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Monochrom


ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 12/2018 vom 14.11.2018

Reduzierte Farbe: Manche Motive beziehen ihre Wirkung aus einer einzigen Farbe. Aber auch das Aufnahmelicht kann monochromatische Effekte schaffen wie in der Goldenen oder Blauen Stunde. Sie können ein Farbbild in Schwarzweiß konvertieren und ihm durch Tonen eine besondere Note verleihen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Farbreduktion als Stilmittel einsetzen.


Artikelbild für den Artikel "Monochrom" aus der Ausgabe 12/2018 von ColorFoto. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 12/2018

Karl Stechl, Autor

KOMMENTAR Wenn ein Künstler wie Yves Klein eine Leinwand in Blautönen bemalt, nennt man das monochrome Malerei. Schwarzweißfotos sind in diesem Sinn nicht monochrom, auch wenn man ihnen häufig diesen Stempel aufdrückt. Charakteristisch ...

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... für die SW-Fotografie ist, dass die Farben des Spektrums in Grauwerte umgesetzt werden, was dem Grundgedanken der Monochromie widerspricht. Außerdem ist Schwarz in der Farbenlehre nach Newton nicht als Farbe, sondern als Abwesenheit von Licht definiert. Weiß entsteht wiederum, wenn sich Licht aller Wellenlängen mischt. Eine monochrome Wirkung ergibt sich in der Fotografie entweder durch die Farbe des Motivs (Objektfarbe) oder durch stark gefärbtes Aufnahmelicht. Oder durch Bildbearbeitung, wenn Motivfarben entsättigt oder Schwarzweißbilder getont werden. Mehr darüber auf den nächsten Seiten.

Blau gemacht
Schiffsanleger am Ammersee: Die Bilddatei wurde bereits bei der RAW-Verarbeitung ( PS CC) in Schwarzweiß konvertiert. Die Tiefen wurden leicht angehoben (+25), die Lichter maximal zugezogen (-100), um die Spitzlichter im Holzsteg und den Himmel abzudunkeln. Unter „Teiltonung“ wurde der Farbton für Lichter und Tiefen jeweils auf 240, die Sättigung auf 50 eingestellt.


Digitale Tonung

Steht Ihnen die bunte Bilderflut auf allen Kanälen bis zum Kragen? Dann ist es an der Zeit, die Reize der Schwarzweißfotografie neu zu entdecken. Alleine die Abwesenheit von Farbe macht aber noch kein starkes Bild. Es gibt Motive, die ohne Farbe ihre Identität verlieren und andere, die durch die Reduktion auf Grauwerte an Wirkung gewinnen. Gut, dass Sie auch nach der Aufnahme noch entscheiden können, ob sich ein Motiv in Farbe, in Schwarzweiß oder in einer monochromen Variante von seiner besten Seite zeigt.

Zu den einfachen Techniken der SW-Konvertierung gehört die BildmodusÄnderung von „RGB-Farbe“ auf „Grauwerte“ oder das Zurückregeln der Farbsättigung auf null. Mehr Möglichkeiten bietet die Bildkorrektur-Funktion „Schwarzweiß“ in Photoshop. Mit Schiebereglern für verschiedene Farbtöne können Sie genau einstellen, welche Helligkeitswerte den Motivfarben zugeordnet werden. Tonung erwünscht? Einfach das Kästchen „Farbtonung“ anklicken und an den Reglern darunter „Farbton“ und „Sättigung“ einstellen.
Als smarter SW-Konverter empfiehlt sich Silver Efex Pro 2 aus der Nik Collection, es ist als Photoshop-Plugin kostenlos zum Download erhältlich. Silver Efex Pro 2 bietet nicht weniger als 14 allgemeine Voreinstellungen von „Neutral“ bis „Grauverlauf“, simuliert Filmtypen (18), Schwarzweiß-Farbfilter (5) und Tonungseffekte in allen Schattierungen (23). Globale Einstellungen von Helligkeit, Kontrast oder Struktur sind ebenso möglich wie selektive Anpassungen über Kontrollpunkte, die zu den bekannten Pluspunkten der Nik-Filter gehören.

Sony A7R II | 12 mm (12-24 mm) | ISO 100 | f/9 | 1/400 s

Strukturprogramm
SW-Konvertierung in Silver Efex Pro 2 mit „Kupfereinfärbung“: Ein von 0 auf 50 erhöhter Wert für „Struktur“ und die aktivierte „Vignette“ (Abfall der Bildhelligkeit 1) sorgen für eine dramatische Zunahme der Struktur in Himmel und Wolken.


SW-Modus der Kamera

Fotografieren in Schwarzweiß heißt: Farben als Grauwerte interpretieren und entscheiden, ob ein Motiv auch ohne Farbe zum Hingucker wird. Dabei hilft Ihnen Ihre Kamera, wenn Sie den Schwarzweiß-Modus aktivieren. Dann wird das vom Bildsensor erzeugte Live-Bild am Kameramonitor oder im elektronischen Sucher in Graustufen dargestellt. Tipp: Fotografieren Sie im Modus RAW+JPEG“. In diesem Fall speichert die Kamera ein Schwarzweißbild als JPEG, das parallel aufgenommene RAW enthält aber dennoch alle Farbinformationen. Damit halten Sie sich sämtliche Optionen für die Nachbearbeitung in Farbe oder Schwarzweiß offen.

