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MÖBEL:Auf Biegen und Brechen 200 Jahre Thonet-Möbel


Sammler Journal - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 26.09.2019

Ein Leben ohne Stühle? Arbeiten oder Feiern nur im Stehen oder Liegen? Undenkbar! So wenig unser Alltag ohne Stühle vorstellbar ist, so wenig ist auch die Geschichte der Stuhlentwicklung der letzten 200 Jahre ohne die Firma Thonet denkbar.

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Blick in die Ausstellung „Thonet & Design”. Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)

Aus ihren Fabriken stammen Millionen unserer Sitzmobel, zunachst uber 100 Jahre aus gebogenem Holz und spater aus gebogenem Stahlrohr. Thonet steht auch exemplarisch fur den Ubergang vom Handwerksbetrieb zur Fertigungsstatte in indus - triellem Masstab. Thonet ...

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... entwickelte neben neuartigen Vertriebskonzepten auch fortschrittliche Technologien, die die Firma von den namhaften Designern der Zeit in ansprechende Entwurfe umsetzen lies. Das im Jahr 1925 gegrundete Munchner Designmuseum Die Neue Sammlung erwarb bereits 1930 mit Marcel Breuers Stahlrohrhocker B9 ihr erstes Thonet- Mobel, dem im Laufe der Jahrzehnte Hunderte folgen sollten. Beim Umzug des Mu seums in die Pinakothek der Moderne 2002 konnte mit diesem Bestand ein ganzer Bereich der Dauerausstellung in Form eines antiken Amphitheaters den Thonet- Mobeln gewidmet werden. Anlasslich des 200. Grundungsjubilaums wurdigt die Neue Sammlung die Verdienste der Firma Thonet mit einer vom Munchner Designer Steffen Kehrle gestalteten Ausstellung, die von den fruhen Exemplaren bis zu aktuellen Ent wicklungen, wie dem fur die Ausstellung von Steffen Kehrle entworfenen Sitzmobel, reicht.

DIE ANFÄNGE

Am 2. Juli 1796 brachte Margarethe Thonet, Ehefrau des Gerbers Franz An - ton Thonet, im rheinischen Boppard ihr zweites Kind Michael zur Welt, das sich nur 23 Jahre spater mit einer ei - genen Bau- und Mobeltischlerei selbstandig machte. Diesen Be trieb entwickelte Michael Thonet im Laufe der folgenden Jahrzehnte zum meistbedeutenden Produzenten von Mobeln aus gebogenem Holz. 1820 heiratete er die Bopparder Metzgerstochter Anna Maria Crass, mit der er 13 Kinder hatte, von de nen acht vor ihrem ersten Ge burtstag starben. Die funf uberlebenden Sohne sollten als Er - wachsene die Firma des Vaters erfolgreich weiterfuhren und expandieren. Ab 1830 versuchte sich Thonet mit dem Holzbiegen. Zunachst nicht mit Massivholz, sondern nur mit verleimtem Schichtholz, das mit dem spater pa tentierten industriellen Biegeverfahren wenig gemein hatte. So weichte er die Furnierbundel zunachst in heisem Leim ein und bog sie anschliesend in einer Holzform. Mit dieser Me thode wurden Seitenteile und Steg leisten von Sitzmobeln hergestellt, die Sitze blieben eben und wurden mit geflochtenen oder gepolsterten Einsatzen versehen. So entstand auch der circa 1838/40 hergestellte „Bopparder Stuhl” aus schichtverleimtem Bugholz und Nussbaum, ein furnierter Biedermeierstuhl mit gepols - terter Sitzflache. Zwar konnte Michael Thonet 1841 sein Verfahren in Paris patentieren lassen, was aber keinen finanziellen Erfolg bedeutete, da zu wenig In teresse bestand, das Patent un sanktioniert missachtet wurde. 1841 soll es zur richtungsweisenden Be gegnung zwischen Michael Thonet und dem osterreichischen Staatskanzler Klemens Wenzel Lothar von Metternich (1773-1859) in Koblenz kommen. Der Staatsmann fand Ge fallen an Thonets Stuhlen und ermutigte ihn zum Umzug nach Wien. An geblich so: „In Boppard werden Sie im mer ein armer Mann bleiben, gehen Sie nach Wien, ich werde Sie dort bei Hofe empfehlen.” Nachdem die Bopparder Firma 1842 in finanzielle Schieflage ge ratenen war, ging Thonet nach Wien. Trotz Unterstutzung Metternichs war Thonets Neustart in Osterreich holprig. Die Be rufskollegen der Wiener Tischlerzunft betrachteten den Piefke aus dem preusischen Boppard als Auslander. Nach einer kurzen Anstellung bei Clemens List wurde Thonet 1843 fur ein Projekt des englischen Architekten Peter Hubert Desvignes – die Sa nierung der Innenausstattung eines der beiden Wiener Palais Liechtenstein – engagiert. Zwar hatte be reits der Wiener Holzfabrikant Carl Leistler (1805-1857) einen Exklusivvertrag, trotzdem konnte Des vignes mit viel Geschick die Mitarbeit Thonets erwirken. Thonet durfte so ge nannte „Beistellstuhle” beisteuern, al so Notsitze, falls die regulare Be stuhlung von Carl Leistler nicht ausreichen sollte. Desvignes, der mit groser Wahrscheinlichkeit die „Liech - tensteiner Stuhle” entworfen hatte, war sehr zufrieden mit Thonets Realisierung, fur deren Formen dieser in aller Eile neue Produktionsverfahren erarbeiten musste. Schnell entwickelten sich die Liechtensteiner erfolgreicher als die Bopparder, wa ren aber mittels des Schichtholzverfahrens noch immer nicht fur eine Produktion im industriellen Masstab geeignet.

