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MODERNE BETONROHRFALLEN: ROHRE für RÄUBER Teil 1, der Einbau


Wild und Hund - epaper ⋅ Ausgabe 6/2020 vom 19.03.2020

Auf dem Betonrohrfallen-Markt hat sich seit den Urgestein-Systemen nach Dr. Spittler und Amann mit sichtbaren Abzug-bzw. Stolper- Auslösern einiges getan. Hubert Kuhn und Peter Schmitt schauten sich sechs moderne Systeme sowie deren Vor- und Nachteile beim Einbau an.


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Foto: Hubert Kuhn

Wer sich mit der Fallenjagd beschäftigt und der kompletten Räuber-Palette zu Leibe rücken möchte, kommt an Betonrohrfallen kaum vorbei.

Die altbekannten Kastenfallen, Abzugseisen sowie die Betonrohrfallen-Pioniere, wie die Systeme nach Dr. Spittler oder Arthur Amann, werden in den letzten Jahren immer mehr durch ...

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... Betonrohrfallen mit Wipprohren oder Trittauslösern ergänzt. Diese relativ großen und schweren Bauwerke sind für zuverlässige Fangplätze für alles Raubwild bestens geeignet.

Wir wollten wissen, wie aufwendig es ist, diese modernen Betonrohrfallen im Revier aufzustellen. Bei allen Systemen wurde nach demselben Prinzip vorgegangen: Der komplette Aufbau wurde immer von drei Jägern per Hand erledigt. Die Zeit wurde für das Zuschneiden der Rohre (falls erforderlich), den Aufbau im Revier und, falls notwendig, das Anbringen einer Umbauung gemessen.

„Trapper“ noch ohne Deckel. Die Falle ist sehr massiv und entsprechend schwer.


Das Fanggerät löst über ein hängendes Wipprohr aus, das leicht ausgerichtet werden kann.


Betonwipprohrfalle „Trapper“

Das Modell „Trapper“ der Firma Trapperprofi (Raiffeisen Melle) wird als Rundum-Sorglos-Paket geliefert. Auf der Speditionspalette befinden sich alle fünf Betonrohre, das Fangsystem aus verzinktem Stahl sowie die Umbauung aus massivem Beton. Die verzinkten Metallteile für das hängende Wipprohr sind bereits vormontiert, und der Köderschacht ist schon ausgeschnitten.

Mittlerweile ist eine 2.0-Version mit einer verbesserten Aufhängung des Wipprohres erhältlich. Die Fallen können auch als transportable Version („Vario“ bzw. „Vario 2.0“) erworben werden, bei der alle Teile auf einer Betonplatte befestigt sind (Gewicht: ca. 1,6 t).

Aufbau
• Fallenbett ausheben
• Bodenplatte mit einer Wasserwaage ausrichten
• Seitenteile aufstellen, fixieren mit den dazugehörigen Schrauben
• Wipprohr einhängen
• alle Schrauben anziehen
• Rohre nach Nummerierung einbauen
• Fallschieberkästen montieren
• Endrohre montieren
• Feineinstellung des Fangsystems
• Verbindungsstellen mit Fertigzement abdichten Die Montage ist simpel und die Anleitung verständlich.

Das benötigte Werkzeug ist in jedem Revier vorhanden – abgesehen von einer Nietzange. Die kann man aber in der Regel vom Landwirt des Vertrauens ausleihen. Der Aufbau benötigte 90 min. Den Fallendeckel haben wir selbst gebaut (kann erworben werden). Dazu wurden zusätzlich 30 min benötigt. Die Falle wurde mit Erde abgedeckt und Gras eingesät. Dadurch ist sie fast unsichtbar und fügt sich gut ins Landschaftsbild ein.

Vorteile
sehr stabil
• feine Auslösung
• absolut lichtdicht
• detaillierte Anleitung
• einfache Montage
• geringe Spaltmaße
• alle Teile inkl. Betonrohre in einer

Lieferung
• Waschbärsicherung
• wenig glänzende Metallteile, einfache Verblendung möglich

Nachteile
• sehr hohes Gewicht
• zweitteuerste Falle im Test

Erster Eindruck nach dem Einbau: Sehr massive, ausladende und schwere, aber haltbare Falle, die sich sehr fein justieren lässt. Der Preis für diese Vorteile ist mit 619 € allerdings hoch.

