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Modern Living


Stereo - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 07.07.2021

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Bildquelle: Stereo, Ausgabe 8/2021

STICHWORT

Class D

Fortschrittliches, energiesparendes Verstärkerkonzept mit Pulsweitenmodulation und extrem hoher Effizienz.

Sieht man sich das brandneue Bluesound-Gerät an, so muss man schon wissen, dass man hier einen Netzwerk-Streamer – sogar den Node – vor sich hat, der im selben Gehäuse mit einem hochkarätigen Vollverstärker kombiniert wurde.

Das Ganze nennt sich Powernode, ist in Schwarz oder Weiß erhältlich und sieht überhaupt nicht aus wie eine HiFi-Komponente. Zudem ist es mit nur 1,8 Kilogramm sagenhaft leicht und kompakt.

Ein Konzern wie Lenbrook ist ohnehin zu beneiden. Da liefert man einen seit Jahren herausragenden und bezahlbaren Netzwerk-Streamer wie den Node und braucht diesen nur 550 Euro kostenden Super-Player-Bungalow eigentlich lediglich durch ein weiteres Stockwerk zu ergänzen – schon ist das Rundum-sorglos-Paket fertig und eine Anlage kreiert. Dass der ...

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... implementierte Verstärker das Erbgut des NAD C368 mit auf den Weg bekam, wird ihm dabei wohl kaum schaden.

Die Motorisierung dieser Maschine ist hybrider Herkunft, macht also zum Teil von klimafreundlicher Class D-Technologie Gebrauch und dürfte mit 2x 80 Watt Ausgangsleistung den allermeisten Aufgabenstellungen locker gewachsen sein. Für kurze Inpulse sollen sich laut Bluesound noch darüber hinaus Reserven finden.

NAD ist seit Jahrzehnten ein audiophiler Tipp in den bezahlbaren Segmenten für Einund Aufsteiger. Die noble Verwandtschaft hört man sofort. Den Kraftzuwachs samt clever-modernem Gerätekonzept lässt sich Bluesound zudem lediglich mit 350 Euro Aufpreis zum Node vergüten, was wir mehr als fair finden.

Starre Nomenklatur

Ein wenig irritierend ist vielleicht, dass meist nicht etwa von einem „Powernode 3“ die Rede ist, sondern man geradezu bemüht zu sein scheint, die Nummerierung wegzulassen. Für den Kaufinteressenten, aber auch Redakteur auf Informationssuche gestaltet sich dieses Gebaren mitunter schwierig, denn er muss tunlichst auf die Jahreszahl der Information schielen, um es nicht mit einer vorherigen Gerätegeneration zu tun zu haben. Deren Unterscheidung ist nämlich durchaus schwierig, optisch nahezu unmöglich. Nur nochmal als kleine Hilfe und Klarstellung: Der neueste Powernode (Modell 2021) ist der Nachfolger des 2i und beinhaltet als Streaming Client praktisch wie de facto den weiterentwickelten, aktuellen und nicht weniger als sensationellen Node.

Das Bedienkonzept ist hervorragend, zudem sehr intuitiv. Es gibt eine elegante Fernbedienung im Lieferumfang, aber meist wird wohl die BluOS-App in der Hand des Musikdirektors liegen. Wir starten mit Fleetwood Macs „Rumours“, einem Album, das ich besser kenne als jedes andere – und haben eigentlich kaum noch Fragen. Der Klang ist absolut superb, aber dazu später mehr.

Mit großem Wohlwollen entdeckten wir schon beim Verkabeln die HDMI/eARC- Buchse, um das System auch mit dem meist im Wohnzimmer zu findenden TV-Gerät zu verbinden. Fortan kann man dem zu schlanken Glimmerkisten-Sound Lebewohl sagen und alles über die Anlage abspielen. Das ist kein Luxus, sondern ein Muss.

Boxenstrippen und ein Netzwerkkabel, Strom – und schon ist man fertig, denn das Programm liefert das heimische Netzwerk, das Smartphone via Bluetooth in Bestform (aptX HD) sowie das Internet via unzähliger Radiokanäle. Selbstredend werden auch sämtliche nennenswerten Streaming-Dienste von Amazon über Qobuz und Spotify bis Tidal unterstützt, und die Verarbeitung übernimmt ein 32 Bit/384 Kilohertz-Wandler vom Feinsten für HD-Qualitäten.

Auch Dualband-WLAN, Airplay 2, MQA-Decodierung und sogar Sprachsteuerung für Siri oder Alexa werden geboten. Als Rechnerherz fungiert im Powernode ein beliebter ARM-Prozessor Cortex A53 mit vier Kernen, aber das nur am Rande. Optische wie analoge Ein-/Ausgänge sowie Subwoofer- und Kopfhörerausgang sorgen für den Kontakt zu weiteren Mitspielern. Zusätzliche Bluesound-Geräte können etwa zum Multiroom-System, der Powernode selbst mit Erweiterungen zum Heimkino ausgebaut werden.

Der Powernode leistete sich im STEREO- Labor nur einen klitzekleinen Schnitzer, indem er bei den Rauschwerten nicht über 80 dB hinauskam. Das ist kein Bein- bruch, eher ausreichend als gut, aber wir werten es ohnehin nur als Ausrutscher und werden an einem anderen Exemplar noch- mal nachmessen. Ansonsten ist übrigens die gesamte hier als „Sounds Clever“ vorgestellte kleine Kette auch messtechnisch über jeden Zweifel erhaben, ausstattungs- und bedienungsseitig ohnehin – die BluOS-Controller- App etwa empfinden wir stets als besonders angenehm.

SCHICK

Der optionale IR-Geber (um 70 €) ist elegant geformt. Meist wird man aber die App via Smartphone oder Tablet nutzen.