GLOBAL PLAYER

Von den Erfolgen ermutigt, wagte sich Thonet 1849 erneut in die Selbstandigkeit. 1853 ubertrug er seine neue Werkstatt in einem Gesellschaftsvertrag an seine Sohne. Noch wahrend der Arbeiten fur das Palais Liechtenstein erweiterte Thonet sein Sortiment in Hinblick auf die nahende erste Weltausstellung 1851 in Lon don. So heist es im Gedenkblatt von 1896: „[…] Zur Ausstellung ge - langten: sechs Sessel, zwei Fauteuils und ein Canapee aus echtem Palisanderholz gebogen und mit Messingeinlagen verziert; zwei Tische, deren Platten mit Schildkrot-, Messing- und Perlmuttarbeiten eingelegt waren, ferner zwei Lesetische und zwei kleine Etageres von gleicher Ausfuhrung, und mehrere andere […].” Diese „Londoner Mobel” zielten auf eine ausgewahlte Kauferschaft ab und sind kunsthistorisch wertvoll, da sie den Hohepunkt von Thonets vorindus - trieller Produktion darstellen. Die Form des Untergestells des grosen der beiden Lese tische mit einem Tischplattendurchmesser von 116 Zentimeter findet sich spater bei den ersten Serien tischen indus trieller Fertigung wieder. Gekurt wurden seine „Vienna bentwood chairs” mit einer Bronzemedaille, die ihm zu internationaler Bekanntheit verhalf. Gold ging allerdings an seinen Wiener Konkurrenten Carl Leistler, dessen traditionelle Mobel mehr an erkannt wurden, als die schwierige Herstellung und technische Neuerung der Thonetschen Ex ponate. Als eines der wenigen Unikate der Thonetschen Produktion zahlen ne ben dem Bopparder Kanapee die Londoner Garnitur, wie die in geringer Auflage gefertigten, vereinfachten (Wiener) Bopparder Stuhle und die Stuhle fur das Palais Palffy, in Sammlerkreisen zu den am meisten begehrten Objekten. 1855 erhielt er bei der Pariser Weltausstellung eine Silbermedaille.

Von oben nach unten: Marcel Breuer, Stahlrohrhocker B9, 1925/26, Ausfüh - rung 1929, Hersteller Thonet Mundus GmbH, Berlin

Marcel Breuer, Armlehnstuhl B 64, 1928, Hersteller Thonet, Frankenberg

Armlehnstuhl B 3 (Wassily), c. 1925, Entwurf Marcel Breuer, Hersteller Standard Möbel oder Thonet-Mun - dus, Wien ca. 1930/31, Stahlrohr, verni ckelt; Eisen garn, hellbraun, Eisengarn, H 75 cm, B 77,8 cm, T 71,3 cm

Alle Abb.: Besitz: Die Neue Sammlung – The Design Museum; Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)

Von oben nach unten: Stuhl Bopparder Sessel, c. 1838/40, Entwurf Michael Thonet, Boppard, Sammlung Ellenberg, Nussbaum, z.T. schichtverleimt, gebogen; Nussbaum-Furnier, H 85 cm, B 42,5 cm, T 47 cm

Stuhl Nr. 56, c. 1883, Hersteller Gebrüder Thonet, Wien, Sammlung Ellenberg, Buche, massiv gebogen, braun gebeizt; Rohrgeflecht, Prägestempel, Papier - schutz marke (1881), H 88 cm, B 40 cm, T 48,5 cm

