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Module: Zeitreisevom Mittelgebirge zur Ostseeküste


NBahn Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 30.10.2019

Modulanlagen bieten die Möglichkeit, landschaftlich und szenisch sehr kontrastierende Themen in ein betriebliches Gesamtkonzept harmonisch einzubinden. So umfasst diese Anlage aus der Epoche II unter anderem spezielle Themen wie einen Fährhafen, ein Schiffshebewerk, eine Drehbrücke, einen Bahnhof mit Zahnrad-Nebenbahn oder auch einen hohen Talviadukt. Außerdem ist das Modularrangement variabel aufzubauen und erweiterbar


■ Segmentanlage mit Betriebsszenen aus den 1920er- bis 1930er-Jahren der deutschen Eisenbahnen

Artikelbild für den Artikel "Module: Zeitreisevom Mittelgebirge zur Ostseeküste" aus der Ausgabe 6/2019 von NBahn Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: NBahn Magazin, Ausgabe 6/2019

Gespannt warten die Fahrgäste der EisenbahnfähreStarke” nach Schweden auf das Ablegen. Daneben liegt ein Passagierdampfer. Die große ...

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Technische Daten

• Anlagenlänge 21 m

• frei kombinierbarer, modularer Aufbau,

• analoger Fahrbetrieb,

• drei Übergangsnormen (Ebene, Hanglage, Tunnel) mit 15 cm Breite

• Antrieb der Schiffe und Autos mit Faller Car System

• kleinster Kurvenradius 1,5 m

• Anlagenhöhe 92 cm (Oberkante Gleis)

Während die Schiffe ruhig am Kai liegen, trifft im Hintergrund der erste D-Zug des Tages in der Hafenstadt ein. Der Tunnel führt zur überbauten Wendeschleife des linken Schatten bahnhofs. Zu sehen ist noch die alte Anlagensituation mit Kulissenabschluss statt des neuen Übergangs zur Zeppelinhalle


Im Dezember 2006 wurde die ModellbahnzubehörfirmaLemiso-Werke gegründet. Erste Produkte waren neben Bahnsteigelementen und Tunnelportalen auch ein Weinberg aus Gips. Schon bald stellte sich die Frage nach Produktfotos im fertigen Zustand. Um den Fotoaufnahmen einen geeigneten Rahmen zugeben, entstand 2007 die Idee, kleine Landschaftsstücke zu bauen. Dabei sollte auch der Spielspaß nicht zu kurz kommen. So beschlossen die Eisenbahnfreunde Lorenz Kästner und Stephan Lehmann, kleine frei kombinierbare Module herzustellen. Die Breite von 15 cm war hierbei vollkommen ausreichend und hatte den sehr motivierenden Effekt, dass die kleinen Schaustücke innerhalb eines Tages gebaut werden konnten. Vor allem war es nun möglich, die Teile von allen Seiten zu fotografieren.

Vorbildnähe durch Modulbau

In Vergleich zu einer üblichen Heimanlage in Flächenform bietet der modulare Aufbau die Möglichkeit, vorbildnah größere Radien zu verwenden, was die Erscheinung insgesamt noch etwas aufwertet. Zu den ersten Stücken gehören das noch heute gezeigte Tunnelensemble mit dem Weinberg und dem Burgberg, verschiedene Adapterelemente von Ebene auf Hanglage und einige Kurven, um flexibel bei der Raumanpassung zu sein. Für einen abwechslungsreichen Fahrbetrieb wurden alsbald jeweils an den Enden zwei 1,2 m lange Gleisharfen gebaut. Zuvor erfolgte an diesen Stellen die Umsetzung der Lokomotiven von Hand.

Bereits im ersten Jahr waren somit rund 4 m Anlagenlänge erreicht. Während der Fotoaufnahmen stellten wir fest, dass die Teile am besten zur Geltung kommen, wenn ein gestalteter Hinter- grund angebracht wird. Dieser besteht aus einer bemalten Kabak(Hartfaser)platte von 40 cm Höhe. Nun galt es, die Wirkung in der Öffentlichkeit zu erproben, und es fand sich die erste Gelegenheit bei einem Heizhausfest in Nossen. Die Module haben ihre Wirkung nicht verfehlt, was die Motivation der beiden Eisenbahnfreunde noch steigerte und sie zu der Frage trieb, ob es nicht ein paar Themen gäbe, die selten gut umgesetzt in Modell zu sehen sind.

