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Modular Mehrwerte bieten


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Digital Manufacturing - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 22.02.2022

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Bildquelle: Digital Manufacturing, Ausgabe 1/2022

Der Fertigungsausrüster möchte mit einem modularem Beratungs- und Lösungsansatz gerade kleine und mittlere Fertigungsunternehmen bei der Digitalisierung unterstützen.

Digital Manufacturing (DM): Herr Mayr, Sie leiten seit dem Frühjahr 2021 den Bereich Digital Manufacturing bei der Hoffmann Group. Was reizt Sie an dieser Aufgabe besonders?

MARTIN MAYR: Die Hoffmann Group ist ein Händler für Werkzeuge, Betriebseinrichtungen und persönliche Schutzausrüstung. Unser Außendienst ist bei seiner täglichen Arbeit in den Fertigungen von kleinen und mittleren Unternehmen in einem partnerschaftlichen Austausch. Daher sind uns die Herausforderungen in den Fertigungsbetrieben weitgehend bekannt. Wir beobachten seit einiger Zeit, dass die Betriebe aus verschiedenen Gründen ihre Fertigung digitalisieren möchten. Deshalb haben wir damit begonnen, an entsprechenden digitalen Lösungen zu arbeiten. Das ist natürlich auch Neuland für uns, denn bis dato waren wir nicht in der Entwicklung, Bereitstellung und dem Support von digitalen Lösungen derart umfassend aktiv. Eine treibende ...

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MARTIN MAYR: Die Hoffmann Group ist ein Händler für Werkzeuge, Betriebseinrichtungen und persönliche Schutzausrüstung. Unser Außendienst ist bei seiner täglichen Arbeit in den Fertigungen von kleinen und mittleren Unternehmen in einem partnerschaftlichen Austausch. Daher sind uns die Herausforderungen in den Fertigungsbetrieben weitgehend bekannt. Wir beobachten seit einiger Zeit, dass die Betriebe aus verschiedenen Gründen ihre Fertigung digitalisieren möchten. Deshalb haben wir damit begonnen, an entsprechenden digitalen Lösungen zu arbeiten. Das ist natürlich auch Neuland für uns, denn bis dato waren wir nicht in der Entwicklung, Bereitstellung und dem Support von digitalen Lösungen derart umfassend aktiv. Eine treibende Kraft zu sein bei der Konzeption und Umsetzung dieses neuen Angebotsspektrums, mit dem wir den Mittelstand auch künftig erfolgreich machen wollen, ist für mich etwas Besonderes.

DM: Welche Herausforderungen treiben die mittelständischen Fertigungsbetriebe aktuell besonders an?

MAYR: Im Wesentlichen sehe ich da zwei Aspekte: Viele stehen, trotz Corona, unter Volllast. Sie wollen ihre Produktion erhöhen, ohne weitere Investitionen zu tätigen. Dabei ist der Kostendruck weiterhin ein sehr wichtiges Kriterium und eine hohe Effizienz wird schlichtweg aus dem Markt gefordert. Hinzu kommt der sich verschärfende Facharbeitermangel. Viele Unternehmen müssen zunehmend auf ungelernte Mitarbeiter zurückgreifen. Digital unterstützte und durchgängige Prozesse sind notwendig, wenn das bisherige Produktivitäts-und Qualitätsniveau nicht gefährdet werden soll.

DM: Welche Maßnahmen schlagen Sie vor?

MAYR: Aus meiner Sicht ist die aktuelle Situation nicht einfach zu meistern. Wenn Digitalisierungsmaßnahmen die Lösung darstellen, müssen die Unternehmen in einem erschwerten Umfeld zusätzlich Zeit und Energie aufbringen. Um hier Fortschritte ohne ausufernde Aufwände zu erzielen, ist es ratsam, sich Hilfe von außen zu holen. Kompetente Partner zu suchen und zu finden, die helfen, die Lösungen im laufenden Geschäft einzuführen, ohne den Betrieb allzu stark zu beeinträchtigen, ist sicher ein Erfolgskriterium.

DM: Einer dieser Partner wollen Sie sein. Wie stellen Sie sich dazu auf?

MAYR: Wir haben über die letzten Monate ein Vorgehen erarbeitet, das wir für sehr vielversprechend halten. Uns geht es darum, jedes einzelne Unternehmen dort abzuholen, wo es gerade steht, um es Schritt für Schritt in eine digital unterstützte Welt zu überführen – ohne es dabei zu überfordern. Um intern die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, haben wir für die Softwareentwicklung ein Team im eigenen Haus aufgebaut. Neben den Kollegen, die für den technologischen Unterbau tätig sind, gibt es bei uns ein integratives Team bestehend aus Produktmanagern, User-Experience-Spezialisten und Prozessberatern, die für eine anwenderorientierte Entwicklung sorgen. In den heterogenen System-und Maschinenlandschaften unserer Kunden lernen wir gerade äußerst schnell dazu und in unseren Showrooms haben wir Fertigungsstrukturen etabliert, wie wir sie bei kleinen und mittleren Unternehmen häufig antreffen. Das versetzt uns in die Lage, live an verschiedenen Maschinen, Geräten und Strukturen zu testen, bevor eine Lösung ausgerollt wird. Neben der Anwenderfreundlichkeit selbst spielen auch die professionell betreute Implementierung der jeweiligen Lösungen und der im Anschluss gebotene Support eine elementare Rolle. Hier kommen unsere Prozessberater mit unseren Service-Technikern zum Zuge.