Stuhl Nr. 14, c. 1856, Entwurf Michael Thonet, Her - stel ler Gebrüder Thonet, Wien, Königshaus Hannover, Die Neue Sammlung, Inv.-Nr. 233/ 201, Buche, z. T. schichtverleimt, gebogen, lasiert; Rohrgeflecht, Präge - stempel: GB. Thonet/Wien/(Son ne), H 96,5 cm, B 41 cm, T 43 cm

Alle Abb.: Besitz: Die Neue Sammlung – The Design Museum; Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)

KORITSCHAN

Kontinuierlich verbesserte Thonet die Fertigungsprozesse und eroffnete 1856 auf osterreichischem Staats-gebiet, in Koritschan in Sudostmahren eine neue Fabrik, idealerweise in - mitten weitlaufiger Buchenwalder ge legen, seinem wichtigsten Rohstoff. Am 17. Juni 1856 erhielten Thonet und seine Sohne die osterreichische Staatsburgerschaft. Im Gedenkblatt von 1896 ist die technische Neuerung des Massivholzbiegens in Koritschan so beschrieben: „Am 10. Juli 1856 wurde der Firma Ge bruder Thonet ein Privilegium er theilt: ‚Auf die Anfertigung von Sesseln und Tischfussen aus gebogenem Holze, dessen Biegung durch Einwirkung von Wasserdampfen oder siedenden Flussigkeiten ge schiet’.” Thonet musste je - doch schmerzlich feststellen, dass sich die in dustrielle Fertigung in einer Fabrik grundlegend vom gewohnten kleinteiligen Werkstattbetrieb unterscheidet. Mit seinem funfkopfigen Team wollte Thonet den Umzug von Wien moglichst ohne Produktionsunterbrechung bewaltigen und dabei auch die in Wien entwickelte Umstellung von Schichtholz- auf Massivholzbiegen installieren. Ein gro ses Problem war der Mangel an ausgebildeten Arbeitern. Sein Personal hatte keine Erfahrung mit Ma schinen, be - stand teils aus Analphabeten und war noch vom bauerlichen Tagesrhythmus bestimmt. Dies fuhrte anfangs zu zahlreichen Un fallen und einem massiven Qualitatseinbruch. Es sollte fast drei Jahre dauern, bis die vormals als Wald- und Landarbeiter tatigen Fabrikarbeiter hinreichend ausgebildet wa ren. Der industriellen Fertigung mit Massivholzbiegen mussten aber auch die Produkte gestalterisch an gepasst werden. Anschaulich be - schreibt das der Ubergang von der klassischen Reihe I, der Fortsetzung der Liechtensteiner Stuhle, zur klassischen Reihe II mit dem Stuhl Nr. 56 ab dem Jahr 1883. Die technischen wie formgebenden Experimente wurden hauptsachlich vom mittleren Sohn August durchgefuhrt. Die produktionstechnischen Vorteile des Stuhls Nr. 56 waren die durch die Re duktion vom Dreidimensionalen auf die Ebene vereinfachte Biegetechnik, die nun an Maschinen von gunstigeren angelernten Arbeitern durchgefuhrt wurde sowie die Materialersparnis. Ursprunglich benotigte man ei ne 230 Zentimeter lange Holzlatte um das Element „Hinterbein-Ru cken lehne- Hinter bein” dreidimensional verformt herzustellen. Beim Stuhl Nr. 56 reduziert sich die maximale Lange der beiden zweidimensional gebogenen „Hinterbein-Ru ckenlehne” Bauteile auf 90 Zentimeter, entsprechend einfacher ist die Handhabung beim Transport in der Fa brik und bei der Bearbeitung wahrend der Produktion. Das neue Verfahren bedeutete auch mehr Freiheiten in der Gestaltung der Ruckenlehne mit Varianten wie ei - nem breiten Stuck gebogenen Sperrholzes, zwei ge bogenen schmalen Stucken oder spater einem gebogenen Stuck Massivholz. Aber nicht nur die Fertigung, sondern auch die Logis - tik musste der in dustriellen Produktion adaptiert werden. Thonet fuhrte fur den platzsparenden Transport die Lieferung in Einzelteile zerlegter Stuhle ein.