Wipprohrfalle „Modell Dose 2.0“

Die Dose-Falle „Blech“ ist die zweite Generation dieser Betonwipprohrfalle. Die erste wird ohne Umbauung vertrieben und hat eine etwas andere Mechanik. Sie war die erste Wipprohrfalle am Markt und wurde von der „2.0“ ergänzt. Deren Wipprohr liegt in einer Umbauung aus verzinktem Metall. Im Lieferumfang ist die Umbauung und das Auslösegestänge mit Schieberkästen enthalten. Die 30er-Betonrohre müssen selbst besorgt, der Köderschacht mit einem Winkelschleifer aus-geschnitten sowie in das Wipprohr noch drei Löcher gebohrt werden – eines für den Verschluss des Köderlochs, zwei für die Arretierung des Wipprohrs. Das hat den Vorteil, dass in der Schonzeit die Fallschieber entfernt und das Wipprohr festgestellt werden kann. Sollte dann Raubwild das Mittelrohr betreten, wird es nicht durch Wippen vergrämt.

Rechts: Die „Dose 2.0“-Wipprohrfalle kann auch bei leichter Neigung eingesetzt warden


Unten: Schieber und Umbauung machen die Falle lichtdicht, müssen aber verblendet werden, sollen sie nicht auffallen.


Aufbau
• Fallenbett ausheben
• Metallkasten ausrichten
• Wipprohr einlegen und waagerecht ausrichten
• links und rechts je ein Rohr einlegen
• Auslösegestänge und Fallschieberkästen einbauen
• äußerste Rohre anbauen

Der Aufbau der Falle ist einfach und durch die bebilderte Anleitung (Papierform sowie digital fürs Handy) leicht verständlich. Es wird kein außergewöhnliches Werkzeug, abgesehen von einem Winkelschleifer, benötigt. Die Falle ist sauber und exakt verarbeitet. Der verzinkte Stahl verspricht eine lange Haltbarkeit. Durch die stabile Bauart kann für das Verblenden alles von Stroh bis Erde verwendet werden, wonach sie auch absolut lichtdicht ist. Durch die verzinkte Oberfläche ist gutes Verblenden wichtig, da die Falle sonst weit sichtbar ist. Für das Zuschneiden und Bohren sowie den Aufbau brauchten wir 105 min

Vorteile
• stabiles Material
• exakte Verarbeitung
• feine Auslösung
• Deckel inkl. Öse für Schloss vorhanden
• einfache Montage
• funktioniert bis 10° Neigung

Nachteile
• glänzende Oberfläche, muss gut verblendet werden

Erster Eindruck nach dem Einbau:
Die „2.0“ ist eine exakt verarbeitete und aus hochwertigem Material gefertigte, fein auslösende Falle. Jedoch hat auch hier Qualität mit 520 € ihren Preis.

Krefelder Fuchsfalle

Der Hersteller bietet vier Versionen der Falle an: von der „Handwerker“ für 349 €, die nur die Metallteile beinhaltet, bis zur „Mobil“ für 649 €. Hier ist die Falle fast vollständig montiert und für den Transport und Aufbau mit Schlepper oder Radlader geeignet. Lediglich die beiden äußersten Rohre müssen noch angebaut werden. Um den gesamten Aufbau selbst durchzuführen, haben wir uns für das Modell „Handwerker“ entschieden. Bei der Krefelder wippt nicht das gesamte Mittelrohr, um die Falle auszulösen. Sie verfügt über eine 80-cm-Wippe, die mit dem Trennschleifer ausgeschnitten werden muss. Auch der Köderschacht muss manuell angefertigt werden und von zwei der äußeren Rohre nach Anleitung noch Nut bzw. Feder entfernt warden

Aufbau
• Fallenbett ausheben
• Wanne und Auslöseschacht mittels Metalllaschen verbinden und im Fallenbett eben ausrichten
• Auslöseschacht seitlich stabilisieren
• Wippe einlegen und Mittelrohr auf die Wanne legen
• je ein Rohr rechts und links auf die Wanne legen
• Auslösegestänge und Fallschieberkästen befestigen
• äußere Rohre einlegen
• Auslösemechanismus fertig

Der Aufbau der Falle geht leicht von der Hand. Es ist empfehlenswert, den Auslöseschacht mit Erde oder Steinen zu stabilisieren, falls die Falle nicht ohnehin mit Erde verblendet wird. Bei der Montage der Metallteile sollte die sehr gelungene Aufbauanleitung zuvor aufmerksam gelesen werden. Dadurch kann man sich einige Minuten Zeit sparen. Insgesamt benötigten wir für das Zuschneiden und den Aufbau 90 min, was aber auch schneller hätte gehen können. Dafür war bei der überaus kompakten Falle das Verblenden sehr schnell und einfach erledigt. Ein kleiner Deckel für den Auslöseschacht inklusive Öse für ein Schloss ist enthalten

Die Krefelder ist sehr kompakt und lässt sich leicht und großzügig verblenden.


Die Falle löst über eine ebenerdige Wippe aus, die selbst ausgesägt wird.


