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Monoblock-LNB oder Multifeed?


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Digital Fernsehen - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 10.06.2022
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Bildquelle: Digital Fernsehen, Ausgabe 5/2022

Ein Monoblock-LNB ist nichts anderes als zwei voneinander unabhängige LNBs, die in ein gemeinsames Gehäuse eingebaut wurden. In diesem ist auch ein kleiner DiSEqC-Schalter eingebaut, der je nach vom Receiver kommenden Steuerbefehl entweder auf den ersten oder den zweiten LNB schaltet. Neben Monoblock-Single-LNBs für nur einen Teilnehmer werden sie auch für zwei oder vier angeboten und kommen bereits mit der dafür erforderlichen Steuereinheit.

Die Sache mit dem Abstand

Beim Multifeed-Prinzip, nach dem auch der Monoblock-LNB arbeitet, wird mindestens ein Satellit schielend empfangen. Wie weit der zweite LNB vom im Brennpunkt eingebauten entfernt sein muss, hängt alleine vom Antennendurchmesser ab. Bei kleinen Schüsseln ist der Abstand, etwa für den gleichzeitigen Empfang von 19,2 und 13 Grad Ost, gering. Je größer der Spiegel ist, umso weiter müssen auch die beiden LNBs voneinander entfernt montiert ...

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... sein. Beim Monoblock-LNB ist der Abstand durch das gemeinsame Gehäuse fest vorgegeben. Was nicht weniger heißt, als dass dieser LNB nur mit einer ganz bestimmten Schüsselgröße funktioniert. In der Regel sind dies 80 bis 90 Zentimeter Durchmesser. Mit kleineren Antennen, wie etwa mit 70 oder gar nur 60 Zentimeter, funktionieren diese Zweisatelliten-LNBs ebenso wenig, wie mit einer 120er-Schüssel. Für welchen Antennendurchmesser ein Monoblock-LNB gedacht ist, wird üblicherweise weder auf ihm selbst, noch auf seiner Verpackung angeführt. Hier wird einfach davon ausgegangen, dass der Kunde weiß, dass der Doppelfeed-Empfang unterhalb von rund 80 Zentimeter Durchmesser wenig Sinn macht und nur unzureichend funktioniert. DXer mögen freilich mehr aus ihren Schüsseln rausholen. Aber für sie sind Monoblock-LNBs nicht gedacht.

Für welche Satelliten?

Meist werden Monoblock-LNBs für den Empfang von Astra 19,2 Grad Ost und Hotbird auf 13 Grad Ost, also für sechs Grad voneinander entfernte Satelliten, angeboten. Seltener anzutreffen sind Monoblock-LNBs mit drei Grad Abstand. Mit ihnen können zum Beispiel die Positionen 19,2 und 16 Grad Ost oder etwa 13 und 10 Grad Ost angepeilt werden. Üblicherweise sind diese LNBs für 80 bis 85 Zentimeter große Antennen gedacht. Freilich können sie auch noch an 90er-Schüsseln funktionieren, können hier aber nicht mehr ihre vollen Empfangsleistungen entfalten, da sie die zweite Satellitenposition nur noch am Rande streifen.

Monoblock-LNB montieren

Mit einem Monoblock-LNB wird ein Satellit direkt angepeilt, der zweite wird schielend empfangen. Seine Signale treffen von der Seite auf die Schüsseloberfläche auf und werden entsprechend dem Reflexionsgesetz mit demselben Winkel in entgegengesetzter Richtung zum LNB zurück reflektiert. Dazu ein kleines Experiment. Stellen Sie sich vor einen Spiegel und leuchten Sie von vorne mit einer Taschenlampe hinein. Das reflektierte Licht wird sie blenden. Dies entspricht dem im Brennpunkt montierten LNB. Leuchtet man von der Seite in den Spiegel, wird man nicht geblendet. Die Lichtstrahlen werden an der gegenüberliegenden Seite zurückgeworfen. Soll neben 19,2 Grad Ost auch der etwas weiter westlich auf 13 Grad Ost gelegene Hotbird empfangen werden, ist der Monoblock-LNB so an der Antenne zu montieren, dass der schielende LNB-Teil östlich des Brennpunkts, über den Astra empfangen wird, zu liegen kommt.