DER KAFFEHAUSSTUHL

Basierend auf der patentierten Bugholztechnik entwickelte Michael Thonet 1859 den legendaren „Stuhl Nr. 14” oder im aktuellen Werkverzeichnis nun Modell 214 genannt. Bis 1930 erreichte er die unglaubliche Auflage von 50 Millionen verkaufter Exemplare, der VW Kafer unter den Stuhlen. Damit steht der weltweit meistverkaufte Stuhl als Synonym fur den Kaffeehausstuhl schlechthin. Der Erfolg beruhte nicht nur auf der neuartigen Biegetechnik, sondern besonders auch auf dem Versand als Bausatz. Da die insgesamt nur sechs Holzteile des Stuhls nicht wie ublich verleimt, sondern verschraubt wurden, waren keine be sonderen technischen Fahigkeiten er forderlich, um den Stuhl vor dem Verkauf in den Filialen zu montieren. Aufgrund des zerlegten Versandes reduzierte sich auch das Frachtvolumen drastisch. In einen Kubikmeter passten so die Einzelteile von insgesamt 36 demontierten 14ern. Jahrzehnte spater half dieser Vorlaufer des Do-It-Yourself Prinzips dem schwedischen Mobelriesen Ikea zum Aufstieg als globaler Billigeinrichter.

KÜNSTLERMODELLE

Die sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts abzeichnende gestalterische Krise in Architektur, Inneneinrichtung und Kunsthandwerk uberwanden die Kunstler und Architekten des beginnenden Jugendstils. Adolf Loos zeichnete 1898 fur die Einrichtung des Wiener Cafe Museum verantwortlich, wobei er die Bestuhlung selbst entwarf. Wegen patentgeschutzter Elemente konnte Loos nicht wie geplant bei Thonet fertigen lassen, sondern musste sich an den Inhaber der Pa - tente die Firma J. & J. Kohn wenden. Dort erkannte man ein Potenzial fur innovative Salonmobel, die von Kunst lern entworfen wurden, und forcierte dieses Geschaftsfeld. Bei Thonet stand die Verkaufbarkeit neuer Mobel im Vordergrund, positive Kritiken Kunst beflissener waren nachrangig, da nicht direkt umsatzsteigernd. Um den Publikumsgeschmack und da mit die Verkaufbarkeit zu testen, wurden bei Thonet Prototypen in so gunstig wie moglich gefertigten Testserien zur Markteinfuhrung produziert. Der wirtschaftliche Erfolg gab Thonet Recht. Die Verkaufszahlen der avantgardistischen Kunstlermodelle der Konkurrenz sollten unterdurchschnittlich bleiben, was sie heutzutage allerdings in den Fokus der Sammler und Antiquitatenhandler ruckt. Doch auch Thonet entzog sich nicht ganz dem Trend. Ab 1904 finden sich Thonet-Modelle von Otto Prutscher, Otto Wagner, Marcel Kammerer (ein Mitarbeiter Otto Wagners an der Postsparkasse), Leopold Bauer, Jan Kotěra, Emanuel von Seidl und Peter Behrens.

Von oben nach unten: Schreibtischstuhl Nr. 1, c. 1885, Hersteller Gebrüder Thonet, Wien, Sammlung Ellenberg

Armlehnstuhl Nr. 6009, B 9, c. 1904, Hersteller Gebrüder Thonet, Wien

Stuhl DNS-Chair, 2019, Entwurf ASK – Atelier Steffen Kehrle, München, Studie für Die Neue Sammlung – The Design Museum, H 80 cm, B 47 cm, T 54 cm

Alle Abb.: Besitz: Die Neue Sammlung – The Design Museum; Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)

Von oben nach unten: Freischwinger MR 10 (Weißenhofstuhl), 1927, Ent - wurf Ludwig Mies van der Rohe, Hersteller Berliner Metallgewerbe Josef Müller, Berlin, ab 1932 Thonet, Frankenberg (MR 533) © VG Bild-Kunst, Bonn 2019; Besitz: Die Neue Sammlung – The Design Museum; Foto: Die Neue Samm - lung – The Design Museum (A. Laurenzo)

Freischwinger Armlehnsessel B 35, 1928/29, Entwurf Marcel Breuer, Hersteller Gebrüder Thonet, Franken - berg, 1930er-Jahre

Freischwinger Muji, 2008, Entwurf Konstantin Grcic, Hersteller Thonet, Frankenberg für Muji, Tokio; Stahl - rohr, grau lackiert; Formsperrholz, schwarz lackiert, H 71 cm, B 51 cm, T 52 cm

Beide Abb.: Besitz: Die Neue Sammlung – The Design Museum; Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)

UMBRÜCHE

Michael Thonet verstarb 1871 und erlebte die Einfuhrung der Klassischen Reihe II, die Kunstlermodelle und vor allem die Expansion der Firma mit zwei Fabriken, in Nowo- Ra domsk (heute Radomsko, Polen; 1880) und im hessischen Frankenberg (1890), nicht mehr mit. Aber mit dem von ihm geschaffenen Fundament konnten seine Sohne die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens weiter vorantreiben. Erst der Erste Weltkrieg fuhrte zu groseren Verwerfungen, bei denen die Firmenstruktur geandert wurde. Um den Fortbestand zu sichern, fusionierte man zur Thonet-Mundus Holding mit dem aus Galizien stammenden Leopold Pilzer als geschafts - tuchtigen Firmenchef. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Thonet-Fabrik in Frankenberg vollig zerstort, konnte aber bald danach wieder errichtet werden und produziert seit damals erfolgreich fur den Weltmarkt.