3D-Darstellung der gestreckten Aufbauvariante: Zu sehen sind von links nach rechts die überbaute Wendeschleife mit Zeppelinhalle, der Hafenbahnhof, die Drehbrücke über die Meiningen, die drei Kraftwerks-Kühltürme, das Schiffshebewerk Henrichenburg, der Anschlussb ahnhof mit Zahnradb ahn, die Schluchtüberquerung mit darunter geführter zweigleisiger elektrifizierter Hauptstrecke, der Talviadukt, der Weinberg, die beiden Gitterbrücken, der Burgberg und die noch offene Wendeschleife


Skizze: Lehmann

Die Ladung der ViermastbarkPamir(Bausatz von Heller) wird gelöscht. Die Passagiere im ausfahrenden Schlaf wagenzug bewundern den Ausblick


Weder die großen Kühltürme des nahegelegenen Kraftwerkes noch der gemischte Güterzug scheinen die Pferde auf dem Feldweg vor dem Bahnübergang aus ihrer Ruhe zu bringen


Ein Talviadukt im Bogen

Der ersten größeren Herausforderungen stellten sich die beiden mit ihrem im Bogen verlaufenden Viadukt, welches ebenfalls aus Gipsteilen hergestellt ist. In der Mitte dieses Moduls wurde erstmals die 15 cm Breite überschritten, damit ein realistischer Eindruck entstehen kann. Eine kleine weiße Katze am Fuße des Viaduktes diente lange Zeit als Suchspiel für Kinder, die bei ihrer Entdeckung eine süße Überraschung bekamen.

Textfortsetzung auf Seite 34

Alles wartet gespannt, während sich der kleine Schoner gemächlich durch die geöffnete Drehbrücke bewegt


Grundriss der Anlagenvariante in einer fast geschlossenen U-Form, bei der sich die beiden Wendeschleifen gegen überliegen. Die Motivabfolge entspricht derjenigen auf dem gestreckten Arrangement, das auf der voran gehenden Doppelseite dreidimensional dargestellt ist


Skizze: Lehmann

Die thematischen Segmentgruppen der Anlage im aktuellen Ausbauzustand

Der Hafenteil mit dem Anleger für die Eisenbahnfähre. Rechts schließt die Drehbrücke über die Meiningen an


Schmal fällt das Modul mit den Kraftwerks-Kühltürmen aus. Es führt rechts zum zentralen Segment mit der Schiffshebeanlage Henrichenburg


Mehrteilig ist auch der Anschlussbahnhof mit der Zahnradbahn und der Brücke über die zweigleisige elektrifizierte Hauptbahn in der Schlucht. Hier gibt es einen eigenen Schattenbahnhof für die anderen Strecken


In Bogenform gebaut sind die Segmente des mächtigen Talviaduktes


Den rechten Abschluss bildet derzeit die Tunnel/Brücken-Kombination mit Weinberg und Burg. Darüber sind die modularen Verbindungsstreckenteile für den variablen Arrangementaufbau angedeutet


Der D-Zug wartet noch auf den Abfahrauftrag, die Zahnradbahn beginnt unter - dessen schon ihre Talfahrt


In der Folgezeit entstanden weitere kleine Stücke, sodass bis 2010 etwa 10 m Anlage verfügbar waren, die hin und wieder auf Ausstellungen gezeigt wurden – so beispielsweise in Langenau und Döbeln, wo die Anlage im Rahmen der Modellbahntage zum fünften Mal ausgestellt wurde.

Abzweigbahnhof mit Zahnradbahn

Es folgte eine Zeit der persönlichen Veränderungen bei den Enthusiasten, die dazu führte, dass bis etwa 2014 nur noch das Projekt der Gebirgsbahn umgesetzt wurde. Hier sind in größerem Stil die mittlerweile immer besser gewordenen Felsenmodellierungsfähigkeiten auf Basis der Lemiso-Gipsfelsen angewendet. Auf 3 m Länge (zwei Segmente) wurde auch die erste Weiche auf der Anlage eingebaut. Das Motiv ist ein kleiner Abzweigbahnhof für eine Zahnradbahn, welcher oberhalb einer zweigleisigen, elektrifizierten Hauptstrecke gelegen ist. Diese Segmentgruppe hat auch einen eigenen Schattenbahnhof für die zusätzlich dargestellten Strecken.

Ein Fährhafen mit Schiffsmodellen

2015 setzte Lorenz Kästner dann den Hafen mit Bahnhof um, wo seine Leidenschaften für den Schiffsmodellbau und für die Eisenbahn zum ersten Mal auf wunderbare Weise verschmolzen. Dieser knapp 4 m lange und 1 m breite Anlagenteil be- inhaltet eine funktionierende Eisenbahnfähre und zwei Liegeplätze für drei weitere interessante Schiffe. Hier begann auch das Original eine größere Rolle zu spielen: So sind einige Szenen des früheren Saßnitzer Fährhafens umgesetzt. Außerdem ist neben lauter kleinen Szenen auch ein UBoot zu sehen.