Alternative Multifeedschiene

Alternativ zum extrem leicht zu installierenden Monoblock-LNB bietet sich eine Multifeed-Schiene an, mit der man ebenfalls zwei oder mehrere LNBs an der Antenne montieren kann. Hier ist der Material- und Arbeitsaufwand zwar höher, dafür lässt sich die Anlage voll und ganz nach eigenen Wünschen konfigurieren. Das schließt etwa mit ein, dass man für eine solche Multifeedlösung hochwertige DX-LNBs verbauen kann. Monoblock-LNBs sind nur für Standardanwendungen vorgesehen und bieten eher nicht DX-Empfangsleistungen. Der entscheidende Vorteil einer Multifeedschiene ist aber, dass bei dieser die Abstände zwischen den LNBs variierbar und so optimal an die vorhandene Schüssel angepasst werden können. Zudem eignen sich Multifeedschienen für beliebige Antennendurchmesser, wie etwa 120 Zentimeter.

Multifeedschiene weitere Vorteile

Je nach Ausführung können auf einer Multifeedschiene mehrere LNBs montiert werden. Vier Satelliten sind ohne Weiteres möglich. Solche Schienen machen sogar an einer Drehantenne Sinn und erlauben etwa die Montage von LNBs für unterschiedliche Frequenzbereiche, wie etwa für das Ku- und Ka-Band. Multifeedschienen laden zudem zum Experimentieren ein und erlauben so auch Satellitenkombinationen, die mit Monoblock-LNBs von der Stange nicht realisierbar wären.

Multifeedschienen erlauben, zumindest in Grenzen, auch beliebige Satellitenabstände. Je nach verwendetem Schüsseldurchmesser und je nach der LNB-Bauform beträgt der Mindestabstand etwa vier Grad. Unter Verwendung schmaler LNBs und schmaler LNB-Halterungen an der Multifeedschiene sind auch noch drei Grad realisierbar. Eine Doppelfeedlösung, etwa für 5 und 7 Grad Ost, lässt sich allerdings so nicht realisieren. Für diese Variante werden auch keine passenden Monoblock-LNBs angeboten.

Receiver einrichten

Egal, ob man sich für eine Multifeedschiene mit zwei Empfangseinheiten oder einen Monoblock-LNB entscheidet, der Receiver macht zwischen beiden Varianten keinen Unterschied und erfordert die Programmierung zweier Satellitenpositionen, denen jeweils ein LNB zuzuordnen ist. Üblicherweise ist dies für Astra auf 19,2 Grad Ost „LNB 1“ und für Hotbird auf 13 Grad Ost „LNB 2“. Der Wechsel zwischen beiden Satellitenpositionen erfolgt auf Basis von DiSEqC-1.0-Steuerbefehlen. Astra ist „Port A“, Hotbird „Port B“ zuzuordnen.

In der Praxis

Für unsere Vergleichtests haben wir uns, willkürlich ausgesucht, für einen Single-Monoblock-LNB Opticum LMP-04H und eine Multifeedschiene SKT BN97-40 entschieden, die an einer auf 19,2 Grad Ost ausgerichteten 85-Zentimeter-Antenne montiert wurden.

Unsere Multifeedschiene ist für zwei zusätzliche LNBs vorgesehen. Die Montageschiene ist gebogen und sorgt so dafür, dass die zusätzlichen LNBs auf der Brennpunktlinie des Reflektors zu liegen kommen. Weiter ist die Multifeedschiene mit langen Schlitzen versehen, die es erlauben, die LNB-Halterungen in die Position mit den besten Empfangsresultaten zu schieben und zu fixieren. Beides wirkt sich positiv auf die Empfangsleistungen der schielend angepeilten Satelliten aus.

Die Multifeedschiene ist so lang, dass es uns mit der auf 19,2 Grad Ost ausgerichteten Antenne problemlos gelungen war, 9 Grad Ost mit Signalstärken zwischen etwa 11 bis 14 dB über Grundrauschen zu empfangen. Was wunderbar für einwandfreien Empfang genügt.

Entscheidend ist allerdings, dass die Multifeedschiene und alle an der Schüssel montierten LNBs korrekt eingestellt und ausgerichtet werden. Dabei gilt es nicht nur, die Einbautiefe der LNBs durch Vor- und Zurückschieben auf das Signalmaximum zu bringen, sondern auch durch Drehen um einige Grad, was auch als „Skew einstellen“ bekannt ist. Weiter gilt es, die Multifeedschiene in die korrekte Einbaulage zu drehen. Da sie ja nur am 40-Millimeter-Durchmesser des an der Antenne eingebauten LNBs mit einer Schelle angeschraubt ist, lässt sie sich auch in einem weiten Bereich nach oben und unten schwenken. Auch hier gilt es für optimalen Empfang die geeignete Neigung zu finden. Als Ausgangsbasis orientiert man sich an einer waagrecht ausgerichteten Multifeedschiene.