MODERNE UND BAUHAUS

Nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs zerfiel die Osterreichisch- Un garische Monarchie in mehrere neue Staaten. 100 Jahre nach ihrer Grundung fand sich die Firma Thonet mit ihren Produktionsstatten in durch Zollgrenzen getrennten Landern wieder und musste sich neu or ganisieren. Organisieren musste im gleichen Jahr auch Walter Gropius im weit entfernten Weimar das Bauhaus, eine avantgardistische Kunstakademie, deren Streben einem menschenwurdigen Da sein aller Be volkerungsschichten und einer fortschrittlichen Gestaltung galt. Auser dem jeweiligen Grundungsjahr „19” findet man zunachst wenig Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Institutionen. Aber wie Thonet im 19. Jahrhundert sich vom Handwerks- zum Industriebetrieb entwi ckelte, anderte Gropius sein ur - sprungliches Leitmotiv von 1919 „Kunst und Handwerk – eine neue Einheit” im Jahr 1922 zu „Kunst und Technik, eine neue Einheit”, womit er auf den Entwurf und die Entwick lung von Prototypen zur industriellen Serienfertigung zielte. Thonet steckte wegen des erschwerten Ka pital- und Warenflusses mitten in der Reorganisation und konnte sich erst 1924 mithilfe der Fusion mit dem Konkurrenten Mundus wirtschaftlich stabilisieren. In dieser neuen Geschaftsstruktur kamen die Stahlrohrmobel der Mo derne gerade zur rechten Zeit, um das Angebot zu er weitern und zu modernisieren. Die neuartigen Mobel aus Metall waren ganz im Gegenteil zu ihren tradierten gusseisernen oder blechernen Vorgangern bequem, optisch und physisch leicht und obendrein elegant. Zwar haben sich die Freischwinger von Marcel Breuer, Mart Stam und Ludwig Mies van der Rohe als typische Bauhaus-Erzeugnisse ins kollektive Gedachtnis eingebrannt. Tatsachlich wurden sie aber weder direkt am Bauhaus entworfen, noch produziert. Lediglich die Entwerfer waren mit diesem fest verbunden und Bauhaus-Architekten moblierten mit Stahlrohrmobeln be vorzugt ihre Bauten. Breuer lies seine Modelle zunachst in der Lehrwerkstatt der Junkers Flugzeug- und Mo torenwerke in Dessau fertigen, spater in der eigenen Werkstatt der Standard Mobel in Berlin. Doch die Ge schafte liefen so schlecht, dass Breuer im Juli 1928 einen Vertrag mit Thonet schloss und gleich einige Entwurfe von hinterbeinlosen Stuhlen, die spateren B 32, B 36 und B 33, bei Thonet einreichte. So kam es, dass bei Thonet nicht mehr nur Holz, sondern auch Stahlrohr gebogen und zu Mobeln verarbeitet wurde. Von den holzernen Modellen wurden die Sitzflachen aus Geflecht oder verformtem Sperrholz ubernommen, erganzt um neuartiges Eisengarn, das wiederum aus der We berei des Bauhauses stammte. Eine naheliegende Erweiterung, sprechen beide doch aufgrund ihrer asthetischen Nahe die gleichen Kauferschichten an und sind beide in ihrer konstruktiven Ahnlichkeit bestens fur die industrielle Serienproduktion ge eignet. In Frankenberg an der Eder wurde noch 1928 mit der Vorbereitung der Produktion der stahlernen Mo bel begonnen. Bereits im Januar 1929 wurde in der Zeitschrift „In nen dekoration” ein holzerner Sessel von Adolf Schneck mit einem Stahlrohrtisch mit Glasplatte von Marcel Breuer (spater B 18) beworben. Als am 11. April 1929 Standard Mobel in Konkurs ging, griff Thonet zu und er warb den Betrieb mit den unverkauften Mo beln, und – am wertvollsten – mit den Entwurfsrechten an fast al len Modellen. Vier Freischwinger be hielt sich deren Ge - schaftsfuhrer An ton Lorenz zuruck, die er umgehend von Mart Stam patentieren lies. Da mit konnte er sowohl gegen Thonet als auch gegen Plagiatoren klagen. Der Grundstein fur ein umfassenderes Engagement bei Stahlrohrmobeln war somit ge - legt, an dessen An fang im Jahr 1929 ein Faltblatt als Ka talog steht. Im gleichen Jahr startete Thonet France die Herstellung von Stahlrohrmobeln nach Entwurfen von Le Corbusier, Charlotte Perriand und Andre Lurcat. Der Einsatz der kuhlen Mobel bei architektonischen Avantgardeprojekten wie der Stuttgarter Weisenhof- Siedlung (1927) oder anderen Beispielen des Neuen Wohnens wie in Brunn (1928), Breslau (1929), Stockholm (1930), Berlin (1931) oder Wien (1932) sorgte fur einen wachsenden Be - kanntheitsgrad bei den fortschrittlich gesinnten Eliten. Die Mittelschicht wurde mehr uber Wohnzeitschriften an das Mobel he ran gefuhrt, wodurch letztendlich ei ne wachsende Nachfrage einsetzte. Mit einem Sortiment aus Breuers Entwurfen als Basis und Beitragen der franzosischen Designer, mit einer uber 100-jahrigen Erfahrung in Produktion und Distribution sowie ei nem internationalen Vertriebsnetz war Thonet in Europa konkurrenzlos. Uberschattet wurde der Erfolg von der aufkommenden Weltwirtschaftskrise und Patentstreitigkeiten. Letztere konnten Mitte der 1930er-Jahre mit Ubernahme der Firma Desta von Anton Lorenz ge klart werden. Das Modellangebot erwei - terte sich damit ebenso wie durch die Zusammenarbeit mit Mies van der Rohe ab 1931. Dem burgerlichen Verlangen nach Bequemlichkeit wurde bei den Polsterfauteuils der K-Reihe (nach der Polstermobelfabrik Walter Knoll & Co. in Stuttgart-Feuerbach) die ursprungliche Leichtigkeit ge - opfert. All dies fuhrte da zu, dass Tho- net 1935 im deutsch-franzosischen G emeinschaftskatalog 148 Modelle prasentieren konnte und sich die Geschafte bis zum Be ginn des Zweiten Weltkriegs prachtig entwickelten. 1942 musste die Produktion eingestellt werden, da Stahl als kriegswichtiger Rohstoff anderweitig verwendet wurde.

