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MODERNE KLASSIKER


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Auto Bild - epaper ⋅ Ausgabe 46/2022 vom 17.11.2022
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Bildquelle: Auto Bild, Ausgabe 46/2022

Trio mit Tradition: Neuer Mercedes GLC, Audi Q5 und BMW X3 führen die SUV-Liga an

! Einigkeit beim Antrieb: Zweiliter-Turbo-Benziner trifft auf leichte Elektrifizierung

NA, DAS IST JA MAL EINE WOHLTAT. Statt SUV-Coupé-Crossover-Plug-in-Modell in XS oder auch XXL reihen sich hier astreine Klassiker der Branche auf. Mittelklasse-SUV im stattlichen Sinn, Fünftürer im praktischen Sinn, Antriebe im voll nutzbaren und nicht zu komplexen Sinn.

So etwas heißt bei Mercedes GLC 300 4Matic, bei Audi Q5 45 TFSI quattro und bei BMW X3 xDrive30i. Um das Ganze noch zu voller Pracht zu komplettieren, übertragen die drei Burschen ihre Kräfte über eine Automatik auf alle vier Räder.

Den neuen Mercedes GLC mit 2,0-Liter-Vierzylinder und 258 23 PS, mit denen der 48-Volt-Startergenerator boosten kann, ordnen wir natürlich über einen Vergleichstest nach Punkten ein.

Wir stellen dagegen: den Audi Q5 mit 265 PS, ebenfalls mit 2,0-Liter-Vierzylinder, hier aber mit Minimalhybridisierung über einen ...

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... 12-Volt-Generator, sowie den hubraumgleichen und 245 PS starken BMW X3. Auch beim 3er hilft eine Elektromaschine mit und kann mit bis zu 11 PS den Verbrenner unterstützen.

DAS SIND SIE

Typen mit Hang zur Untertreibung. Denn bei den Verbrauchsangaben driften Prospekt-Dichtung und AUTO BILD-Wahrheit weit auseinander. Besonders Mercedes hat das 48-Volt-Bordnetz nicht so schlau in den Antriebsstrang aus Benziner und Neunstufenautomatik integriert wie gedacht. Schließlich steht ein Testverbrauch von 9,4 Liter Super auf 100 Kilometer (WLTP: 7,6) auf unserem Datenblatt. Der Audi trinkt statt der versprochenen 8,5 Liter sogar 9,9 Liter, der BMW runde neun Liter (Werk: 8,0).

Aber es gibt Trost. Bei allen drei SUV ist das Ausstattungsniveau bereits ab Werk hoch. Dabei dürfen Audi-Fahrer die bequemsten Sitze vorn wie hinten genießen. Der Q5 ist sauber verarbeitet, die Instrumente sind gut ablesbar, und er hat vorn den meisten Platz.

Hinten verfügt der Mercedes über das beste Raumangebot, trotzdem kommt man nur unter leichten Verrenkungen in die zweite Reihe, der Einstieg ist recht knapp bemessen, und die optionalen Trittbretter stören zusätzlich. An das MBUX-System mit sehr guter Sprachsteuerung hat man sich schnell gewöhnt, an die Mini-Tasten in den Lenkradspeichen dagegen eher nicht. Schade auch: Trotz guter Verarbeitung und hochwertig wirkendem Material knarrt der aufgesetzte Bildschirm vor dem Fahrer vorlaut in seiner Halterung – so was geht deutlich besser.

MERCEDES GLC 300 4MATIC

1 Für den Fahrer: Bildschirm mit mehreren Darstellungsmöglichkeiten, hier Classic 2 Für Fenster und Sitz: Tastengruppe der E-Bedienung – hübsch 3 Für Feinmotoriker: Lenkradtasten mit schlechter Rückmeldung. Gleiches gilt für den Schieberegler für Lautstärke unter dem Hauptbildschirm 4 Für den Motor: Anlasstaste inkl. Deaktivierung der Start-Stopp-Automatik 5 Für Tempo: 2.0-Benziner mit 258 PS 6 Fürs Reisen: bequeme Sitze mit anschmiegsamen Auflagen 7 Für Bewegliche: Einstieg hinten knapp

Ein echter Klassiker ist das Bediensystem des X3 mit dem bewährten iDrive-Controller auf der Mittelkonsole. Die digitalen Instrumente mit dem gegenläufigen Drehzahlmesser sind optisch nach wie vor nicht jedermanns Sache, aber gestochen scharf.

