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Momentumstrategien mit nichtindexier ten Rohstoff-Futures


Traders - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 28.10.2021

BESSERE PERFORMANCE MIT EXOTEN

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Dominik Cisar

Dominik Cisar hat einen Masterabschluss mit Schwerpunkt International Finance. Während seines Studiums arbeitete er als Researchanalyst bei Quantpedia sowie als Assistent der Portfoliomanager bei Eurizon Asset Management Slovakia. Heute ist er Portfoliomanager bei Rhodium Investments und trägt weiterhin zum Research von Quantpedia bei. https://quantpedia.com/

Theoretische Einführung

Roger Ibbotsons Theorie der Popularität besagt, dass beliebte Vermögenswerte beziehungsweise Wertpapiere im Vergleich zu ihren weniger bekannten (exotischen) Pendants in der Regel überbewertet sind. Zudem orientieren sich professionelle Anleger in der Regel an beliebten Assets, sodass dieses Marktsegment wahrscheinlich wesentlich effizienter ist.

Das Popularity Asset Pricing Model von Roger Ibbotson ist eng mit einer Illiquiditätsprämie verbunden. Die Beziehung zwischen der ...

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... Liquidität eines Instruments und seiner Rendite ist allgemein bekannt und theoretisch gut begründet. Demnach beeinflusst die erwartete Illiquidität eines Marktes die Überrendite am Aktienmarkt positiv. Die Outperformance weniger liquider Assets wird deshalb auch als Illiquiditätsprämie bezeichnet. Und sie besteht nicht nur am Aktienmarkt, sondern auch bei Rohstoffen. Wir können also nichtindexierte und indexierte Rohstoff- Futures vergleichen, um zu zeigen, wie ohne erhöhtes Risiko eine zusätzliche Verbesserung der Performance erzielt werden kann.

„Indextrading erzeugt nichtfundamentales Rauschen, das zu Übertreibungen und anschließenden Umkehrungen führt.“

Das Indextrading erzeugt bei den betreffenden Rohstoffen nichtfundamentales Rauschen, das zu Übertreibungen und anschließenden Umkehrungen der Kurse führt, während nichtindexierte Rohstoffe nicht unter solchen liquiditätsbedingten Anomalien leiden. Zudem ist aus einer früheren Studie bekannt, dass die Autokorrelation nichtindexierter Rohstoffe in den letzten Jahren etwas positiver wurde, während sie bei indexierten in den negativen Bereich überging. Auf diesen Ergebnissen können wir aufbauen und verbesserte Momentumstrategien entwickeln.

Die Vorteile von Investments in nichtindexierte Rohstoffe zeigte auch Shane Wisdom in seinem Artikel „Global Diversification: The Free Exotic Lunch“. Darin untersuchte er 500 Trendfolgestrategien. Das Sample, das die nichtindexierten Rohstoffe (also die „Exoten“) beinhaltete, lieferte dabei bessere Ergebnisse als die auf indexierten Rohstoffen basierten Strategien (siehe Bild 1).

Daten

Wir analysieren Tagesdaten von 30 Rohstoff-Futures von Januar 1997 bis Mai 2020. Diese umfassen 5.881 Beobachtungen pro Kontrakt. Für einen korrekten Backtest nehmen wir das Rollen der Kontrakte zum jeweils ersten Handelstag des Monats an und nutzen die Backward-Ratio. Letztere basiert auf der Idee, aufeinanderfolgende Kontrakte um eine Konstante nach oben oder unten anzupassen, um Sprünge zu eliminieren, wobei vom aktuellsten Kontrakt rückwärts gearbeitet wird. Das bedeutet, dass der aktuelle Kurs als korrekt angenommen wird und frühere Kurse nach jedem Rolltermin neu berechnet werden müssen.

Als Nächstes teilen wir die in den Daten vorliegenden Kontrakte auf Grundlage ihrer Zugehörigkeit zu den Rohstoffindizes S&P GSCI und Bloomberg Commodity Index (BCOM) in drei Gruppen ein:

• Kontrakte, die in beiden Indizes enthalten sind (B)

• Kontrakte, die in einem der Indizes enthalten sind (O),

• Kontrakte, die aus den Indizes ausgeschlossen sind (E).