Man nehme den Bluesound Node, NAD-Erbgut und DALI- Boxen – schon hat man eine Top-Anlage

Boxengasse

Die kompakte Opticon 2 von DALI ist eine gute Bekannte, könnte man meinen. Doch sie wurde gründlich überarbeitet und bekam den Zusatz Mk2. Was verbirgt sich dahinter? Nun, auf DALI ist im Grunde in jeder Klasse Verlass. Ob man 500, wie hier 1100 oder auch mal 5000 bis 10.000 Euro ausgibt, man bekommt bei den Dänen immer ungewöhnlich viel stimmig-musikalischen Gegenwert, und die konstruktive Vorliebe für Gewebekalotten sorgt zudem dafür, dass es bei guter Detailauflösung niemals – und gemeint ist wirklich niemals – nervig wird.

Für noch mehr Feinauflösung und Luftigkeit kommt in den größeren Modellen und höheren Klassen im Einzelfall noch ein Bändchen hinzu. Die Opticon 2 hat das aber auch nicht unbedingt nötig. Für die unteren Register sorgt ein 165-mm-Holzfaser-Woofer mit leistungsfähigem SMC-Magnetsystem.

Sie spielt in allen Belangen exzellent ausgewogen, versprüht Charme und sorgt für jede Menge Strahlkraft sowie Klangfarben, von denen beispielsweise Stimmen wie die von Christine McVie in „Songbird“ besonders profitieren. Sehr ausdrucks- und charakterstark. Das verspricht eine lange und glückliche Lebensgemeinschaft.

Und auch „untenrum“ ist ordentlich Dampf im Kessel. Die Opticon 2 war immer schon ein hervorragender Lautsprecher, der auch in der Reinkarnation gut wiederzuerkennen ist. Dennoch fällt durchaus und sofort auf, dass das Upgrade hier und da insgesamt für einen Schub an Verve und Temperament gesorgt hat. So geht der Nachfolger gegenüber der älteren Schwester vom hervorragend lässigen „laidback“ doch ein wenig mehr zum dynamischen Angriff über, was ohne den Grundcharakter zu verändern doch einige neue Fans, womöglich auch der jüngeren Generation, nachhaltig begeistern dürfte. Dabei sehen die in Tabakeiche-Struktur folierten Gehäuse für die 1000-Euro-Klasse sehr wertig aus und machen in jedem Ambiente eine gute Figur.

Wunsch-Kombi

Der Powernode passt als Treibsatz mit audiophilem Schmiss wie die Faust aufs Auge dazu, die Mitspieler scheinen in diesem Fall wie füreinander gemacht, was ja nicht selbstverständlich, aber hier womöglich tatsächlich so gewollt und gelungen ist. Das Klangbild rastet ein, es atmet, ist groß, weiträumig und lebendig. Fabelhaft.

Rechnen wir kurz zusammen: Während Bluesound für den neuen Powernode knapp 900 Euro aufruft, ist das Paar DALI Opticon 2 Mk2 für 1100 Euro zu bekommen, was bedeutet, dass das Gespann für schlanke 2000 Euro den Besitzer wechselt. Und der kann sich mehr als glücklich schätzen, dafür so viel an emotional fesselndem Musikerlebnis zu bekommen.

Das hier ist eine kleine, feine Anlage für die Generation Streaming, die trotz des hohen Anspruchs das Budget nicht überstrapaziert. Man wird vielmehr jeden Tag dafür belohnt, sich kompromisslos, jedoch zugleich auch ökonomisch richtig entschieden zu haben. Satte Kaufempfehlung! ■

Bluesound Powernode

Preis: um 900 €

Maße: 22x7 x19 cm (BxHxT)

Garantie: 2 Jahre

Kontakt: DALI

Tel.: +49 6251 8079010 dali-deutschland.de

Im Prinzip der sensationelle Node-Netzwerkplayer mit integriertem NAD-Vollverstärker – und das für knapp 900 Euro. Wenn das nicht DIE moderne Ein- bis Aufsteigerkette schlechthin ist – was dann?

Messergebnisse

Labor-Kommentar

Mit 80-90 Watt je Kanal gute, prima alltagstaugliche Verstärkerleistung bei niedrigem Verzerrungsniveau, Kanaltrennung und Dämpfungsfaktor ebenfalls gut. Rauschwerte leicht knapp, aber noch okay, obere Grenzfrequenz mit 21 Kilohertz knapp. Sehr gute Werte für den DAC.

Ausstattung

App, Fernbedienung, viele Ein-/Ausgänge inkl. HDMI und USB, sämtliche Streaming-Dienste/ Internetradio, LAN/WLAN, Airplay 2, Bluetooth, Siri/Alexa, MQA-Unterstützung...

DALI Opticon 2 Mk 2

Preis: um 1100 € (in Weiß, Schwarz, Braun)

Maße: 20 x36 x29 cm (BxHxT)

Garantie: 5 Jahre

Kontakt: DALI

Tel.: +49 6251 8079010

dali-deutschland.de

Eine DALI durch und durch, geschmeidig, sehr musikalisch und langzeittauglich, in zweiter Generation zudem noch lebendiger und spritziger. Eine wirklich tolle Box fürs Geld!

Messergebnisse

Labor-Kommentar

Noch ausgewogener Frequenzgang mit Tiefgang bis etwa 40 Hertz, die Boxen sollten leicht eingewinkelt werden. Gutmütiger Impedanzverlauf, die erstklassige Sprungantwort zeigt gutes Timing.

Ausstattung

Zwei-Wege-Bassreflex-Technologie, Single-Wire-Terminal

DAMIT HABEN WIR GEHÖRT

Fleetwood Mac: Rumours

Mein Album für die Insel. Die Paare in der Band zerrissen sich, aber die Musik war gigantisch.