Von oben nach unten: Stuhl ST 664, 1954, Entwurf Eddie (Edelhard) Harlis, Hersteller Gebrüder Thonet, Frankenberg; Formsperr - holz, geformt, hellgelb lackiert; Metall, schwarz la - ckiert, Metallplakette, H 80,3 cm, B 55 cm, T 64 cm

Freischwinger Nr. 275, 1956, Entwurf Verner Panton, Hersteller Au gust Sommer, Plüderhausen für Ge - brüder Thonet, Frankenberg, 1965, Buche, Formsperr - holz, rot gebeizt, H 81 cm, B 39 cm, T 50 cm

Beide Abb.: Besitz: Die Neue Sammlung – The Design Museum; Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)

Stuhl TF 13 P, c. 1951, Entwurf Kurt Felkel, Hersteller Gebrüder Thonet, Frankenberg, Stahlrohr, verchromt; Formsperrholz, überpolstert; Buche, massiv gebogen, gebeizt, H 80 cm, B 62 cm, T 54 cm Besitz: Thonet Museum, Frankenberg Foto: Constantin Meyer

Drehstuhl A 660 (The Looping Chair), 2001, Entwurf James Irvine, Hersteller Gebrüder Thonet, Franken - berg, Aluminium, poliert; Buche, massiv gebogen, gebeizt; Kunststoff, H 87 cm, B 51 cm, T 58 cm

Oben: Armlehnsessel S 401, 1963, Entwurf Verner Panton, Hersteller Gebrüder Thonet, Frankenberg, Stahlrohr, verchromt; Leichtmetall; Polsterung, H 72,5 cm, B 104 cm, T 88 cm