DM: Sie sprechen in diesem Zusammenhang oft von Modularität. Was meinen Sie hier genau?

MAYR: Jedes fertigende Unternehmen hat einen wertschöpfenden Kernprozess. Dieser Kernprozess setzt sich aus Teilprozessen zusammen, die einerseits unterschiedlich große Problemstellungen bergen und anderseits von unterschiedlich heterogenen Infrastrukturen flankiert werden. Typischerweise ist das Ungetüm „Digitalisierung“ einfach überwältigend, wenn der Gesamtprozess auf einmal angegangen werden soll. Nach der Strategie „divide and conquer“ wollen wir die Probleme entsprechend in Scheiben schneiden, damit begreifbarer gestalten und gezielt mit dem jeweiligen Unternehmen angehen.

DM: Wie kann sich das der Leser vorstellen?

MAYR: Jede Digitalisierungsprojektscheibe muss spürbare Verbesserungen für das Unternehmen und die Mitarbeiter mit sich bringen, bevor die Implementierung der nächsten Scheibe in Angriff genommen werden kann. Auf diese Weise wird bereits gewonnenes Terrain gesichert und Schritt für Schritt der Gesamtprozess digitalisiert. Dem werden wir mit einer wachsenden Zahl an digitalen Bausteinen gerecht, von denen jeder einzelne für sich einen spürbaren Beitrag leistet und im weiteren Ausbau mit weiteren Modulen interagieren kann.

DM: Zielt Modularität damit auf die Unterschiedlichkeit der Unternehmen auf dem Shopfloor ab?

MAYR: Genau. Jedes Unternehmen muss bei der Digitalisierung seine eigene Strategie und sein eigenes Tempo finden. Wir wollen KMU aus diesem Grund mehrere Einstiegsmöglichkeiten über verschiedene Module anbieten, die auf die individuelle Situation der Unternehmen passen. An diesen – ich nenne sie Keimzellen der Digitalisierung – kann der Anwender weitere Bausteine andocken und interagieren lassen, damit seine Lösung kontinuierlich wächst. Wichtig ist, zu erkennen, dass Digitalisierung nicht nur die Einführung einer Software bedeutet. Sie greift in die Arbeitsumgebungen der Mitarbeiter ein und verändert ihren Alltag. Damit die Mitarbeiter die neuen Arbeitsweisen und Prozesse akzeptieren, müssen sie entsprechend Schritt für Schritt mitgenommen werden und frühzeitig einen Vorteil der Neuerungen erkennen können.

DM: Trotz aller Individualität: Gibt es aus Ihrer Erfahrung Module, die sich besonders gut für den Einstieg eignen? MAYR: Das ist zwar auch unternehmensspezifisch zu betrachten, jedoch lässt sich sagen, dass beispielsweise gut gepflegte Werkzeugdatenbanken in den CAM-Systemen eine wichtige Voraussetzung sind, um eine Verwaltungssoftware für Zerspanungswerkzeuge einzuführen. Es bietet sich an, in diesen Fällen, unsere „Fertigungsauftragsverwaltung“ gleich mitzuverwenden, die in der Lösung „Connected Manufacturing“ enthalten ist. Hiermit lässt sich das volle Potential erschließen, das eine digitale Unterstützung des Fertigungsprozesses birgt. Ein Anwender von uns hat mit Connected Manufacturing die Nebenzeiten um rund 30 Prozent senken können und profitiert jetzt vor allem auch davon, dass bereits angelegte Aufträge bei Bedarf quasi auf Knopfdruck wieder ins System und auf die Maschinen geladen werden können. Im Zuge der Softwareeinführung hat er allerdings auch seine gesamten Fertigungsprozesse überarbeitet und entschlackt. Das hat Zeit gekostet, zahlt sich jetzt aber mehrfach aus. Als einen weiteren guten Einstiegspunkt für Unternehmen, die bereits heute unseren Kalibrier-Service nutzen, sehe ich die neue Lösung „Connected Metrology“ – eine digitale Messmittelverwaltung mit integriertem Rekalibrier-Service. Letztlich kommt es auf die jeweiligen Voraussetzungen und Schwerpunkte im fertigendenden Unternehmen an. Ziel sollte aber immer sein, zügig spürbaren Mehrwert zu erzielen, um weitere Energie und Motivation für den nächsten Schritt freizusetzen.

MARTIN MAYR

Director Digital Manufacturing bei der Hoffmann Group, im Gespräch.

”Jedes Unternehmen muss bei der Digitalisierung seine eigene Strategie und sein eigenes Tempo finden.“

DM: Was für digitale Lösungen werden wir da in Zukunft unter Ihrem Einfluss von Hoffmann sehen?

MAYR: Wir haben sehr viele Ideen. Um hier die Priorisierung hinzubekommen, arbeiten wir stark Mehrwert- und Marktdaten-getrieben. Zudem betrachten wir, wie Marktbegleiter die Thematik angehen, um das beste Lösungsangebot zu generieren und Orientierung zu geben. Wichtig ist, dass wir unser bisheriges Angebot mit neuen Lösungen und digitalen Services so verweben, dass ein erweitertes Angebot mit echtem Mehrwert entsteht. Wir wollen zur Produktivität unserer Kunden maximal beitragen und damit als Partner eine Schlüsselstellung in den fertigenden Betrieben einnehmen.

JBI

Vielen Dank, Herr Mayr, für dieses Gespräch!