SO FAHREN SIE

Keiner patzt im Komfort. Speziell der Mercedes schafft den Spagat zwischen feinem Abrollen auch auf kantigen Unebenheiten und einem seichten Durchfedern auch auf mächtigen Buckeln in der Oberfläche. Zudem rollt er sehr leise ab. Aber: Auf gröber geflickten Fahrbahnoberflächen kommen zu einem feinen Zittern reichlich Karosseriebewegungen um die Längsachse. Fahrer und Passagiere werden in ihren Sitzen dann etwas hin und her geschüttelt, nicht sehr angenehm.

! Der GLC kann mächtig sicher und reichlich komfortabel – gegen Aufpreis

BMW X3 xDRIVE30i

1 Zum Entspannen: aufgeräumtes Interieur, sauber verarbeitet 2 Zum Kilometerspulen: Temporegler mit adaptiver Abstandsregelung 3 Zum Spielen: Schaltwippe vor Wischerhebel – gut erreichbar 4 Zum Genießen: feine Achtstufenautomatik, klassischer Wählhebel - vorbildlich 5 Zum Anhimmeln: Motor mit Aufladung, 350 Nm und viel Drehfreude 6 Zum Schnellfahren: Sitze mit viel seitlicher Führung 7 Zum Mitnehmen: Platz in der 2. Reihe auch über dem Kopf gut

Trotz der Hinterachslenkung, die ihm in unteren Geschwindigkeitsbereichen eine unerwartete Beweglichkeit beschert, fühlt sich der Mercedes eine Spur behäbiger an als Audi und BMW. Der Motor läuft kraftvoll, doch stets hörbar. Aus dem Stand heraus kommt er uns etwas zu unentschlossen in die Gänge.

Dem Audi stehen zum feineren Federungsverhalten höchstens seine großen Räder (beim Testwagen 255/40 auf 21 Zoll) im Weg, das hört und spürt man als zartes Zittern im Innenraum. Dazu passt der feine wie leise wie gleichförmige 2,0-Liter-TFSI. Auch wenn der Q5 objektiv nur minimal schneller sprintet als der Mercedes – gefühlt rennt er eine Liga spritziger. Und er fühlt sich agiler an. Mit leichten Andeutungen eines frechen Heckschwenks macht der Q5 sogar richtig Spaß, wenn es zügig in einen Radius geht. Dabei ist er im Grunde genauso schwer wie seine Gegner.

Die zu stark servounterstützte Lenkung (im Komfortmodus der Fahrprogramme) passt jedoch nicht optimal in diese stattliche Liga.

Im BMW spürt man den sportlichen Willen des Herstellers. Enorm griffig stützt sich der X3 seitlich ab, wenig Neigung der Karosserie untermalt das aktive Fahrgefühl. Der BMW erledigt alles angenehm universell, leitet niemals Stöße durch und wirkt dennoch nie schwammig.

! Der X3 hat enormen Grip – beim Ausweichen stempelt er deutlich

AUDI Q5 45 TFSI QUATTRO

1 Alles fein: sauber gefertigtes Interieur, logisch gruppierte Bedienfelder 2 Alles rund: Drehrädchen für Menüführung über Lenkradtasten 3 Alles auf sieben: Schaltpaddel der Doppelkupplungsautomatik am Lenkrad 4 Für die sportliche Optik: S Line Interieur – beim Q5 mit Sportsitzen und Sportlenkrad 5 Alles bestens: starker Motor, laufruhig und drehwillig – toller TFSI 6 Alles für gute Führung: Sitze mit straffen Polstern und strammen Wangen 7 Alles bequem: Fondsitze mit Format

Gleichzeitig baut der X3 an der Hinterachse (Mischbereifung!) enormen Grip auf. Das beschert ihm allerdings Stress beim abrupten Ausweichen. Heißt: Der X3 benötigt reichlich ESP-Unterstützung, sobald es zu schnellen Richtungswechseln auf griffiger Fahrbahnoberfläche kommt.

