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MODERN BOHO: MEHR IST MEHR


g&v Gestalten & Verkaufen - epaper ⋅ Ausgabe 11/2018 vom 01.11.2018

Begonnen hat alles vor anderthalb Jahrhunderten als Affront gegen die Spießigkeit. Intellektuelle Freigeister – Künstler zumeist – frönten einem unkonventionellen, schillernden und schrillen Lebensstil. Inspirieren ließen sie sich wohl von böhmischen Fahrenden, die der neuen Subkultur auch den Namen gaben: Bohème. Mit der Generation Woodstock lebte 100 Jahre später diebunte Rebellion der Bohème noch einmal auf. Nun aber sind die Hippies in die Jahre gekommen – und der Bürgerschreck „Boho“ hat sich zum Mainstream verklärt. VonIngid Bednarsky


Artikelbild für den Artikel "MODERN BOHO: MEHR IST MEHR" aus der Ausgabe 11/2018 von g&v Gestalten & Verkaufen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Cuckooland

Kissen, Teppiche, Plaids … Textilien stehen ...

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... im Fokus des „Modern Boho“ und dürfen im Sortiment keinesfalls fehlen


Foto: Bloomingville

„Modern Boho“ steht für Lebensfreude und Gemütlichkeit


Foto: Fotolia

Sich im Boho-Style einzurichten, ist angesagt. Wobei der neuzeitliche Stadtmensch dem Thema seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt: ein „Modern Boho“ sozusagen, das unperfekt und farbenfroh, weltoffen und natürlich ist, aber zugleich die Annehmlichkeiten der heutigen Zeit nicht vermissen lässt. Überhaupt fasst der Begriff „Boho“ heute sehr viel mehr als Love, Peace und Flower Power. Auch in einem nordischen, industriellen, glamourösen und sogar puristischen Ambiente kann man ein bisschen Boho- Flair inszenieren.

Muntere Mixtur

Foto: Bloomingville

Als oberstes Prinzip für den Trend gilt: Erlaubt ist, was gefällt – solange es nicht in Chaos ausartet. Mobiliar unterschiedlicher Stile und Epochen darf munter gemixt werden; Accessoires, Muster und Farben können üppig ausfallen. Urbane Elemente vermischen sich mit fremdländischen Kulturen, Flohmarkt- und Dachbodenfunde mit zeitgemäßem Design. Während das Interieur vorzugsweise auf abgerundete, fließende Formen setzt, sollte der Grundriss des Raumes allerdings klar und geradlinig sein; andernfalls wird es schnell zu unruhig. Bei einem Erker etwa empfiehlt es sich, nur diesen auf Boho zu stylen. Nischen kann man mit einem Paravent oder einem Vorhang kaschieren. Denn gerade Textilien sind für den Stil unverzichtbar! So tragen Teppiche, gern mehrere übereinander, Wärme und Gemütlichkeit in die Wohnung. Die Teppichmuster können ganz unterschiedlich sein – Perser, florale und geometrische Motive, Kelim, Webstreifen, Fransen … Idealerweise lässt man eine Farbe immer wiederkehren, als „Roter Faden“ sozusagen, an dem man sich optisch entlanghangeln kann.

Zum Kuscheln

Von nordisch reduziert bis schrill und bunt – erlaubt ist, …


Foto: Bohemia Design

Auch die Polstermöbel – gleichfalls ein Muss – sind bunt, aber eher uni. Schwedische Lümmelsofas stehen neben gesteppten Samthockern, aparte Designersessel neben knautschigen Sitzsäcken. Alles wird mit einer Vielzahl an Kissen und Plaids aufgehübscht. In puncto Farben und Muster geht es bei diesen Kuschel- Accessoires wieder in die Vollen: Oft dominieren erdige und gedämpfte Farben wie Beige, Ocker, Olivgrün, Graublau, Orient- und Purpurrot, Khaki und Senfgelb. Aber auch fröhliche Farbkombinationen wie Gelb- Orange-Rot-Blau oder peppiges Pink-Türkis-Violett sind möglich.