Auch Lokomotiven der bayerischen Variante der Baureihenfamilie 18 kommen auf der Küstenlinie zum Einsatz, hier wartet eine auf die Ausfahrt aus dem Anschlussbahnhof


Gerade verlässt ein Lastschiff das Hebewerk Henrichenburg. Schon begehrt der nächste Schiffer Einfahrt, um die 14 m Niveauunterschied am Dortmund-Ems-Kanal zu überwinden


Trotz seiner Ausmaße fügt sich das Schiffshebewerk harmonisch in die Umgebung ein


Glücksfall für den Fotografen: Zwei Züge begegnen sich kurz vor dem Tunnel auf der elektrifizierten Strecke im Felseinschnitt. Die zerklüftete Felswand kann durch einen Steig bis hinauf zum Abzweigbahnhof bezwungen werden


Gemütlich zuckelt der Glaskasten über die hohe Brückenkonstruktion, welche die elektrifizierte Hauptbahn überspannt


Dass über diesem Ausflugslokal mal ein Viadukt verlaufen würde, damit hat wohl keiner rechnen können. Die Fahrgäste des Zuges mit der Baureihe 62 genießen jedenfalls die herrliche Aussicht


In Verbindung zum Hafen entstand anschließend das funktionsfähige Modell der Eisenbahndrehbrücke Meiningenbrücke der Darßbahn (Barth – Prerow) im Zustand von etwa 1920, wo der Eisenbahn- und Straßenverkehr abwechselnd über diese Brücke geleitet wurden. Zwischen Hafen und Drehbrücke verkehrt neben der Bahn auch ein kleines Segelbootmodell, welches hin und wieder die geöffnete Brücke passiert.

Schiffshebewerk Henrichenburg

Das bis dahin anspruchsvollste Projekt begann mit der Idee von Juliane Gehrt, ein Schiffshebewerk umzusetzen. Zunächst fiel die Wahl auf Niederfinow, doch bei einer Tour durchs Ruhrgebiet stieß Stephan Lehmann zufällig auf das Schiffshebewerk Henrichenburg, das ihn aufgrund der schönen Architektur in seinen Bann zog. So wurde innerhalb eines Jahres das Hebewerk umgesetzt. Lorenz Kästner baute die Anlage anhand alter Fotos und verschiedener Pläne nach, während Stephan Lehmann die Aufbauten wie zum Beispiel Türme, Mauern, Arkaden usw.am PC modellierte. Im 3D-Druck entstanden schließlich diese dem Steinplan entsprechenden Kunstbauten und fügten sich perfekt mit den vorbereiteten Anlagenteilen zusammen. Die Stahlkonstruktion wurde mithilfe von gelöteten Messingprofilen in Verbindung mit Gitterelementen von Auhagen erstellt. Heute bildet das Schiffshebewerk den Mittelpunkt der Anlage und gleichzeitig größten Besuchermagnet auf Messen. Ein Grund könnte neben seiner vollen Funktionstüchtigkeit auch das Umfeld dieses Bauwerkes sein, welches einschließlich einer Feldbahn anhand von Originalaufnahmen so idyllisch detailliert gestaltet ist.

Fernab des tosenden Bahnverkehrs hat sich ein Winzer einen Ort der Stille geschaffen


Das Rumpeln des Triebwagenzuges auf der Brücke zwingt den Kutscher zu etwas mehr Aufmerksamkeit


Ein SVT der Bauart Hamburg auf roman - tischer Fahrt unterhalb des Weinberges


Eine Motordroschke bezwingt den steilen Weg zum fürstlichen Ansitz in der Burg


Wendeschleifen statt Kopfbahnhöfe

Bei vielen Ausstellungen wie zum Beispiel auf derErlebnis Modellbahn 2018 in Dresden zeigte sich, dass aufgrund der vielen Handantriebe und Bedienstellen der Betrieb der Anlage zwischenzeitlich so aufwendig geworden ist, dass das Umsetzen der Züge in den Gleisharfen selbst mit drei bis vier Personen nicht mehr zu bewältigen ist. Deshalb wurden diese Endmodule entsorgt, und zwei Wendemodule mit automatischer Pendelzugsteuerung sind an ihre Stelle getreten. Auf diesen Anlagenenden entstehen ebenfalls Landschaften Das erste neue Motiv ist eine Zeppelinhalle, gebaut von Lorenz Kästner, das zweite wird noch eine Überraschung sein.

Die Anlage wird auf der Messe Faszination Modellbau Friedrichshafen (1.-3. November 2019) gezeigt.


Skizzen: Lehmann (5)