Details

Der zweite LNB ist binnen weniger Minuten an der Multifeedschiene auf 13 Grad Ost auf Signalmaximum ausgerichtet und liefert annähernd dieselben Signalstärken wie bei direkt auf Hotbird ausgerichtetem Spiegel. Die meisten Transponder kommen mit etwa 12 bis über 15 dB. Bei einem Scan des gesamten Satelliten werden 94 Transponder eingelesen.

Im zweiten Schritt muss sich der Monoblock-LNB bewähren. Vergleichen wir den Abstand seiner beiden fest in einem gemeinsamen Gehäuse eingebauten Feeds, erkennt man sofort, dass diese um einiges weiter beisammen liegen als die beiden LNBs der noch montierten Multifeedschiene. Also lockern wir dessen 13-Grad-Ost-LNB und verringern den Abstand entsprechend dem des Monoblock-LNBs. Dabei verringerte sich die Signalstärke des gerade eingestellten SRG-Transponders auf 10,971 GHz horizontal von 14 auf 10 dB.

Nachdem wir den Monoblock-LNB an der Antenne eingebaut und auf bestmöglichen Empfang ausgerichtet hatten, finden wir uns in einer vollkommen anderen Empfangswelt wieder. So erreichen wir auf dem SRG-Transponder auf 13 Grad Ost anstatt 14 dB mit unserer Multifeedschiene nur noch 8,5 dB. Noch drastischer fällt der Vergleich beim Satellitenscan aus. Mit dem Monoblock-LNB wurden bei mehreren Scans nur noch zwischen 63 und 66 eingelesen. Ihre Signalstärken bewegen sich in etwa zwischen 8 und 10,5 dB. Was im Vergleich zur Multifeedlösung um bis zu 5,5 dB weniger ist. Mindestens 28 weitere Transponder, also annähernd ein Drittel, kommen zu schwach, um vom Receiver erkannt zu werden. Angesichts dessen, dass wir unsere Versuche bei wolkenlosem Himmel durchgeführt haben, ist damit zu rechnen, dass der Empfang auf Hotbird bei Schlechtwetter drastisch beeinträchtigt sein kann.

Dass der Monoblock-LNB nicht grundsätzlich schlecht ist, belegen seine Empfangswerte auf 19,2 Grad Ost, die sich etwa auf demselben Niveau wie jene mit unserem bei der Multifeedschiene verwendeten LNB, bewegen. Nachdem sich auf der Verpackung unseres Monoblock-LNBs kein Hinweis zur benötigten Antennengröße fand, waren wir davon ausgegangen, dass er für 85 bis 90 Zentimeter Durchmesser, also auch unserer Schüsselgröße, vorgesehen ist. Unsere Empfangspraxis lässt uns aber vermuten, dass der LNB nur bei deutlich kleineren Schüsseln, vermutlich rund um 70 bis 75 Zentimeter Durchmesser, seine volle Leistungsfähigkeit entfalten kann.

Fazit

Ein Monoblock-LNB bringt nur auf den ersten Blick vermeintliche Vorteile. Immerhin reduziert sich der Installationsaufwand auf ein Minimum. Allerdings kann der Kauf eines Monoblock-LNBs zum Lotteriespiel werden, da man nie weiß, wie gut geeignet er für die vorhandene Antenne ist.

Eine Multifeedschiene gibt uns beim Aufbau ungleich mehr Möglichkeiten. Zunächst erlaubt sie den für die vorhandene Antenne benötigten Abstand selbst anzupassen. Weiter genießt man volle Wahlfreiheit bei den LNBs. Gemeinsam mit dem zusätzlich benötigten DiSEqC-Relais und etwas Koaxialkabel kommt eine Multifeedlösung kaum teurer als ein Monoblock-LNB. Eine Mehrinvestition, die alleine deshalb gerechtfertigt ist, weil man so eine perfekt arbeitende Mehrsatelliten-Schüssel erhält.

THOMAS RIEGLER

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