Beide Abb.: Besitz: Thonet Museum, Frankenberg Foto: Constantin Meyer

WIEDERAUFBAU

Wie grose Teile Deutschlands war 1945 auch die Fabrik in Frankenberg zerstort. Der Eiserne Vorhang trennte Thonet von seinen Besitztumern, den Fabriken und Waldern im ostlichen Mitteleuropa. 1939 hatten sich die deutsche und osterreichische Thonet-Firma mit einem Ak - tientausch vom Mundus-Konzern abgespaltet, so dass nun die Familie Thonet allein den Wiederaufbau be - werkstelligen muss te. Ab 1948 fertigte man in Dusseldorf. Von dort zog man 1954 wieder nach Frankenberg. Auch nach dem Krieg setzten sich die Patentstreitigkeiten um den Goldesel „Kragstuhl” fort. 1949 wur - de in einem Vergleich der Firma Mauser das Ausland zugesprochen, Thonet bekam Deutschland. Ein ab - gespecktes Angebot konzentrierte sich auf die Vorkriegs erfolgsmodelle wie den B 64 mit Armlehnen sowie Sitz und Ruckenlehne aus Bugholzrahmen mit Rohrgeflecht, der 1950 fur das Bundeshaus in Bonn angeschafft wurde. Gebremst wurde der Stahlrohrmobelabsatz mit dem Auftreten des Midcentury-Designs namhafter Entwerfer wie Harry Ber toia und Charles und Ray Eames und de - ren Drahtstuhlen. Als Folge des Zeitgeistes wurden Anfang der 1960er- Jahre nur noch zwei Vorkriegsmodelle angeboten. Die Wende kam 1963 mit dem Italiener Dino Gavina, der Breuers Clubsessel B 3 neu auflegte. Aber als Luxusobjekt mit eingraviertem Autogramm von Breuer und unter dem Namen „Wassily Chair” vermarktet, benannt nach Wassily Kandinsky, in dessen Dessauer Wohnraum der Sessel bereits 1926 stand. Der „Wassily Chair” ist ei ner der Designklassiker, die bis heute das Interesse an Stahlrohr mobel befeuern. In der Folge stiegen die Absatzzahlen von Thonet und Mauser. Wenngleich in der Zwi schen kriegs - zeit eine Vielzahl von Firmen Stahlrohrmobel produzierte, war es doch Thonet, die entscheidend fur die Entwick lung, Verbreitung und den Erfolg des Stahlrohrmobels war.

