Range-Radare.

Wesentlich zur besseren Tempokontrolle trägt das Head-Up-Display des Tachos bei. Die wichtigsten Angaben wie die erlaubte und die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit, die nächsten Abbiegevorgänge und Straßenname werden vor dem Fahrer direkt auf der Windschutzscheibe eingeblendet. Blendfrei und störende Reflexionen.

Alles im Blick: Rückfahrkamera


Sage keiner mehr, er hätte sind nicht erinnert, wie schnell er war. Allerdings: Aufpreis 1.400 Euro. Wer sich daran hält, spart an ausbleibenden Speed-Ticktes.

Und nochmal Touchscreen. Wer am Armaturenbrett oder in der Mittelkonsole Hebel und Knöpfe für Radio, Klimaanlage und ähnliches sucht, wird nichts finden. Diese Features werden über das Touchpad geregelt und eingestellt.

Wer in engen Radien wenden muss, sollte sich die zusätzliche Hinterachslenkung bestellen (Aufpreis 1.900 Euro). Das knapp fünf Meter lange Fahrzeug wird dann handlich und agil wie ein Kleinwagen: der Wendekreis beträgt nur 11,1 Meter. Gerade in kleinen italienischen Städtchen oder auf dem Hotelparkplatz ein Segen!

Das sportliche Design bzw. das Facelift haben keinen Platz im Kofferraum gekostet. 1.680 Liter passen auf die Ladefläche bei umgeklappter Rückbank, die Sitze lassen sich auch einzeln umlegen. Das ist aber auch ein Muss, denn mit den Einbauten in den Kotflügeln an Stauraum und Dämmungen ist entscheidender Platz verlorengegangen, um Golfbags quer zur Fahrtrichtung in den Kofferraum zu legen.

Zu guter Letzt ein Blick auf die Preise. Diese beginnen für den A6 Avant 40TDI bei 51.650 Euro.

Unser Testfahrzeug allerdings hatte so ziemlich alles eingebaut, was die Preisliste hergibt. Unterm Strich fuhren wir mit einem gut sechsstelligen Eurowert durch die Lande (108.020 Euro), genug, um in so manchem Dorf im Hinterland eine bescheidene Immobilie zu kaufen.