Viel glänzende Oberfläche bedeutet gewissenhaftes Verblenden, soll die Falle unbemerkt bleiben


Spezialwerkzeug, abgesehen vom Trennschleifer, war nicht nötig

Vorteile
• sehr kompakt
• leicht zu verblenden
• Waschbärsicherung
• Fernerkennung zur Kontrolle integriert
• Halterung für Minkpolice-Fallenmelder enthalten
• Arretierung der Wippe nach Auslösung (Tierschutz!)
• AIHTS-zertifiziert
• sehr gute Montageanleitung

Nachteile
• 20 cm weniger Auslösefläche als bei Wipprohr
• Blechteile könnten einen Millimeter mehr Dicke vertragen (in Planung)

Erster Eindruck nach dem Einbau:
Klein aber fein. Durch die sehr kompakte Bauweise einfach zu verstecken bzw. zu verblenden. Hoher Anteil an Eigenarbeit notwendig, zumindest in der recht preiswerten „Handwerker“-Version (349 €).

Ammerländer Betonwipprohrfalle

Die Falle arbeitet mit liegendem Wipprohr. Der größte Unterschied dieses Systems zu den anderen: Sie hat kein festes Auslösegestänge. Die Schieber sind mit Stahlseilen am Auslösemechanismus befestigt. So kann die Falle mit wenigen Handgriffen unkompliziert vom Mittelrohr aus gestellt werden. Umbauung, Schieberkästen aus Profilmetall sowie die übrigen Teile werden stückverzinkt geliefert. Betonrohre und Material für den Deckel müssen selbst organisiert werden. Das Ausschneiden des Köderschachtes und das Abtrennen von Nut und Feder am Mittelohr sowie den diesem zugewandten Stößen muss mit dem Winkelschleifer vor dem Aufbau geschehen.

Aufbau
• Fallenbett ausheben
• Metallkasten ausrichten
• Wippe und Stellstange einlegen
• Wipprohr einlegen
• links und rechts ein weiteres Rohr ansetzen
• Schieberkästen platzieren und Führungsrohre anbringen
• Stahlseil einziehen und passend zum Auslöser montieren
• Endrohre platzieren
• Deckel einbauen

Der Aufbau der Falle ist sehr einfach und selbsterklärend. Die Montageanleitung ist in Ordnung. Der Boden der Umbauung hatte einen leichten Bauch, den wir aber in das Bett aus Splitt einpassen konnten. Für Zuschneiden und Aufbau benötigten wir 75 min, für den Bau des Deckels aus einer Mehrschichtplatte gingen weitere 15 min drauf. Sie kann einfach in die vorgese henen Halterungen geschoben werden. Ein zur Öse passendes Loch für ein Vorhängeschloss nicht vergessen. Auch diese Falle konnte, abgesehen vom Winkelschleifer, mit Standardwerkzeug aufgebaut werden.

Alleinstellungsmerkmal: Freigabe der Fallschieber über Drahtseile.


Links: Der Kasten schützt die Wipprohr-Spalte gegen Lichteinfall


Vorteile
• stabiles Material
• einfacher Aufbau
• gesamte Bedienung der Falle vom Mittelrohr aus
• geschlossene Schieberkästen
• optionale Waschbärsicherung

Nachteile
• glänzende Oberfläche, gute Verblendung empfehlenswert
• ausgebauchter Boden der Umbauung

Erster Eindruck nach dem Einbau:
Einfach, aber gut und sehr bequem allein fängisch zu stellen (499 €).

Rechts: Die Tuscher-Falle benötigt kein aufwendiges Bett. Die Fallschieber müssen gut angepasst warden


Tuschers Betonrohrfalle, 25-cm-Version

Die Tuscher-Betonrohrfalle ist das einzige Fanggerät, das einen sichtbaren Auslöser im Innenraum hat: zwei metallene Trittauslöser am Boden des Mittelrohrs. Ein weiterer Unterschied zu den anderen Fallen ist der Rohrdurchmesser von 25 statt 30 cm. Geliefert wird das Mittelrohr, an dem bereits alle Teile für den Fangmechanismus vormontiert sind. Somit müssen vier weitere Betonrohre gekauft und vor dem Aufbau noch je ein Loch in die zwei äußeren Betonrohre gebohrt werden. Darin werden die Halterungen für das Auslösegestänge befestigt. Bei unseren Betonrohren mussten wir mit dem Winkelschleifer ein wenig nachbessern, um die tropfenförmigen Fangklappen möglichst ohne Spalt am Betonrohr herabgleiten zu lassen. Das ist aus Tierschutzgründen wichtig, um keinen Lichteinfall in den Fangraum zu bekommen. Denn im Vergleich zu den anderen Testkandidaten hat dieses Modell keine Verkleidung um die Fallschieber, die einen Lichteinfall verhindert

Abgesehen vom Spaten ist kein Werkzeug zum Einbau des Hegerohrs notwendig. Es müssen nur zwei Kabel angesteckt und eine SIM-Karte eingelegt werden