In Sicherheitsfragen macht der neue Mercedes keine Kompromisse. Der GLC ist derart narrensicher an die elektronische ESP-Leine genommen – besser geht’s nicht. Allenfalls leichtes Untersteuern bei höherem Tempo trennt ihn hier von voller Punktzahl.

DAS KOSTEN SIE

Es ist eine Binse, dass ein Mercedes teuer ist. Unter rund 60 000 geht dann auch bei einem GLC 300 gar nichts. Klar, speziell dieser stattliche SUV ist als 4Matic auch sein Geld wert. Allerdings: Das volle Potenzial aus seinem GLC holt nur, wer noch mal richtig tief in die Geldbörse greift. Beispiele: Die neue Hinterachslenkung, bei der die Hinterräder um bis zu 4,5 Grad schwenken können, unterstützt das Ausweichvermögen und verkleinert den Wendekreis. Auch die Luftfederung Airmatic mit variabler Stoßdämpfung rundet den Fahrkomfort des GLC nochmals mächtig nach oben hin ab. Allerdings kostet die besondere Lenkung (im Paket zusammen mit der Luftfederung) 3320 Euro.

! Der Motor im Q5 kann kultiviert und wild zugleich. Kurz: macht Spaß!

Dazu kommen Aufpreise u. a. für das ausgeklügelte und mit Projektionsmöglichkeiten gespickte Lichtsystem Digital Light (1606 Euro) sowie 2892 Euro für das empfehlenswerte Assistenzpaket (dann von aktiver Distronic eingenordet).

Zählen wir zusammen, kostet der Mercedes GLC 300 4Matic beim Kauf – in bewerteter Testausstattung für 76 721 Euro in der Liste – am meisten, schlägt bei den Extras besonders heftig zu Buche und wird den Eigentümer auch im Unterhalt kräftig fordern.

„Günstiger“ schafft es der Audi. Einen Test-Q5 45 TFSI geben die Ingolstädter für 67 470 Euro her. Dafür steckt weniger drin, das Technikniveau des neuen GLC kann der Q5 nicht halten. Wer aber etwa Augmented Reality gar nicht benötigt, wird im Audi sehr gut klarkommen.

Der BMW X3 reiht sich zwischen Audi und Benz ein. Ein Test-xDrive30i kostet 71 400 Euro, inklusive adaptivem Fahrwerk, Sportsitzen und 20-Zoll-Rädern. Kurz: Auch im Preis sind sie Klassiker.

PLATZIERUNG Punkte maximal 800

TESTSIEGER

1. Mercedes Sehr komfortabel, enorm fahrsicher, technisch voll auf Zack. Dürfte aber gern aktiver fahren. 557 Punkte

2. Audi Dieses Auto bereitet am meisten Spaß in diesem Trio. Bequem ist er ebenfalls. Und: toller Motor, aber durstig. 552 Punkte

3. BMW Unheimlich unauffällig – im positiven Sinne. Beim Ausweichen in dieser Rad-Kombi nicht so cool wie der Benz. 548 Punkte

FAZIT

JAN HORN, MIRKO MENKE

Zu einem hohen Kaufpreis bekommt man im neuen Mercedes GLC das sicherste, modernste und bequemste SUV dieser Liga. Das Bedienkonzept und der Fahrkomfort überzeugen. Der Audi Q5 läuft unerwartet agil, der BMW X3 angenehm geschmeidig. Für alle drei Kandidaten gilt jedoch: Sie sollten sparsamer arbeiten.