Das Modell

Auf Grundlage dieser Gruppen entwickeln wir fünf Momentumstrategien, um unsere Vermutungen zu testen und die Ursache der Prämien genauer zu bestimmen. Konkret erwarten wir, dass Momentumstrategien, die (nur) nichtindexierte Rohstoffe enthalten, besser abschneiden als diejenigen, die nur indexierte

B1 Nichtindexierte vs. indexierte Strategien

Die Grafik zeigt die durchschnittliche Jahresrendite sowie den maximalen Drawdown zweier Strategiegruppen. Das Sample der nichtindexierten Ansätze erzielte eine mittlere Rendite von 13,8 Prozent sowie einen durchschnittlichen maximalen Drawdown von 22,2 Prozent. Die indexierten Strategien erzielten dagegen nur Durchschnittswerte von 6,26 Prozent Jahresrendite und 29,9 Prozent maximalem Drawdown.

Quelle: Shane Wisdom, „Global Diversification: The Free Exotic Lunch“

verwenden. Zudem könnte man aufgrund der negativen Autokorrelation von Letzteren eine negative Performance erwarten.

„Nichtindexierte Kontrakte schneiden besser ab als Strategien, die nur aus indexierten Futures zusammengesetzt sind.“

Die fünf Strategien enthalten folgende Rohstoff-Futures:

B2 Gruppen von Rohstoff-Futures

Dargestellt ist eine Auswahl an Futures, die in keinem Index enthalten sind (E), in einem der Indizes GSCI oder BCOM (O) oder in beiden Indizes (B).

Quelle: https://www.quantpedia.com

B3 Performance der Momentumstrategien

Abkürzungen: BI (Kontrakte in beiden Indizes), OI (Kontrakte in nur einem Index), EI (Kontrakte, die von den Indizes ausgeschlossen sind), BOI (Kontrakte in beiden oder einem Index), OEI (Kontrakte in einem Index oder aus den Indizes ausgeschlossen).

Quelle: https://www.quantpedia.com

• BI: Kontrakte in beiden Indizes (Both Indexes, insgesamt zehn Futures),

• OI: Kontrakte in nur einem Index (One Index, zehn Futures),

• EI: Kontrakte, die von den Indizes ausgeschlossen sind (Excluded from Indexes, zehn Futures),

• BOI: Kontrakte in beiden oder einem Index (Both or One Index, 20 Futures),

• OEI: Kontrakte in einem Index oder aus den Indizes ausge schlossen (One Index or Excluded from the Indexes, 20 Futures).

Unsere Momentumstrategien sind einfach konstruiert. Innerhalb jeder der fünf Gruppen kaufen (verkaufen) wir Futures mit einem Momentum im höchsten (niedrigsten) Quintil. Die auf diese Weise ausgewählten Kontrakte werden in jeder Strategie gleich gewichtet, und zwar mit 25 Prozent für BI, OI und EI beziehungsweise 12,5 Prozent für BOI und OEI. Rebalancing und Ranking der Kontrakte in Quintile erfolgen jeweils zu Monatsbeginn. Der Einfachheit halber verwenden wir eine jährliche Rankingperiode (252 Tage).

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Strategien sind ermutigend. Sie bestätigen unsere Vermutung, dass nichtindexierte Kontrakte besser abschneiden. Wie aus Bild 3 und Tabelle 1 hervorgeht, weisen die EI-und OEI-Strategien eine weitaus bessere Gesamtperformance auf als die Strategien, die nur aus indexierten Futures zusammengesetzt sind. Mit einer Gesamtrendite von 367 beziehungsweise 180 Prozent sind EI und OEI führend. Dabei liegt ihre annualisierte Volatilität bei 14 beziehungsweise zwölf Prozent. Bei der risikobereinigten Kennzahl der Sharpe-Ratio erzielen sie damit Werte von 0,49 (EI) beziehungsweise 0,38 (OEI). Bisherige Untersuchungen dazu zeigten ähnliche Ergebnisse.

Fazit

Dieser Artikel zeigt den Vorteil von Investments in nichtindexierte Rohstoff-Futures gegenüber indexierten Kontrakten. Das Ergebnis wird durch theoretische Untersuchungen zu Autokorrelation, Popularitätstheorie, Illiquiditätsprämie und nichtfundamentalem Rauschen unterstützt. Exemplarisch haben wir eine Reihe von Momentumstrategien untersucht, die Rohstoff-Futures auf Grundlage einer Zugehörigkeit zu zwei führenden Rohstoffindizes, S&P GSCI und BCOM, enthalten.

Anhand von Daten über einen Zeitraum von 23 Jahren konnten wir klar zeigen, dass das Einbeziehen nichtindexierter Rohstoffe in Momentumstrategien vorteilhaft ist. Es ermöglicht eine höhere Performance bei nahezu gleichem Risiko im Vergleich zu Strategien auf indexierte Rohstoffe.

T1 Statistiken der Momentumstrategien

Die Tabelle zeigt die wichtigsten Kennzahlen der untersuchten Strategien im Vergleich.

Quelle: www.https://www.quantpedia.com