Aufbau
• einfaches Fallenbett ausstechen
• erst mittleres Rohr, dann zwei weitere daneben platzieren
• Fangmechanismus und Fallschieber montieren
• äußere Rohre anlagen

Der Aufbau der Falle geht sehr schnell. Wir benötigten insgesamt knapp 45 min. Auf ein komplett waagerechtes Fallenbett kann man verzichten. Der einfache Aufbau spart viel Zeit, ein schneller Standortwechsel ist dadurch möglich. Leider wird keine Anleitung mitgeliefert. Die, die im Internet zu finden ist, ist nicht sonderlich detailliert. Es wird nur Standard-Werkzeug benötigt. Dazu kam – in unserem Fall – der Winkelschleifer, um die Fangklappen anzupassen.

Vorteile
• sehr schneller Aufbau
• nur grobes Fallenbett nötig
• kann mit Gefälle aufgebaut werden
• günstigste aller Fallen (295 €)
• schnell umstellbar
• leicht zu verblenden
• waschbärsicher durch federgespannte Fangklappen
• keine weit sichtbaren verzinkten Teile

Nachteile
• offene Fallschieber mit Lichteinfall (Tierschutz!) wenn unverblendet
• Deckel nicht abschließbar
• außenliegender, sichtbarer, nicht verschließbarer Auslöse-Mechanimus
• muss verblendet werden, um Fanginnenraum lichtdicht zu bekommen
• theoretische Verletzungsgefahr für Wild durch federverstärkte Fangklappen

Erster Eindruck nach dem Einbau: Äußerst günstig und sehr schnell sowie einfach eingebaut. Wer tierschutzgerecht fangen will, muss Fleißarbeit leisten. Ob der sichtbare Auslöser mithalten kann, wird die Praxis zeigen.

Hegerohr

Das Hegerohr ähnelt einer Beton-Kastenfalle, da sie aus fünf aneinandergereihten Betonkästen besteht (Es ist auch eine Röhren-Körper-Version mit eckigen Außenteilen erhältlich). Innovativ ist der Auslöser über eine Kombination aus Bewegungsmelder und Wärmesensor. Über eine abschließbare und außen liegende Elektro-Einheit werden die magnetisch gehaltenen, flach fallenden sowie massiven Fangklappen aus Kunststoff freigegeben. Diese sind dadurch nicht lichtdicht und auch nicht lichtdicht abänderbar/ verblendbar, was aus Tierschutzsicht problematisch ist. Dem Vorteil des absolut leeren Fangraumes und der permanent integrierten elektronischen

Eckige Betonfalle: Das Hegerohr ist zügig aufgestellt und gut verblendbar


Fallenüberwachung steht der Nachteil gegenüber, dass das Fanggerät ohne SIM-Karte und Empfang nicht funktionsfähig ist.

Aufbau
• Fallenbett grob ausstechen, ein oder zwei Bohlen unterlegen
• Auslösesegment zentrieren
• Segmente von innen nach außen ansetzen
• Montierte Auslösekabel mit Elektrik verbinden
• Sende- und Einsatzfähigkeit über SIM-Karte herstellen
• Falle verblenden

Die Falle kommt komplett. Einzig etwas Silo- oder Teichfolie zum Abdecken des vorgefertigten Köderschachts sowie der Segment-Übergänge ist notwendig. Werkzeug wird zur Montage nicht benötigt! Da keine wippenden Teile vorhanden sind, muss das Fallenbett nur grob gerichtet werden. Der Aufbau geht sehr zügig von der Hand. Eine schriftliche und nachvollziehbare Anleitung wurde mitgeliefert. Die Falle steht unverblendet nach 30 Minuten

Vorteile
• nur sehr grobes Fallenbett, kein Unterbau nötig
keinerlei Werkzeug nötig
• auch mit Gefälle funktionsfähig
• keine Auslösemechanismen oder wippenden Teile im Innenraum
• leicht zu verblenden, keine hochstehenden Schieber
• leicht abbau- und umsetzbar
• Fangkörper durch zusätzliche Segmente verlängerbar

Nachteile
• Lichteinfall durch flach fallende Fangklappen (Tierschutz!)
• Falle nur bei SIM-Karten-Einsatz, nicht manuell einsetzbar
• Falle nur mit Empfang nutzbar
• mit 1 100 € mit Abstand die teuerste Falle im Test

Erster Eindruck nach dem Einbau: Theoretisch eine geniale Falle – aber nur bei Empfang und mit laufender SIM-Karte. Ob sie ihren immensen Preis von bis zu drei anderen Betonrohrfallen wert ist?

Wie sich die Betonrohrfallen in der Praxis geschlagen haben, lesen Sie im zweiten Teil in WuH 8/2020.


Fotos: Hubert Kuhn

Fotos: Hubert Kuhn