SW-Konvertierung in Photoshop
Um ein Farbbild (1) in Schwarzweiß zu konvertieren, bietet Photoshop verschiedene Wege. Eine naheliegende Möglichkeit ist die Bearbeitungsfunktion „Schwarzweiß“ (2). Mit sechs Farbreglern lassen sich Objektfarben in Graustufen nach Maß umwandeln. Hier wurden z. B. Blau- und Rottöne ins Minus korrigiert, zum Einfärben wurde ein Blauton gewählt. Das Ergebnis ist Bild 3. Die SW-Konvertierung im Photoshop-Plugin Silver Efex Pro 2 bietet zusätzliche Optionen wie das Hervorheben der Strukturen, das Setzen von Kontrollpunkten zur lokalen Anpassung (Helligkeit, Kontrast, Struktur), Tonungen in mehr als 20 Varianten und Vignetten-Effekte (4).

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Licht- und Objektfarbe

Was monochrome und in Schwarzweiß gehaltene Bilder gemeinsam haben: Die Bildaussage wird auf Formen und Kontraste reduziert. Bei monochromen Bildern beeinflusst zusätzlich der Farbton die Bildwirkung. Ein Beispiel ist der im Art-Déco-Stil gestaltete Eingang des Chrysler Buildings in New York. Aufgrund seiner klaren Formensprache wäre das Motiv auch in Schwarzweiß vorstellbar. Die Mischung aus Tageslicht und Kunstlicht sorgt jedoch an den Glasflächen für zarte Farbübergänge überwiegend in Grüntönen, die den Reiz des Motivs erhöhen. Bereits kleine Farbkorrekturen, etwa mit „Farbton/Sättigung“ in Photoshop, können hier den Bildeindruck verändern – zum Besseren wie zum Schlechteren.
Gefärbtes Licht verändert die Eigenfarbe eines Gegenstands. Studiofotografen nutzen diesen Effekt gerne, indem sie weißen Hintergrundkarton in der gewünschten Farbe beleuchten. Das Farbklima eines monochromen Motivs lässt sich durch den Weißabgleich beeinflussen. Ist die Monochromie durch die Objektfarbe begründet, sollte der Weißabgleich exakt auf das Aufnahmelicht abgestimmt sein, um eine farbrichtige Darstellung zu ermöglichen. Bei Sonnenuntergang und Blauer Stunde empfiehlt sich das WB-Preset „Tageslicht“ als Ausgangspunkt, um die Farbstimmung der Aufnahme zu erhalten. Feinjustieren lässt sich der Weißabgleich bei der Bildbearbeitung oder – besser noch – bei der RAW-Konvertierung. Nur der WB-Automatik sollte man in solchen Situationen nicht das Feld überlassen: Sie kann nicht zwischen Farbstich und Farbstimmung unterscheiden.

Licht- und Objektfarbe

Was monochrome und in Schwarzweiß gehaltene Bilder gemeinsam haben: Die Bildaussage wird auf Formen und Kontraste reduziert. Bei monochromen Bildern beeinflusst zusätzlich der Farbton die Bildwirkung. Ein Beispiel ist der im Art-Déco-Stil gestaltete Eingang des Chrysler Buildings in New York. Aufgrund seiner klaren Formensprache wäre das Motiv auch in Schwarzweiß vorstellbar. Die Mischung aus Tageslicht und Kunstlicht sorgt jedoch an den Glasflächen für zarte Farbübergänge überwiegend in Grüntönen, die den Reiz des Motivs erhöhen. Bereits kleine Farbkorrekturen, etwa mit „Farbton/Sättigung“ in Photoshop, können hier den Bildeindruck verändern – zum Besseren wie zum Schlechteren.
Gefärbtes Licht verändert die Eigenfarbe eines Gegenstands. Studiofotografen nutzen diesen Effekt gerne, indem sie weißen Hintergrundkarton in der gewünschten Farbe beleuchten. Das Farbklima eines monochromen Motivs lässt sich durch den Weißabgleich beeinflussen. Ist die Monochromie durch die Objektfarbe begründet, sollte der Weißabgleich exakt auf das Aufnahmelicht abgestimmt sein, um eine farbrichtige Darstellung zu ermöglichen. Bei Sonnenuntergang und Blauer Stunde empfiehlt sich das WB-Preset „Tageslicht“ als Ausgangspunkt, um die Farbstimmung der Aufnahme zu erhalten. Feinjustieren lässt sich der Weißabgleich bei der Bildbearbeitung oder – besser noch – bei der RAW-Konvertierung. Nur der WB-Automatik sollte man in solchen Situationen nicht das Feld überlassen: Sie kann nicht zwischen Farbstich und Farbstimmung unterscheiden.

Sony A7R II | 12 mm | ISO 200 | f/5 | 1/20 s

Farbnuancen
Art Déco am Eingang zum Chrysler Building, New York: Die zarten Farbübergänge, vor allem an den Glasflächen, erhöhen den Reiz der Aufnahme. Reduziert auf Graustufen wäre das Motiv weniger attraktiv.


Sony NEX-7 | 180 mm/KB (70-400 mm) | ISO 100 | f/13 | 1/15 s

Blaue Stunde
Abendstimmung am Gletschersee Jökulsárlón ( Island): Der Weißabgleich war auf Tageslicht eingestellt. Die blauen Farbschattierungen in den Eisbergen kommen durch Lichtreflexion an Eiskristallen zustande.


Farbspur
Die abgeschliffenen Kieselsteine in der Felsspalte erzeugen eine das Bild prägende Diagonale. Obwohl die Steine farblich nur wenig zum Umfeld kontrastieren, wirkt sich dies positiv auf die Gesamtwirkung der Aufnahme aus.


Sony NEX-7 | 42 mm (28 mm) | ISO 100 | f/8 | 1/160 s

Goldene Stunde
Die untergehende Sonne in Gegenlichtposition taucht die Küstenlandschaft in warmes Licht und arbeitet die Sandstrukturen im Vordergrund heraus.


Sony A7R II | 24 mm (24-105 mm) | ISO 100 | f/11 | 1/1250 s


Fotos: Siegfried Layda

Fotos: Siegfried Layda