THONET IN DER NEUEN SAMMLUNG

Als eines der dienstaltesten Designmuseen der Welt blickt die Neue Sammlung stolz auf ihre umfassende Kollektion an Thonet-Mobel, die den ebenfalls uppigen Bestanden des MAK – Museum fur angewandte Kunst Wien – und des Hofmobilien - depots in Wien sowie des Museums Boppard und des Koblenzer Landesmuseums ebenburtig ist. Uber die groste Sammlung verfugt das Firmenmuseum Thonets in Frankenberg mit rund 900 Stucken. In der Munchner Sammlung sind die alteren Mobel aus gebogenem Holz wie der fruhe Bopparder Stuhl (1838-1840) zahlenmasig starker prasent als die stahlernen Vertreter der Moderne des 20. Jahrhunderts. Auch neueste Entwurfe wie Sebastian Herkners Modell Nr. 118 aus dem Jahr 2018 schreiben die Sammlung fort und erinnern an die Tatsache, dass sich Thonet bis heute der Entwicklung innovativer Sitz - mobel verpflichtet hat. Die unterschiedlichen Sammlungsstrategien der Direktoren des nun auch schon fast 100 Jahre bestehenden Museums hinterliesen deutliche Spuren in dessen Thonet-Bestanden. Bereits 1930, funf Jahre nach Museumsgrundung, erwarb Direktor Wolfgang von Wersin das erste Mobelstuck von Thonet: Marcel Breuers Stahlrohrhocker B 9 von Thonet-Mundus Berlin. Erworben wurde der B 9 mit einem Konvolut an Bugholzmobeln fur die Ausstellung „Der billige Gegenstand” (1930). Ihm folgte als eines der ersten Bugholzmobel 1931 der Sessel Nr. 6009 (B 9), produziert ab 1904 und bekannt geworden durch Le Corbusiers vielfache Verwendung bei dessen Projekten. Aber erst ab 1958 beschaftigte sich Die Neue Sammlung mit den klassischen Bugholzstuhlen des 19. Jahrhunderts und kaufte das be ruhmte Modell Nr. 14, den millionenfachen Bestseller und Klassiker der Kaffeehaus-Bestuhlung. Weitere Erwerbungen in den 1970er-Jahren bestatigen das Interesse an der Vielfalt der Bugholzentwurfe, vom einfachen Stuhl uber den Schaukelstuhl bis zu Klapp- und Drehstuhlen, Kindermobeln und Banken. Dass Die Neue Sammlung erst nach Jahrzehnten mit dem Sammeln historischer Bugholzmobel des 19. Jahrhunderts begann, liegt am anfanglichen Bestreben zeitgenossisches Neuartiges zu dokumentieren. Das heist, anfangs kaufte man auf Leis - tungsschauen wie den Weltausstellungen oder Mobelmessen ein, ab den 1960er-Jahren mehr im Antik handel oder hoffte auf groszugige Donationen. Die Devise lautete „Zu ruck zu den Wurzeln”, womit man die Ur - sprunge der zeitgenossischen Erzeugnisse bewerten und sichern konnte. Zunachst legte man noch wenig Wert darauf, historische Originale zu erhalten, sondern begnugte sich mit zeitgenossischen Auflagen. Diese geben zwar die Form wieder, es fehlen aber technische und konstruktive Details, die vielfach im Laufe der Jahrzehnte zum Beispiel aus Kostengrunden wegfielen. Erst seit den 1980er-Jahren und be sonders unter dem letzten Direktor Professor Florian Hufnagl erwarb man Objekte aus ihrer Entstehungszeit. Wichtige Einzelstucke wie Otto Wagners Schreibtisch fur die Wiener Postsparkasse mitsamt dem ku bischen Hocker veredeln die Sammlung seit den 1990er-Jahren. Ein gro ser Coup gelang 2002 mit dem Er werb der in den 1970er-Jahren be gonnenen Samm lung Peter Ellenberg. Uber die Jahrzehnte hat der Ar chitekt eine umfassende Thonet-Sammlung ge - schaffen, vom Bopparder Stuhl bis zu den Modellen des fruhen 20. Jahrhunderts. Es finden sich identische Modelle verschiedenen Alters, in denen sich die produktionstechnische Entwick - lung ab bildet. Neben den Mobeln erwarb das Museum einen Schatz historischer Kataloge und Dokumente wie rund 200 Briefe von Franz Thonet (1820-1898), dem altesten der Kinder Michael Thonets. Die Unterlagen aus der Fruhzeit der Firma helfen bei der Erforschung der technischen Entwick - lung und des internationalen Vertriebs. Sie flankieren die Be muhungen des Sammlers Ellenberg, mit seinen Sammlungsobjekten die technologischen Entwick lungen, Produktionsverbesserungen und Modelloptimierungen darzustellen, die Grundvoraussetzung fur die Expansion Thonets war. Die knapp 300 Bugholzobjekte in der Neuen Sammlung erzahlen bildhaft die Geschichte der Firma Thonet bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, wo bei auch der Blick auf die Konkurrenz nicht fehlt. Rund 40 Mobel von Ja cob & Josef Kohn sowie eine kleinere Anzahl an Bugholzmobeln an derer Hersteller wie D. G. Fischl, Ju lius Furfang, Eleonore Kadeder oder Jo sef Neyger erlauben einen Vergleich mit den Thonet Produkten. Der Bereich der Stahlrohrmobel Thonets aus den 1920er- und 1930er-Jahren ist mit rund 30 Stuck da gegen auch deshalb etwas unterreprasentiert, da man eigentlich an den Stahlrohr-Produkten der ur sprunglichen Hersteller, also Standard Mobel oder Joseph Muller, Bamberg-Werkstatten interessiert war. Gleiches gilt fur die Zeit nach 1945, wobei sich hier Highlights wie der 1956 entworfene Freischwinger von Verner Panton (produziert ab 1965), der 1953 von Karl Schwanzer ge staltete Stapelstuhl S 764 oder der Mitte der 1950er-Jahre entstandene Sessel ST 664 von Edelhard Harlis finden. In den 1980er-Jahren be sann sich das Museum wieder auf seine An - kaufspolitik der Anfangsjahre und sammelte vermehrt zeitgenossische Entwurfe. Beispiele hierfur sind Stapelstuhl S 320 von Ul rich Bohme und Wulf Schneider, die Schaukelstuhl - liege „Stilleben”, Nr. S 828 von Torben Skov, der Armlehnstuhl A 109F fur den Deutschen Bundestag von Norman Foster, die Stahlrohrmobel von Kons - tantin Grcic fur Muji oder die Stuhle von James Irvine und Stefan Diez. So blickt Die Neue Sammlung stolz auf eine rund 400 Mobel und Objekte von Thonet umfassende Kollektion, die die Bedeutung und die gestalterische Vielfalt dieses ausergewohnlichen Mobelproduzenten erlebbar machen.

Katalog: Thonet & Design, Hrsg. Angelika Nollert, Die Neue Sammlung, gestaltet vom Bureau Borsche, Koenig Books, London

Ausstellung: „Thonet & Design”, Die Neue Sammlung – The Design Mu - seum in der Pinakothek der Moderne, München. Bis 2. Februar 2020

Schaukelliege S828„Still-Leben”,1985, Entwurf Torben Skov, Hersteller Gebr. Thonet GmbH, Frankenberg Besitz: Die Neue Sammlung – The Design Museum;


Foto: Die Neue Sammlung – The Design Museum (A. Laurenzo)