Ein reduzierter Boho-Stil gelingt, wenn man sich auf Nicht-Farben wie Naturweiß, Beige und Schwarz beschränkt und die „Buntheit“ lediglich über Muster und Oberflächenstrukturen erzeugt. Große gemütliche Kissen kann man auch einfach auf den Fußboden werfen, ergänzt mit einem niedrigen Tisch oder einer DIY-Konstruktion aus Holzpaletten.

Deko aus dem Vollen

Foto: Affari

Bei den Materialien ist Natürlichkeit angesagt. Raumtextilien sind aus Baumwolle, Leinen, Wolle, Fell oder Leder gefertigt. Das Mobiliar besteht aus Holz (gern gekälkt oder bunt bemalt), Rattan oder auch Metall – und wird wieder querbeet gemixt. Typisch sind kleinteilige Stücke wie Schränkchen, Kommoden, Regale, Wandborde … Eine kompakte Schrankwand wäre eher deplatziert. Schon deshalb, weil sie zu wenig Platz bietet für die vielen Accessoires, die den Boho-Stil ausmachen. Praktische Gebrauchsgegenstände wie Obstschalen, Teegeschirr, Vorratsdosen, Vasen, Spiegel und Flechtkörbe zählen ebenso dazu wie dekorativer Krimskrams: Wandteller, Traumfänger, Vogelkäfige (ohne Vogel), Kerzenständer, Tierskulpturen, Urlaubssouvenirs, Makramee-Behänge und -Ampeln, eine alte mechanische Schreibmaschine, ein Stapel antiquarischer Bücher … „Mehr ist mehr“ heißt das Motto!

Auch in Sachen Beleuchtung: Viele kleine Steh- und Wandleuchten mit warmem Licht eignen sich besser als eine große Deckenleuchte, wobei auch diese ihren Boho-Reiz haben kann – etwa in Gestalt eines reduzierten Kronleuchters oder einer orientalisch angehauchten Metalllampe. Alternativ kann man dekorative Glühbirnen ohne Schirm von der Decke baumeln lassen. Trendy sind beispielsweise Edison- Birnen mit verschiedenen Glasformen und attraktiven Glühfäden.

Grüne Lebenslust

… was gefällt. Grünpflanzen beleben den Trend


Foto: Rice

Zur prallen Lebenslust tragen natürlich auch Zimmerpflanzen bei. Sie sollten besser groß und üppig statt zart und filigran sein – wieMonstera , Säulenkaktus,Sansevieria , Bananen-, Drachen-, Feigen- oder Gummibaum. Töpfe aus Terrakotta und handgearbeiteter Keramik, Körbe aus Wasserhyazinthe, Seegras oder Sisal sowie Metallicgefäße in Kupfer-, Messing- und Altsilbertönen unterstreichen das dekorative Gesamtbild des Boho-Ambientes.

So geht der Trend „Modern Boho“

1 Der Boho-Style – daran hat sich im Laufe der Jahrzehnte nichts geändert – lebt von bunter Vielfalt, Lebensfreude und Gemütlichkeit. Erlaubt ist, was gefällt. Die moderne Boho-Interpretation schließt auch urbane, puristische oder nordischreduzierte Elemente ein.

2 Im Mittelpunkt des Boho-Ambientes stehen Textilien wie Teppiche, Kissen, Vorhänge, Plaids, Tischwäsche … – alles in großer Anzahl und mit vielfältigen Farben, Mustern und Strukturen.

3 Das Mobiliar vereint Stücke unterschiedlicher Epochen und Stile. Möbel sollten lieber kleinteilig als wuchtig sein und viel Platz für dekoratives Beiwerk bieten.

4 Egal ob praktisch oder „nur“ schön – der Boho-Style verträgt jede Menge Accessoires (die man je nach Lust, Laune und Saison unkompliziert austauschen kann). Unverzichtbar sind auch möglichst große Zimmerpflanzen in schmucken Gefäßen.